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Chile: Herrscher über das Lithium oder ewiger Lieferant in der neuen Geopolitik?

Lesedauer: 13 Minuten

Wenige Wochen vor dem Machtwechsel steht das Land vor einem Widerspruch, der seine Zukunft bestimmt: Es verfügt über die größten Lithiumvorkommen der Welt, hat jedoch nicht die Macht, über seine eigene industrielle Entwicklung zu entscheiden. Der Konflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten ist längst keine abstrakte Angelegenheit mehr: Washington hat Chile gerade wegen eines Unterseekabels mit Peking sanktioniert, und der designierte Präsident Kast wird sich vom ersten Tag an für eine Seite entscheiden müssen.

Als Emmanuel Guerin, Vizedekan der Sciences Po Paris Climate School, kürzlich schrieb, dass „die Macht nicht mehr darin liegt, die natürliche Ressource zu besitzen, sondern die Zwischenstufen der Wertschöpfungskette zu kontrollieren“, könnte er mit chirurgischer Präzision die Weggabelung beschrieben haben, an der sich Chile im Februar 2026 befindet.

Das Land, das über die größten abbaubaren Lithiumreserven der Welt verfügt – mit dem Salar de Atacama als Kronjuwel, dessen Sole Konzentrationen von bis zu 2.000 mg/Liter und Produktionskosten von nur 3.600 Dollar pro Tonne aufweist –, bereitet sich auf einen Regierungswechsel vor, inmitten eines geopolitischen Widerspruchs, der seine Zukunft bestimmt. Es ist zugleich der begehrteste Lieferant und ein Akteur mit geringer Fähigkeit, über sein eigenes industrielles Schicksal zu entscheiden.

Das aktuelle Bild spricht Bände. Der staatliche Gigant Codelco und das private Bergbauunternehmen SQM haben im Dezember die Gründung von Nova Andino Litio SpA besiegelt – die größte öffentlich-private Partnerschaft in der Geschichte Chiles, die den Betrieb des Salar de Atacama bis 2060 bündeln wird. Die Vereinbarung im Wert von rund 75 Milliarden Dollar verspricht dem chilenischen Staat Einnahmen zwischen 250 und 450 Milliarden Dollar in den nächsten drei Jahrzehnten.

Die Umarmung des chinesischen Bären

Die Genehmigung des Joint Ventures kam nicht nur von den chilenischen Behörden. Sie musste auch den Filter Pekings passieren. Und die chinesische Kommission für die Verwaltung und Überwachung staatlicher Vermögenswerte (SASAC) stellte klare Bedingungen: Das neue Unternehmen muss chinesischen Kunden Mindestmengen an Lithium zu fairen und nichtdiskriminierenden Bedingungen garantieren.

Das Thema ist eines geopolitischen Spionagedrehbuchs würdig. SQM, das private chilenische Unternehmen, das als Symbol des nationalen Kapitalismus gilt, wird unter der Aufsicht von Codelco operieren, um die Anforderungen einer ausländischen Regierung zu erfüllen. China muss die Minen nicht besitzen, wenn es sich den Mineralfluss durch langfristige Verträge sichern kann, die durch seine Marktmacht gestützt werden.

Unterdessen handeln die großen globalen Akteure nach einer Logik, die über jegliche ideologischen Präferenzen der derzeitigen Regierung in La Moneda hinausgeht. Albemarle, die große Hoffnung der USA, gab am 11. Februar die Stilllegung seiner Lithiumhydroxid-Anlage in Kemerton, Australien, bekannt, da „die jüngsten Verbesserungen bei den Lithiumpreisen nicht ausreichen, um die Herausforderungen auszugleichen, denen sich die Hartgesteins-Lithiumverarbeitungsbetriebe im Westen gegenübersehen“. Seine Strategie ist defensiv: überleben, nicht erobern.

Ganfeng Lithium hingegen führt eine globale Offensive durch. Das Unternehmen baut seine Präsenz in Westafrika durch ein Joint Venture mit Lithium Africa Corp aus, produziert bereits in Mali (Goulamina) und betreibt Explorationen in der Elfenbeinküste und in Guinea. Sein Ziel: die Diversifizierung der Bezugsquellen und die Verringerung der Abhängigkeit von südamerikanischem Lithium.

Die Falle der beiden Dämonen

Guerins Analyse findet hier ihre schonungsloseste Bestätigung. Chile befindet sich in einer Zwickmühle zwischen zwei Kräften, die das Land als „lebenswichtige Energiequelle“ betrachten, doch keine von beiden sieht es als „Projekt mit staatlicher Perspektive“.

