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"buen vivir"
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Lateinamerikanisten im Porträt (1)
Lateinamerikanisten, das heißt Wissenschaftler, die sich, in der Regel von ihrem jeweiligen Fach aus, mit Lateinamerika beschäftigen, werden selten vorgestellt. Wenn man Glück hat, findet sich eine Kurzbiographie auf dem Buchcover. Doch das Leben mancher von ihnen ist – auch jenseits der Wissenschaft – ungewöhnlich, hochspannend, ja abenteuerlich. Quetzal bringt eine lose Folge solcher...
El Salvador: Quo vadis Nayib Bukele?

Seit dem 1. Juni 2019 hat El Salvador einen neuen Präsidenten: Nayib Armando Bukele Ortez. Mit 37 Jahren ist er, Sohn eines Imams, der jüngste Präsident Lateinamerikas. Den Bürgerkrieg erlebte er als Kind. Smart schaut er aus, mit einem fluent American English auf den Lippen. Sein Outfit: Wenn schon nicht Lederjacke, dann wenigstens ohne Krawatte. Von manchem als Hipster oder Rocker bezeichnet, gilt er der vorherigen Regierungspartei FMLN als Verräter. Schon der visuelle Unterschied zum vorherigen Präsidenten, Ex-Comandante der FMLN Salvador Sánchez Cerén, könnte größer nicht sein. Der FMLN hatte Bukele noch angehört, als er als Bürgermeister zunächst von Nuevo Cuscatlán, dann von San Salvador seinen Weg ins Präsidentenamt vorbereitete. Sie schloss ihn aus, weil er ethische Prinzipien verletzte und versuchte, die Partei zu spalten. Unter anderem habe er wohl einen Apfel als Wurfgeschoss interpretiert: auf eine mit seiner eigenen Partei verbundene Gewerkschaftsaktivistin, nachdem er sie vorsorglich als Hexe bezeichnet hatte. Bukele wollte über die eigene Partei Ideas Nuevas für das Präsidentenamt kandidieren. Als das nicht möglich war, trat er für die rechtskonservative GANA an, gewann sogleich den ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit und schlug den FMLN-Kandidaten vernichtend. Die Wahlbeteiligung war allerdings gering. Mit Bukeles Wahlsieg kollabiert wohl nun auch in El Salvador ein traditionelles, hier 30jähriges Parteiensystem an der Macht. Es ist im Moment noch schwer, Bukele politisch einzuordnen: Er vertraut auf die Kräfte des Marktes, über die er sein wichtigstes Ziel – neue Arbeitsplätze durch neue Investitionen ¬– erreichen will. Damit glaubt er, die Migration in die USA stoppen zu können – was Trump gefallen dürfte –, ohne aber Sanktionen gegen Migranten vornehmen zu wollen – was Trump wohl schon weniger gern sieht. Bukele will Venezuela unter Maduro aus jeglicher Zusammenarbeit ausschließen, militärische Interventionen gegen ihn lehnt er aber ab. Zwei seiner ersten Amtshandlungen sind bemerkenswert: Eine UN-Forderung erfüllend, ordnete er an, die Kaserne „Domingo Monterrosa“ habe ihren Namen abzulegen. Monterrosa hatte während des Bürgerkriegs das Massaker von rund 900 Menschen in El Mozote befohlen. Danach entband Bukele den Direktor des Zivilschutzes Jorge Alberto Meléndez, einen der Verantwortlichen für den Mord am Poeten Roque Dalton, von dessen Amt. Bukele ist ein Macher mit Blick für schnell lösbare technische Probleme. Ist er dabei nur Pragmatiker oder auch Populist? Steht er „links“ oder „rechts“? Etikettierungen sind auch hier wenig hilfreich und seine ersten 100 Tage im Amt noch nicht vorbei. (Bildquelle: Public Domain)
Kolumbien: Senat beschließt Plastikverbot auf San Andrés

