Quetzal Vogel
News Icon
Quetzal

Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

Wir haben 5.323 Ergebnisse für Ihre Suchanfrage gefunden.

Argentinien: Solidarität und Kraft für Rubén Patagonia – Newen Rubén!

Noticias_Solidaritätskampagne_Newen_Ruben_Bild_ScreenShot_RubenPatagoniaOficialAm 28. Januar wurde eine Solidaritätskampagne zur finanziellen Unterstützung des legendären Musikers Rubén Chauque gestartet. Chauque, besser bekannt als Rubén Patagonia (Comodoro Rivadavia, 1956), musste in der letzten Woche wegen eines Gehirntumors operiert werden und benötigt einen langen und kostspieligen Genesungsprozess. An der Kampagne, die auf dem YouTube-Kanal des Musikers ausgestrahlt wurde, beteiligten sich auch renommierte Künstler, die ihm durch Lieder und ermutigende Worte das nötige newen (dt.: Kraft) für seine Genesung schickten. Gleichzeitig wurde die Gelegenheit genutzt, um für das Projekt der Entstehung eines Hauses für die Musikerinnen und Musiker zu werben. Das Projekt will einen Ort der Geborgenheit einrichten, an dem von Armut betroffene Musizierende zurückgreifen können. Es nimmt die ähnliche Erfahrung des Theaterhauses auf, das bereits 1938 gegründet wurde und immer noch für bedürftige Bühnendarstellende in Buenos Aires offen ist. Dies zeigt die prekäre finanzielle Situation, in der sich einflussreiche Kunstschaffende wie Patagonia, der sich trotz herausragenden Werdegangs keine Sozialversicherung leisten kann, befinden – was die monatelange Untätigkeit aufgrund der Pandemie verschärft. Rubén Patagonia, der zum Volk der Tehuelche gehört, hat seit Ende der 1970er Jahre mehrere Studioalben veröffentlicht, in denen er sich zu seiner Identität als Indigener bekennt und für die Sichtbarmachung der Ureinwohner und die Probleme einsetzt, mit denen die indigenen Völker immer noch konfrontiert sind – darunter die alltägliche Diskriminierung, die Vertreibung vom Land ihrer Vorfahren durch das Vordringen der Agrargrenze, der massive Einsatz von Agrarchemikalien und die Verseuchung der natürlichen Wasserquellen durch Bergbaugesellschaften. Die Unterstützung kann durch den Kauf eines T-Shirts und eines Albums sowie Spende erfolgen: Mehr Informationen auf dem offiziellen Facebook- und Instagram-Account Patagonias (Bildquelle: ScreenShot_YouTube_RubenPatagoniaOficial).

Von links nach rechts – und zurück? Erklärungsversuche zur Rechtswende in Lateinamerika

Rezension_Eser-Witthaus_Bild_CoverScan

Der vorliegende Sammelband vereint zwölf Beiträge, die sich aus unterschiedlicher Perspektive mit der Rechtswende in Lateinamerika beschäftigen und in ihrer Mehrheit im Rahmen einer Ringvorlesung im Sommersemester an der Universität Kassel entstanden sind. Die Einleitung, die von den beiden ...

Venezuela: Carvativir – macht es Corona den Garaus?

