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Brasilien: Wichtigste Präsidentschaftswahl seit Jahrzehnten geht in die zweite Runde
In dem 8,5 Millionen Quadratkilometer großen Fleckchen auf der anderen Seite unserer Erde, bekannt unter dem Namen Brasilien, wurde am 2. Oktober gewählt. Eine Wahl, die das Land spaltet und nun in die Verlängerung gehen wird. Der Zweikampf findet zwischen dem rechten Politiker und aktuellem Präsidenten Jair Bolsonaro der PL (Partido Liberal) und dem linken ehemaligen Präsidenten Lula da Silva der PT (Partido dos Trabalhadores) statt. In den im Vorfeld der Wahlen durchgeführten Umfragen wurde Lula als haushoher Favorit gehandelt. Er lag in einigen Umfragen sogar um fast 15% vor dem aktuellen Präsidenten Bolsonaro, doch das Endergebnis war letztendlich viel knapper als im Vorfeld angenommen. Daher wird dieses Ergebnis für den Herausforderer, trotz Wahlsieg, einen starken bitteren Beigeschmack haben, vor allem da auch eine direkte Entscheidung für Lula als Präsidenten in der ersten Wahlrunde in greifbarer Nähe gelegen hatte. Mit einem Wahlergebnis über 50% wäre dies der Fall gewesen. Am Ende dieses ersten Wahldurchgangs erreichte Lula jedoch 48,4% der Stimmen und Bolsonaro 43,2%. Die endgültige Entscheidung, wer von den Beiden in der kommenden Legislaturperiode an der Spitze der brasilianischen Politik stehen wird, fällt also erst am 30. Oktober. Neben der Präsidentschaftswahl die seit mehr als 20 Jahren mithilfe von elektronischen Wahlmaschinen durchgeführt wird, fanden allerdings auch die Parlamentswahlen für den Senat und das Abgeordnetenhaus statt. Ebenso die Gouverneurswahlen der 27 Bundesstaaten. Hierzu lässt sich sagen, dass einige Bolsonaro nahstehende Politiker wiedergewählt werden konnten. Dies betrifft zum Beispiel den neuen Gouverneur von Rio de Janeiro Cláudio Castro. Auch in dem neben Rio de Janeiro wichtigsten Bundesstaat São Paulo, lag mit Tarcísio de Freitas ein Bolsonaro gut gesinnter Kandidat vorne. Hier geht es allerdings noch in die Stichwahl. Ferner haben es Bolsonaros ehemaliger Gesundheitsminister Eduardo Pazuello, der wegen dem Umgang mit der Corona-Pandemie sehr stark in der Kritik stand, und Ricardo Salles, der Umweltminister unter dem aktuellen Präsidenten war, in dessen Amtszeit, die Abholzung des Regenwaldes so stark wie lange nicht vorangeschritten ist, ins Abgeordnetenhaus geschafft. Mit Guilherme Boulos und der farbigen Transfrau Erika Hilton schafften es allerdings auch zwei für die brasilianische Linke in die Abgeordnetenkammer. Am Rande zu erwähnen sei noch der Teilerfolg, der häufig benachteiligten Indigenen Bevölkerung Brasiliens, mit den Kandidatinnen Sonia Guajajara und Célia Nunes Correa in den brasilianischen Kongress. In den kommenden Wochen wird der Fokus nun also weiterhin auf Lula und Bolsonaro liegen. Daher noch ein ganz kurzer Überblick über einige wichtige Punkte der beiden Wahlprogramme. Bolsonaro will der steigenden Armut weiter entgegenwirken und bedürftige Familien mit monatlich 113 Dollar unterstützen. Dies würde eine Verlängerung der bereits bestehenden befristeten Maßnahme zur Abfederung der Auswirkungen der Pandemie darstellen. Des Weiteren seien die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen vorgesehen, die mit der Beseitigung von bürokratischen Beschränkungen, Steuersenkungen und Investitionen in Technologie aufgebaut werden sollen. Auch Umweltverbrechen will der Politiker der PL aggressiver bekämpfen, gleichzeitig stellte er aber auch Daten in Frage, die eine deutliche Zunahme der gestiegenen Abholzung während seiner Amtszeit belegen. In Lulas Wahlprogramm sieht man ebenfalls eine vorgesehene Unterstützung bedürftiger Menschen in Form von monatlichen Gutscheinen in Höhe von 113 Dollar. Er will zudem die Steuern für die Reichen erhöhen und den Mindestlohn an die Inflation anpassen. Es ist die Wiederbelebung des Wohnungsbauprogramms für Arme vorgesehen und Lula gab das Versprechen für die Gewährleistung der Ernährung für die Hungernden. Auch gegen Umweltverbrechen von Milizen, Landbesetzern, Holzfällern und anderen will er vorgehen. Beide Kandidaten werden jetzt alle Kräfte zusammennehmen müssen und versuchen die Wähler:innen für sich zu gewinnen um am Ende diesen Monats als Sieger dastehen zu können und das Land für die nächsten vier Jahre in die gegenwärtig noch ungewisse Zukunft führen zu können. (Bildquelle: peoplesdispatch)
Las Posadas sin Fronteras - Rituale an der Grenze zwischen Mexiko und den USA

