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"buen vivir"
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Chile: Plastiktüten müssen den Supermarkt verlassen
Ihre Herstellung dauert eine Minute, und nachdem sie 15 bis 20 Minuten „gelebt“ hat, währt ihre Agonie etwa 200 Jahre – so lange braucht der Abbau einer Plastiktüte. In Chile will man sich diese kurze Lebensdauer mit langer Verweildauer gleich ganz sparen: Das Land hat beschlossen, Plastiktüten zu verbannen, zunächst aus den großen Geschäften. Die kleinen und mittleren Geschäfte haben eine Gnadenfrist bis zum August nächsten Jahres; danach ist auch für sie Schluss mit der Ausgabe von Kunststofftüten. Anders als in Deutschland, wo man auf Freiwilligkeit der Händler setzt, gilt in Chile ein Verbot. Das neue Gesetz stößt auf breite Zustimmung in der Bevölkerung: Vier von fünf Chilenen benutzen nach eigenen Angaben alternative Tragebehältnisse und 95 Prozent plädieren aus Umweltschutzgründen für ein Verbot der Tüten. Zuvor gab es in 80 Kommunen Sonderregelungen zur Vermeidung des Plastikmülls, die bewiesen, dass ein Verbot machbar ist. Auch anderswo auf dem Subkontinent wird energisch gegen den Plastikabfall vorgegangen, doch Chile nimmt für sich in Anspruch, das erste Land in Lateinamerika zu sein, das die Kunststofftaschen auf seinem gesamten Territorium verbietet (Bildquelle: CC0).
Bolivien: Präsidentschaftsvorwahlen fanden statt
Vergangenen Sonntag wurden zum ersten Mal Präsidentschaftsvorwahlen in Bolivien durchgeführt. Während diese von Oppositionsführern als unnötiger Aufwand diskreditiert wurden, der angeblich nur der Legitimation des aktuellen Präsidenten Evo Morales dient, bezeichnete Morales die Vorwahlen dagegen als Zeichen der Stärkung der Demokratie. Die Wahlen, derer Teilnahme nicht obligatorisch ist, dienten den Parteien dazu, ihre Kandidaten im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen Oktober 2019 auszuwählen. Dem geht eine Kampagne der Opposition zur Stimmenhaltung voraus, was eine partielle Erklärung für die relativ niedrige Beteiligung darstellt. Während die Kandidaten der Movimiento al Socialismo (MAS), Morales/ Linera, 37% der Stimmen enthielten (ca. ein Drittel der Eingeschriebenen), gingen an die Kandidaten der anderen acht Parteien und Koalitionen zwischen 3,9-5,6% der Stimmen. Die erneute Kandidatur des Gespanns Morales/ Linera, das seit 2006 das Land regiert, stieß bereits auf scharfe Kritik, wonach diese für verfassungswidrig zu erklären wäre. 2016 wurde ein Referendum über die Änderung der Verfassung durchgeführt, welches von 52% der Wähler abgelehnt wurde. Allerdings wurde das erneute Antreten des Regierungsgespanns der MAS vom Obersten Wahlgerichtshof genehmigt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc).
Adrianas Pakt: Ein Film von Lissette Orozco

Die deutsche Sprache hat nicht einmal ein passendes Wort für dieses Phänomen, und im Spanischen findet man selbiges auch nur, wenn man einfach dem männlichen torturador ein „a“ anhängt. In meinem Wörterbuch, das zugegebenermaßen schon ein paar Jahre alt ist, findet sich diese Variante allerdings nicht. Worüber schreibt man hier also? Laut Duden gibt es keine Foltererinnen ...
