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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

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Feldforschung – Abenteuer zwischen Adrenalin und Erschöpfung Teil 3: Honduras (2007 und 2016)

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Mehr als ein Dutzend Feldforschungsreisen führte mich zwischen 1991 und 2016 nach Süd- und Zentralamerika. Ihre Ergebnisse gingen in wissenschaftliche Publikationen ein. Doch Feldforschung hat auch immer eine emotionale Seite und zieht Reflexionen nach sich, die über Wissenschaft weit hinausgehen. Oft habe ich gedacht, wie schön es doch wäre, auch ...

Lateinamerika: Nach wie vor Region mit der größten Gewalt

Noticias_Lateinamerika_Gewalt gegen Frauen_Bild_Quetzal-Redaktion_mcenizaIn den meisten Ländern Lateinamerikas hat die Gewalt weiter zugenommen. Im zweiten Jahr in Folge steht Jamaika – gemessen an der Bevölkerung – in der weltweiten Liste der Ermordeten an der Spitze. 2021 betrug die Rate 49,4 je 100.000 Einwohner. Auf den folgenden Plätzen liegen Venezuela (40,9), Honduras (38,6), Trinidad und Tobago (32), Belize (29), Kolumbien (26,8), Mexiko (26), Puerto Rico (19,3), Brasilien (18,5), El Salvador (17,6) und Guatemala (16,6). Die niedrigsten Mordraten weisen Nicaragua (5,7), Peru (4,3) und Chile (3,6) auf. Von Bolivien und Argentinien liegen keine entsprechenden Angaben vor. Auch das Ranking der 50 gewalttätigsten Städte der Welt – alle mit mehr als 30 Mordopfern je 100.000 Einwohner – wurde 2021 klar von Lateinamerika dominiert. Allein 39 von liegen in der Region: 18 in Mexiko, 11 in Brasilien, vier in Kolumbien und zwei in Honduras. Außerdem zählen die Hauptstädte von Haiti, Jamaika und Puerto Rico sowie die ecuadorianische Hafenstadt Guayaquil zu dieser Gruppe. In Mexiko liegen nicht nur die meisten dieser Städte, sondern auch jene acht mit der höchsten Mordrate. Ihnen folgen St. Louis (USA), Kingston (Jamaika) und Kapstadt (Südafrika) auf den Plätzen 9 bis 11. Zu den 50 gewalttätigsten Städten der Welt gehören neben sieben US-Städten auch vier in Südafrika, das 2020 auf eine Mordrate von 33 kam. In Mexiko entfiel die Hälfte der mehr als 33.000 Mordopfer des Jahres 2021 auf sechs Bundesstaaten. Die Zahl der Frauen, die in Mexiko wegen ihres Geschlechts ermordet wurden, schnellte von 427 (2015) auf 1.004 im vergangenen Jahr empor. Besorgniserregend ist ebenfalls die hohe Zahl der Verschwundenen, die 9.473 Menschen umfasst. Alles in allem bildet der südliche Nachbar der USA damit das Epizentrum der Gewalt in Lateinamerika. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_mceniza)

Ich habe viel gearbeitet – Zum 95. Geburtstag von Joan Jara

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95 Jahre sind wahrlich ein gesegnetes Alter, fast ein Jahrhundert gelebte Lebenszeit. Heute, am 20 Juli, wird Joan Jara 95 Jahre alt. Befragt, ob sie denn mit ihrer Karriere zufrieden sei, antwortete sie sie zustimmend; das war im letzten Jahr. „Ich habe viel gearbeitet. (…) Ich habe dazu beigetragen, dass hier eine Bewegung von vielen Menschen ...

