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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

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Mexiko: Krimi um Paco Ignacio Taibo II

Noticias_Mexiko_PITII_Bild_Antonio_Nava_Secretaría_de_Cultura_Ciudad_de_MéxicoKaum hat die neue Regierung in Mexiko am 1. Dezember ihr Amt angetreten, gibt es die ersten Kontroversen. Dass sich diese um Fragen der Kultur drehen, mag schon wieder typisch lateinamerikanisch sein. Präsident López Obrador ernannte einen neuen Direktor für den Fondo de Cultura Económica (FCE), die größte Verlagsvereinigung für spanischsprachige Literatur. Der 1934 gegründete Fondo hat bisher mehr als 10.000 Bücher herausgegeben und betreibt 28 Buchhandlungen in 14 mexikanischen Städten sowie Tochtergesellschaften in neun lateinamerikanischen Ländern und den USA. Der neu ernannte Leiter ist kein Geringerer als der international bekannte Schriftsteller und Historiker Paco Ignacio Taibo II, den man hierzulande wohl vor allem als Autor von Kriminalromanen kennt. Für die Kontroversen um die Ernennung gibt es verschiedene Gründe. Zum einen werfen Kritiker dem Autor vor, er sei zu polemisch und polarisiere sehr stark. Zum anderen hätte AMLO den in Girón (Spanien) geborenen Taibo II gar nicht zum Direktor des Fondo ernennen dürfen. Ein Gesetz aus den 1960-er Jahren verbietet es, Führungsposten in öffentlichen Einrichtungen an Mexikaner zu vergeben, die nicht in Mexiko geboren sind. Es ist also noch eine Gesetzesänderung vonnöten, diese scheint im Parlament aber sicher zu sein. Vor dem neuen (noch inoffiziellen) Chef des Fondo stehen gewaltige Aufgaben: die Fusion mit anderen kulturellen Institutionen (z.B. mit dem Netzwerk der hochverschuldeten Öffentlichen Pädagogischen Bibliotheken) sowie die Bekämpfung der Korruption. So prekär die wirtschaftliche Situation des Buchhandels in Mexiko auch sein mag, eins hat PIT II bereits klar gemacht: „Wir schließen keine Buchhandlungen, wir zerstören keine Bücher, wir entlassen keine Arbeiter.“ (Bildquelle: Secretaría de Cultura, Ciudad de México/Antonio Nava).

Mexiko AMLO übernimmt Präsidentenamt

Noticia_Mexico_Zocalo1_Quetzal-Redaktion_gelherDie im Juli 2018 gewählte linke Regierung von Mexiko nimmt heute ihre Arbeit auf. Nach einem heftig geführten Wahlkampf verlief die Übergangsphase für den Regierungswechsel von Präsident Enrique Peña von der konservativen PRI (Partei der institutionellen Revolution) zum neugewählten Präsidenten Andrés Manuel López Obrador von der morena (Bewegung der nationalen Erneuerung) in einer geradezu traumhaften Harmonie ab. Obwohl sich die neue Regierung als Motor einer vierten Transformation des Landes präsentiert, steht sie nicht nur für eine Kontinuität der gescheiterten Strategie der inneren Sicherheit, sondern kündigte verschiedene Maßnahmen für eine „neue“ Strategie an. Diese sieht eine Änderung des mexikanischen Grundgesetzes vor, damit die Beteiligung des Militärs bei den Aufgaben der inneren Sicherheit offiziell im Grundgesetz verankert wird. Damit möchte die Regierung die Gründung einer neuen Bundespolizei (Guardia Nacional) aus Polizei und Militärpolizei möglich machen. Für die Ausbildung wird das Militär zuständig sein, dem es ermöglicht werden soll, Aufgaben der Polizei zu übernehmen. Mexikanische und internationale Menschenrechtsorganisationen sind alarmiert; sie bezeichnen diese Pläne als die falsche Strategie für die Erhöhung der Sicherheit im Land. Die Situation der Menschenrechte ist in Mexiko äußerst kritisch: In den letzten zwölf Jahren gab es mehr als 200.000 Morde, darunter über achtzig an Journalisten. Es gibt über 35.000 Verschwundene, die Feminizid-Rate ist sehr hoch, Erpressungen und Morddrohungen sind alltäglich geworden. Allein auf das Konto der Armee gehen gut 500 Fälle von ungeklärten Menschenrechtsverletzungen. Im Vorfeld seines Regierungsantritts hatte López Obrador zwei Bürgerbefragungen durchgeführt, in denen das mexikanische Volk u.a. auch über die zehn wichtigsten Projekte seiner Regierung abstimmen konnte – und es stimme ihnen auch zu. Es scheint so, als seien für die neue konservative linke Regierung Mexikos die Weichen gut gestellt. Selbst eine Gruppe der wichtigsten Unternehmer hat sich als Wirtschaftsberater angeboten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gelher).

