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Lateinamerika: Entwaldung nach wie vor erschreckend hoch

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Lesedauer: 3 Minuten

Noticias_Lateinamerika_Bild_Quetzal-Redaktion_solebIm Januar 2022 war die entwaldete Fläche in Brasilien fünfmal größer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit 430 km² umfasst sie ein Gebiet, das mehr als sieben Mal größer ist als Manhattan/ New York. Damit werden die Greenwashing-Kampagnen der Regierung Bolsonaro ad absurdum geführt, zu deren ersten Maßnahmen die Aufweichung des gesetzlichen Schutzes der Waldgebiete Brasiliens gehört hatte. Der WWF schätzt, dass allein die Waldbrände im Amazonasgebiet für 1,1 Prozent der globalen Kohlendioxid-Emissionen des Jahres 2019 verantwortlich sind, was 80 Prozent der brasilianischen Emissionen entspricht. Mit 12,2 Prozent Anteil an den globalen Waldgebieten ist Brasilien nach Russland (20,1 Prozent) das Land mit der größten Waldfläche, gefolgt von der DR Kongo (8,5 Prozent, den USA (7,6 Prozent) und China (5,4 Prozent). Der Schutz und Erhalt des Waldes bildet einen entscheidenden Pfeiler im Kampf gegen den Klimawandel. Vorangetrieben wird die Entwaldung in Brasilien wie auch in andern lateinamerikanischen Staaten vor allem durch die rapide Ausweitung der Viehzucht, des Sojaanbaus und der Palmölproduktion. Dementsprechend hoch sind die Entwaldungsraten in den Ländern, in denen diese Varianten der kommerziellen Landwirtschaft zu den wichtigsten Exportsektoren gehören. So verlor Brasilien im Zeitraum von 1990 bis 2020 15,7 Prozent seiner Waldfläche. Ähnlich hoch lagen sie in den Nachbarländern Argentinien (minus 18,8 Prozent) und Bolivien (minus 12,1 Prozent). Spitzenreiter ist Paraguay mit minus 37 Prozent. In Lateinamerika (ohne Karibik) weisen nur Uruguay (plus 154,5 Prozent), Chile (plus 19,5 Prozent) und Costa Rica (plus 4,4 Prozent) eine positive Bilanz auf. Auch die Inseln der Großen Antillen haben ihre Waldfläche ausweiten können. An der Spitze liegt Kuba mit plus 57,5 Prozent, gefolgt von Puerto Rico (plus 55 Prozent), der Dominikanischen Republik (plus 34,4 Prozent) und Jamaika (plus 14,6 Prozent). Mit Ausnahme Costa Ricas haben die Länder Zentralamerikas zum Teil große Waldverluste zu verzeichnen, wobei Nicaragua (minus 46,7 Prozent) und Guatemala (minus 26,2 Prozent) die Negativbilanz anführen (weitere Angaben im globalen Vergleich). An der weiter voranschreitenden Entwaldung haben multinationale Konzerne einen maßgeblichen Anteil. Von den 13 Unternehmen, die dabei eine führende Position einnehmen, kommen sieben aus den USA: Cargill (Platz 1), BlackRock (Platz 2), Walmart (Platz 4), Starbucks (Platz 9), McDonald’s (Platz 10), Yum! Brands (Platz 11) sowie Procter & Gamble (Platz 12). Drei sind asiatische Unternehmen: Wilmar International Ltd., einer der führenden Agrarkonzerne Asiens mit Sitz in Singapur (Platz 3), die Korindo Group PT aus Indonesien, die vor allem im Holz- und Ölpalmgeschäft tätig ist (Platz 7) sowie die Yakult Honsha Co. Ltd aus Japan, zu deren wichtigsten Geschäftsfeldern Pharmazie und Kosmetik gehören (Platz 8). Zwei europäische Unternehmen – IKEA und Ahold Delhaize – belegen die Plätze 6 bzw. 13. Der brasilianische Konzern JBS, einer der größten Fleischproduzenten der Welt, liegt auf Rang 5 (weitere Informationen). (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_soleb)

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