Paraguay: Einweihung neuer Wasserleitungen im Chaco und die Beteiligung indigener Frauen am Projekt

Noticias_Paraguay_Chaco_Bild_wiki_ccAm Mittwoch, dem 13.07.2022, fand in Asunción im Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (Ministerio de Obras Públicas y Comunicaciones - MOPC) eine Konferenz bezüglich der Beteiligung indigener Frauen am „Aquäduktprojekt“ und der sich daraus ergebenden Lektionen statt. Darin wurden die Hauptakteure anerkannt und die gesellschaftliche Komponente des Projekts ausgewertet. Speziell eingeladen wurden Anführer:innen mehrerer indigener Gruppen sowie der Vizeminister für Wasser und Abwasser der indigenen Gemeinden der Region Chaco. Während des Projekts sei es durch dessen soziale Komponente, den indigenen Gemeinschaften möglich gewesen, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Dies geschah in einer im Vorhinein angekündigte und freien Konsultation, wodurch das Vorhaben von ihnen aktiv mitgestaltet werden konnte. Es wurde vor allem darauf abgezielt, innerhalb der kommunalen Sanitärvorstände eine wirksame Beteiligung von Frauen zu erlangen. In diesem Zusammenhang wurde besonders die zentrale Rolle der indigenen Frauen gewürdigt und die Arbeit, die diese seit jeher geleistet haben, um die Wasserversorgung für ihre Familien sicherzustellen. Seit gut einem Monat wird vielen Bewohnern der nordwestlichen Region Paraguays diese Arbeit erleichtert. Am 13.06.2022 weihte der Präsident Paraguays, Mario Abdó Benítez, die Wasserleitung zwischen Chaco Central und Mariscal Estigarribia ein. Mit einem Wasserspeicher von 1.000 Kubikmetern Fassungsvermögen, 82 km Zuleitungen und Trinkwassersystemen können nun circa 10.000 Personen von ihrem Recht auf Zugang zu sauberen Wasser Gebrauch machen. Finanziert durch den Kooperationsfond für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung vom AICD (Ministerio de Asuntos Exteriores, Unión Europea y Cooperación) und in Kooperation mit der Interamerikanischen Entwicklungsbank (Banco Interamericano de Desarrollo), dem MOPC und dem Gesundheitsministerium verfolgt der Staat zwei Programme im Nordwesten (Chaco) und im Osten des Landes zum Ausbau sanitärer Anlagen und zur Sicherung des Wasserzugangs in indigenen, kleinstädtischen und ländlichen Gemeinden. Mit der Spende von 71,3 Millionen Euro wurden bereits über 200 Wasser- und Abwasseranlagen in ländlichen Gebieten und 39 Anlagen in indigenen Gemeinschaften installiert, wodurch bisher mehr als 170.000 Menschen Zugang zur Wasserversorgung erhielten. (Bildquelle: wiki_cc)

Die einen kämpfen und studieren an der Universität, die anderen korrumpieren

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In Ecuador haben die universitären Führungskräfte einen ideologischen, akademischen und autonomen Standpunkt. In Bolivien ruhen sich die alten Autoritäten seit zwanzig Jahren auf ihren Lorbeeren aus und bekommen ihren Willen durch wachsende Korruption ...

Argentinien: Ofizieller Auftakt für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken

Noticias_Argentinien_Bild_gobierno_santa_fe_prensaGestern wurde das erste Forschungs- und Entwicklungszentrum für medizinisches Cannabis (Centro de Investigación y Desarrollo de Cannabis Medicinal – CIDCAM) in der Kleinstadt Monte Vera in der Provinz Santa Fe, 480 km nördlich von Buenos Aires, eingeweiht. Auf der Veranstaltung, wo die ersten Pflanzen dem Publikum vorgestellt wurden, wurde der Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken offiziell eingeführt. Nach Angaben der Provinzbehörden werden diese Pflanzen die Durchführung von Voruntersuchungen ermöglichen, um die Produktion zu entwickeln. Das vom CIDCAM durchgeführte Projekt ist das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit des Produktionsministeriums der Provinz Santa Fe, des Industriellen Pharmazeutischen Labors (LIF) und des Nationalen Instituts für landwirtschaftliche Technologie (INTA) sowie sozialer Organisationen. Die Initiative wurde durch die Entkriminalisierung des Marihuanakonsums ermöglicht. Die Verordnung, die 2017 vom argentinischen Parlament verabschiedet wurde, regelt die medizinische Verwendung von Cannabis und seiner Derivate. Neben Uruguay, dem ersten Land, das bereits 2013 den Verkauf und den (Freizeit-)Konsum von Cannabis legalisiert hat, gibt es zehn lateinamerikanische Länder, in denen die medizinische Verwendung von Cannabis legal ist. Das brandneue Forschungszentrum will bewährte Praktiken und lokales Wissen miteinander verbinden und Standards für diejenigen aufstellen, die Cannabisproduzenten werden wollen. Mit dieser Maßnahme soll einerseits ein legaler, sicherer und gesunder Zugang zu Cannabis gewährleistet und andererseits den wachsenden illegalen Drogenhandelsnetzen in der Küstenprovinz ein Riegel vorgeschoben werden. (Bildquelle: gobierno_santa_fe_prensa)