Vier indigene Völker verteidigen die Línea Negra gegen vordringende Bergbauindustrie

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Die Sierra Nevada de Santa Marta ist heiliges Gebiet. Trotz allem sind die Gesteinsressourcen im Inneren der Region begehrt. Um die Ausbeutungsversuche zu stoppen, schließen sich indigene Völker zusammen. Diesmal beschlossen die Führungskräfte der vier indigenen Völker der Sierra Nevada de Santa Marta (SNSM) eine neue Strategie auszuprobieren ...

Paraguay: Kulturzentrum La Chispa organisiert „Manuchazo“

Noticias_Paraguay_Manu_Chao_Foto_CCSoziale Netzwerke haben geholfen, soziale Bewegungen und Proteste anzustoßen, warum also nicht auch ein besonderes Kulturereignis. Das müssen sich Sebastián Coronel und seine Freunde in Asunción gedacht haben, als sie den Hashtag #ManuChaoEnLaChispa starteten. Mestizo-Legende Manu Chao besuchte zum ersten Mal Paraguay, um am vergangenen Samstag am Festival Cosquín Rock Paraguay teilzunehmen. Für Coronel war das ein Grund, eine Kampagne zu starten, um den Sänger in das kleine alternative Kulturzentrum La Chispa einzuladen, damit er auch eine andere „Sicht auf Kultur und Gegenkultur in Asunción“ kennenlernen kann. Und da Chao bevorzugt an Stätten sozialer Kämpfe auftrete, wäre La Chispa genau der richtige Ort. Die Kampagne fand zahlreiche Unterstützer und Unterstützerinnen, zumal diese aufgefordert waren, kurz zu erzählen, wie sie den Künstler kennengelernt hatten. Vermutlich rechnete aber niemand damit, dass Manu Chao tatsächlich in dem Kulturzentrum auftauchen würde. Schlussendlich hatten die verdutzten Gäste von La Chispa am Freitag das Privileg, den ersten Auftritt des Franzosen in Paraguay zu erleben, den dieser dann zusammen mit dem paraguayischen Cantautor Pachín Centurion bestritt (Bildquelle: wiki_cc).

Brasilien: Wasserkraftwerke und Abholzung im Amazonasgebiet

Noticias_Abholzung_Bild_Quetzal-Redaktion_gcDass der Amazonas rapide dahinschwindet, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Die Gründe dafür waren bislang vor allem die Abholzung, die Vergrößerung der Sojaplantagen und die Ausweitung der Viehhaltung. Hinzu kommt, dass die kommende Regierung 120 Wasserkraftwerke am Fluss Juruena plant. Gleichzeitig sollen Strafmaßnahmen gegen Umweltvergehen reduziert und das Umweltministerium umfunktioniert werden. Überdies wird Brasilien aus dem Pariser Klimaabkommen austreten. Über sechzig Prozent des Regenwaldes liegt in Brasilien. Der Amazonas hat 34 Millionen Einwohner und 385 Völker, die von der Ressourcenausbeutung betroffen sind. Schon im Juni 2017 wurde im Nobel-Friedenszentrum in Oslo die “Iniciativa Interreligiosa para los Bosques Tropicales” (dt.: Interreligiöse Initiative für Regenwälder) ins Leben gerufen. Unterstützt von der UNO und europäischen Staaten vereinen sich VertreterInnen der indigenen Bevölkerung aus Brasilien, Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo, Indonesien, Peru und Mesoamerika mit Gläubigen des Islam, Christentum, Judentum, Buddhismus, Hinduismus und Taoismus. Gemeinsam mit Regierungen, NGOs, WissenschaftlerInnen und Unternehmen und setzen sie sich für den Schutz der Menschenrechte und der Regenwälder ein (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).

Nach der Schicksalswahl: Was hat Brasilien von Jair Bolsonaro zu erwarten?

Brasilien: Favela - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc

Jair Messias Bolsonaro hat am 28. Oktober 2018 die Stichwahl mit 55,13 Prozent der Stimmen gewonnen und wird ab dem 1. Januar 2019 Brasilien regieren. Sein Gegner Fernando Haddad, der Kandidat der linken Arbeiterpartei (PT) erhielt 44,8 Prozent der Stimmen. Zwar sind sich die meisten Kommentatoren einig, dass damit ein Ultrarechter das Präsidentenamt übernehmen wird, in der Frage ...

Rabia: Kurzfilm von Romina Tamburello

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Die Lateinamerikanischen Filmtage Leipzig/Halle sind ein Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen darf. Jedes Jahr wird ein bunt gemischtes Programm veröffentlicht, bei dem sicher für jede/n etwas dabei ist. Nicht nur das Angebot an unterschiedlichen Genres, auch der sozialkritische Unterton und anschließende Workshops ziehen ein engagiertes Publikum an. Zum Glück dauerten die Filmtage wieder ...

