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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

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Alén Rodríguez, Olavo/ Weber, Gudrun: Zwischen Kuba und Deutschland – Leben und Wirken der kubanischen Musikerfamilie Jiménez

Rezension_Alén-Rodríguez_Weber_Zwischen-Kuba-und-Deutschland

Wie der Titel schon verrät, setzt sich das Buch mit der Geschichte einer kubanischen Musikerfamilie auseinander, deren akribische Rekonstruktion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf der Karibikinsel beginnt und ca. am Ende des Zweiten Weltkrieges in New York endet. Der Band wurde von Olavo Alén Rodríguez und Gudrun Weber in ...

Mexiko/Kolumbien: Im Nachlass von Gabriel García Márquez weitere Briefe entdeckt

Gabriel_Garcia_Marquez_Bild_wiki_cc„Passend“ zum 40jährigen Jubiläum der Verleihung des Literatur-Nobelpreises an ihren Vater bzw. Großvater, haben Gabriel García Márquez‘ Nachkommen 150 bislang unbekannte Briefe an ihren berühmten Vorfahren gefunden. Sie befanden sich in einer Plastikschachtel in einem Schrank, in dem lediglich Fotos vermutet wurden. Dabei war man doch davon überzeugt gewesen, dass sich der Nachlass des berühmten Vaters und Großvaters – längst und in Gänze – im Harry Ranson Center der Universität Texas in Austin befindet. Die neu entdeckten Briefe stammen aus der Zeit zwischen 1972 und 2013. Seit dem 16. Juni 2022 (und noch bis August des Jahres) werden sie nun nicht mehr nur im letzten Wohnhaus von Gabo, heute Casa de la Literatura Gabriel García Márquez, ausgestellt, sondern auch im Museo de Arte Moderno der mexikanischen Hauptstadt. Die Absender der Briefe an den Schriftsteller sind illuster: Pablo Neruda war einer der ersten. Zur Verleihung des Nobelpreises gratulierten ihm dann Bill und Hillary Clinton, der Schauspieler Robert Redford, die mexikanischen Expräsidenten Ernesto Zedillo und Enrique Peña Nieto, der Schriftsteller Carlos Fuentes, Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan wie auch Ex-Premier Israels Simon Peres. Besonders vertraut klingen die Beziehungen zwischen Absender und Adressat in den Briefen von Fidel Castro (1987) oder Subcomandante Marcos aus den Bergen in Chiapas (1994): Ersterer bittet Gabo um einen Prolog für sein Interview mit dem italienischen Journalisten Gianni Miná, letzterer um dessen Besuch bei den Zapatisten, beide mit sehr viel Respekt für mögliche Zeitprobleme des Schriftstellers. Nachdem dann, 1999, bei García Márquez Lymphdrüsenkrebs festgestellt wurde, boten insbesondere ihm Filmregisseur Woody Allen und der Photograph Richard Avedón jegliche Unterstützung an. Anders als der Hauptheld eines seiner ersten Romane, dem 1957 erschienenen „Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt“, hatte Gabo also stets und bis zuletzt jemanden, der ihm schrieb. Gewiss, dieser Vergleich hinkt ein wenig, denn nur der Oberst aus dem Buch wartete ja auf einen ganz bestimmten Brief – den mit seinem Pensionsbescheid. (Bildquelle: wiki_cc)

Versos existencialistas (A la manera de poema sinfónico en dos movimientos) [Teil II]

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Continuidad y/o discontinuidad:/ continuidad del discontinuo dual,/ discontinuidad del continuo dual,/ realidad de la discontinuidad/ e irrealidad de la continuidad./ Continuidad y/o discontinuidad/ cuánticas de mundos paralelos/ en los recónditos de la mente:/ la demencia o enfermedad de Alzheimer/ no es una pérdida de la mente,/ es un devenir en realidades/ muy diferentes a la realidad ...