Venezuela: Guaidó ruft sich zum vorläufigen Präsidenten aus
Am 23. Januar sammelte sich die Opposition am Vormittag bis in den Nachmittag hinein zu landesweiten Demonstrationen. Auch die BefürworterInnen der Maduro-Regierung begannen sich zu organisieren. Vonseiten der Opposition wird vor allem die aktuelle Wirtschaftslage und Emigration thematisiert. Die UnterstützerInnen Maduros wiederum sprechen über den Versuch der Opposition, Gewaltausbrüche zu provozieren. Der oppositionelle Präsident der Asamblea Nacional (Nationalversammlung), Guaidó, rief sich auf dem Plaza Juan Pablo II zum vorläufigen Präsidenten aus. Er kündigte an, dass in den nächsten Tagen Wahlen erfolgen sollten, gab aber sonst keine weiteren Informationen darüber, wie konkret seine Übergangsposition definiert wäre. Maduro hatte am 20. Mai 2018 eine neue Amtszeit für 2019 bis 2025 aufgenommen. Wahrscheinlich wird seine Regierung Guaidós Ausruf für illegal befinden. Donald Trump und seine Tochter Ivanka ließen kurze Zeit nach dem Ereignis ihre offizielle Anerkennung für Guaidó verlauten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_mcm).
Lateinamerika: Wachsende Armut trotz Wirtschaftswachstum
Die jüngste Analyse der CEPAL (UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik) hört sich eigentlich ganz gut an: Die Ungleichheit auf dem Kontinent ist spürbar zurückgegangen, die Sozialausgaben sind gestiegen, die Wirtschaft wächst weiter, wenn auch geringer als prognostiziert. Und trotzdem zeigen sich die Experten und Expertinnen besorgt und mahnen ein Umsteuern an. Die Armut in der Region hat den höchsten Stand innerhalb des vergangenen Jahrzehnts erreicht. Im Jahr 2017 lebten 62 Millionen Lateinamerikaner in extremer Armut; und, so prognostizieren die Experten, 2018 dürfte noch einmal eine Million dazugekommen sein. Mit anderen Worten: Jeder zehnte Lateinamerikaner ist von extremer Armut betroffen. 40 Prozent der Beschäftigten erhalten Löhne und Gehälter, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, jeder Fünfte erzielt gar ein Arbeitseinkommen unter der Armutsgrenze. Die Gründe für diese Daten sind vielfältig, insbesondere wirkt hier die schwächelnde Wirtschaftskraft der „Riesen“ wie Brasilien. Venezuela mit seinem extremen Wirtschaftsrückgang in den letzten fünf Jahren wurde wegen des Misstrauens gegenüber den offiziellen venezolanischen Wirtschaftsdaten gar nicht erst in die Analyse einbezogen. Die aktuellen Entwicklungen der Weltwirtschaft treffen die exportorientierten lateinamerikanischen Volkswirtschaften besonders stark. Die Länder der Region, so die mexikanische Ökonomin Alicia Bárcena, müssen lernen, ihre Rohstoffe selbst zu verarbeiten, „das exportorientierte Wachstumsmodell ist erschöpft“ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pablo_aroca).
Fracking the World? Trumps Energiepolitik als Zeichen imperialer Überdehnung

Die Präsidentschaft von Donald Trump markiert in einer bislang nicht gekannten Deutlichkeit die Fragilität der westlichen Hegemonialmacht. Er ist nunmehr der dritte Präsident in Folge, der versucht, den Niedergang der USA zu stoppen. In der ihm eigenen Art hat er Schlussfolgerungen aus dem Scheitern seiner beiden Vorgänger gezogen ...
Argentinien: Osvaldo Bayer ist tot
Er kämpfte für die Rechte der Ureinwohner seines Landes. Er setzte sich für die armen Landarbeiter in Patagonien ein, indem er ihre Geschichte publik machte. Er bekam 14 Ehrendoktortitel in verschiedenen Universitäten weltweit – und zählte dennoch den Preis der Frauen der Plaza de Mayo als wichtigste Auszeichnung seines Lebens. Er war eine mahnende Stimme für die Menschenrechte und vehementer Gegner der argentinischen Militärdiktatur. Osvaldo Bayer, Schriftsteller und Historiker, zeichnete eine Geschichte Argentiniens nach, die nicht vergessen werden darf. Am 24.12.2018 ist seine Stimme nun für immer verstummt. Es bleibt sein Werk – und die Erinnerung an ihn (Bildquelle: Argentina Indymedia).