Der Spanisch-Amerikanische Krieg von 1898 – Ein dreifacher Kristallisationspunkt im American Empire-building

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Auf ihrem jüngsten Treffen in Madrid im Juni 2022 hat die NATO unter Federführung Washingtons ein neues Strategiekonzept verkündet, in dem Russland als größte Bedrohung definiert und China als Herausforderer der „wertebasierten Ordnung“ ins Visier genommen wird. Damit ist auch für den letzten Zweifler klar, dass die Weltpolitik in eine Ära ...

Argentinien: Batakis wird neue Wirtschaftsministerin in Argentinien – Gratwanderung für Präsident Fernández

Noticias_Argentinien_Bild_Quetzal-Redaktion_gcSeit gestern übernimmt Silvina Batakis die Verantwortung des Amtes der Wirtschaftsministerin von Argentinien. Sie war zwischen 2011 und 2015 Finanzministerin der Provinz Buenos Aires und übte bis letzte Woche das Amt einer Provinzsekretärin im Innenministerium aus. Batakis tritt nun an die Stelle Martín Guzmáns, der letzten Samstag von dem Amt zurückgetreten war. In seinem Rücktrittsschreiben kritisierte er unter anderem die fehlende Kontrolle über die Wirtschaftsverwaltung, wodurch ihm im Kampf gegen die Inflation ein äußerst wichtiges Instrument fehle, die für 2022 auf 70 % prognostiziert wird. Zudem stieg in letzter Zeit auch die Kritik an Guzmán von Seiten der ehemaligen Präsidentin und aktuellen Vizepräsidentin Cristina Fernández de Kirchner, die zwischen 2007 und 2015 das Amt der Präsidentin Argentiniens bekleidete. Sie geht davon aus, dass die mit den Fonds vereinbarten Defizitbeschränkungen und Devisen zu einer schweren Niederlage des Peronismus bei den Parlamentswahlen im Oktober führen könnten. Somit distanzierte sie sich bereits im Voraus von ihrer Regierung und Präsident Alberto Fernández. Zwischen beiden gibt es bereits seit einiger Zeit Differenzen. Die Verhandlungen zur Wahl von Guzmáns Nachfolger:in nahmen den größten Teil des Samstags und den ganzen Sonntag in Anspruch. Dabei stellte sich die Frage, ob Fernández nur Guzmáns Posten allein ersetzten würde oder sogar eine tief greifende Reform seines Kabinetts durchzuführen um seiner Regierung Auftrieb zu geben und somit auch gleichzeitig mit Kirchner abzurechnen. Neben Batakis gab es auch Spekulationen um den Vorsitzenden des Unterhauses (Cámara de Diputados) Sergio Massa. Letztendlich entschied sich Präsident Fernández nun aber dafür, die frei gewordene Position mit einer Person ohne großes politisches Eigengewicht zu besetzen und strukturelle Veränderungen auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben. Insgesamt war es jedoch eine Gratwanderung für den argentinischen Präsidenten, der bereits stark in der Kritik steht und gezwungen war, nach politischen Überlebensstrategien zu suchen, um sich bis zum Ende seiner Amtszeit im Dezember 2023 halten zu können. Mit einer Wiederwahl dürfte Fernández nun aber endgültig nicht mehr rechnen, da ihn der Weggang von Guzmán ins Abseits stellt und seine Einschränkungen in der Ausführung seiner Führungsrolle deutlich gemacht hat. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc)