Lateinamerika: Nach dem Amerika-Gipfel

Noticias_Lateinamerika_Bild_Quetzal-Redaktion_gcAm 10. Juni wurde in Los Angeles der IX. Amerika-Gipfel mit der Unterzeichnung einer Deklaration zum Thema Migration beendet. Das Treffen bot bereits im Vorfeld ein Bild der Zerrissenheit. So wurde der Ausschluss von Kuba, Nicaragua und Venezuela, der auf Druck der USA erfolgt war, von zahlreichen Vertretern lateinamerikanischer und karibischer Staaten hart kritisiert. 23 von 31 Staaten wurden durch ihre Staats- und Regierungschefs vertreten, die übrigen – darunter Mexiko, Bolivien und Honduras – hatten lediglich ihre Außenminister oder die Inhaber anderer Ressorts entsandt. Auch die Erklärung zur Migration, die US-Präsident Joe Biden wegen der bevorstehenden Zwischenwahlen zum Kongress besonders am Herzen lag, wurde nur von 20 Staaten unterzeichnet. Neben Bolivien hatten zehn karibische Länder, darunter Guyana, Surinam und die Dominikanische Republik, die Unterschrift verweigert. Besonders makaber mutet der Umstand an, dass ein großer Teil der Migranten aus den drei ausgeschlossenen Länder kommt. Während im Falle Venezuelas von einer Zahl von ca. sechs Millionen ausgegangen wird, entfallen allein mehr als 1,7 Millionen auf Kuba und ca. 700.000 auf Nicaragua (Stand von 2020). Von den mehr als 58 Millionen Migranten, die 2020 in den Nordamerika (USA und Kanada) lebten, kamen etwa 25 Millionen aus Lateinamerika und Karibik, was etwa 43 Prozent der migrantischen Bevölkerung entspricht. Davon kommen etwa 10,9 Millionen aus Mexiko, 4,5 Millionen aus Zentralamerika und etwa 6 Millionen aus der Karibik . Nach Angaben vom April diesen Jahres versuchen täglich 7.500 Menschen, die US-Grenze illegal zu überqueren, wobei neben den bereits genannten drei Ländern vor allem Flüchtlinge aus dem nördlichen Dreieck Zentralamerikas (Honduras, Guatemala und El Salvador) und Haiti ins Gewicht fallen. Auf dem Weg von Südamerika und der Karibik in die USA bildet der Darién, das unwegsame Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Panama, die einzige Landverbindung. Allein im Zeitraum von Januar bis September 2021 durchquerten mehr als 91.000 Flüchtlinge illegal die gefährliche Landenge, davon etwa 62 Prozent aus Haiti. Dort hatten bis 2020 insgesamt 1,8 Millionen Menschen ihr Heimatland verlassen. Im medialen Rückblick wird der Amerika-Gipfel mehrheitlich als schwere Schlappe für Joe Biden und als Zeichen des schwindenden Einflusses der USA in der Region gewertet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc)

Chile: Der neue Verfassungsentwurf hinsichtlich des Konflikts zwischen Staat und den Mapuche

Noticias_Chile_Ex_Congreso_Nacional_Bild_wiki_ccWährend in Chile an einem neuen Verfassungsentwurf gearbeitet wird, vertieft sich der Konflikt zwischen den Mapuche und dem chilenischen Staat. Aufgrund von steigender Gewalt verhängte die Regierung Chiles Mitte Mai den Ausnahmezustand in der Region Araucanía und das trotz der Versprechen des Wahlkampfes, das Gebiet zu entmilitarisieren. Die Konfliktparteien können sich weiterhin nicht einigen und das Verhältnis verschlechtert sich zunehmend. In einem Interview mit El País drückt der Mapuche-Verfassungsrechtler Salvador Millaleo die Hoffnung für eine mögliche Lösung des Konflikts, durch die Erlassung der neuen Verfassung, aus. Diese könne den nötigen strukturellen Wandel hervorbringen. Er betont, dass man die Anliegen der Indigenen in dem Verfassungsentwurf würdige. Seit dem 16. Mai liegt der Entwurf der neuen chilenischen Verfassung vor. Darin wird die Diversität der chilenischen Bevölkerung anerkannt. Im interkulturellen und plurinationalen chilenischen Staat werden demnach die indigenen Völker Chiles als Nationen und deren Sprachen als offizielle Sprachen anerkannt. Die indigene Bevölkerung erhält sowohl das Recht auf Land und Ressourcen als auch auf Selbstverwaltung und Autonomie. Darüber hinaus ist die Anerkennung des historischen Prozesses der Enteignung festgeschrieben und die Rückgabe des Landes wird als präferierte Lösung vorgeschlagen. Weiterhin wird Chile in diesem Entwurf als demokratischer und sozialer Rechtsstaat verankert und eine gewisse Autonomie von Regionen und Gemeinden festgelegt. Unter anderem wird neben der Regelung der nationalen Wassernutzung, bei der der Mensch den ersten und priorisierten Nutzer darstellt, der Klimawandel anerkannt und damit auch die Verantwortung entsprechend zu reagieren. Zehn Monate lang arbeiteten 154 Vertreter:innen, zu gleicher Anzahl Männer und Frauen, an der Herausarbeitung des Textes. Der Verfassungsentwurf wird derzeit von einer Kommission optimiert und gekürzt, damit der Konvent am 04. Juli das endgültige Dokument vorweisen kann. Zwei Monate später wird von der wahlberechtigten Bevölkerung Chiles entschieden, ob diese Verfassung übernommen wird oder nicht. (Bildquelle: wiki_cc)

