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"buen vivir"
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Die Karibik – Eine Inselwelt mit großer Vielfalt und voller Widersprüche

Seit zwei Jahren verwandelt ein ideenreiches Unternehmen im Bezirk Huila gebrauchtes Öl aus Restaurants und Haushalten in Hygieneprodukte. Es befindet sich bereits unter den besten 22 grünen Unternehmen in Kolumbien. Ölrückstände vom Kochen wegzuschütten ist gang und gäbe nicht nur im Haushalt, sondern auch ...
Kuba: Kubaner arbeiten an vier Impfstoffen gegen Covid-19
Entsprechende Informationen sind hierzulande nicht einfach zu finden, aber Kuba ist einer der Akteure im sogenannten Wettlauf um einen Impfstoff gegen Covid-19. Der Karibikstaat hat vier Kandidaten im Rennen: Soberana 01 und Soberana 02, Mambisa und Abdala. Wie das Instituto Finlay de Vacunas (Finlay Impfstoffinstitut/IFV) mitteilte, befindet sich Soberana 01 in der 2. Phase der Impfstofferprobung und soll bis Ende des Jahres in Phase 3 gehen. Diese Tests sollen in Kuba und im Ausland stattfinden. Auch an den anderen drei Alternativen wird intensiv gearbeitet, wobei man auf unterschiedliche Strategien der Virusbekämpfung setzt. Mit den Soberana-Varianten arbeitet Kuba an Totimpfstoffen mit Protein-Antigen, wohingegen es sich bei Abdala, das im Centro de Ingeniería Genética y Biotecnología (Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie/CIGB) entwickelt wird, um ein intranasal zu verabreichendes Medikament handelt. Die kubanische biomedizinische Forschung ist sehr erfahren, so stammt z.B. der weltweit erste Impfstoff gegen Meningokokken aus Kuba. Die Entwicklung dieser wissenschaftlichen Expertise wurde nicht zuletzt durch das US-Embargo forciert. Auch die Arbeit an den Impfstoffen gegen Covid-19 muss das Land weitgehend allein bewältigen. Hinsichtlich der s seiner Impfstoffe stößt Kuba zudem auf ein weiteres Problem, das aber der Qualität seines sehr effektiv arbeitenden, gemeindebasierten Gesundheitssystem geschuldet ist. Die Kubaner haben mit einer Inzidenz von unter 85 und einer Sterblichkeitsrate von 1,43 Prozent pro 100.000 Einwohner die Pandemie bisher weitgehend unter Kontrolle. Das bedeutet aber auch, dass Kuba, wie das Instituto Finlay betont, für Wirksamkeitsstudien zu wenige akute Fälle hat. Der Fahrplan der Biotechnologiegruppe BioCubaFarma sieht vor, dass bis Mitte 2021 ein Serum zur Verfügung steht. Dabei verweisen die Kubaner darauf, dass sie nicht ersten sein werden, die einen eigenen Impfstoff haben; aber Kuba will auf jeden Fall das erste Land sein, das die Impfung der gesamten Bevölkerung sicherstellt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).
Rodríguez, Silvio: Para la espera

Inmitten der von Covid-19 verursachten globalen Krise ist ein neues Album des kubanischen Liedermachers Silvio Rodríguez Domínguez (San Antonio de los Baños, 1946) erschienen. Dies trägt den Titel Para la espera (Dt.: Für die Wartezeit), der sich zwar auf den Lockdown beziehen könnte, aber vielmehr auf das im Album enthaltene Lied Danzón para la espera verweist, welches bereits ...
Chile, Lateinamerika: Im Sog der zweiten Welle
Ab morgen treten in der Region um die chilenische Hauptstadt Santiago, wo über sieben Millionen Menschen leben, erneut umfassende Quarantäne-Maßnahmen in Kraft. Alle Geschäfte, die keine lebensnotwendigen Waren anbieten, werden geschlossen und Reisen in die übrigen Teile des Landes sind ebenso untersagt wie Begegnungen und Festlichkeiten während des Wochenendes. Dieser Schritt wird von Enrique Paris, dem Gesundheitsminister des Landes, mit der dramatischen Erhöhung der Fall- und Todeszahlen infolge der Covid-19-Pandemie begründet. Insgesamt verzeichnet Chile 563.534 Infizierte, von denen bisher 15.680 in Verbindung mit dem Virus verstorben sind. Mit einer Mortalitätsrate von 816 je eine Millionen Einwohner liegt Chile innerhalb Südamerikas an fünfter Stelle. Unter den Ländern des Kontinents führt Brasilien mit 6.674.999 Infizierten und 178.159 Toten die Covid-19-Statistik an. Bei den Todeszahlen folgen Mexiko (110.874), Argentinien (40.009), Kolumbien (38.158) und Peru (36.276). Bei der Mortalitätsrate ist Peru mit 1.095 Toten je eine Million Einwohner am härtesten betroffen und liegt damit nach Belgien (mit einer Rate von 1.497) weltweit auf dem zweiten Platz. Unter den folgenden Ländern, die alle über einer Mortalitätsrate von 800 liegen, sind neben den USA (mit 876) und vier weiteren europäischen Staaten (Italien, Spanien, Großbritannien und Frankreich) mit Argentinien (879), Mexiko (850), Brasilien (832) und Chile (816) ausschließlich lateinamerikanische Länder vertreten. Legt man die neusten Zahlen zugrunde (alle Angaben sind vom 8. Dezember 2020), dann verfestigt sich das Bild, dass auch in der anschwellenden zweiten Welle neben Europa der amerikanische Doppelkontinent das Epizentrum der Pandemie bildet (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_soleb).
Die Maras und ihre (sub)kulturellen Symbole - (2) Graffiti im Mara-Raum

