Suchergebnisse für "buen vivir"

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Chile befindet sich dieses Jahr im Wahlmarathon

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Seit den Unruhen Ende des Jahres 2019 ist das Land im Umbruch. Was zunächst mit punktuellen Aktionen gegen zu hohe U-Bahn-Preise begann, weitete sich zu landesweiten, zum Teil gewaltsamen Protesten aus, denen die Regierung erst nur mit Härte begegnete. Wie auch schon in den letzten Jahres lieβ sie auch die friedlichen Demonstrationen ...

Argentinien: Außenministerium fordert vor der UNO, den Kolonialismus im Südatlantik zu beenden

Noticias_Argentinien_Malvinas_Bild_Quetzal-Redaktion_solebWährend einer Sitzung des Entkolonialisierungsausschusses der Vereinten Nationen forderte der argentinische Außenminister Felipe Solá von Großbritannien erneut die Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen über die usurpierte Souveränität der Malvinas bzw. Falklandinseln, Südgeorgiens und der südlichen Sandwichinseln. Der Sonderausschuss hat die Aufgabe, die Situation in Bezug auf die Umsetzung der Erklärung über die Gewährung der Unabhängigkeit an koloniale Länder und Völker (auch bekannt als Sonderausschuss für Dekolonisation – C-24), zu untersuchen. Die britische Präsenz auf dem Gebiet geht auf das Jahr 1833 zurück, als die britische Krone die seit seiner Unabhängigkeit 1816 zu Argentinien gehörenden Territorien besetzte. Solá nutzte auch die Gelegenheit, internationale Organisationen zu bitten, Großbritannien zur Einhaltung der Resolution 2065 der UN-Generalversammlung zu drängen. Diese im Jahr 1965 verabschiedete Entschließung basiert auf die Resolution 1514 aus dem Jahr 1960, welche das Ende des Kolonialismus anstrebt. Die Resolution 2065 fordert die Parteien, Großbritannien und Argentinien, auf, sich zu einem Dialog zusammenzusetzen und der UN-Generalversammlung über den Fortschritt der Verhandlungen zu berichten. Der argentinische Außenminister stellte nicht nur die Dialogverweigerung seitens Großbritanniens in Frage, sondern kritisierte auch die „ungerechtfertigte und übertriebene“ Militärpräsenz, die seit einem Jahrzehnt regelmäßig Manöver und Übungen durchführt. Er stellte auch die illegale Exploration und Nutzung von erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen im umstrittenen Gebiet sowie die Verlängerung von Fischereilizenzen in den Gebieten um die Inseln in Frage. Im gleichen Sinne prangerte Solá an, dass die britische Usurpation des Archipels „im Einklang mit der Geißel des Kolonialismus“ stehe, mit der die oben genannten UN-Resolutionen Schluss machen sollen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_soleb).

Nicaragua: 20 Verhaftete in „Operation Dano 21“

noticias_Nicaragua_Sandino_Karen_Creative_CommonsEinen Tag, nachdem Michelle Bachelet, UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, auf einer Sitzung des Menschenrechtsrates in Genf die nicaraguanische Regierung aufgefordert hatte, eine dringende Änderung im Wahlprozess vorzunehmen und alle willkürlich inhaftierten Personen freizulassen, veröffentlichten Zeitungen des Landes heute die Namen der 20 Oppositionellen, die seit dem Beginn der sogenannten „Operación Dano 21“ am 28. Mai verhaftet wurden. Unter ihnen befinden sich vier Präsidentschaftskandidaten, drei hochrangige Ex-Guerilleros sowie führende Persönlichkeiten verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen. Erfolgten die ersten Festnahmen noch unter dem Vorwurf der Geldwäsche – u.a. gegen die Präsidentschaftskandidatin Cristiana Chamorro Barrios, werden den Inhaftierten seitdem ausschließlich Verstöße gegen das Gesetz 1055 „Zur Verteidigung der Rechte des Volkes auf Unabhängigkeit, Souveränität und Selbstbestimmung für den Frieden“ vorgeworfen. Das erst im vergangenen Dezember verabschiedete Gesetz wird als ein Instrument betrachtet, um die Teilnahme der Opposition an den Wahlen am 7.11.2021 zu verhindern. Es erlaubt der Regierung Ortega/Murillo jeglicher Opposition zu unterstellen, die „Unabhängigkeit, Souveränität und Selbstbestimmung“ des Landes zu untergraben. Heute berichtete die Zeitung CONFIDENCIAL, die die Namensliste ebenfalls veröffentlicht hatte, dass ihr Direktor Carlos Fernando Chamorro nach einer Hausdurchsuchung durch die Policia Nacional in der Nacht zum Montag und die fortwährende Überwachung seiner Familie Nicaragua gestern verlassen hat (Bildquelle: karen_cc).

