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"buen vivir"
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Die zentralamerikanischen Maras und ihre (sub)kulturellen Symbole – (1) Tattoos

Über die Maras, jene gewalttätigen Jugendbanden, die in den USA und Zentralamerika ihre Wurzeln haben, aber längst schon die Grenzen des amerikanischen Kontinents, auch nach Europa, überschritten haben, wird schon lange und viel geschrieben. In Honduras, El Salvador und Guatemala sind sie nach wie vor der Gewaltakteur schlechthin, der zig tausende Morde zu verantworten hat. In Costa Rica und Nicaragua gibt es ...
Refundación 2.0? Bolivien nach der Wahl vom 18. Oktober 2020

Am 18. Oktober 2020 haben rund 6,5 Millionen Bolivianer und Bolivianerinnen darüber entschieden, wer in den nächsten fünf Jahren ihr Land regieren wird. Die Entscheidung fiel überraschend eindeutig aus: Das Duo Luis Arce und David Choquehuanca, das bei den Präsidentschaftswahlen für den Movimiento al Socialismo (MAS) angetreten war, erhielt ...
Chile: Überwältigende Mehrheit für Ausarbeitung einer neuen Verfassung
Am Sonntag, den 25. Oktober, stimmte die große Mehrheit von gut 78% der ChilenInnen in einem Referendum dafür, dass eine neue Verfassung für ihr Land ausgearbeitet werden soll, knapp 22% stimmten dagegen. Die Wahl sollte ursprünglich schon im April dieses Jahres abgehalten werden, wurde aber wegen der Corona-Krise um ein halbes Jahr verschoben. Bezeichend ist, dass in insgesamt nur 5 Gemeinden das „Nein“ gewann. Entsprechend wurde im ganzen Land gefeiert, insbesondere auf dem Platz Baquedano in der Hauptstadt Santiago, der seit Beginn der Massenproteste vor einem Jahr von den Protesierenden in Plaza de la Dignidad (Platz de Würde) umbenannt worden war. Damals hatten sich dort zeitweise bis zu 1,2 Millionen Menschen versammelt, welche insbesondere auch gefordert hatten, dass die Verfassung von 1980 abgeschafft werden müsse, die noch aus Zeiten der Militärdiktaur unter Augusto Pinochet stammt. Ihrer Meinung nach verhindert sie, dass tiefgreifende Reformen für mehr Gleichberechtigung, die Anerkennung indigender Völker sowie die Etablierung eines umfassenden Wohlfahrtsstaats durchgeführt werden können. Bei dem Plebiszit ging es auch darum, wie die neue Verfassung ausgearbeitet werden soll. Dabei sprachen sich die WählerInnen mit knapp 79% für eine verfassungsgebende Versammlung aus, anstatt eines gemischten Gremiums mit 50% Beteiligung der ParlamentarierInnen des Landes. Diese historische Wahl hatte auch eine auβergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung von 50,8%, weit höher als jene der vergangenen Wahlen – und das trotz der Corona-Pandemie. Nun sollen im April des kommenden Jahres die Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung von der Bevölkerung direkt gewählt und im Jahr 2022 ein erneutes Referendum abgehalten werden, bei dem über den vom Gremium erarbeiteten Verfassungsentwurf abgestimmt werden wird. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_fernando-codoceo).
Die Kolumbianerin, die ihr Leben der Rettung des Amazonas widmet

Ángela Maldonado ist Unternehmenskoordinatorin, aber ihr Leben hat eine entscheidende Wendung genommen. 1993 rettete sie einen Braunen Wollaffen, und vier Jahre später befreite sie diesen Primaten aus einer Tropenstation in der Provinz. Dort konnte er sich wieder seinen wildlebenden Artgenossen anschließen, was in solchen Fällen selten noch ...
