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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

Wir haben 5.323 Ergebnisse für Ihre Suchanfrage gefunden.

Mariachi. The Sound of Hysteria & Heartache

Trikont_Mariachi_ScanCoverDas von Trikont bereits vor fast zehn Jahren Zeit verlegte Album bietet uns einen Überblick über die unterschiedlichsten Formen, die die sogenannte Mariachi-Musik nicht nur in ihrer Heimat Mexiko sondern auch weltweit (Chile, Großbritannien, USA, Rumänien, Japan) annimmt. Die ausgewählten Songs machen deutlich, dass Mariachi ihre Freiheit bzw. Vielseitigkeit, welche ihre Entstehung ermöglichte und gekennzeichnete, lebendiger denn je ist. Sowohl jeder offizielle Versuch, ein behauptetes "Original" vor angeblichen Deformierungen bzw. Verunreinigungen zu bewahren ...

Bolivien: Weiter Kampf gegen Schnellstraße durch TIPNIS

La Paz_Regierungspalast_Foto_Quetzal-Redaktion_gcDie Auseinandersetzung um den Bau der Schnellstraße San Ignacio de Moxos - Villa Tunari mitten durch das indigene Territorium TIPNIS (Territorio Indígena y Parque Nacional Isiboro Sécure) hält unvermindert an. Indigene Aktivisten des Tieflands organisierten gestern in La Paz ein Sit-in. Der anschließend geplante Marsch zur Plaza Murillo wurde allerdings von der Polizei gestoppt. Weitere Aktionen gab es in Santa Cruz und Cochabamba. Die gestrigen Aktivitäten sollen nur der Auftakt für weitere Aktionen sein. Die Aktivisten betonen, dass die Straße durch den Nationalpark sowohl soziale als auch ökologische Verwerfungen begünstigen werde. Der Bau bedrohe nicht nur unmittelbar die Biodiversität in dem Nationalpark, sie werde, so der Aktivist Pablo Solón, auch verstärkt Cocabauern und Siedler in die Region ziehen. Die in TIPNIS lebenden Indigenen werfen der Regierung vor, sie versuche das Gesetz 180, das den Schutz von TIPNIS garantiert, abzuschaffen. Während Präsident Evo Morales darauf beharrt, diese Straße quer durch TIPNIS zu bauen, bekräftigen die Indigenen das Recht, ihr Territorium zu verteidigen. Die Stadtverordnete von La Paz, Cecilia Chacón, wirft der Regierung Verrat vor, da sie weiter darauf besteht, den Straßenbau fortzusetzen, obwohl es andere Optionen gibt. „Es sind die Interessen von Unternehmen, die die Regierung verteidigt“, betonte sie. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)

Pradellis, Ángela: Das Haus des Vaters // Unter Freundinnen

Buch_Pradelli_Das Haus des VatersPradellis Stärke liegt in der Stille. Vor lauten Emotionen quellen die beiden Romane nicht über – weder „Unter Freundinnen“ noch „Das Haus des Vaters“. Beide Romane sind in einem nüchternen Stil gehalten und beschreiben scheinbar faktenorientiert die Geschichten von Frauen. „Unter Freundinnen“ beginnt mit einem aus der anglophonen Welt bestens bekanntem Frauenfreundschaftsmotiv – eine Gruppe von Frauen trifft sich regelmäßig zwischen Weihnachten und Neujahr ...

Das kubanische Paradox (II): Sozialistische Politik unter dem Doppeldruck von US-Embargo und neoliberaler Globalisierung

Havanna_ barrio oldtimer_Foto_Quetzal-Redaktion_pg

Das Festhalten an den sozialistischen Idealen gegen den Doppeldruck von US-Embargo und neoliberaler Globalisierung bildet den Kern der welthistorischen Sonderstellung Kubas in der Gegenwart. Zugleich sieht sich die kubanische Führung gezwungen, das bestehende Wirtschaftssystem zu „aktualisieren“ (Schmieg 2017). Die erforderlichen Reformen (Zeuske 2015) werfen mittelfristig die Frage auf, ob die bisherige Sonderstellung Kubas Bestand hat und welche strukturellen bzw. politischen Auswirkungen ...