Mexiko: Jesusa Rodríguez, erste lesbische Parlamentarierin Mexikos
Heute vor einem Jahr demonstrierten die mexikanische Schauspielerin und Dramaturgin Jesusa Rodríguez und die Schriftstellerin Elena Poniatowska gegen das Bündnis ihrer Partei Movimiento de Regeneración Nacional (dt.: Bewegung der Nationalen Erneuerung – MORENA) mit dem konservativ-evangelikalen Partido Encuentro Social (dt.: Partei der sozialen Begegnung – PES) und wiesen auf die Gefahr hin, mit diesem Bündnis der Popularität des damaligen Kandidaten Andrés Manuel López Obrador zu schaden. Mit dem endgültigen Sieg López Obradors und der Amtsübernahme Anfang Dezember wurde die erste Bewährungsprobe gut bestanden. Nun stellt sich Rodríguez als die erste mexikanische lesbische Abgeordnete vor, die im Parlament offen ihre sexuelle Identität zugibt und damit versucht, mit der Heuchelei der konservativen Tradition zu brechen. Im Einklang mit dem Regierungsplan López Obradors betonte Rodríguez, dass es von entscheidender Bedeutung sei, die Probleme an der Wurzel anzugehen. Laut der frischgebacken Parlamentarierin liegen beispielsweise die Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt im Patriarchat, welches wiederum seine Wurzeln in der Gewalt gegen Tiere habe. Daher solle man nicht nur die eigene Mentalität „entkolonialisieren“, sondern auch den Magen. Nach der fehlenden Umsetzung struktureller Reformen in anderen lateinamerikanischen Ländern während der sogenannten „progressiven Welle“ und der Machtübernahme ultrakonservativer Regierungen geben freimütige Menschen wie Rodríguez im Parlament und López Obrador als Regierungschef Anlass zur Hoffnung. Ob diese berechtigt ist, wird sich zeigen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pablo_aroca).
Die Not der ÄrztInnen und RettungssanitäterInnen in Nicaragua

Die Krise im Gesundheitswesen in Nicaragua ist nicht nur gravierend, sie ist erschreckend. Die Lage hatte sich seit April 2018 verschärft. Die Menschenrechtsverletzungen der Diktatur von Daniel Ortega Saavedra in den letzten elf Jahren konnte das nicaraguanische Volk nicht mehr aushalten und schloss sich zu Massenprotesten zusammen, die brutal vonseiten der Ortega-Murillo-Diktatur niedergeschlagen wurden ...
Kolumbien – USA: Konkrete Gesichter gegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit
Jessica Sabogal gehört zur Generation von Straßenkünstlerinnen, die durch ihre Graffitis eine Veränderung der Gesellschaft anstoßen wollen. Der Kern ihrer kreativen Kampagne liegt in der Emanzipation der Frau. Ihre Portraitkunst verkörpert den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder Herkunft. Auf über zwanzig Meter hohen Mauern warnen die Protagonistinnen ihrer Werke: “White Supremacy is killing me” oder “Walls keep out greatness” und führen damit den PassantInnen auf der Straße die Missstände in der Gesellschaft vor Augen. Die Aktivistin Jessica Sabogal wurde in den USA geboren, als Tochter kolumbianischer Eltern, die vor der Gewalt des Drogenkrieges flüchteten, um ihren Kindern ein sichereres Leben bieten und ihre akademische Ausbildung fortsetzen zu können. Sabogals Leidenschaft für Graffitis wurde durch die mexikanischen muralistas beeinflusst, die als Künstler großes Ansehen in ihrem Land genießen. Sie selbst wurde international bekannt und konnte neben Ausstellungen in den Galerien von Massachusetts und San Francisco auch in Kanada, Österreich und Kolumbien ihre künstlerischen und sozialkritischen Spuren hinterlassen. Dabei prangerte sie u.a. die Diskriminierung gegen indigene Frauen an. Vor kurzem wurde sie von der US-Partei Democrats gebeten, ein Graffiti-Statement für MigrantInnen zu entwerfen, das die kommenden Monate über in Arbeit sein soll (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).