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"buen vivir"
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Mexiko: Die Karawane aus Honduras
Auf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Notlage in Honduras hat sich am Samstag, dem 13. Oktober, eine Gruppe von Menschen gebildet, die die Entscheidung traf, von Honduras bis in die Vereinigten Staates zu Fuß zu gehen. Nach einer Woche war diese Gruppe zu einer Karawane von über 3.000 Menschen angewachsen, die nicht nur die Erinnerung an die Heimat, sondern auch die 900 Kilometer von Honduras bis zur mexikanischen Grenze hinter sich ließ. Die amtierende mexikanische Regierung entsendete Einheiten der Bundespolizei und Bundesarmee zur Grenze, um die Karawane in Empfang zu nehmen. Das entspricht zwar dem Wunsch des Präsidenten der USA, verstößt aber gegen die traditionell freundschaftliche mexikanische Asylpolitik. Die Grenze wurde zusätzlich mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Die Menschen aufhalten konnte diese Maßnahme jedoch nicht, das Haupttor wurde von der Karawane zerstört. Die Sicherheitskräfte nutzten den Grenzdurchbruch als perfekten Grund, um die Menschen mit aller Gewalt zurückzudrängen. Außerdem setzte die Polizei Pfefferspray gegen Männer, Frauen und Kinder ein. Nach den ersten heftigen Stunden beruhigte sich die Lage. Viele Personen der Karawane warten seit zwei Tagen auf eine legale Registrierung, damit sie entweder ein Transitvisum oder Asyl beantragen können. Viele andere haben die Grenze ohne Registrierung überschritten. Nach mehr als 72 Stunden fanden sie sich in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Hidalgo wieder, wo sie auf aufrichtige, freundliche mexikanische Art begrüßt wurden; die Bevölkerung empfing sie mit Essen, Getränken und Musik. Die freundliche Seele der Mexikaner und die Position der zukünftigen linksorientierten Regierung haben großen Druck auf die amtierende Regierung ausgeübt. Diese musste ihre Strategie daraufhin ändern. Die neue Regierungsstrategie weckt die Erwartungen, dass die mexikanische Regierung die Menschen aus Mittelamerika endlich nicht nur mit Würde und Wahrung der Menschenrechte behandelt, sondern die aufrichtige freundliche Seele des Volkes widerspiegelt. Der künftige Präsident, Andrés Manuel López Obrador, drückte das mit einem alten mexikanischen Sprichwort aus: „Wo eine Person isst, können auch zwei essen“ (Bildquelle: Eneas de Troya_).
Testfall Nicaragua: Volksaufstand oder Regime Change?

Der 18. April 2018 und die nachfolgenden Ereignisse stellen eine tiefe Zäsur in der nachrevolutionären Entwicklung Nicaraguas dar. Seitdem ist nicht nur die Gesellschaft des zentralamerikanischen Landes gespalten, sondern auch die Linke. „Die Krise in Nicaragua erwischt die Linke im schlechtesten Moment“ – mit diesen Worten bringt Raúl Zibechi die Probleme …
Töchter des Wassers

Eine Kunstausstellung über Frauen aus vier kolumbianischen Gemeinden ist der Ausgangspunkt für eine journalistische Forschungsreise, um den Geschichten hinter den Portrait auf den Grund zu gehen. Ein Zwiegespräch zwischen Kunst und Journalismus, mit der indigenen Realität im Mittelpunkt …
Argentinien: Feministinnen gegen „Women 20“
Das neulich initiierte Programm Women 20 als Teil des G20 stößt bei argentinischen Feministinnen auf Widerstand. Ende des Jahres sollen sich Mitglieder des G20 in Buenos Aires treffen. Bis dahin wird im Kulturzentrum „Néstor Kirchner“ an einer Agenda der Frauen gearbeitet, die dann den Staatsoberhäuptern präsentiert wird. Dabei werden international Stimmen laut, die bezweifeln, dass Women 20 wirklich repräsentativ wäre. Starke Kritik wurde vor allem vonseiten feministischer Organisationen geübt, wie z.B. des Foro Feminista contra el G20 (dt.: Feministisches Forum gegen die G20). Ihre Proteste stehen unter der Überschrift „No en nuestro nombre“ (dt.: Nicht in unserem Namen). Damit wird deutlich gemacht, dass durch Women 20 keineswegs alle Frauen ihre Interessen vertreten wissen. Das Hauptargument, was gegen die Agenda vorgebracht wird, ist deren Fokus auf Wirtschaftswachstum. Im internationalen Rahmen beurteilen Feministinnen die W20 Debatten als elitär. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Mittelpunkt der Agenda die Business-Frau und ihre finanzielle Absicherung steht. Es werde weder umfassend auf sozial ausgegrenzte Frauen aus benachteiligten Arbeitsverhältnissen eingegangen, noch die Wurzel der mangelnden Gleichstellung diskutiert. Argentinische Feministinnen können sich auch mit den Teilnehmerinnen der W20-Debatten nicht identifizieren. Sie prangern an, dass es sich vor allem um Repräsentantinnen der wirtschaftlich privilegierten Schicht handelt, nicht aber um ein breites Spektrum an Frauen aus unterschiedlichen Bereichen mit verschiedenen Realitäten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).