Mexiko/Guatemala: Ex-Guerilla-Comandante Julio César Macías festgenommen
Am 10. Oktober 2020 wurde im mexikanischen Bundesstaat Guerrero der 78jährige, inzwischen legendäre Guerilla-Ex-Comandante Julio César Macías alias César Montes – im Kontext einer konzertierten Aktion mexikanischer und guatemaltekischer Sicherheitskräfte – von Interpol festgenommen und nach Malacatán in San Marcos, Guatemala, ausgeflogen. Die mexikanische Regierung begründete seine Ausweisung damit, dass er illegal nach Mexiko eingereist sei. Macías galt als der meistgesuchte Mann Guatemalas. Ihm werden ein versuchter Mord, illegale bewaffnete Vereinigung und der Mord an drei Soldaten, dies am 3. September 2019 im Ort Semuy II, in El Estor, Izabal, Guatemala, zur Last gelegt. Drei weitere Soldaten wurden verwundet, drei andere flohen. Macías bestreitet seine Schuld an der Ermordung der drei Soldaten. Er sei zu dieser Zeit gar nicht vor Ort gewesen, sondern in Zacapa, und auch ein Befehl „über die Distanz“ sei von ihm nicht ergangen. „Wenn ich es gewesen wäre“, so setzte er fort, „wäre keiner der neun Soldaten mehr am Leben. Es waren die Bauern.“ Das Konfliktszenario wird in den Quellen unterschiedlich hinterfragt: 1) Haben die Morde damit zu tun, dass es sich um das Gebiet einer Landebahn für Flugzeuge im Kokain-Schmuggel handelte? 2) Sind es wütende Bauern gewesen, die ihre Vertreibung von den ihnen rechtmäßig zuerkannten Ländereien befürchteten? 3) Ging es in Wirklichkeit um Bergbauminen? 4) Haben zuerst die Soldaten geschossen oder die Dorfbewohner oder eine von Macías befehligte paramilitärische Gruppe? César Macías hat 36 Jahre seines Lebens in Guerillas verbracht. In Guatemala waren darunter das Movimiento 13 de Noviembre und, ab 1963, die Fuerzas Armadas Rebeldes (FAR), deren Comandante en Jefe er war, aber auch das 1972 gebildete Ejército Guerrillero de los Pobres (EGP), als dessen Chef Macías bis 1978 figurierte. 1981 wechselte er zur FMLN nach El Salvador, hier zur Resistencia Nacional (RN oder auch FARN) nach Guazapa, um schließlich, ab 1985, die Spezialtruppen des Innenministeriums im sandinistischen Nicaragua zu unterstützen. 2001, längst wieder in Guatemala und Jahre nach dem dortigen Friedensabkommen, übernahm er die Leitung der Fundación Turcios Lima (die u.a. 13 Bataillone mit 11.000 Bauern unter Waffen hält), eine Funktion, die er genauso wie die des Ko-Präsidenten der Internacional Guevarista noch immer innehat. Macías‘ Bewunderer vergleichen ihn gar mit dem Che, den der Bewunderte auch noch persönlich gekannt hat. Doch anders als es Che je getan hätte, schreibt und spricht Macías schon einmal in der dritten Person von sich. Seine Inhaftierung hat die guatemaltekischen staatlichen Institutionen sehr zufrieden gestimmt: Macías sei eine Bedrohung für das Land gewesen, mit seinen Leuten in Fincas eingedrungen, habe dort Privateigentum zerstört und Entführungen von Landbesitzern und Unternehmern angedroht und unternommen. In Mexiko hingegen werden Stimmen laut, die Macías‘ Auslieferung verurteilen, denn er sei in diesem Land als politischer Flüchtling anerkannt gewesen, und Mexiko habe sich traditionell darauf verpflichtet, in solchen Fällen Asyl zu gewähren. Linke lateinamerikanische Intellektuelle und Politiker haben an den guatemaltekischen Präsidenten Alejandro Giammattei einen Brief verfasst und darin ihrer Sorge um das Leben von Macías Ausdruck gegeben. Für seinen Guerilla-Alias „César Montes“ hatte Macías schon längst, bereits 1997, den „Epitaph“ verkündet (vgl. Bild). Seitdem wollte er, als Julio César Macías, nur noch dem Frieden dienen. (Bildquelle: CoverScan).
Wie Kolumbien mehrfach leidet – Tod und Repression vermehren sich in Zeiten der COVID-Pandemie in Kolumbien

Im März 2020 begannen die Fälle von Coronavirus-Infektionen in Kolumbien zu steigen. Die Regierung hat deshalb am 17. März beschlossen, den nationalen Notstand auszurufen. Diese Notstandsmaßnahme wird nach mehreren Verlängerungen voraussichtlich noch bis zum 30. November in Kraft bleiben ...