Venezuela_Academia_Nacional_de_Medicina_LOGOAm 24.01.2021 verkündete Präsident Maduro, dass Wissenschaftler seines Landes ein wirksames Mittel gegen COVID 19 gefunden hätten. Es handele sich um ein antivirales Medikament, um keine Impfung also: Sein Taufname ist „die wundersamen Tropfen des José Gregorio Hernández“ (der Name geht auf einen venezolanischen Mediziner zurück, der dieses Jahr vom Papst selig gesprochen werden soll), die pharmazeutische Bezeichnung – Carvativir. Alle vier Stunden zehn Tröpfchen davon unter die Zungen – und schon sei die Heilung des Infizierten hundertprozentig perfekt, selbst die der Schwerkranken, und alles ohne Nebenwirkungen. Sechs Monate sei daran geforscht worden. Das dafür entscheidende, aus Thymian- bzw. Oregano-Öl isolierte Molekül mit der Bezeichnung DR-10 sei bereits zur Behandlung von Hepatitis C, humanen Papillomviren und Ebola genutzt worden. Sämtliche Information darüber würde nun an die WHO gegeben, mit dem Ziel, dass das Mittel zertifiziert werde. Bald beginne Venezuela mit seiner Massenproduktion und dem Export. Wie aber wird nun von den Medien mit dieser Nachricht umgegangen? Die Maduro-nahen „Kanäle“ sind logischerweise voller Euphorie. Viele andere Medien, darunter die kubanischen, berichten dagegen sachlich-kommentarlos. Und wie man erwarten konnte, sind da auch einige Nachrichtensender schnell mit der Behauptung bei der Hand, dass das, was aus dem heutigen Venezuela komme, ja a priori nicht gut sein könne. Wem dürfen wir glauben? Am ehesten wohl Wissenschaftlern. Zunächst: Solcherart antivirale Mittel gibt es schon viele, zum Beispiel US-amerikanische oder auch kubanische. Deren vornehmliches Problem war, dass sie nicht oder nur in Kombination mit anderen Mitteln oder nicht über einen längeren Zeitraum wirkten. Drei Tage nach seiner euphorischen Ankündigung ging dann Maduro auch einen Schritt zurück und räumte ein, dass das Medikament nur komplementär wirke. Die Academia Nacional de Medicina de Venezuela selbst war es interessanterweise, die anregte, auch dann doch lieber noch auf Beweise zu warten: Die Medizin habe bisher weder die drei üblichen Erprobungsphasen durchlaufen noch sei über sie bereits ein Artikel in einer peer-reviewten medizinischen Zeitschrift erschienen. Viel zu früh sei es daher, schon eine Massenproduktion anzukündigen (Bildquelle: Logo_AcademiaNacionaldeMedicina).

Kolumbien: Schriftstellerin Pilar Quintana mit Premio Alfaguara ausgezeichnet

Kolumbien: Friedensverhandlungen zwischen ELN und Regierung wieder aufgenommenDie kolombianische Schriftstellerin Pilar Quintana hat für ihr Werk "Los Abismos" (dt.: Die Abgründe) den Premio Alfaguara de Novela, den Preis des Verlags Alfaguara in der Kategorie Belletristik, erhalten. Mit dem Preis verbunden ist ein Preisgeld von 175.000 Dollar. "Los abismos" handelt von den Beobachtungen eines jungen Mädchens, das die schwierige Ehe ihrer Eltern beschreibt und die sich im Leeren verlaufenden Gesprächsfetzen oder Handlungen zwischen beiden mit Sinn zu versehen versucht. Jahre später, als Erwachsene, erfährt ihr ruhiges Leben eine dramatische Wendung. Intime Einblicke in das Innere von Frauen, die nicht aus ihrer Haut können, prägen den Roman. Die Jury hebt in ihrer Auszeichnung hervor, wie sprachlich gekonnt die Autorin die empfindsame, naive Welt eines Kindes mit der ihn umgebenden, erschütternden Realität verbindet. "Los abismos" ist Pilar Quintanas fünfter Roman und ihre dritter literarischer Preis. 2010 erhielt sie den Premio de Novela La Mar de Letras, 2018 erhielt sie den Kolumbianischen Preis für Narration für "La Perra", eine Werk, das auch international Anklang bei Lesern gefunden hat und in 14 Sprachen übersetzt worden ist. "Los abismos" wurde in Kolombien unter Quintanas Pseudonym "Claudia de Colombia" veröffentlicht.

Schichtwechsel bei den FARC-EP. Die Aufständischen verlassen die Lager – Rezension (vorab) zum Dokumentarlangfilm: „Insurgente“

Rezension_Insurgente_STILL_01

Maschinengewehrsalven. Wir, die Zuschauer, mittendrin. Die Kameraführung ist genauso unruhig wie das Geschehen. „Fuera!“ (raus hier) ist aus dem Lärm herauszuhören und auch „Coño!“ (Scheiße). Ein Gefecht, ohne Zweifel. Der Kameramann nimmt uns mit. Wir gehen ihm und jenen hinterher ...