Peru: Oberster Gerichtshof schickt Fujimori zurück ins Gefängnis
Der Oberste Gerichtshof Perus hob gestern die im Dezember des letzten Jahres vom damaligen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski ausgesprochene Begnadigung von Ex-Diktator Alberto Fujimori auf. Fujimori muss jetzt zurück ins Gefängnis und seine 25-jährige Haftstrafe absitzen. Nach dem Fall von Präsident Kuczynski, der wegen Korruptionsvorwürfen im März zurücktreten musste, war es in Peru keine Überraschung, dass auch sein umstrittener Gnadenakt für Fujimori noch einmal geprüft wird. Richter Hugo Núñez wies in seiner Begründung darauf hin, dass die Begnadigung Fujimoris verfassungswidrig und nicht mit der Amerikanischen Menschenrechtskonvention vereinbar sei. Des Weiteren verwies er auf Unregelmäßigkeiten in dem Verwaltungsverfahren, das zur Begnadigung führte. Präsident Kuczynski hatte diese nach einem ungewöhnlich kurzen Verfahren ausgesprochen, dabei, so Núñez, wurde gegen den Grundsatz der Unparteilichkeit und Objektivität verstoßen. Zudem wurden Unklarheiten in den medizinischen Protokollen genannt, die seinerzeit als Begründung für die „humanitäre Begnadigung“ dienten. Fujimori, so betonte das Gericht gestern, leide nicht an einer tödlichen Krankheit, weshalb es nicht das vorherrschende Bedürfnis sein könne, ihn freizulassen. Das Gericht ordnete die sofortige Verhaftung Fujimoris an (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).
Magnus, Ariel: Die Schachspieler von Buenos Aires
1939 ist Buenos Aires Gastgeber der Internationalen Schacholympiade. Unter den Gästen und Delegationen aus verschiedenen Ländern reist der Schachweltmeister Mirko Czentovic an. Bekanntlich ist Czentovic eine der fiktiven Romanfiguren aus Stefan Zweigs Schachnovelle. Der Großvater vom Autor-Erzähler Ariel Magnus, der Jude Heinz Magnus, ist ein Zweig-Bewunderer und teilt mit ihm ...
Chile: 45 Jahre nach der Ermordung Víctor Jaras
Vor 45 Jahren wurde der Víctor Jara von Armeeoffizieren seines eigenen Landes ermordet. Der chilenische Musiker, Komponist, Dramaturg und Dozent war unmittelbar nach dem Staatsstreich, der am 11. September 1973 die Regierung der Unidad Popular von Salvador Allendes stürzte, entführt und ins Stadion der Hauptstadt gebracht worden. Das Stadion, das seit 2003 den Namen Víctor Jaras trägt, wurde in ein KZ umgewandelt, wo tausende Anhänger Allendes in Gefangenschaft gehalten wurden. Aufgrund seines politischen Engagements wurde Jara besonders gequält und schließlich erschossen. Seine sterbliche Überreste wurden unmittelbar nach der Ermordung aufgefunden und identifiziert. Víctor Lidio Jara Martínez, der aus bescheidenen Verhältnissen kam, wurde 1932 geboren. Als Musiker hinterließ er ein umfassendes Werk – darunter acht Studio- und sechs Liveaufnahmen, sowie mehrere posthum erschienene Alben, das Generationen politisch engagierter Menschen auf der ganzen Welt prägte. Als Künstler, Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles und Kulturbotschafter der Regierung Allendes engagierte er sich für eine gerechtere Welt. Ein chilenisches Gericht befand im vergangenen Juli acht ehemalige Militäroffiziere, die an seiner Ermordung beteiligt waren, für schuldig und verurteilte sie zu achtzehnjähriger Gefängnisstrafe. 2013 war ein anderer ehemaliger, in die USA geflüchteter Offizier der Streitkräfte, von einem US-Gericht zur Zahlung einer Entschädigung an die Familia Jara verurteilt worden. Nach offiziellen Angaben wurden während der Diktatur von General Pinochet (1973-1990) ca. 40.000 Menschen entführt, von denen über 3.000 umgebracht wurden. Die meisten von ihnen gelten bislang als verschwunden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).