Feldforschung – Abenteuer zwischen Adrenalin und Erschöpfung Teil 2: Guatemala (2006)

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Mehr als ein Dutzend Feldforschungsreisen führte mich zwischen 1991 und 2016 nach Süd- und Zentralamerika. Ihre Ergebnisse gingen in wissenschaftliche Publikationen ein. Doch Feldforschung hat auch immer eine emotionale Seite und zieht Reflexionen nach sich, die über ...

Argentinien: Historisches Urteil zugunsten der indigenen Völker

Noticias_Argentinien_Genozid_1924_Bild_Quetzal-Redaktion_solebIn der letzten Woche fällte die argentinische Justiz ein Urteil im Prozess um das so genannte Napalpí-Massaker von 1924 und machte den argentinischen Staat für ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Rahmen eines völkermörderischen Vorgehens“ verantwortlich. Das Urteil, das ein 2014 eröffnetes Gerichtsverfahren abschließt, stellt einen Akt der historischen Wiedergutmachung für die indigenen Völker Lateinamerikas dar, da es eine offizielle Anerkennung des vom Staat verübten Genozids ist. Die Ereignisse fanden in der Reducción Aborígen Napalpí (heute Colonia Aborígen, etwa 1300 km nördlich von Buenos Aires) in der heutigen Provinz Chaco statt, als eine Gruppe von Arbeitern und Familienangehörigen streikte, um u.a. eine gerechte Entlohnung und die Möglichkeit der freien Arbeitssuche zu fordern. Daraufhin griffen staatliche Sicherheitskräfte und paramilitarische Gruppen ein, die sich aus „geschädigten“ Großgrundbesitzern zusammensetzten, was zum Tod von zwischen 400 und 700 Angehörigen der ethnischen Gruppen der Qom und Moqoit führte. Nach überlieferten Berichten wurden die verstümmelten Leichen von den Landbesitzern als Trophäen ausgestellt. Die Mehrheit der Überlebenden wurde in den Wäldern gejagt und die Verwundeten getötet, denn man wollte vermeiden, dass es Zeugen gibt. Bei dieser Art von Reducciones handelte es sich um Gebiete, die vom Staat mit dem Ziel geschaffen worden waren, die Indigenen im Hinblick auf die Baumwollernte in einer Art Halbsklaverei eingesperrt zu halten. Auch wenn die Vorfälle damals im Parlament diskutiert wurden, endeten sie in einem Schauprozess, in dem das Gericht entschied, dass es sich um einen interethnischen Zusammenstoß gehandelt habe. Das neue Urteil verpflichtet den Staat u.a. zu einem öffentlichen Akt, in dem er sich zu seiner Verantwortung bekennt. Zudem ordnet es zweisprachigen Schulunterricht, die Errrichtung eines Gedenkortes am Ort des Geschehens, die Durchführung von Schulungen für die Sicherheitskräfte zur Achtung der Menschenrechte und die Einrichtung eines öffentlichen Archivs mit den im Prozess vorgelegten Zeugenaussagen an. Diese Maßnahmen stellen nicht nur einen Akt der Geschichtsaufarbeitung dar, sondern sollen auch der Diskriminierung entgegenwirken, unter der indigene Völker nach wie vor leiden. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_soleb)

Versos existencialistas (A la manera de poema sinfónico en dos movimientos) [Teil I]

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(La existencia tiene sus límites …)/ La existencia tiene sus límites,/ y es insignificante en resumen: / hoy se es y mañana o en un porvenir/ ya no se es más o lo que es lo mismo:/ cada vida llegada al término/ cual cualquier inexistencia total/ se integra de manera absoluta/ a la nada en la nada de nada./ Hecho real. Lógica...