Die Fünfte Kommission des Senats nahm in der letzten Debatte einen Gesetzeswurf an, mit dem ein Plastikverbot auf dem Archipel San Andrés erreicht werden soll. Mit dieser Gesetzesinitiative soll durchgesetzt werden, dass Plastikprodukte wie Strohhalme, Einweggeschirr etc. der Vergangenheit angehören. Der Entwurf geht nun an den Vermittlungsausschuss und bedarf noch der Zustimmung des ...
Argentinien: Fünfter Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik Mauricio Macris
Am 29. Mai fand ein weiterer Generalstreik des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes-CGT (Confederación General del Trabajo) in Argentinien statt, dem sich zwei der wichtigsten Gewerkschaften des Landes, CTA (Central de Trabajadores de la Argentina) und FSMN (Frente Sindical para el Modelo Nacional), anschlossen. Somit wurde zum fünften Mal seit der Amtseinführung Präsident Mauricio Macris 2015 das ganze Land lahmgelegt – öffentliche Verkehrsmittel fuhren nicht, Müll wurde nicht geräumt, in Schulen, Gymnasien und Universitäten fand kein Unterricht statt, Geschäfte und Läden blieben geschlossen, in Krankenhäusern beschränkte sich die Fürsorge auf Notfälle. Der Generalstreik zeigt die fehlende Übereinstimmung der größten gewerkschaftlichen Organisationen mit der offiziellen Wirtschaftspolitik und spiegelt die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerungsmehrheit wider. Bereits am 30. April war vom FSMN ein Streik ausgerufen worden, welcher auf nationaler Ebene eine große Beteiligung hatte. Während das Sicherheitsministerium den Generalstreik etwa als „Maßnahme gegen die freie Bewegung der Bürger“ disqualifizierte, wurde dieser vom Präsidenten Macri an diesem Tag nicht einmal erwähnt. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen gehen derzeit täglich 50 kleine und mittlere Unternehmen, die Hauptbeschäftigungsquelle Argentiniens, in Konkurs. Des Weiteren ist sich der Generalstreik in einem komplexen Kontext zu sehen, in welchem bereits versucht wird, angesichts der Präsidentschaftswahlen im kommenden Oktober politische Bündnisse zu schließen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_solebiasatti).
Der Palmöl-Boom und seine Auswirkungen in Lateinamerika (Teil 1)

Palmöl ist aufgrund seiner Eigenschaften das am meisten verwendete Pflanzenöl unserer Zeit. Es weist die größten Hektarerträge auf und ist zugleich billiger als seine Mitkonkurrenten. Auch im Flächenverbrauch ist es nicht zu schlagen, da es die geringste Anbaufläche benötigt. Dennoch steht der Anbau der Ölpalme wegen seiner negativen Auswirkungen auf die Umwelt sowie wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen hart in der Kritik. Die Wertschöpfungskette wird ...
Panama: 25. Jahrestag des Rückzugs von US-Truppen aus der Kanalzone
Vorgestern vor 25 Jahren begannen die USA mit dem Rückzug ihrer Truppen aus dem Panamakanal, wie das bereits 1977 im Rahmen des Torrijos-Carter-Vetrages vereinbart worden war. Erst Ende 1999, nach 32 Jahren Militärpräsenz, erfolgte schließlich die allmähliche Rückführung von US-Truppen aus der Kanalzone. Der offiziell 1914 eröffnete, ca. 82 Kilometer lange Kanal stellt nach wie vor einen der wichtigsten interozeanischen Verbindungswege des Welthandels dar. Die Präsenz der USA reicht bis in das Jahr 1902 zurück, als die damalige US-Regierung das von Frankreich bereits begonnene Projekt übernahm. 1903 sicherten sich die USA von der neugegründeten Republik Panama ein dauerhaftes Recht auf das Kanalgebiet zu. Auch wenn ein weiteres Abkommen zwischen den damaligen Regierungschefs Harmodio Arias Madrid und Franklin D. Roosevelt im Jahr 1936 die Möglichkeit einer Militärintervention in die inneren Angelegenheiten Panamas aufgehoben hatte, gründeten die USA 1946 in der von ihnen kontrollierten Kanalzone mit der School of the Americas (SOA) eine berüchtigte Einrichtung, in der bis 1984 mehrere Tausend Angehörige der Sicherheitskräfte aller lateinamerikanischen Diktaturen in der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung geschult wurden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_tp).
Te partirá al virar la esquina