Víctor Montoya – Microcuentos – Teil 12
Als er dahinterkam, dass seine Frau ihn mit einem anderen betrog, riss er sie an den Zöpfen und drohte: Immer wenn dein Verstand ruht, werde ich das Ungeheuer sein, das dich bis in deine Alpträume verfolgt. Nicht nötig, erwiderte sie. Du bist bereits das Scheusal meines Lebens, ob ich wache oder schlafe ...
Paraguay: Biennale der Fotografie in Asunción
Der Verein El Ojo Salvaje veranstaltet derzeit bereits die 6. Biennale der Fotografie in der paraguayischen Hauptstadt Asunción. In Kulturzentren, Galerien und auf öffentlichen Plätzen werden die Werke von Fotografen aus Paraguay und anderen Ländern gezeigt; dabei sind in diesem Jahr u.a. Luis Vera aus Paraguay, die Argentinier Pablo Piovano und Walter Astrada, die Ecuadorianerin Isadora Romero, der Katalane Jordi Ruiz Cirera sowie Francene Keery und Daniella Zalcman, die Gründerinnen von Women Photograph aus den USA. Die ausgestellten Fotos widmen sich in diesem Jahr dem Thema „Erde“; sie „nähern sich der Nutzung, dem Besitz und der Verteilung von Land in Paraguay und der Welt aus verschiedenen Perspektiven an“, betont David Marcelo Sandoval, der Präsident von El Ojo Salvaje. Den Auftakt der 15 Ausstellungen macht Pablo Piovano aus Argentinien mit seiner mehrfach prämierten Serie über die Folgen des Einsatzes von Agrargiften für die Menschen. Weiterhin werden die Auswirkungen der Umweltzerstörung auf die indigene Bevölkerung gezeigt (Vera, Romero), und Jordi Ruiz Cirera widmet seine Fotos der „Vereinigten Soja-Republik“. Jedes Foto, so der Präsident von El Ojo Salvaje, verbirgt eine einzigartige Geschichte, die darauf wartet, der Öffentlichkeit gezeigt zu werden (Bildquelle: Julián Roldán, FNPI_).
Für Interessenten: Der Kehrer Verlag Heidelberg brachte bereits im letzten Jahr den Band „El Costo Humano de los Agrotóxicos“ mit den Bildern von Pablo Piovano heraus.
Kuba: Vor 65 Jahren begann die Revolution
Am 26. Juli 1953 scheiterte der Versuch, die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba einzunehmen. Auch wenn es damals nicht zur nationalen Erhebung gegen die Batista-Diktatur kam, konnten die Rebellen der „Bewegung des 26. Juli“ fünf Jahre, fünf Monate und fünf Tage später in der Hauptstadt Havanna den militärischen Sieg der Revolution feiern. Wie seitdem jedes Jahr gedachte die kubanische Staats- und Parteiführung mit einem zentralen Festakt in Santiago de Cuba des „Tages der Nationalen Erhebung“. Im innenpolitischen Teil seiner Rede ging Raúl Castro, erster Sekretär der Kommunistischen Partei, vor allem auf die laufende Diskussion über eine neue Verfassung ein und würdigte die Verdienste der Einwohner der Provinz im Süden Kubas als beispielhaft für die Entwicklung des Landes. Mit Blick auf Lateinamerika sicherte er den Brudervölkern Venezuelas und Nicaraguas ebenso wie Luiz Inácio Lula Da Silva, dem inhaftierten Vorsitzenden der brasilianischen Arbeiterpartei, die Solidarität Kubas zu. In einer Zeit, in der US-Präsident Donald Trump unter Berufung auf die fast 200 Jahre alte Monroe-Doktrin die volle Wiederherstellung der Hegemonie Washingtons über die westliche Hemisphäre anstrebt, sei die Festigung der Einheit Lateinamerikas dringender denn je. In Erinnerung an Fidel Castro zeigte sich dessen Bruder Raúl zuversichtlich, dass Kuba dessen Vermächtnis auch in Zukunft erfüllen werde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg).