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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

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Nicaraguas Schicksalsfrage oder: Die vertrackte Geschichte eines (noch) nicht gebauten Kanals

Nicaragua: Armut in Managua - Foto: Quetzal-Redaktion, gt

... Seit 1914 gibt es bereits einen Kanal, der den Atlantischen und den Stillen Ozean miteinander verbindet. Dieser verläuft quer durch Panama, einen Staat, den es ohne diese Wasserstraße aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht geben würde. Weshalb ist dann für Nicaragua ein Kanal, den es dort gar nicht gibt, zu einer Schicksalsfrage geworden? Die Antwort darauf reicht weit in die ...

Chile: Der Jahrestag des Militärputsches ist für die Regierung ein ganz normaler Tag

Noticias_Chile_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasatti (2)Vor 46 Jahren putschte das Militär in Chile und stürzte die rechtmäßig gewählte Regierung unter Dr. Salvador Allende. Für die chilenische Regierung ist der heutige Tag fast ein Tag wie jeder andere. Ein offizieller Akt der Erinnerung fand nicht statt. Präsident Sebastián Piñera erinnerte lediglich in einer kurzen Rede an den Putsch, in welcher er zwar Allende die Schuld an dem Staatsstreich gab („die Unidad Popular führte Chile in eine nie dagewesene Krise“), aber immerhin betonte er, dass der 11. September 1973 die chilenische Demokratie beendete. Für Andrés Chadwick, Minister für Inneres und Öffentliche Sicherheit (und auch Cousin des Präsidenten), ist heute im Regierungspalast La Moneda ein ganz normaler Arbeitstag. Im El Mercurio erschien unter dem Titel „Chile se salvó de ser como es hoy Venezuela“ eine ganzseitige Anzeige zur Verteidigung des Militärputsches, die nicht nur in den sozialen Medien sehr kontrovers diskutiert wird. Die Chile-Korrespondentin der spanischen El País erinnert indes daran, was diese „Rettungsaktion“ konkret bedeutete. Sie verweist auf das Buch „Así se torturó en Chile (1973-1990)“ des chilenischen Journalisten Daniel Hopenhayn, welches bereits vor einigen Monaten erschien. Hopenhayn hatte den vor 15 Jahren erschienenen Valech-Bericht noch einmal aufgearbeitet und inhaltlich auf knapp ein Drittel seines Umfangs zusammengefasst, um diesen so einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die sogenannte Valech-Kommission hatte 2004 ihren „Bericht über Politische Gefangenschaft und Folter“ vorgelegt, in dem nach dreijähriger intensiver Arbeit die Folterpraxis während der Pinochetdiktatur aufgearbeitet und dargestellt wurde. Der Inhalt des Berichts ist über weite Strecken schwer zu ertragen, weil, so drückte es Hopenhayn aus, die beschriebenen Misshandlungen unsere Vorstellung von der menschlichen Natur erschüttern. Vor allen Dingen machte der Bericht der Valech-Kommission deutlich, dass die Folterpraxis keine Exzesse Einzelner waren, sondern eine systematisch betriebene staatliche Politik (Bild: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).

Allende, Isabel: Dieser weite Weg

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... Mit diesen Worten beginnt Isabel Allende ihre Danksagung für ihr Buch „Dieser weite Weg“. Ich hatte die Danksagung vor dem Roman gelesen, weshalb ich davon ausging, dass dieser die Geschichte jener beispiellosen Rettungsaktion aus dem Sommer des Jahres 1939 erzählt. Damals konnten, angeregt vom chilenischen Präsidenten Pedro Aguirre Cerda und organisiert von dem Dichter Pablo Neruda ...

Kolumbien: Alarmierendes Video von FARC-Führungsmitglied Iván Márquez

Kolumbien: Alarmierendes Video von FARC-Führungsmitglied Iván Márquez - Bild: SortuAm 29. August 2019 hat Luciano Marín Arango alias Iván Márquez, Verhandlungsführer der FARC-EP bei den Friedensgesprächen mit der kolumbianischen Regierung, in einem Video angekündigt, dass ein Teil der FARC den bewaffneten Kampf wiederaufnehmen wird, weil die Regierung systematisch das 2016 unterzeichnete Friedensabkommen von Havanna verletze. Márquez verweist in seinem Video zum einen darauf, dass seit dem Friedensschluss viele (insgesamt 140) reintegrierte FARC-Mitglieder umgebracht worden sind, ob von paramilitärischen Gruppen oder auch von der Armee, von den Morden an Aktivisten der Zivilgesellschaft ganz zu schweigen. Zum anderen dient ihm als Argument, dass die Regierung unter Präsident Iván Duque zentrale Teile des Friedensabkommens nicht erfüllt hat: Im April 2019 war mit der Umsetzung von 31 % der Vertragsinhalte noch nicht einmal begonnen worden. Nur 12 % des Abkommens waren zu diesem Zeitpunkt so erfüllt, wie vom Abkommen vorgesehen. Márquez verlangt im Video nun neue Friedensgespräche, in denen eine Verfassunggebende Versammlung und eine alternative Regierung ausgehandelt werden sollen. Das Friedensabkommen sieht auch vor, dass die FARC-Partei Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común in beiden Kammern des Parlaments für acht Jahre je fünf Sitze erhält. Dies wurde umgesetzt. Auch Márquez, der Mitglied der Nationalleitung dieser Partei ist, steht ein solcher Sitz (im Senat) zu, den er allerdings wegen fehlender Sicherheitsgarantien nie eingenommen hat. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass die FARC-Partei diese Sitze nach acht Jahren und entsprechenden Wahlen wieder beanspruchen kann. Auf dem Video sind 20 bewaffnete Kämpfer zu sehen, darunter außer Márquez auch Jesús Santrich, der wegen Drogenhandels von der kolumbianischen Justiz gesucht wird, und El Paisa. Es besteht Unklarheit darüber, ob das etwa 32 Minuten dauernde Video in Venezuela oder im kolumbianischen Amazonasgebiet aufgenommen wurde. Márquez erhofft sich darin ein zweites „Marquetalia“ – in dieser Region hatten die FARC 1964 ihren territorialen Ursprung – und will sich mit seinen Leuten mit dem ELN verbünden. Der ELN hat im Unterschied zu den FARC keinen Friedensvertrag unterzeichnet und zählt gegenwärtig etwa 3.000 Kämpfer. Márquez‘ Trupp ist nicht die einzige Dissidenten-Gruppe, die nunmehr der seit September 2017 am legalen politischen Leben teilnehmenden FARC-Partei nicht mehr folgt. Rodrigo Londoño alias Timochenko jedoch, der Führer der FARC-Partei, steht fest zum Friedensabkommen und mit ihm, so sagt er, die Mehrheit – manche Quellen sprechen sogar von 90 % – der Farianos. Jegliche Nachricht in den Medien, dass die FARC den bewaffneten Kampf wiederaufnähmen, ist also falsch, so alarmierend Márquez‘ Signal für den Friedensprozess auch ist. Präsident Duque nennt die Gruppe um Márquez „Kriminelle“ und ordnete augenblicklich die Bildung einer Elite-Einheit zu deren Bekämpfung an, die auch zur Bombardierung berechtigt ist, sowie ein beträchtliches Kopfgeld für jeden der Dissidenten (Bild: Sortu_).

Rückkehr nach El Salvador – Eine Reisereportage mit politischen Reminiszenzen

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Da war nichts zu machen. Ich musste wieder hin. Nachdem ich El Salvador schon so viele Male zur Feldforschung besucht hatte, konnte ich nicht mehr von ihm lassen, zumindest nicht, ohne mich endgültig verabschiedet zu haben … Da meine beruflichen Gründe weggefallen waren und mir Touristenpfade zu eng erschienen, fand ich glücklicherweise im Internet eine sehr freundliche Einladung von Vamos Deutschland e.V. aus Bayern ...