Zentralamerika: Flucht der Verzweifelten

Noticias_Zentralamerika_Grenze_USA-Mexiko_Bild_marc-cat_CCEnde letzter Woche hat sich in San Pedro Sula (Honduras) erneut eine Karawane von mehr als 9.000 Menschen auf den Weg gemacht, um der Not im eigenen Land zu entfliehen. Diese hat sich im letzten Jahr durch die dramatischen Folgen der Covid-19-Pandemie weiter verschärft. Hinzu kommen die massiven Schäden, die die Wirbelstürme Eta und Iota in Nicaragua, El Salvador, Honduras, Guatemala und Belize im vergangenen November verursacht haben. Durch das Wüten der Naturgewalten wurden 38 Menschen getötet. UNICEF geht von mehr als als 640.000 Betroffenen aus, denen vor allem sauberes Wasser fehlt. CEPAL schätzt den materiellen Schaden allein für Honduras auf 1,879 Milliarden US-Dollar. Die erste „Karawane der Verzweifelten“ war im Oktober 2018 in der Hoffnung gestartet, die USA zu erreichen. Seitdem folgten etwa ein Dutzend weitere, wobei nur wenige derjenigen, die sich auf den 3.000 bis 4.500 km langen Weg gemacht hatten, am Ziel ihrer Wünsche ankamen. Auch diesmal übernahmen die Regierungen Guatemala und Mexikos wieder die Rolle eines Türstehers Washingtons. Allein in Guatemala wurden 16 Kontrollposten errichtet, um den Marsch aufzuhalten. Nach massiven Polizeieinsatz haben inzwischen etwa 5.000 aufgegeben. Den übrigen 4.000 Menschen ist es gelungen, die Absperrungen zu durchbrechen. Sie alle treibt die Hoffnung an, dass der neue US-Präsident John Biden die restriktive Migrationspolitik seines Vorgängers Donald Trump ändern würde. Mark Morgan, Chef der US-Zoll- und Grenzbehörde, hat jedoch derartige Erwartungen bereits letzte Woche eine Abfuhr erteilt. Angesichts der sich verschlechternden Existenzbedingungen in Zentralamerika darf man annehmen, dass weitere Karawanen von Verzweifelten folgen werden, auch wenn die USA ihre Südgrenze gegenüber Hilfesuchenden weiterhin geschlossen hält (Bildquelle: marc-cat_CC).

Lateinamerika: Die Milliardäre des Subkontinents 2020

Noticias_Lateinamerika_Carlos_Slim_Helú_Bildquelle_wiki_CCBekanntermaßen listet FORBES jährlich die Reichsten dieser Welt. Der Blick darauf, ob auch Lateinamerikaner darunter sind, ist eher ungewöhnlich, aber spannend. Nein, der auf Platz 1 stehende Amazon-Gründer Jeff Bezos ist US- und kein Lateinamerikaner, auch wenn sein Vater Exil-Kubaner war. Und er selbst wurde in New Mexico und nicht in Mexiko geboren. Doch immerhin finden sich auf der Liste von 2020 tatsächlich 74 lateinamerikanische Milliardäre, allerdings 28 weniger als noch 2019. Allein Brasilien hat 45 und stellt damit fast die Hälfte des lateinamerikanischen Vermögens. Doch der reichste Lateinamerikaner ist ein Mexikaner: Carlos Slim Helu (Bild) mit rund 52 Milliarden US-Dollar. Er nimmt als erster Lateinamerikaner Platz 12 auf der FORBES-Liste ein (fiel aber gegenüber 2019 um sieben Plätze zurück) und steht sogar weit vor den ersten Deutschen (Beate Heister/Karl Albrecht jr.), die auf Rang 23 eingekommen sind. Slim hält mehrheitlich die Akten von América Móvil, dem größten Telekommunikationsunternehmen Lateinamerikas, besitzt 17 % der New York Times und ist auch im Bergbau und in Immobilien unterwegs. Rang 39 belegt Joseph Safra aus Brasilien, der reichste Banker der Welt, und Besitzer von 50 % der Bananenplantagen Chiquita Brands International. Der nächste Lateinamerikaner findet sich mit Ricardo Salinas Pliego/Familie erst auf Platz 106. Die Chilenin Iris Fontobona/Familie (Rang 124) ist Lateinamerikas reichste Frau. Sie kontrolliert mit Antofagasta PLC Chiles Kupferbergbau. Unter den ersten 1.000 Milliardären weltweit ist kein Zentralamerikaner, sondern vor allem (11) Brasilianer, (7) Mexikaner und (3) Chilenen. Bei Brasilien und Mexiko (weniger bei Chile) korrespondieren diese Daten sowohl mit der Höhe des Bruttoinlandproduktes als auch mit der des Gini-Koeffizienten, der die ökonomische Ungleichheit misst (Bildquelle: Agência Brasil, Jorge Cruz).

Die Maras und ihre (sub)kulturellen Symbole – (3) Sprache(n)

Mara_Salvatrucha_Graffiti - Bildquelle: Walking the tracks>

Mit den Tattoos und Graffiti wurde sie begonnen, und mit einem Beitrag zu den (Gang)Sprachen soll unsere lose Quetzal-Serie über die (sub)kulturellen Symbole der Maras nun fortgesetzt werden. Warum „Sprachen“ in der Überschrift in Plural und Singular steht, wird im Text erklärt. Über die Maras, jene gewalttätigen Jugendbanden ...