Brasilien: Neuer Präsident Jair Bolsonaro wurde gewählt

Noticias_Brasilien_Bild_Quetzal-Redaktion_gcMit den Ergebnissen der Präsidentschaftswahl in Brasilien, bei der der neue Präsident Jair Bolsonaro (Partido Social Liberal/ PSL – Sozialliberale Partei) die Mehrheit der Stimmen erhielt, definiert sich abschließend die politische Landschaft, in der der südamerikanische Koloss bis Ende 2022 regiert wird. Jair Messias Bolsonaro hat sich vergangene Woche mit 55,13% in der Stichwahl gegen Fernando Haddad (Partido dos Trabalhadores/ PT – Arbeiterpartei) durchgesetzt. Zwei Wochen zuvor hatte die erste Runde, bei der außerdem GouverneurInnen, Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie die Mitglieder der Legislativkammer vom Bundesdistrikt Brasilien gewählt wurden, stattgefunden. Auch wenn die PT im Parlament Stimmenverluste hinnehmen musste und der PSL die Gouverneurswahlen in 12 der 27 Bundesstaaten für sich entscheiden konnte, behielt sie die Mehrheit im Parlament. Linke Oppositionsparteien kündigten jetzt die Bildung eines gemeinsamen Blocks im Parlament an – allerdings ohne die Arbeiterpartei. Die Wahlergebnisse in den Bundesstaaten zeigen jedoch eine erhebliche Stärkung rechtskonservativer Kräfte. Sowohl Bolsonaro, welcher seit 1991 brasilianischer Bundesabgeordneter ist, als auch sein Vizepräsident, Antonio Hamilton Mourão, sind hochrangige Angehöriger der Streitkräfte. Bolsonaro, dessen Motto „Brasil acima de tudo e Deus acima de todos“ (dt.: Brasilien vor allem und Gott über alles) ist, versprach im Wahlkampf, eine „beispiellose Säuberung“ durchzuführen und „die roten Banditen von der Landkarte zu fegen“. Am 1. Januar 2019 wird er als Nachfolger von Michel Temer das Präsidentenamt antreten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).

Braucht Lateinamerika sein #MeToo?

Streik_Nosotrasparamos_Bild_ Quetzal-Redaktion_sole biasatti

Das Hashtag #MeToo ist dieser Tage ein Jahr alt geworden. Für die Medien war und ist das ein willkommener Anlass, Bilanz zu ziehen. Wir müssen an dieser Stelle nicht die Geschichte der Kampagne wiederholen, die ist weithin bekannt. In den USA angestoßen, ist #MeToo zu einer weltweiten Bewegung geworden, die ganz Enthusiastische auch schon einmal als „eine der großen Revolutionen des Jahrzehnts“ (Stavans) bezeichnen …

Mexiko: Die Karawane aus Honduras

Mexiko: Die Karawane aus Honduras - Foto: Schiene, Eneas de TroyaAuf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Notlage in Honduras hat sich am Samstag, dem 13. Oktober, eine Gruppe von Menschen gebildet, die die Entscheidung traf, von Honduras bis in die Vereinigten Staates zu Fuß zu gehen. Nach einer Woche war diese Gruppe zu einer Karawane von über 3.000 Menschen angewachsen, die nicht nur die Erinnerung an die Heimat, sondern auch die 900 Kilometer von Honduras bis zur mexikanischen Grenze hinter sich ließ. Die amtierende mexikanische Regierung entsendete Einheiten der Bundespolizei und Bundesarmee zur Grenze, um die Karawane in Empfang zu nehmen. Das entspricht zwar dem Wunsch des Präsidenten der USA, verstößt aber gegen die traditionell freundschaftliche mexikanische Asylpolitik. Die Grenze wurde zusätzlich mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Die Menschen aufhalten konnte diese Maßnahme jedoch nicht, das Haupttor wurde von der Karawane zerstört. Die Sicherheitskräfte nutzten den Grenzdurchbruch als perfekten Grund, um die Menschen mit aller Gewalt zurückzudrängen. Außerdem setzte die Polizei Pfefferspray gegen Männer, Frauen und Kinder ein. Nach den ersten heftigen Stunden beruhigte sich die Lage. Viele Personen der Karawane warten seit zwei Tagen auf eine legale Registrierung, damit sie entweder ein Transitvisum oder Asyl beantragen können. Viele andere haben die Grenze ohne Registrierung überschritten. Nach mehr als 72 Stunden fanden sie sich in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Hidalgo wieder, wo sie auf aufrichtige, freundliche mexikanische Art begrüßt wurden; die Bevölkerung empfing sie mit Essen, Getränken und Musik. Die freundliche Seele der Mexikaner und die Position der zukünftigen linksorientierten Regierung haben großen Druck auf die amtierende Regierung ausgeübt. Diese musste ihre Strategie daraufhin ändern. Die neue Regierungsstrategie weckt die Erwartungen, dass die mexikanische Regierung die Menschen aus Mittelamerika endlich nicht nur mit Würde und Wahrung der Menschenrechte behandelt, sondern die aufrichtige freundliche Seele des Volkes widerspiegelt. Der künftige Präsident, Andrés Manuel López Obrador, drückte das mit einem alten mexikanischen Sprichwort aus: „Wo eine Person isst, können auch zwei essen“ (Bildquelle: Eneas de Troya_).