Honduras: Der Druck steigt

Noticias_Honduras_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiDer honduranische Präsident Juan Orlando Hernández (JOH) hat am Sonntag (25. August) die USA besucht, um mit dem Minister für Heimatschutz (Homeland Security), Kevin McAleenan, über verschiedene Aspekte der Migration zu sprechen. In diesem Zusammenhang warnte er vor 30.000 Migranten aus Haiti, Kuba sowie Asien und Afrika, die von Honduras aus die USA erreichen wollen. Das Thema ist aus zwei Gründen von besonderer Brisanz für beide Seiten. Zum einen war Honduras im Herbst 2018 der Ausgangspunkt für eine Reihe von Migrantenkaravanen, die über Mexiko bis zur US-Grenze gelangten. Zum anderen hat die Trump-Administration mit Mexiko und Guatemala Abkommen geschlossen, die eine Wiederholung der Flüchtlingskrise ausschließen sollen. Besonders pikant ist die Angelegenheit nicht zuletzt deshalb, weil JOH seitens der US-amerikanischen Ermittlungsbehörden mit dem Drogenhandel in Verbindung gebracht wird. Das Migrationsproblem wird sich aber ungeachtet aller „Sicherheitsmaßnahmen“ weiter verschärfen. Neben der Gewalt steigern Armut und die Folgen des Klimawandels den Druck im nördlichen Dreieck Zentralamerikas, zu dem neben Honduras auch Guatemala und El Salvador gehören. Nach neuesten Angaben der Weltbank gehören die drei Republiken zu den am meisten von der Armut betroffenen Ländern Lateinamerikas. Honduras mit einem Anteil von 52,6 Prozent und Guatemala mit 48,8 Prozent stehen dabei an der Spitze, El Salvador liegt auf Platz 6 (von 18). Das Welternährungsprogramm der UNO hat am 9. August mitgeteilt, dass mehr als 1,4 Millionen Menschen in Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua, die unter den Folgen extremer Klimaschwankungen leiden, schnellstens Lebensmittelhilfe benötigen. Mehr als zwei Millionen Bauern gelten mittelfristig als besonders verwundbar (Bild: Quetzal-Redaktion_solebiasatti).

Intentos

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Josesita trabaja en la sección acabados de una camisería. Corta los hilos que quedan de más en las prendas confeccionadas, las plancha y fInalmente las guarda en fundas verdes con el logotipo de la empresa. Ella también corta el bigote y los pelos de la naríz a Pepe Lucho. En aquellos momentos ...

Argentinien: Börse reagiert panisch

Noticias_Argentinien_Macri_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiKaum hatte die Börse in Buenos Aires gestern ihr Geschäft begonnen, brach der Peso ein. Für einen Dollar musste man gut 60 Pesos zahlen, am Freitag waren es noch weniger als 45. Die argentinische Zentralbank verkaufte mehr als 100 Millionen Dollar aus ihren Rücklagen, um den Abwärtstrend zu stoppen. Der argentinische Aktienindex MERVAL schloss den Montag mit einem Rückgang von 37 Prozent ab, einem der höchsten täglichen Rückgänge in seiner Geschichte. Kommentatoren sprachen dann auch von einem „schwarzen Montag“. Auch an der Wallstreet brachen argentinische Aktien ein, vor allem solche von Energieunternehmen und Banken. Grund für das Beben an den Börsen waren die Vorwahlen im Land. In den PASO genannten Wahlen wurden am Sonntag die Kandidaten für den Präsidenten und Vizepräsidenten sowie die für die Abgeordnetenkammer und den Senat gewählt. Und diese Wahlen haben die Peronisten deutlich gewonnen. In den Prognosen war von einem Kopf-an-Kopf-Rennen die Rede. Dass aber Regierungschef Mauricio Macri 15 Prozent hinter dem peronistischen Präsidentschaftskandidaten Alberto Fernández bleiben wird, hat wohl niemand erwartet. Und auch bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer und zum Senat ließen die Peronisten vom Bündnis „Frente para todos“ Präsident Macris „Juntos por el cambio“ deutlich hinter sich. Während Macri das Gespenst einer Rückkehr des „Kirchnerismus“ an die Wand malte, kündigte Fernández an, nicht zu der Wirtschaftspolitik der letzten Kirchner-Regierung zurückkehren zu wollen. Aber Argentiniens Wirtschaftspolitik müsse grundlegend geändert werden, denn das Land steckt in einer tiefen Krise – die Inflation liegt im mittleren zweistelligen Bereich und ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Ergebnisse der Vorwahlen zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung einen Wandel will (Bild: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).

Lateinamerikanisten im Porträt (2)

Marta Harnecker_Bild_Cancilleria_Ecuador_CC

Am 15. Juni 2019 verstarb Marta Harnecker in Vancouver. In ihrer letzten Mail vom 24. April 2019 verabschiedete sie sich von ihren Freunden, darunter von mir, mit einer „Umarmung, wie immer, voller Träume und Hoffnungen“. Persönlich habe ich sie nicht gekannt. Doch nachdem ich sie einmal „über den Ozean hinweg“ für den Quetzal interviewt hatte ...