Kolumbien: Kongress hält die gesetzliche Ratifizierung des Escazú-Abkommens auf

Kolumbien_Bild_Quetzal-Redaktion_tejeGestern stimmte der Kongress über den Entwurf zum Abkommen von Escazú (sp.: Acuerdo de Escazú) ab. Umweltschützer:innen, Akademiker:innen, Wissenschaftler:innen und viele weitere Akteur:innen hatten bereits umfassende Demonstrationen organisiert, um die Gesetzgebung zu einer Ratifizierung dieses entscheidenden Dokuments zu bewegen. Herzstück des Abkommens ist der Schutz von Umweltaktivist:innen durch die Regierung. Umweltschützer:innen in Kolumbien befinden sich leider allzu oft in ständiger Lebensgefahr; die Zahl der Todesopfer ist schockierend. Laut einem Bericht von Global Witness kamen zwischen 2015 und 2019 vier Umweltschützer:innen pro Woche gewaltsam ums Leben. Kolumbien führt somit die traurige Statistik über Gewalt gegen Umweltaktivist:innen weltweit an; 212 Todesopfer gab es 2019 zu beklagen. Trotz der alarmierenden Zustände schiebt der Kongress die Unterzeichnung eines national bindenden Gesetzesentwurfs im Sinne des Abkommens immer wieder auf. Am Tag der Erde, den 22. April 2020, trat das lateinamerikanisch-karibische Abkommen von Escazú in Kraft. 2015 beteiligte sich Duque an den Verhandlungen, unterschrieb aber erst vier Jahre später. Im März 2020 zögerte er den Gesetzesentwurf zur Umsetzung des Abkommens auf nationaler Ebene erneut hinaus, bis Ende Juli 2020. Obwohl der Entwurf endlich in den Kongress gelangt ist, geht das nötige Verfahren nur stockend voran. Mehrere Kongressabgeordnete bekunden offen ihre Ablehnung hinsichtlich des Projekts. Als Grund wird häufig die angebliche „Unvereinbarkeit von Wirtschaft und Nachhaltigkeit“ vorgeschoben. Für zahlreiche kolumbianische und internationale Umweltorganisationen wäre die legale Verankerung des Umweltschutzes ein Meilenstein (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_teje).

El Plumas (Erzählung)

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–Quizá recuerdes el océano de hojas, ramas y troncos, el cielo que viene y va, el celeste arriba que se vuelve verde abajo y el verde que se vuelve celeste. Vas hacia el celeste, vuelves al verde, te sumerges. Los compañeros que te siguen, a los que sigues, miles de aromas, miles, millones de ramas y hojas. Descansas, vuelve a subir, nuevamente el océano verde queda abajo y junto a tí ...

Novela negra. Krimis aus Lateinamerika

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Für Bertolt Brecht war er ein intellektueller Genuss; er liebte ihn, vor allem das Schema, das Schablonenhafte, das ihn auszeichnet. Ernst Bloch hielt ihn für eher minderwertig, nannte ihn „flach“. Dieses Urteil teilt der Philosoph mit vielen Kollegen, vor allem hierzulande, wo man alles Kulturelle gerne in „hoch“ und „trivial“ einzuteilen pflegt. Die Rede ist vom ...

Peru: Wer wird das Land regieren?