Argentinien: Sind Brände ebenso unaufhaltsam wie das Gewinnstreben?
In zwölf der insgesamt 23 Provinzen Argentiniens sind dieses Jahr großflächige Brände ausgebrochen. In acht Provinzen sind die Feuerwehren immer noch mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Den offiziellen Zahlen zufolge fielen bislang ca. 770.000 Hektar dem Feuer zum Opfer. Dies und die in den letzten Jahren zunehmende Erweiterung der landwirtschaftlichen Anbaugebiete hat nach Meinung der Fachleute erhebliche Auswirkungen auf die Biodiversität. Auch wenn die Entstehung von Bränden mit dem Klimawandel verbunden ist, steht dennoch fest, dass die Feuersbrünste in 75 Prozent der Fälle von Menschen verursacht wurden. Obwohl das herkömmliche Verfahren der Erneuerung von Weideflächen gelegentlich zur Entstehung von Bränden führt, liegen UmweltaktivistInnen zufolge die wichtigsten Ursachen der Brände bei der Immobilienspekulation, die vor allem von Großgrundbesitzern und Bergbaugesellschaften praktiziert wird. Dies zeige sich darin, dass es sich bei den Gebieten, die oftmals dem Feuer zum Opfer fallen, um geschützte und sogenannte „unproduktive“ Grundstücke handelt. Im Ergebnis der Brände ist es den Spekulanten möglich, die bislang als Naturreservat geschützten Gebiete zu niedrigen Preisen zu kaufen, um sie dann in produktive Flächen umzuwandeln. In diesem Zusammenhang sieht eine von der regierenden Partei Frente de Todos (FT) vorgeschlagene Änderung des Gesetzes „Über die Handhabung des Feuers“ vor, dass bereits verbrannte Reservate erst nach 60 Jahren erworben werden dürfen. Mitglieder der FT beklagen, dass die Gesetzesänderung von Abgeordneten der konservativen Partei Juntos por el Cambio (JC) zusammen mit dem oligarchischen Landwirtschaftsverband Sociedad Rural Argentina und anderen Immobilienspekulanten gebremst wird. Bereits 2013 und 2016 wurde von der JC die Abstimmung über das sogenannte „Gesetz über Feuchtgebiete“, welches den Schutz der Reservate vorsah, verhindert. Auch andere Länder der Region verzeichneten in diesem Jahr mehrere tausend Waldbrände – wie beispielsweise Paraguay, Bolivien und Brasilien, wo der nationale Notstand ausgerufen wurde. Allein 2020 wurden in diesen vier südamerikanischen Ländern insgesamt mehr als 3,5 Millionen Hektar durch Brand vernichtet. Wie viele Geschäfte daraus entstehen werden, wird sich zeigen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_emam).
„Indianer“ – Ein zum Aussterben verurteilter Begriff?

„Gibt es hier irgendwo Indianer?“ Diese Frage stellt Kommissar Otto Garber seiner jungen Kollegin Linett Wachow, als sie am Tatort eintreffen und einen Mann vorfinden, der durch einen Pfeil getötet worden war. Diese antwortet ihm lakonisch: „Das heißt heute indigenes Naturvolk.“ Die hier geschilderte Sequenz stammt aus der jüngsten Folge der beliebten Krimi-Reihe „Ein starkes Team“, die zum Nationalfeiertag der wieder vereinigten Deutschen zur besten Sendezeit ...
