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"buen vivir"
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Venezuela: Elf Soldaten wegen Mordverdachts festgenommen
Nachdem am 25. und 26. November 2016 im Bundesstaat Miranda die Leichen von zwölf vermissten Personen entdeckt wurden, leitete die venezolanische Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen elf Mitglieder des Militärs ein. Ihnen wird vorgeworfen, an der Tötung der gefundenen Personen beteiligt gewesen zu sein. Innen- und Justizminister Reverol ließ bereits verlauten, dass alle nötigen Schritte eingeleitet würden, um ihnen die Höchststrafen zu erteilen. Bei den Toten handelt es sich um eine Gruppe junger Menschen, die Mitte Oktober während eines Einsatzes der Operación de Liberación del Pueblo (dt. Operation zur Befreiung des Volkes) festgenommen und ohne jedwede gerichtliche Verordnung festgehalten wurde. Das Ziel der OLP, einem gemeinsamen Einsatzkommando von Militär und Polizei, besteht darin, die Gewalt krimineller Banden in Venezuela zu bekämpfen. Doch gibt es auch harte Kritik. So bemängeln Menschenrechtsorganisationen, dass es im Rahmen der OLP immer wieder zu Hinrichtungen und willkürlichen Festnahmen komme, während die hohe Kriminalitätsrate dennoch nicht gesenkt werde. Seit dem Beginn der Operation im Juli 2015 gab es bereits mehr als 750 Todesopfer zu beklagen. (Bildquelle: cc_Inti)
Kuba: „Wenn ich wirklich sterbe, wird es niemand glauben“
Die Kubaner trauern: Fidel Castro ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Dies teilte Raúl Castro, Präsident Kubas und Bruder des Verstorbenen, am Freitagabend im staatlichen Fernsehen der kubanischen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit mit. Auf eigenen Wunsch soll seine Leiche verbrannt werden. Seit 1959 hatte Fidel Castro die Geschicke Kubas gelenkt. Vor zehn Jahren übergab er nach schwerer Krankheit die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder. Trotz seines Rückzugs aus der Öffentlichkeit kam der Tod des Revolutionsführers für die Kubaner unverhofft. Es liegt in der Natur des Lebenswerkes von Fidel Castro, dass seine charismatische Persönlichkeit polarisiert hat: In Washington, Miami und anderswo wurde er dafür gehasst, dass er den einfachen Kubanern ihre Menschenwürde zurückgegeben und die Insel dem Zugriff der USA entzogen hat. Aus demselben Grund wird er von der Mehrheit seines Volkes verehrt. In der internationalen Arena hatten jene Völker und Staatsmänner, die sich gegen Kolonialismus, Ausplünderung und Willkür zur Wehr setzen mussten, in Fidel Castro einen verlässlichen Verbündeten. Dieser wird nun fehlen. Auch wenn das Ableben einer solchen historischen Persönlichkeit immer eine tiefe Lücke hinterlässt, bleibt Fidel Castros revolutionäres Erbe eine Quelle der Zuversicht, dass eine andere Welt möglich ist. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg)
El viaje – Ein Film von Nahuel López
Es ist schon ein wenig wie bei Pawlows Hunden. Als ich las, dass Rodrigo González von den Ärzten eine Reise nach Chile unternommen hat, um dort der Musik seiner Kindheit auf die Spur zu kommen und ein Album mit den Sängern der Nueva Canción Chilena und ihren musikalischen Erben aufzunehmen, waren sofort Namen gegenwärtig: Violeta Parra, Víctor Jara, Inti-Illimani, Quilapayún, Isabel und Ángel Parra, Patricio Manns... Und dazu natürlich auch Melodien.
Argentinien: Regierung geht gegen Biberplage vor
Argentiniens Umweltministerium und die Provinz Tierra del Fuego (Dt. Feuerland) haben beschlossen, ca. 100.000 Biber im Süden Argentiniens zu beseitigen. Der Grund für dieses Vorgehen ist die Bedrohung des heimischen Ökosystems, welches seit der Einführung des Tieres im Jahr 1946 stark gelitten hat. Durch das Erbauen von Dämmen verwandeln die Biber eine Vielzahl von Flüssen und Bächen in stehende Gewässer, wodurch sich andere Wasserbewohner nicht mehr fortbewegen können. Darüber hinaus wachsen die auf Feuerland heimischen Bäume – im Gegensatz zu ihren kanadischen Vettern – nicht wieder nach, wenn sie von den Bibern gefällt worden sind, was eine großflächige Rodung des Waldes nach sich zieht. Seit die Tiere vor 70 Jahren aufgrund ihres Pelzes in Südargentinien eingeführt wurden, haben sie bereits eine Fläche doppelt so groß wie Buenos Aires gerodet. Begünstigt wird ihre Ausbreitung durch den Umstand, dass Biber auf Feuerland keinerlei natürliche Feinde besitzen und sich so ohne Probleme verbreiten können. Neben ökologischen Problemen entstehen jedoch auch Belastungen für die ansässige Bevölkerung. So zerstören die Biber Holzbrücken, verstopfen Abwasserkanäle und können durch ihre Ausscheidungen Parasiten und Krankheitserreger im Wasser verbreiten. Um die Tiere effektiv zu beseitigen, wird ein speziell ausgebildetes Team aus 10 Personen gebildet, welches im Laufe der Pilotphase bereits zwischen 5.000 und 10.000 Exemplare erlegen soll. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)
Der Friedensprozess: Wie ist das Unmögliche möglich geworden?