Die scheidende Regierung von Gabriel Boric – mit all ihren Widersprüchen – versuchte, eine Erzählung von industrieller Souveränität zu etablieren. Die 2023 lancierte „Nationale Lithiumstrategie“, die in der Vereinbarung zwischen Codelco und SQM konkretisiert wurde, zielte genau darauf ab, dass der Staat die Kontrolle über eine strategische Ressource zurückgewinne und aus einer Position der Stärke verhandeln könne. Die Ausgestaltung der Allianz, mit einer staatlichen Mehrheitsbeteiligung ab 2031 und einer staatlichen Gewinnbeteiligung, die bei 70 % beginnt und ab 2031 auf 85 % ansteigt, spiegelt diesen Ehrgeiz wider.[i]

Doch das politische Timing hat dieser Strategie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenige Wochen vor dem Machtwechsel verschiebt sich das Kräfteverhältnis radikal. Der designierte Präsident José Antonio Kast tritt sein Amt am 11. März mit einem Programm an, das sich ausdrücklich für die Großunternehmer einsetzt, und dem Versprechen einer Haushaltskonsolidierung in Höhe von 6 Milliarden Dollar.

Die Ernennungen der Minister haben bereits unmissverständliche Signale gesendet. Francisco Pérez Mackenna, ehemaliger Geschäftsführer von Quiñenco – der Holdinggesellschaft der Luksic-Gruppe, einem der mächtigsten Konzerne des Landes – wird das Außenministerium übernehmen. Paula Estévez, die von der Chilenisch-Amerikanischen Handelskammer (AmCham) kommt, wird das Unterstaatssekretariat für internationale Wirtschaftsbeziehungen leiten.

Die Frage, die in der politischen Luft liegt, ist unangenehm: Kann eine Regierung, die Führungskräfte der wichtigsten Wirtschaftskonzerne in Schlüsselpositionen beruft, mit den Weltmächten aus einer Position der staatlichen Stärke heraus verhandeln, oder wird sie am Ende die Partikularinteressen dieser Konzerne begünstigen?

Die Deregulierungsagenda als Trojanisches Pferd

Ein Dokument, das im Januar an die Presse durchgesickert war, löste große Besorgnis aus. Der Verband für Produktion und Handel (CPC) legte dem Wirtschaftsteam von Kast eine Liste mit 382 Maßnahmen vor, die im Rahmen des Gesetzes über sektorale Genehmigungen umgesetzt werden sollen. Das erklärte Ziel: „überflüssige Formalitäten abschaffen und andere in flexiblere Mechanismen umwandeln“.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Abschaffung oder Umwandlung wichtiger Umweltgenehmigungen in einfache „Meldungen“: Genehmigungen für Anlagen zur Entsorgung gefährlicher Abfälle, Entsorgungspläne für gefährliche Abfälle, die Lagerung gefährlicher Stoffe, der Transport radioaktiver Materialien und sogar Genehmigungen für Eingriffe in Naturschutzgebiete.

„Anscheinend lautet das Motto der CPC: ‚Lieber um Verzeihung bitten als um Erlaubnis‘“, warnte ein Zeitungsbericht, der das Dokument aufdeckte. „Das Problem ist, dass die Kosten dieser Sichtweise normalerweise nicht von den Führungskräften und Eigentümern dieser Unternehmen getragen werden, sondern von der Gesellschaft.“

In Guerins Worten bedeutet dies nichts anderes als die Festigung der Rolle Chiles als bloßer Rohstofflieferant. Die Deregulierung im Umweltbereich senkt zwar die Förderkosten, schafft aber keinen industriellen Mehrwert. Es ist die perfekte Formel dafür, dass transnationale Unternehmen – ob chinesische, US-amerikanische oder europäische – weiterhin das Rohmineral abtransportieren und in ihren eigenen Ländern verarbeiten.

Der erste Schlag: Der Entzug von Visa, der die Lage neu definiert

Doch während Kast sein Kabinett zusammenstellt und Prioritäten festlegt, hat Washington ihm bereits eine Botschaft übermittelt, die keinen Raum für Interpretationen lässt. Am 19. Februar teilte das Weiße Haus über soziale Medien – ohne diplomatische Note oder vertrauliche Gespräche zwischen den Außenministerien – mit, dass es drei chilenischen Regierungsbeamten und ihren Familien die Visa entziehen werde. Ohne Namen. Ohne detaillierte Erklärungen. Nur ein Satz voller Schwere: Sie haben „kritische Infrastruktur gefährdet“ und „die regionale Sicherheit in unserer Hemisphäre untergraben“.

Der eigentliche Grund ist bekannt: das Projekt eines Unterseekabels zwischen Chile und China zur Datenübertragung, der Chile-China Express, der Valparaíso mit Hongkong verbinden würde. Eine Initiative, die Washington als Teil des strategischen Wettbewerbs mit Peking interpretiert.

In Santiago traf der Rückschlag einen der beliebtesten Minister im Kabinett von Boric, den Minister für Verkehr und Telekommunikation, Juan Carlos Muñoz. Die erste Lesart liegt auf der Hand: eine Strafe für die scheidende Regierung in ihren letzten Wochen. Doch die zweite – und wichtigere – Lesart zielt direkt auf José Antonio Kast ab.

„Ich glaube, dass es tatsächlich ein großes Dilemma gibt, vor dem der künftige Präsident José Antonio Kast stehen wird, das aber alle Präsidenten weltweit betrifft, die sich nicht einfach und bedingungslos den Wünschen von Donald Trump beugen“, warnt die Wissenschaftlerin Paulina Astroza.