Mit den Tattoos wurde sie begonnen, mit den Graffiti der Maras soll diese lose Quetzal-Serie fortgesetzt werden. Über die Maras, jene gewalttätigen Jugendbanden, die in den USA und Zentralamerika ihre Wurzeln haben, aber längst schon die Grenzen des amerikanischen Kontinents, auch nach Europa, überschritten haben, wird schon lange und viel geschrieben. In Honduras, El Salvador und ...
Argentinien: Neuer Versuch für die Verabschiedung eines Gesetzes zur Entkriminalisierung der Abtreibung
Am Dienstag begannen die Sitzungen im argentinischen Parlament, um den Gesetzentwurf zum freiwilligen Schwangerschaftsabbruch (Interrupción Voluntaria del Embarazo – IVE) zu diskutieren. Dies ist bereits das neunte Mal seit 2007, dass versucht wird, die Legalisierung der Abtreibung zu erreichen. Bereits 2018 wurde der Gesetzentwurf zur IVE vom Parlament gebilligt – jedoch aufgrund des Drucks der katholischen Kirche vom Senat abgelehnt. Das Gesetz zur IVE soll ein altes Gesetz aus dem Jahr 1921 ersetzen. Seitdem gilt die Abtreibung als Verbrechen, das mit bis zu vier Jahren Haft bestraft wird. Abtreibungen sind nur bei (nachgewiesener) Vergewaltigung oder bei Gefahr für das Leben der Frau (aufgrund der Schwangerschaft) zulässig. Das Gesetz, das u.a. die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs ermöglichen und das Recht, dies sicher zu tun, regeln würde, wird einerseits von zahlreichen sozialen und Hochschulbewegungen gefordert, ist aber andererseits erneut von den katholischen und evangelischen Kirchen sowie von anderen ultrakonservativen Gruppierungen abgelehnt worden. Mit zweideutigen Parolen wie „das Menschenrecht auf Leben verteidigen“ und „beide Leben retten“ riefen sie zu einer Mobilisierung auf, die vergangenen Samstag vor dem Parlament in Buenos Aires und in anderen Städten stattfand. Es wird geschätzt, dass weit über 350.000 heimliche Abtreibungen jährlich in Argentinien durchgeführt werden – was wiederum nicht nur zur Kriminalisierung vieler Frauen führt, sondern auch lebensbedrohlich für sie ist. Die Regierungskoalition (Frente de Todos) wird nun versuchen, den Gesetzentwurf bis Ende des Jahres im Parlament durchzusetzen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc).
Sequoia, Sprengstoff und Salpeter – Die Abenteuer des Thaddäus Haenke aus Kreibitz