María Jimena Duzán berichtet über den Weg, den die Delegationen genommen haben seit sie sich das erste Mal in Havanna im Jahr 2014 trafen, bis hin zur historischen Unterzeichnung des Friedensvertrags. Über den Friedensprozess mit den Farc könnte auf viele unterschiedliche Arten berichtet werden. Nach vier Jahren, die durch zahlreiche An- und Abreisen aus Havanna gekennzeichnet waren ...
Mexiko: 186 Migranten aus Zentralamerika abgefangen
Am Mittwoch wurden in den Bundesstaaten Zacatecas und Tabasco im Rahmen von Verkehrskontrollen insgesamt 186 Menschen, die sich ohne gültige Papiere auf dem Weg zur US-amerikanischen Grenze befanden, entdeckt. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Menschen aus Zentralamerika, die ihren Schmugglern bis zu 5.000 US-Dollar gezahlt hatten, um von ihnen Richtung Norden gebracht zu werden. Die Busse, in denen sie transportiert wurden, waren den Kontrolleuren durch ihre auffällig hohe Zahl an Mitfahrern aufgefallen. An Bord des in Zacatecas gefassten Fahrzeuges, welches für 45 Personen ausgelegt ist, befanden sich 92 Personen, davon 23 Minderjährige. In Tabasco waren es 94 Personen, davon 43 Minderjährige. Aufgrund der Enge wiesen die Migranten Hautverletzungen auf und litten zudem unter starker Dehydrierung. Nach ihrer Befreiung erhielten sie sowohl medizinische als auch psychologische und konsularische Hilfe. Die Fahrer der Busse wurden festgenommen und müssen sich nun wegen Menschenhandels verantworten. Bereits im Oktober gelang es den mexikanischen Behörden, in Tabasco 121 Menschen aus einem Lastwagen zu befreien. Auch sie waren auf engstem Raum eingepfercht und zeigten dadurch Anzeichen von Dehydrierung und Ersticken. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr ungefähr 150.000 Menschen Mexiko durchqueren, um in die USA zu gelangen. (Bildquelle: Jonathan McIntosh)
El Salvador: Ex-Präsident Saca wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen
In der Nacht von Samstag auf Sonntag (29./30.10.2016) wurde der ehemalige Präsident El Salvadors, Elías Antonio Saca, festgenommen. Ihm werden Unterschlagung, Geldwäsche und die Mitgliedschaft in illegalen Gruppierungen vorgeworfen. Zum Zeitpunkt der Festnahme, die von der Generalstaatsanwaltschaft des Landes auch via Twitter bekanntgegeben wurde, befand sich Saca auf der Hochzeitsfeier seines Sohnes in der Landeshauptstadt San Salvador. Neben Saca wurden auch sechs seiner früheren Mitarbeiter gefasst. Dazu gehören u.a. César Funes, ehemaliger Vorsitzender der „Secretaría de la Juventud“ und Julio Rank, ehemaliger Vorsitzender der „Secretaría de Comunicaciones“. Ihnen werden die gleichen Delikte wie Saca zur Last gelegt. Alle Festgenommenen wurden der „División Antinarcóticos“ der Polizei übergeben. Saca, der El Salvador von 2004 bis 2009 regierte, ist nicht der erste Präsident, der mit dem Gesetz in Konflikt gerät, ähnlichen Vorwürfen müssen sich auch andere ehemalige Präsidenten stellen. Sowohl Sacas Nachfolger Mauricio Funes (Präsident von 2009 bis 2014) als auch seinem Vorgänger Francisco Flores (Präsident von 1999 bis 2004), der im Januar dieses Jahres an den Folgen eines Schlaganfall verstarb, werden u.a. Korruption und die Unterschlagung von Spendengeldern vorgeworfen. (Bildquelle: mayns82)
Chile: Kommunalwahlen setzen deutliches Zeichen gegen die Regierung
Bei den Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag hat die chilenische Bevölkerung landesweit über ihre Bürgermeister und Stadträte abgestimmt. Während das Ergebnis für das Oppositionsbündnis Chile Vamos (ein Verbund von Parteien aus dem zentralen und rechten Spektrum) einen Erfolg darstellt, musste das Regierungsbündnis Nueva Mayoría (ein Zusammenschluss aus Parteien des zentralen und linken Spektrums) herbe Verluste einstecken. Letzten Auszählungen zufolge erhielt Nueva Mayoría insgesamt 36,36% der Stimmen und stellt damit 139 Bürgermeister; bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2012 waren es noch 167. Vamos Chile wurde dagegen mit 38,56% zur