PeruLibre-FuerzaPopular_Logo_CCAm heutigen Mittwoch waren kurz nach Mitternacht (Ortszeit) 98 Prozent der Stimmen der zweiten Runde der peruanischen Präsidentschaftswahlen ausgezählt. Danach führt der Kandidat von Peru libre, Pedro Castillo, mit 50,24 Prozent. Seine Kontrahentin, Keiko Fujimori von der Fuerza Popular mit 49,76 Prozent, knüpft nun ihre letzte Hoffnung an die Peruaner und Peruanerinnen, die im Ausland wählen. Von den dort abgegebenen Wahlzettel sind nach Angaben der obersten Wahlbehörde ONPE (Oficina Nacional de Procesos Electorales) inzwischen fast 90 Prozent ausgezählt, wobei zwei Drittel (66,243 Prozent bzw. 178.666 Stimmen) auf Keiko Fujimori entfallen. Pedro Castillo erhielt lediglich 91.049 Stimmen von seinen Ausland wählenden Landsleuten, was 33,757 Prozent entspricht. Das Kopf-an-Kopf-Rennen noch kurz vor Bekanntgabe der Endergebnisse zeugt ebenso wie die politische Positionierung der beiden Kandidaten und die geographische Verteilung der Stimmen vom hohen Polarisierungsgrad der Wahlen. Pedro Castillo, ein Dorfschullehrer aus der Region Cajamarca im Norden Perus, vertritt linke Positionen, während Keiko Fujimori, die Tochter von Alberto Fujimori, der das Land von 1990 bis 2000 regiert hatte und wegen verschiedener Verbrechen zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, weit recht steht. Castillo konnte in den Anden sowie in Südperu die Mehrheit (dort z.T. über 80 Prozent) gewinnen, wo große Teile der Bevölkerung unter den Folgen des Bergbaus leiden und die Armut hoch ist. Fujimori hat ihre Hochburgen in der Hauptstadt Lima, an der Pazifikküste und im größten Teil des Amazonastieflandes. Vor allem zwei Faktoren haben dort Einfluss auf die Stimmabgabe: Zum einen wird in Teilen der Bevölkerung das Erbe von Alberto Fujimori, der Peru seit seinem Selbstputsch 1993 diktatorisch regiert hatte, positiv bewertet; zum anderen verheißen die an der Küste angesiedelte Exportwirtschaft und die Möglichkeiten der Hauptstadt bessere Beschäftigungs- und Aufstiegschancen. Nachdem Keiko Fujimori bei der Auszählung der Stimmen zunächst geführt hatte, wurde sie am Dienstag von ihrem linken Gegenspieler überholt. Obwohl die Beobachtermission der OAS den Wahlen einen normalen Verlauf ohne Unregelmäßigkeiten bescheinigt hat, spricht Keiko Fujimori inzwischen von Wahlbetrug. Es bleibt zu hoffen, dass trotz der knappen Wahlentscheidung das offizielle Endergebnis von beiden Seiten akzeptiert wird. Ansonsten könnte die angespannte Situation schnell in Gewalt und Chaos umschlagen (Bildquelle: ParteienLogos_CC).

Von der Pax Britannica zur Pax Americana II – Londoner City versus Monroe-Doktrin: Wem gehört die Westliche Hemisphäre?

James_Monroe_Bild_pixabay_CC

Die Pax Britannica repräsentiert eine höchst ambivalente Machtkonstellation. Einerseits gilt sie als Krönung globaler britischer Vormacht, andererseits war sie selbst aus der Londoner Perspektive kein Jahrhundert des Friedens. Zwar gab es zwischen dem Wiener Kongress 1815 und dem Krimkrieg 1853-1856 auf europäischem Boden zwischen den Großmächten keine Kriege, aber bereits die Niederschlagung der Revolutionen des Jahres ...

Kuba: Aufruf gegen die Blockade in schwierigen Zeiten

Kampagne_Entferne_die_Blokade_Bild_eldiariodelatinoamerica.comNach Angaben der kubanischen Regierung benötigt das Land 20 Millionen Spritzen, um die Impfung der Bevölkerung abzuschließen. Wenngleich Kuba bisher fünf verschiedene Impfstoffe zur Bekämpfung von Covid-19 entwickelt hat (Soverana 01, 02 und Plus, sowie die sogenannten Abdala und Mambisa) und als erstes »Peripherieland« in der Lage sein könnte, seinen Bedarf mit Impfstoffen aus eigener Produktion zu decken, hat die Insel ernsthafte Schwierigkeiten, diese und andere medizinische Instrumente zu importieren. Das Embargo, das bereits 1960 von der US-Regierung des damaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower eingeführt wurde, hindert Kuba immer noch auch daran, grundlegende Versorgungsgüter zu erhalten, um mehr Impfstoffe zu produzieren, um somit schnellere Fortschritte bei der Immunisierung seiner Bevölkerung zu machen. In dem von sozialer und wirtschaftlicher Rückständigkeit geprägten Kontext der Pandemie erreichten die Verordnungen und Bestimmungen, die von der US-Regierung erlassen wurden, um die Blockade zu verstärken, ein besonders hohes Ausmaß. Allein von der Administration des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump wurden 243 Sanktionen gegen den Inselstaat verhängt. Unter dem Moto »die Blockade tötet – eure Solidarität tötet die Blockade« führen Solidaritätsgruppen aus mehreren Ländern eine internationalle Hilfskampagne durch, um Kuba mit Spritzen zu beliefern. Bislang sind von einer Bevölkerung von ca. 11,3 Millionen etwa 10 Prozent geimpft worden – was durch eine Mitte Mai von der kubanischen Regierung gestartete massive Gesundheitskampagne erreicht wurde. Am 23. Juni wird Kuba der UN-Vollversammlung den Bericht »Notwendigkeit der Beendigung der von den Vereinigten Staaten von Amerika gegen Kuba verhängten Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade« zur Prüfung vorlegen (Bildquelle: eldiariodelatinoamerica.com).