Machtlos an der Macht? – Eine schier endlose Debatte

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Während in Bolivien mehrere Medien immerfort einen bevorstehenden Wandel des Kabinetts und der Regierung voraussagen und verschiedene soziale Gruppen ihre Teilhabe dabei einfordern, tritt in Chile der linksgerichtete Präsident Gabriel Boric seine Amtszeit in einer lateinamerikanischen Regierung an, deren Ministeriumsposten mehrheitlich mit Frauen ...

Ecuador: Verhandlungen zwischen Regierung und indigenen Organisationen nach einem Tag abgebrochen

Noticias_Ecuador_Bild_Quetzal-Redaktion_gcVorgestern, am Tag 15 der von indigenen Organisationen ausgerufenen landesweiten Streiks, trafen sich Vertreter dreier indigener Organisation – CONAIE (Konföderation der indigenen Nationalitäten Ecuadors), FEINE (Rat der evangelischen indigenen Völker und Organisationen Ecuadors) und FENOCIN (Konföderation der Bauern-, Indigenen- und Schwarzenorganisationen) mit Regierungsvertretern zu ersten Verhandlungen, um eine Vereinbarung zur Beendigung des Streiks zu schließen. Die Proteste, ausgelöst von den Preissteigerungen, vor allem für Treibstoff, finden ihren Ausdruck in Demonstrationen und Straßenblockaden, die Teile des Landes zeitweise lahm legen. Menschenrechtsvertreter sprechen von einem Gewaltmissbrauch der Regierung im Zusammenhang mit den Protesten vor; fünf Streikende wurden bisher getötet und mehr als 100 verletzt. Die CONAIE legte einen Katalog mit zehn Forderungen vor und kündigte an, den Ausstand so lange weiterzuführen, bis die Regierung die Forderungen erfüllt. Diese verlangen u.a. eine Senkung der Spritpreise, ein Schuldenmoratorium, und ein Moratorium der Ausweitung des Bergbaus sowie die Verbesserung von Gesundheitsversorgung und Bildung für die indigene Bevölkerung. Die gestrigen Gespräche konzentrierten sich schlussendlich auf zwei wichtige Punkte: die Senkung der Kraftstoffpreise und die Aufgabe der Dekrete 95 und 151. Diese Dekrete ziele die Kritikern zufolge letztlich auf die Erleichterung der Konzessionsvergabe für die Erdölförderung und den Bergbau ab und bevorzugen in hohem Maße die Unternehmen. Die Regierung hatte gestern Abend vorgeschlagen, das Dekret 95 aufzuheben und Nr. 151 zu modifizieren. Letzteres wurde von den Vertretern der Indigenen abgelehnt. Doch einigte man sich darauf, die Gespräche heute fortzusetzen. Dazu kam es dann nicht mehr; die VertreterInnen der Indigenen erschienen am Verhandlungsort, nicht aber die der Regierung. Am Morgen hatte es in Shushufindi im Nordosten des Landes einen Angriff von mit Schrotgewehren und Speeren bewaffneten Dorfbewohnern auf einen von Militärs geleiteten Treibstoffkonvoi gegeben, bei dem ein Soldat starb und zehn verletzt wurden. Präsident Lasso erklärte die Beendigung der Gespräche und betonte, er werde sich nicht wieder mit Leonidas Iza, Präsident von CONAIE, an einen Tisch setzen. Dieser forderte seinerseits eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle in Shushufindi und die Fortsetzung der Gespräche. Virgilio Saquicela, Präsident der Nationalversammlung, teilte mit, die Nationalversammlung werde heute den Tod des Soldaten im Amazonasgebiet untersuchen und er sei zuversichtlich, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, wenn möglich noch heute Abend. (Bilquelle: Quetzal-Redaktion_gc)