stärksten Kraft gewählt und darf damit 143 Bürgermeister stellen (im Jahr 2012 waren es lediglich 121). Unabhängige Kandidaten erhielten insgesamt 17,3% der Stimmen und stellen 53 Bürgermeister. Neben dem insgesamt niedrigen Ergebnis ist für Nueva Mayoría besonders der Verlust der Hauptstadt Santiago de Chile bitter. Zwar bildet diese nur die fünftgrößte Gemeinde, dennoch besitzt diese Entwicklung einen politischen Symbolcharakter. Die Wahlbeteiligung war, wie bereits zuvor befürchtet, äußerst gering und belief sich auf 34%. Damit wurden die 43% aus dem Jahr 2012 noch einmal unterboten. Die Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet, sehe in diesem Ergebnis keineswegs einen Ausdruck des generellen politischen Desinteresses. Für sie sei es eher ein Ausdruck des Ärgers über eine fehlende Rechtschaffenheit, fehlende Ideen und fehlende Neuerungen seitens der politischen Führung. Diese Kommunalwahlen könnten als ein Zeichen für die im November 2017 stattfindenden Präsidentschaftswahlen gedeutet werden. (Bild: Richard Espinoza)
Lateinamerika: Umfrage belegt Integrationswillen der Lateinamerikaner
Das Vertrauen der Lateinamerikaner in die Demokratie ist im Jahr 2016 leicht gesunken. In einer Zeit, in der sich in den meisten Ländern der Region demokratische Regierungen etabliert haben, fiel die Unterstützung von 56 Prozent auf 54 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse von Latinobarómetro, einer Umfrage, bei der gut 20.000 Lateinamerikaner in 18 Ländern befragt worden sind. Für die Forscher ist der Rückgang der Zustimmung zur Demokratie eine Reaktion auf die Wirtschaftskrise, die nicht abreißenden Korruptionsskandale und die Unzufriedenheit mit den öffentlichen Dienstleistungen. Fast einem Viertel der Lateinamerikaner ist es egal, welches politische Regime in ihrem Land herrscht. Andererseits wünschen sich die Befragten eine größere Integration der Region nach dem Beispiel der EU. 77 Prozent von ihnen befürworten eine wirtschaftliche Integration, von der sie sich Impulse für die Entwicklung erhoffen. Und selbst eine politische Integration wird noch von 60 Prozent unterstützt. In punkto Integration sind die Bürger Lateinamerikas also offensichtlich deutlich weiter als ihre Politiker, die sich in dieser Frage nach wie vor nicht einigen können. Marta Lagos, die Leiterin von Latinobarómetro, sagte in einem Interview: „Gestern begann die Integration Lateinamerikas.“ Damit spielte sie auf die Demonstrationen gegen Gewalt gegen Frauen an, die am Mittwoch zeitgleich in 25 lateinamerikanischen Ländern stattfanden (Bildquelle: NASA_).
Mexiko: Zapatisten kündigen eigene Präsidentschaftskandidatin für 2018 an
Der EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) hat angekündigt, für die nächste Präsidentschaftswahl im Jahr 2018 einen eigenen Kandidaten bzw. konkret eine eigene Kandidatin zu stellen. Getroffen wurde diese Entscheidung im Rahmen des 5. Congreso Nacional Indígena in Cristóbal de las Casas (Chiapas), an dem ca. 500 indigene Delegierte aus dem gesamten Staatsgebiet teilnahmen. Zwar ist bis jetzt noch keine konkrete Kandidatin bestimmt worden, doch hat der EZLN, neben der Tatsache, dass es sich um eine Frau handeln soll, außerdem verlauten lassen, dass explizit nach einer Frau aus der indigenen Bevölkerung gesucht werde. Man befinde sich momentan auf einer weitreichenden Suche nach einer geeigneten Kandidatin. Der EZLN setzt sich seit seiner Gründung am 1. Januar 1994 für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos ein, doch die aktive Teilnahme an Präsidentschaftswahlen ist eine historische Einzigartigkeit. Er hatte sich stets dagegen ausgesprochen, am – seiner Ansicht nach – korrupten politischen System Mexikos teilzuhaben. Nun jedoch sei es an der Zeit, in die Offensive zu gehen, eine neue Nation zu errichten und die antikapitalistische Linke zu stärken. Ob der EZLN für sein Vorhaben staatliche Subventionen, die er selbst stets kritisierte, erhalten wird, steht noch nicht fest. (Bildquelle: Lucha)