Mexiko/USA: Ukrainer:innen an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze gestrandet

Noticias_Mexiko-USA_Bild_pixabay_ccDie UN (Stichtag: 13.05.2022) geht davon aus, dass seit Beginn des russischen Aggressionskrieges über 6 Millionen Flüchtlinge die Ukraine verlassen haben. Mehr als die Hälfte davon (3.272943, derselbe Stichtag) hat bislang Polen aufgenommen. In Deutschland wurden (Stichtag: 11.05.2022) 727.205 ukrainische Flüchtlinge erfasst. US-Präsident Joe Biden hat zugesagt, 100.000 in die USA einreisen zu lassen. Noch (Stichtag: 10.05.2022) sind es aber nur 5.000, die in den USA registriert wurden. Rund 15.000 sollen im Land de facto sein. Bis zum 21.04.2022 erreichte die Mehrheit von ihnen (täglich mehr als 100, insgesamt viele Tausende) die USA über den Landweg, mithin über Mexiko, insbesondere über die Route Tijuana-San Diego. Dorthin waren die Flüchtlinge, in der Regel (und bis dahin mit dem Flugzeug) via Cancún oder Mexiko-Stadt, gelangt. Vonseiten der USA wurde ihnen ein einjähriger legaler Aufenthaltsstatus zugesichert. Doch zum 21.04.2022 hat es sich die US-Administration, unter der Losung „Uniting for the Ukraine“, auf einmal anders überlegt und die Bestimmungen geändert: Ab dem 25.04.2022 müssen ukrainische Fluchtinteressierte nunmehr ihre Einreise in die USA schon von Europa aus beantragen. Auf einen schnellen, unbürokratischen Grenzübertritt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze zu hoffen, ist für sie jetzt sinnlos. Sollte ihnen das dennoch gelingen, werden sie nach Mexiko zurückverwiesen. Für eine (elektronische) Beantragung von Europa aus müssen die Flüchtlinge zudem, neben anderen Voraussetzungen, die Einwilligung eines Sponsors aus den USA vorweisen, der die Kosten übernimmt. Erst auf dieser Grundlage können sie aus Europa einen Direktflug in die USA buchen, mit der Möglichkeit, einen legalen Aufenthaltsstatus für zwei Jahre zu erhalten. Doch diejenigen, die schon vor dem 24.04.2022 und auf dem Landweg an die mexikanische-US-amerikanische Grenze gekommen sind, den Grenzübertritt aber nicht mehr rechtzeitig geschafft haben und von der neuen Regelung an der Grenze überrascht wurden, sitzen, zumindest zum Teil, noch immer in Mexiko fest. Insbesondere Sportanlagen, vor allem die Unidad Deportiva Benito Juárez in Tijuana und die Unidad Deportiva Francisco I. Madero in Iztapalapa in Mexiko Stadt, beherbergen sie. Die Gestrandeten haben zwei Möglichkeiten: entweder wieder in die Ukraine zurück zu fliegen und von dort aus die Einreise in die USA zu beantragen oder aber darauf zu hoffen, dass ihnen die ukrainische Botschaft in Mexiko Stadt irgendwie weiterhilft. Mexiko selbst ist bereit, problemlos ukrainische (wie auch russische) Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen Asyl zu gewähren. (Bildquelle: pixabay_cc)

Melo, Patrícia: Gestapelte Frauen

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Seit Beginn des neuen Jahrhunderts steht das Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit höchster Priorität auf der öffentlichen Agenda. Medienwirksame Kampagnen wie die 2012 von der New Yorkerin Eve Ensler initiierte Aktion One Billion Rising oder der von den Vereinten Nationen 2015 ins Leben gerufene Orange Day lenken die Aufmerksamkeit auf einen weltweit verbreiteten Missstand, der viel zu lange stillschweigend akzeptiert oder gar ...