Es gibt ja Geschichten, die wirken so unrealistisch, dass sie nicht einmal Hollywood hätte erfinden wollen. Aber, seien wir ehrlich – Wissenschaftler und Wissenschaft sind ja sowieso nicht unbedingt die beliebtesten Themen der Traumfabrik. Das ist doch eine viel zu vielschichtige ...
Peru: Drei-Präsidenten-Woche mit bizarrem Moment
Deutschland hatte ein Drei-Kaiser-Jahr, Peru eine Drei-Präsidenten-Woche. Damit bricht das Land, das schon viele Präsidenten „vor der Zeit“ verschlissen hat, alle Rekorde. Zu den Fakten: Am 09.11.2020 wurde Martín Vizcarra, seit 2018 Präsident des Landes und als solcher in der Bevölkerung mehrheitlich anerkannt, über ein Amtsenthebungsverfahren abgesetzt, das in den Medien als „legislativer Putsch“ bezeichnet wird. 90 Prozent der peruanischen Bevölkerung sollen dagegen gewesen sein. Die von 1993, aus der Amtszeit Fujimoris, stammende autoritäre Verfassung gestattet allein schon aufgrund ihres Passus‘ des „permanenten moralischen Unvermögens“ problemlose Amtsenthebung – ein Begriff, der anscheinend völlig frei interpretiert werden kann. Vizcarra hatte versucht, tiefgreifende Anti-Korruptions-Reformen durchzusetzen, darunter solche, die die Immunität der Parlamentarier und deren Wiederwahl ausschließen sollte. Doch der Kongress war dagegen und beschuldigte ihn, noch bevor entsprechende Ermittlungen Ergebnisse zeitigen konnten, … der Korruption – ein Kongress, in dem gegen 68 Abgeordnete wegen … Korruption … ermittelt wurde. Das ist bizarr. In einem solchen Fall von Amtsenthebung wird automatisch der Präsident der Legislative zum konstitutionellen Nachfolger: Folglich wurde am 10.11.2020 Manuel Merino „gesetzeskonform“ als Präsident eingesetzt, „un personaje sombrío y mediocre“ (eine finstere und mittelmäßige Persönlichkeit), die einst mit nur 5.000 Stimmen ins Parlament gekommen sein soll. Dagegen protestierte „die Straße“, die seinen Rücktritt forderte. In diesem Protest starben durch die Polizei zwei junge Männer, Inti Sotelo Camargo und Jack Brian Pintado Sánchez. Merino trat daraufhin zurück. Nun war es wieder die Sache des Kongresses, aus ihren Reihen die neuerliche Vakanz zu füllen: Nach dem Scheitern der Linken Rocío Silva Santisteban, die dabei die Mehrheit verfehlte, kam die Reihe an Francisco Sagasti Hochhausler (Bild). Er wurde schließlich gewählt und leistete am 17.11.2020 seinen Präsidenteneid. Sagasti, Mitbegründer des „zentristischen“ Partido Morado, ist in der Politik ein Newcomer, nimmt man seine Beratertätigkeit für einen Minister in der progressiven Militärregierung Juan Velasco Alvarados aus. Er hat an der Pennsylvania State University studiert, trägt einen Doktortitel dieser Universität, absolvierte seine bisherige Karriere vor allem bei Weltbank und UNO und gilt als liberaler Kompromiss-orientierter Politiker. Als eine seiner ersten Amtshandlungen entschuldigte er sich für den Mord an Inti und Jack. Sagasti soll bis zu den Wahlen am 28. Juli 2021 im Amt bleiben (Bildquelle: Feria-del-Libro-Ricardo-Palma_wiki_cc).
Santaolalla, der Architekt des lateinamerikanischen Rock, kehrt zu seinen Fundamenten zurück

Auf seinem Weg zu seinem Siebzigsten macht der argentinische Musiker und Produzent Gustavo Santaolalla, Architekt großer lateinamerikanischer Rocksongs in den letzten drei Jahrzehnten, eine Pause, um zu sich selbst zurückzukehren und alte Kreationen neu aufzulegen. Der Gewinner von 16 Latin und zwei American Grammy Awards, Produzent von ...
Chile Historisches Urteil zu Verbrechen der Militärdiktatur
Cristina Godoy, Laura Ramsay, Beatríz Bataszew, Sara de Witt, Alejandra Holzapfel und Clivia Sotomayor – im Namen dieser sechs Frauen wurde in Chile ein Urteil gegen drei Agenten der DINA (Inteligencia Nacional – Nationaler Geheimdienst) gefällt. Auch deren Namen seien hier genannt, der Gerechtigkeit halber: Raúl Iturriaga Neumann, Manuel Rivas und Hugo Hernández. Diese Männer wurden wegen Entführung und Anwendung von Folter zu je 15 Jahren Haft verurteilt. Außerdem verurteilte Richter Mario Carrazo den chilenischen Staat zu Entschädigungszahlungen von jeweils 80 Millionen Pesos (knapp 88.000 EUR) an die Opfer; neben den sechs genannten Frauen auch an vier Männer. Kommentatoren sprechen von einem beispiellosen, ja historischen Urteil in der chilenischen Justiz. Zum ersten Mal wurde in die Urteilsfindung wegen Verbrechen während der Pinochetdiktatur eine geschlechtsspezifische Perspektive einbezogen. Das Gericht anerkannte ausdrücklich, dass den entführten Personen nicht nur schwerwiegende körperliche und geistige Leiden zugefügt wurden, sondern dass sie auch systematisch und massiv sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Die sechs Frauen waren in der „Venda Sexy“ inhaftiert, einer geheimen Folterstätte in Santiago de Chile, in der vor allem Frauen systematisch sexuell missbraucht wurden. Unter den DINA-Agenten tat sich auch eine Frau deutscher Abstammung hervor, Ingrid Olderöck, eine Majorin, die als „Frau mit den Hunden“ bekannt war. Wer auch nur einen flüchtigen Blick in den sogenannten Valech-Bericht, den Bericht der Nationalen Kommission für politische Inhaftierung und Folter, geworfen hat, weiß, was dieses „mit den Hunden“ für die inhaftierten Frauen bedeutete. Richter Carroza bezeichnete die Behandlung der Gefangenen als „entmenschlicht, erniedrigend und missbräuchlich“. Beatríz Bataszew, eine der Klägerinnen betonte, dass dieses Urteil sehr wichtig, aber nicht ausreichend sei, denn es vernachlässige den politischen Charakter dieser Gewalt (Bildquelle: ciberprofe_CC).