Der Friendship Park bzw. Parque de la Amsitad, der sowohl zu einem Teil an der kalifornischen Pazifikküste, als auch zu einem Teil in Tijuana gelegen ist, gilt schon seit vielen Jahren als ein Ort der Hoffnung. Seit dem Ende des Krieges zwischen den USA und Mexiko dient dieser Park als Versammlungsort und Treffpunkt für ...
Padura, Leonardo: Wie Staub im Wind

In den 1980er Jahren trifft sich in Havanna ein Kreis befreundeter Studenten, genannt Der Clan. Sie diskutieren über Gott und die Welt, über Bücher, besonders die offiziell unerwünschten, und genießen die sinnlichen Freuden. Das akademische Milieu sowie die sexuelle Freizügigkeit erinnern an ...
Archäologie in der Mojos-Ebene Boliviens – Die Fernerkundungsmethode LiDAR eröffnet beeindruckende neue Dimensionen präkolumbischer Kulturen im Amazonasgebiet

Die Mojos-Ebene im Norden des Tieflands Boliviens erstreckt sich über reichlich einhunderttausend Quadratkilometer. Das Savannengebiet ist geprägt von saisonalen Überschwemmungen und dementsprechend nährstoffarmen Böden und gilt daher ganz und gar nicht als idealer Ort ...
Mexiko: Wirtschaftsbeziehungen zu den USA mit Herzlichkeit und Verständnis
Um die „Chancen beider Länder“ für eine nachhaltige Energiezukunft hervorzuheben, wurde die lange Liste der Meinungsverschiedenheiten beim 2. Treffen in diesem Jahr des Wirtschaftsdialogs auf hoher Ebene von vornherein bewusst außen vor gelassen. Das Gespräch zwischen Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador und US-Außenminister Antony Blinken in Mexiko-Stadt verlief produktiv und freundlich, wie von mexikanischer Seite verlautete. Man sprach dem Vernehmen nach nur am Rande über die Energie, d.h. über die von den USA und Kanada abgelehnte Absicht Mexikos, die Rolle staatlicher zulasten privater Energieversorger zu stärken und so Energiesouveränität zu erlangen. Und der anhaltende Unmut der USA über das Fernbleiben des mexikanischen Präsidenten beim Gipfel der Amerikas aus Protest gegen die Ausladung von Venezuela, Kuba und Nicaragua spielte ebenso wenig eine Rolle wie seine Unterstützung für die Freilassung von Julian Assange; López Obrador hat diesen sogar zum diesjährigen „El Grito“, dem mexikanischen Nationalfeiertag, eingeladen. Der Wirtschaftsdialog konzentrierte sich stattdessen auf die Produktion von Halbleitern, sauberer Energie und Elektroautos sowie sicheres Internet. Bliken lud Mexiko ein, sich dem Plan der USA zur Herstellung von Halbleitern und zur Förderung der Elektromobilität anzuschließen. Man wolle die Volkswirtschaften integrieren, um Nordamerika zur wettbewerbsfähigsten Region der Welt auszubauen. Damit, so Bliken, solle der Einfluss Chinas zurückgedrängt werden. López Obrador informierte Bliken seinerseits über den Sonora-Plan, der die nationale Ausbeutung von Lithium und sauberer Energie in Sonora vorsieht, die, wie die Dinge bisher stehen, zusammen mit einem chinesischen Konsortium erfolgen. Weitere Gesprächsthemen bei dem Treffen auf hoher Ebene waren der Sicherheitsdialog im Oktober in Washington und der Gipfel der nordamerikanischen Staats- und Regierungschefs gesprochen haben, der voraussichtlich im Dezember in Mexiko stattfinden wird. (Bild: Quetzal-Redaktion_gelher)
Cidade de deus – Einblick in die gewaltigen Schattenseiten Brasiliens