Brasilien: Präsident Temer wegen Korruption angeklagt

Brasilien_Temer_Bild_Quetzal-Redaktion_sole biasattiNoch in dieser Woche wird im brasilianischen Parlament diskutiert und abgestimmt, ob der Fall Temer dem Hauptgerichtshof übermittelt wird. Der Hauptgerichtshof ist die einzige Instanz, welche eine Strafverfolgungsmaßnahme gegen den Präsidenten beginnen kann. Präsident Temer wurde wegen Korruption vom Generalstaatsanwaltschaft angeklagt. Bei einer vorläufigen Aussetzung des Staatsüberhaupts würde sein Amt vom Parlamentspräsidenten, Rodrigo Maia, übernommen. Falls Temer schuldig gesprochen wird, käme es zu seiner Amtsenthebung und zu einer Neuwahl für das Präsidentenamt. Der Staatschef hofft, dass die Mehrheit seiner Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB; Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung) im Parlament ausreicht, um die Klage gegen ihn abzuwenden. Sicher ist das allerdings nicht, denn es gibt Differenzen innerhalb der Partei. Brasilien droht nun die zweite Amtsenthebung eines Präsidenten in kurzer Zeit. Nach einem Prozess gegen die damalige Präsidentin Dilma Rousseff vom Partido dos Trabalhadores (PT; Arbeiterpartei) wurde diese des Amtes enthoben, und Michel Temer übernahm im August 2016 die Präsidentschaft Brasiliens. Damals führte das Urteil des Parlaments zu zahlreichen Protesten, bei denen der Rücktritt Temers (Fora Temer!) und Neuwahlen (Elecciones diretas, ja!) gefordert wurden. Gemäß der Verfassung endet die Präsidentschaft Temers im Dezember 2018. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Sole Biasatti).

Älter sein in Kolumbien ist echtes Karma

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In Kolumbien ist es zu einer regelrechten Herausforderung geworden, sich mit der alternden Gesellschaft auseinanderzusetzen. Laut Bericht der Medizinischen Fakultät der Universität La Sabana und des kolumbianischen Vereins für Altersforschung und Altersheilkunde wird es um 2020 doppelt so viele Seniorinnen und Senioren wie Jugendliche geben – allerdings mit einem besorgniserregenden Lebensstandard. Die Studie hat aufgezeigt, dass von 30.000 Seniorinnen und Senioren aus 250 kolumbianischen Gemeinden 9,3 Prozent allein leben. In Bogotá sind es 11 Prozent in diesem Zustand. Die Situation verschlechtert sich weil es ...

Venezuela: Blockade des Parlaments nach neun Stunden beendet

Venezuela: Chávez-Nachfolger Nicolás Maduro - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información VenezuelaNach neun Stunden wurde die Blockade des Parlaments in Caracas beendet. Oppositionsabgeordnete, Journalisten und Angestellte durften das Gebäude verlassen. Sie wurden zuvor von mutmaßlichen Regierungsanhängern dort festgehalten. Die Unterstützer von Präsident Nicolás Maduro waren zunächst in die Gärten des Parlaments eingedrungen und zündeten einige Feuerwerkskörper. Als sie ins Gebäude vorstießen, prügelten sie auf die anwesenden Abgeordneten der Opposition ein. Dabei wurden fünf von ihnen verletzt. Dutzende Demonstranten blockierten den Eingang zum Sitz der Nationalversammlung und schimpften mit Parolen gegen die oppositionellen Politiker. Diese hatten sich anlässlich des Nationalfeiertags im Parlament eingefunden. Abends zogen sich die Demonstrierenden schließlich zurück. Der Oppositionsführer Henrique Capriles macht Maduro für den Angriff verantwortlich. Dieser hingegen verurteilte die Gewalttaten und forderte zu Ermittlungen auf. Während die konservative Opposition den Staatschef seines Amtes entheben will, beschuldigt dieser seine Gegner, sie planten in Zusammenarbeit mit den USA einen Staatsstreich. Seit Anfang April finden in Venezuela beinahe täglich Proteste gegen Maduro statt, bei denen bereits 91 Menschen getötet und mehr als tausend verletzt wurden. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela).