¿Has sentido alguna vez que se te quiebra una vela o se te daña la brújula? ¿O que debes salir aún a sabiendas, a sintiendas, que un rayo te partirá al virar la esquina? Sí, alguna vez debes haberlo sentido. No se sabe a qué santo uno debe encomendarse, el vaso de agua no te recompone el pulso, y la ducha sólo te entumece. Luego piensas en que te aguardan dos alternativas: o sigues, ...
Lateinamerika/ Spanien: Manifest gegen literarischen Machismus
„Der Vargas-Llosa-Lehrstuhl hat den Mario-Vargas-Llosa-Literaturpreis ins Leben gerufen, um der in spanischer Sprache verfassten Literatur einen weltweiten Anstoß zu geben.“ So lautet die Begründung für diesen Preis, der seit 2014 alle zwei Jahre auf der Bienal de Novela Mario Vargas Llosa verliehen wird. Am 30. Mai wird in Guadalajara/ Mexiko der dritte Preisträger bekannt gegeben. Aber in diesem Jahr herrscht offensichtlich Unmut, schriftlich niedergelegt im Manifest „Gegen den literarischen Machismus“, das seit gestern kursiert und von mehr als 100 Persönlichkeiten der spanischsprachigen Literatur unterzeichnet wurde. Unter den fünf Finalisten für den Buchpreis, so kritisieren die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen, befindet sich nur eine einzige Frau. Und das habe Tradition: 2014 gab es nur drei Finalisten, ausnahmslos männlichen Geschlechts; 2016 war das Verhältnis wie in diesem Jahr – 1:4. Es erübrigt sich darauf hinzuweisen, dass der Preis bisher nur an Männer ging. Aber vielleicht sind ja Männer einfach die besseren Autoren. Zumindest meint das offensichtlich J.J. Armas Marcelo, Leiter des Vargas-Llosa-Lehrstuhls, der als Antwort auf das Manifest betont, dass allein qualitative Kriterien für die Vergabe des Preises ausschlaggebend seien. Wohl deshalb sind die zur Biennale nach Guadalajara eingeladenen Autoren und Autorinnen mehrheitlich keine Autorinnen und auch die Jury, die die Qualität des Preises garantieren soll, wird zu vier Fünfteln von Männern gebildet. Letzteres ist seit der 1. Biennale übrigens auch eine gute Tradition. Und die Juroren legen verständlicherweise Wert auf ihre eigene Qualität; mal ganz ehrlich, Mädels (und Jungs), es ist doch nachvollziehbar, dass man von einem Juror nicht verlangen kann, sich auf „so Frauenzeugs“ einzulassen. Ein deutscher Kritiker war da einmal sehr deutlich mit seiner Erklärung, Frauenbücher (sprich: Bücher von Frauen) seien Bücher, die ein Mann nicht versteht. So gesehen, trifft der Vorwurf gegen die Veranstalter der III Bienal de Novela Mario Vargas Llosa gar nicht zu – die sind nicht machistisch, nur begriffsstutzig (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gt).
Viel Staub um nichts – eine literarische Spurensuche – Teil IV

In der dritten Erzählung des Bandes „Die Ausgewanderten“ (1992) beschreibt W. G. Sebald, wie einer der Protagonisten, der penible Großonkel Ambros Adelwarth, über ein detailgenaues Gedächtnis verfügt, mit dem „aber kaum mehr eine mit diesem Gedächtnis ihn verbindende Erinnerungsfähigkeit“ einhergeht. Sebalds Erzähler ist angesichts einer nur noch schwer begreifbaren ...
Blanca Nieves und Kompanie

Blanca Nieves, die an Alter und Größe den dritten Rang unter den Mädchen einnahm, war damals fünf. Sie hatte einen bronzenen Teint, dunkle Augen, pechschwarzes Haar, sonnengebräunte Beine, noch brauner gebrannte Arme und ich muss demütig gestehen dieses „Schneeweißchen“ zu sein, ohne der Bezeichnung auch nur im Geringsten zu entsprechen ...