„So eine große Kinoleinwand hatte ich noch nie gesehen. Wir sahen ganz viele Ferraris, jede Menge Ferraris. Das kannte ich nicht, mir blieb die Spucke weg. Und als ich zurückkam, regnete es. Ich lag im Bett, in einem Etagenbett. Meine Mutter unten, ich oben, meine Schwester auf dem Boden. Ich lag da und da kommt dieser Tropfen ...
Chile: Verfassungsentwurf abgelehnt
In einer Volksabstimmung, die am 4. September in Chile stattfand, stimmte eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent gegen den Entwurf einer neuen Verfassung. Von den 15 Millionen Wahlberechtigten gaben mehr als 13 Millionen – das entspricht etwa 80 Prozent der Wahlbevölkerung – ihr Votum ab. Der Ausgang des Referendums stellt eine herbe Niederlage für die chilenische Linke dar, die zahlreiche fortschrittliche Bestimmungen im Entwurf durchsetzen konnte. Dieser sah neben dem Recht auf Wohnraum, Gesundheit, Wasser und Bildung auch das Selbstbestimmungsrecht für die indigenen Völker des Landes vor. Alle staatlichen Behörden sollten zur Hälfte von Frauen besetzt werden. Als Gründe der Ablehnung werden vor allem die intensive Medienkampagne der gut organisierten Gegner des neuen Verfassungstextes und die von ihnen geschürte Angst genannt. Beobachter weisen außerdem daraufhin, dass wegen der Wahlpflicht zahlreiche Menschen erstmalig ihre Stimme abgegeben haben, die apolitisch eingestellt sind. Dies habe den zahlreichen Manipulationsversuchen der Rechten eine günstige Angriffsfläche geboten. Der Ausgang des Referendums zeigt, wie schwer die Vergangenheit auf Chile lastet. So stammt die alte Verfassung noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur und die Dominanz des Neoliberalismus mit all seinen ökonomischen und sozialen Verwerfungen prägt seit fast 50 Jahren das Leben der chilenischen Bevölkerung. Die Gegner der neuen Verfassung konnten an den tief verwurzelten Rassismus gegenüber den indigenen Völkern des Landes und die immer noch weit verbreitete Frauenfeindlichkeit anknüpfen, um die Angst vor progressiven Veränderungen zu schüren. Wie es nun weiter geht, muss sich erst noch klären. Einerseits ist es wenig wahrscheinlich, dass die alte Verfassung einfach unverändert fortbesteht. Selbst die Rechte ist sich darüber im Klaren, dass dies nicht möglich ist. Andererseits ist die bisher erarbeitete Fassung einer neuen Verfassung erst einmal vom Tisch. Der Ausweg könnte darin bestehen, eine zweite Neufassung zu entwerfen, wobei das entsprechende Procedere erst noch ausgehandelt werden muss. Der Sieg der Rechten vom 4. September lässt diese auf eine deutlich gemäßigte Version der neuen Verfassung hoffen. In dieser Situation ist die Linke gefordert, sich neu aufzustellen und ihre Kräfte zu bündeln, um wieder in die Offensive zu kommen. Noch ist offen, welchen Ausgang der Kampf um die Neugestaltung Chiles nehmen wird. Die Verfassung ist dabei zwar ein zentrales Feld, aber kein isoliertes. Die Probleme, die die sozialen Proteste von 2019 hervorgerufen und zum Verfassungsprozess geführt haben, bestehen nach wie vor. Grund genug, ihre Lösung in einem neuerlichen Anlauf in Angriff zu nehmen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_Ximena-Galleguillos)
Guerrero, Mexiko – der Fall der 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa

Die Wahrheitskommission der gegenwärtigen mexikanischen Regierung, die den Fall der 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa untersucht, hat am Donnerstag, den 18. August 2022, die aktuellen Zwischenergebnisse auf einer Pressekonferenz veröffentlicht, die von Alejandro Encinas Rodriguez, Beauftragter für Menschenrechte und zuständig für die ...
Zum bevorstehenden Verfassungs-Volksentscheid in Chile – Interview mit Claudia Vera und José Horacio Wood, Fundación ANIDE

Alle, die Superlative mögen, können bei diesem historischen Projekt aus dem Vollen schöpfen: Noch nie in der Geschichte haben sich irgendwo auf der Welt so viele Menschen an der Erarbeitung eines Verfassungsentwurfs beteiligt wie zuletzt in Chile: Zunächst über Monate hinweg in Hunderten von Bürgerversammlungen – Cabildos – auf Stadtteil- und Dorfebene, dann im Mai 2021 ...
Feldforschung – Abenteuer zwischen Adrenalin und Erschöpfung Teil 3: Honduras (2007 und 2016)

Mehr als ein Dutzend Feldforschungsreisen führte mich zwischen 1991 und 2016 nach Süd- und Zentralamerika. Ihre Ergebnisse gingen in wissenschaftliche Publikationen ein. Doch Feldforschung hat auch immer eine emotionale Seite und zieht Reflexionen nach sich, die über Wissenschaft weit hinausgehen. Oft habe ich gedacht, wie schön es doch wäre, auch ...