Mexiko: Kommuniqué der Zapatisten beklagt Covid-19-Opfer und kündigt „planetarische Reise“ an
In einem von Subcomandante Moisés unterzeichneten Kommuniqué kündigt die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) an, dass sie im April kommenden Jahres eine „planetarische Reise“ starten werde. Der erste Kontinent, der besucht wird, soll Europa sein. Nach einer Rundreise durch den Kontinent führt die Tour nach Spanien, wo sie am 13. April ankommen wird, dem Tag, der als Tag der Eroberung Mexikos durch die Spanier gilt. Im Gegensatz zum mexikanischen Präsidenten werden die Zapatisten die Spanier aber nicht auffordern, sich zu entschuldigen. Es sei genug mit der fernen Vergangenheit gespielt worden, um damit aktuelle und anhaltende Verbrechen zu rechtfertigen. „Sie haben uns nicht erobert. Wir setzen Widerstand und Rebellion fort. Es gibt nichts, wo für sie uns um Vergebung bitten müssen.“ Der Delegation sollen hauptsächlich Frauen angehören, vor allem, weil die Männer unter den Zapatisten deutlich machen wollen, dass die Bewegung dank der Frauen das ist, was sie ist. Gleichzeitig ruft der EZLN die Mitglieder des Nationalen Indigenen Kongresses (CNI-CIG) auf, eine eigene Delegation zu bilden und sich den Zapatisten auf ihrer Tour anzuschließen. In dem veröffentlichten Kommuniqué wurde außerdem mitgeteilt, dass 12 zapatistische Genossen an Covid-19 verstorben seien. Es wird ausdrücklich betont, dass diese Todesfälle in der eigenen Verantwortung liegen. „Sie sind nicht die Schuld der 4. Transformation oder der Opposition, der Neoliberalen oder Neokonservativen, der Chairos oder Fifis, von Verschwörungen oder Komplotten.“ Dank der sehr früh ergriffenen Maßnahmen zur Prävention wie Masken und Hygienemaßnahmen, die von Wissenschaftlern vorgeschlagen und unterstützt worden sind, sei die Zahl der Todesopfer nicht höher. Aber der Verlust dieser Genossen zeige auch, dass es notwendig sei, noch bessere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen (Bildquelle: rbairdpccam_CC).
Covid-19: Mehr als eine Million Tote weltweit
Nach neuesten Meldungen der John-Hopkins-Universität hat die Zahl der Toten, die weltweit in Verbindung mit Covid-19 gestorben sind, inzwischen die Millionengrenze überschritten. Bis heute Vormittag haben sich demnach mehr als 33,3 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Bei den weltweit bestätigten Infektionen entfällt etwa die Hälfte auf den amerikanischen Doppelkontinent. Im regionalen Vergleich stehen den mehr als 9,22 Millionen Fällen in Lateinamerika und den 7,15 Millionen Fällen in den USA, die zusammen etwas mehr als eine Milliarde Einwohner haben, fast 8 Millionen Fälle in Asien gegenüber, wo etwa 4,6 Milliarden Menschen leben. Bezieht man sich nur auf die Todesfälle, dann fällt der Vergleich noch deutlicher zugunsten Asiens aus: Während dort bis heute insgesamt ca. 135.000 Menschen an den Folgen der Pandemie verstorben sind, waren es allein in den USA mit 331 Millionen Einwohnern bislang 205.085 Tote. Mit 142.058 bzw. 96.3128 Toten folgen Brasilien und Indien, wobei das asiatische Land bei der Mortalitätsrate mit 7,1 Toten je 100.000 Einwohner einen relativ niedrigen Wert aufweist. Legt man diesen Indikator zugrunde, dann befinden sich unter den zehn Ländern mit der höchsten Sterberate neben den USA (62,5) ausschließlich europäische und lateinamerikanische Länder. Ein Ländervergleich vom 17. September 2020 nennt dazu folgende Zahlen: Peru 101, Belgien 87, Bolivien 69,6, Chile und Brasilien 67,8, Spanien 67,3, Ecuador 66, Großbritannien 62,6 und Mexiko 60,7. Bei den absoluten Zahlen liegen – nach Angaben von heute Vormittag – im weltweiten Vergleich Mexiko und Peru mit 76.603 bzw. 32.324 Verstorbenen auf den Plätzen vier und sieben. In Europa gehören Großbritannien (42.090 Tote), Italien (35.851 Tote), Frankreich (31.744 Tote) und Spanien (31.411 Tote) zu den Härtefällen. Ozeanien ist mit etwa 1.000 Toten und 33.000 Infizierten die von Covid-19 am wenigsten betroffene Region der Welt. Bislang hat die Pandemie insgesamt 188 Länder erfasst (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc).