Älter sein in Kolumbien ist echtes Karma


Nach neun Stunden wurde die Blockade des Parlaments in Caracas beendet. Oppositionsabgeordnete, Journalisten und Angestellte durften das Gebäude verlassen. Sie wurden zuvor von mutmaßlichen Regierungsanhängern dort festgehalten. Die Unterstützer von Präsident Nicolás Maduro waren zunächst in die Gärten des Parlaments eingedrungen und zündeten einige Feuerwerkskörper. Als sie ins Gebäude vorstießen, prügelten sie auf die anwesenden Abgeordneten der Opposition ein. Dabei wurden fünf von ihnen verletzt. Dutzende Demonstranten blockierten den Eingang zum Sitz der Nationalversammlung und schimpften mit Parolen gegen die oppositionellen Politiker. Diese hatten sich anlässlich des Nationalfeiertags im Parlament eingefunden. Abends zogen sich die Demonstrierenden schließlich zurück. Der Oppositionsführer Henrique Capriles macht Maduro für den Angriff verantwortlich. Dieser hingegen verurteilte die Gewalttaten und forderte zu Ermittlungen auf. Während die konservative Opposition den Staatschef seines Amtes entheben will, beschuldigt dieser seine Gegner, sie planten in Zusammenarbeit mit den USA einen Staatsstreich. Seit Anfang April finden in Venezuela beinahe täglich Proteste gegen Maduro statt, bei denen bereits 91 Menschen getötet und mehr als tausend verletzt wurden. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela).
Es war an einem Morgen Ende April. Das rauschhaft schöne Wetter kontrastierte an jenem Tag auf ironische Weise mit der erbärmlichen Fron, der ich als Lohnschreiber ausgeliefert war. Als ich einmal den Kopf hob, fiel mein Blick auf meine Filzpuppe Jimmy, die mir mit dem Rücken gegen den Lampenstiel gelehnt und sich hin- und herwiegend gegenübersaß. Der Schirm der Leuchte diente ihm wohl als Sonnenschutz. Er nahm mich nicht wahr und schaute - auf eine Weise, die ich so von ihm nicht kannte - mit ungewohnter Aufmerksamkeit ...
Für das Foto muss der Federschmuck und die Gesichtsbemalung her – Ládio Veron ist einer der Anführer der ethnischen Gruppe der Guaraní-Kayowá, die gerade ums Überleben kämpft. Er hat sich auf den Weg gemacht, um die Interessen seines Volkes in Europa bekannt zu machen. Denn im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul, wo die...
„Wir haben als Staat versagt.“ So das Fazit der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet, als sie sich in der letzten Woche bei den Mapuche für alle im Namen des chilenischen Staates begangenen oder von ihm tolerierten „Fehler und Gräuel“ entschuldigte. Bachelet verband mit ihrer Entschuldigung die Ankündigung eines Programms zur Entwicklung der Region Araucanía, welches helfen soll, die wirtschaftliche Situation der Mapuche zu verbessern und die Anerkennung ihrer Kultur und Lebensweise zu garantieren. Wie Indigene in anderen lateinamerikanischen Ländern auch gehören die Mapuche zu den Ärmsten und am schlechtesten Gebildeten im Land. Neben Investitionen in Wirtschaft und Bildung ist jetzt geplant, ihre Sprache, das Mapudungun, offiziell anzuerkennen. Darüber hinaus kündigte die Präsidentin an, bestehende Landkonflikte zu klären. Seit der gewaltsamen „Pazifizierung“ von Araucanía verloren die Indigenen 90 Prozent ihres Landes, dessen Rückgabe sie seit Jahren fordern. Bis heute leben etwa 600.000 Angehörige des indigenen Volkes in traditionellen Gemeinschaften in der Region. Ihr Lebensraum wird in der Gegenwart von der intensiv betriebenen Forstwirtschaft bedroht. Widerstand wird immer wieder kriminalisiert und als Terrorismus behandelt. Sowohl Wirtschaftsverbände aus der Region als auch die Mapuche selbst begrüßen die angekündigten Maßnahmen, weisen aber darauf hin, dass Bachelet nicht mehr viel Zeit hat, ihre Pläne umzusetzen – ihre Regierungszeit endet im März 2018. (Bildquelle: Secretaría General de Gobierno).