Die Geschichte von dem Fräulein Staubkorn, der Sonnentänzerin

Die Geschichte von dem Fräulein Staubkorn, der Sonnentänzerin1 - Bild: Quetzal-Redaktion, CDEs war an einem Morgen Ende April. Das rauschhaft schöne Wetter kontrastierte an jenem Tag auf ironische Weise mit der erbärmlichen Fron, der ich als Lohnschreiber ausgeliefert war. Als ich einmal den Kopf hob, fiel mein Blick auf meine Filzpuppe Jimmy, die mir mit dem Rücken gegen den Lampenstiel gelehnt und sich hin- und herwiegend gegenübersaß. Der Schirm der Leuchte diente ihm wohl als Sonnenschutz. Er nahm mich nicht wahr und schaute - auf eine Weise, die ich so von ihm nicht kannte - mit ungewohnter Aufmerksamkeit ...

„Wir müssen die Jugend dazu bringen, eine Regierung zu wählen, die für alle sorgt.“
Der Guaraní Kayowá-Führer Ládio Veron im Gespräch mit QUETZAL

Brasilien: Gurani Führer Ladio Veron - Foto: Klimabündnis Österreich Für das Foto muss der Federschmuck und die Gesichtsbemalung her – Ládio Veron ist einer der Anführer der ethnischen Gruppe der Guaraní-Kayowá, die gerade ums Überleben kämpft. Er hat sich auf den Weg gemacht, um die Interessen seines Volkes in Europa bekannt zu machen. Denn im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul, wo die...

Chile: Regierung entschuldigt sich bei den Mapuche

noticia_chile_mapuche_Ministerio_Secretaría_General_de_Gobierno„Wir haben als Staat versagt.“ So das Fazit der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet, als sie sich in der letzten Woche bei den Mapuche für alle im Namen des chilenischen Staates begangenen oder von ihm tolerierten „Fehler und Gräuel“ entschuldigte. Bachelet verband mit ihrer Entschuldigung die Ankündigung eines Programms zur Entwicklung der Region Araucanía, welches helfen soll, die wirtschaftliche Situation der Mapuche zu verbessern und die Anerkennung ihrer Kultur und Lebensweise zu garantieren. Wie Indigene in anderen lateinamerikanischen Ländern auch gehören die Mapuche zu den Ärmsten und am schlechtesten Gebildeten im Land. Neben Investitionen in Wirtschaft und Bildung ist jetzt geplant, ihre Sprache, das Mapudungun, offiziell anzuerkennen. Darüber hinaus kündigte die Präsidentin an, bestehende Landkonflikte zu klären. Seit der gewaltsamen „Pazifizierung“ von Araucanía verloren die Indigenen 90 Prozent ihres Landes, dessen Rückgabe sie seit Jahren fordern. Bis heute leben etwa 600.000 Angehörige des indigenen Volkes in traditionellen Gemeinschaften in der Region. Ihr Lebensraum wird in der Gegenwart von der intensiv betriebenen Forstwirtschaft bedroht. Widerstand wird immer wieder kriminalisiert und als Terrorismus behandelt. Sowohl Wirtschaftsverbände aus der Region als auch die Mapuche selbst begrüßen die angekündigten Maßnahmen, weisen aber darauf hin, dass Bachelet nicht mehr viel Zeit hat, ihre Pläne umzusetzen – ihre Regierungszeit endet im März 2018. (Bildquelle: Secretaría General de Gobierno).