Kuba ist seit Barack Obamas Kurskorrektur Ende 2014 und Fidel Castros Tod im November 2016 mehr denn je Gegenstand polarisierter Aufmerksamkeit. Die jüngst von US-Präsident Trump in Miami verkündete Rücknahme der Reiseerleichterungen für US-Bürger zeigt einmal mehr, wie wechselhaft und fragil das Verhältnis zwischen der westlichen Hegemonialmacht und der sozialistischen Inselrepublik nach wie vor ist. Fest steht, dass diese sich in einem tief greifenden Wandel befindet
Als Reaktion auf die Rede von US-Präsident Trump in der letzten Woche in Miami gab die kubanische Regierung von Präsident Raúl Castro eine Stellungnahme heraus. Trump hatte eine Neuauflage der Blockade angekündigt und deutlich gemacht, dass sich die USA den Beschlüssen der Vereinten Nationen widersetzen werden. Im Gegensatz zur Politik seines Vorgängers Barack Obamas stellt Trumps Ankündigung einen deutlichen Rückschritt in den Beziehungen der beiden Länder dar. Obama hatte 2016 die Insel besucht und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen eingeleitet, Trump dagegen scheint in die schlechtesten Zeiten des bilateralen Konflikts zurückgehen zu wollen. So betonte der US-Präsident, dass es ihm eine Ehre sei, in einem Theater auftreten zu dürfen, das den Namen eines „wahren Helden“ des kubanischen Volkes trage. Das Theater ist nach Manuel Artime benannt, dem Kommandeur der 1961 gescheiterten Invasion in der Schweinebucht. Bereits vor seiner Amtsübernahme erhielt Trump von extrem konservativen Gruppen der Exil-Kubaner in Miami den sogenannten „Schweinebucht-Preis“. Donald Trump kündigte eine Einschränkung der Handelsbeziehungen mit Kuba sowie der Möglichkeiten für Individualreisen an. Allerdings wolle er Kuba nicht wieder in die Liste der Staaten aufnehmen, die „Terrororganisationen finanzieren“. In der betont zurückhaltenden Erklärung Castros, welche vollständig in der „Granma“, der Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, veröffentlicht wurde, heißt es, dass die US-Regierung nicht in der Lage sei, dem Inselstaat Lehren zu erteilen. Das Dokument beklagt zudem Menschenrechtsverletzungen durch die USA sowohl auf Kuba als auch in anderen Ländern. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg).
Große Kritik erhält die argentinische Regierung derzeit aufgrund der Umsetzung einer Verordnung vom Jahr 1997 zur Reduzierung der Invaliditätsrente. Die Regierung möchte 4,2% des Haushaltsdefizits nicht überschreiten. Deshalb ist diese Maßnahme eine Option, um das Ziel zu erreichen. Seit Januar sind ungefähr 80.000 beitragsunabhängige Renten (pensiones no contributivas) ohne Vorankündigung unterbrochen worden. Dazu zählt, dass seit einem Jahr keine neuen certificados de discapacidad (äquivalent zu einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder zu einem Behindertenausweis) ausgegeben wurden. Die Mindestinvaliditätsrente beträgt 4 400 pesos (250 US-Dollar), was der Hälfte des Mindestlohns entspricht. Die Mehrheit der Betroffenen erhält jedoch 7 000 pesos (437 US-Dollar). Man schätzt, dass zwischen 13% und 15% der Bevölkerung mit einer solchen Behinderung in Argentinien leben (Bildquelle: ANSES_).
Am vergangenen Sonntag haben die PuertorikanerInnen in einem Referendum mit 97,2 Prozent dafür gestimmt, dass ihre Insel der 51. US-Staat wird. Zwar ist sie schon seit 120 Jahren Territorium der Vereinigten Staaten. Sie gilt allerdings nur als assoziierter Freistaat. Das bedeutet beispielsweise für die Bewohner, dass sie zwar offiziell die US-Staatsbürgerschaft besitzen, jedoch kein Wahlrecht. Selbst die Delegierten im US-Kongress haben kein Stimmrecht. Die Wahlbeteiligung am Referendum lag nur bei 23 Prozent. Grund dafür war wohl der Boykottaufruf der Opposition. Die Wähler hatten außerdem die Möglichkeit, für die Unabhängigkeit ihrer Heimat zu stimmen. Dies ist inzwischen der fünfte Versuch, über die zukünftige politische Situation Puerto Ricos zu entscheiden. Einer der wichtigsten Gründe für den Wunsch nach Assimilation ist die finanzielle Lage: Die Karibikinsel steht kurz vor dem Bankrott. Als US-Bundestaat dürfte sie sich als zahlungsunfähig bezeichnen. Der Volksentscheid hat jedoch keine großen Chancen auf eine tatsächliche Umsetzung; sein Ergebnis ist nämlich nicht bindend. Letztendlich entscheidet der US-Kongress in Washington über die Aufnahme Puerto Ricos. Dieser wird aber aufgrund der republikanischen Mehrheit kaum dafür stimmen. Die Assimilation würde bekanntlich die Übernahme von Schulden bedeuten. Zudem würde die puertorikanische Bevölkerung größtenteils für die Demokraten wählen. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass die neokolonialistischen Strukturen zwischen den Vereinigten Staaten und der Karibikinsel nach wie vor greifen werden. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).
Die Zeiten des Schriftstellers, der in seinen Bücherwelten versinkt, an seine Bibliothek und seinen (Brot-)Arbeitsplatz gebunden, sind definitiv vorbei. Zum Glück, möchte man sagen, denn die Argentinierin Aniko Villalba macht das auf wunderbare Weise vor: Seit neun Jahren ist sie nun als Reiseschriftstellerin unterwegs und verdient mit Reiseblogs, Fotografien und einem eigenen kleinen Geschäft in Buenos Aires ihre Brötchen. „Días de Viaje“ ist ihr erstes Buch...