Dieses Dilemma ist nicht theoretischer Natur. Kast wird sein Amt am 11. März unter unmittelbarem Druck antreten. Er hat keinen Handlungsspielraum. Verschiedene Analysten sind sich einig, dass er nur zwei Wege hat.

Erste Option: sich Washington anschließen und das Projekt mit China bremsen. Das würde ihn politisch auf eine Linie mit Trump und dem Diskurs zur hemisphärischen Sicherheit bringen. Aber es hätte unmittelbare wirtschaftliche Folgen. China ist Chiles wichtigster Handelspartner, ein Schlüsselmarkt für Kupfer und Lithium und ein zentraler Akteur bei strategischen Investitionen.

„Im Falle Chiles ist das eine große Herausforderung, da wir sehr enge Beziehungen zu China unterhalten, viel exportieren und es wirtschaftliche Interessen von Unternehmern und wichtigen Sektoren unseres Landes gibt, die sich nicht so einfach den Wünschen von Donald Trump beugen lassen“, fügt Astroza hinzu.

Kast versprach Wachstum. Eine Verschlechterung der Beziehungen zum asiatischen Riesen würde die Wirtschaft verunsichern, die Investitionserwartungen beeinträchtigen und Druck auf seine Wirtschaftsagenda ausüben.

Zweite Option: das Projekt beibehalten und eine autonome und diversifizierte Außenpolitik verfolgen. In diesem Fall müsste er mit den Vereinigten Staaten leben, die bereits ihre Bereitschaft gezeigt haben, die „Peitsche“ als politisches Instrument einzusetzen.

Jeanne Simon, eine US-amerikanische Analystin, ist kategorisch: „Sicherlich wollen sie die ‚verantwortlichen Personen‘ noch vor dem Machtwechsel bestrafen. Damit senden sie auch eine Botschaft an die neue Regierung von Kast: dass sie die Prioritäten der Trump-Regierung respektieren muss.“

Der ehemalige Außenminister Ignacio Walker erinnert daran, dass Chile „keine Unterschiede zwischen Märkten und Investoren macht“. Das war die Grundlage des chilenischen Modells: Offenheit, Verträge und klare Regeln für alle. Sollte Kast diesen Grundsatz unter Druck ändern, würde er das Modell der internationalen Einbindung des Landes neu definieren. Bleibt er dabei, muss er eine angespanntere Beziehung zu Washington in Kauf nehmen.

Gabriel Gaspar, ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium, wirft die zentrale Frage auf: „Wenn dies ein Signal war, stellt sich die Frage, ob es an eine scheidende Regierung gerichtet ist, der noch zwei Wochen bleiben, oder ob es an die neue Regierung gerichtet ist, um ihr zu sagen: ‚Das ist es, was Sie nicht tun dürfen‘.“

Der Entzug der Visa ändert heute nichts am chilenischen Handel. Aber er verändert den politischen Kontext der nächsten Regierung. Er zwingt Kast, sich bald zu entscheiden – mit offensichtlichen Kosten.

Die Illusion einer „natürlichen Allianz“

Die neue Regierung hat ihre Absicht bekundet, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu vertiefen. Angesichts der ideologischen Übereinstimmungen der rechtsextremen Kräfte ist dies verständlich. Doch die geoökonomische Realität ist hartnäckig.

Chile und Argentinien liefern zusammen 97 % des von den USA importierten Lithiums. Diese Abhängigkeit der USA ist ein Verhandlungsvorteil, aber auch eine Schwachstelle, wenn sie als automatische Angleichung interpretiert wird. Die Trump-Regierung – die bereits ihre Bereitschaft zu Sanktionen gezeigt hat – hat keinen Anreiz, Chile dabei zu unterstützen, Raffineriekapazitäten aufzubauen, die mit den Anlagen konkurrieren, die Albemarle auf US-amerikanischem Boden errichten will.

China hingegen hat bereits seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, die Versorgung durch die Kontrolle der Zwischenstufen zu beeinflussen. Es muss nicht Eigentümer der Minen sein, wenn es 60 % der weltweiten Lithiumveredelung, 73 % des Kobalts und fast 90 % der Seltenen Erden beherrscht.

In diesem Zusammenhang kann die „natürliche Allianz“ mit dem Westen ebenso asymmetrisch sein wie die Abhängigkeit von China. Der Unterschied besteht darin, dass Peking konkrete Investitionen und angewandte Technologie bietet; Washington bietet politische Unterstützung und glaubwürdige imperialistische Drohungen.

Die Uhr tickt

Während Chile diese Widersprüche ausräumt, wartet die Welt nicht ab. Die Lithiumpreise sind seit den Tiefstständen von 2025 um 100 % bis 130 % gestiegen und liegen nun zwischen 16.700 und 22.500 Dollar pro Tonne. Der Markt hat sich von einem globalen Überschuss zu einem strukturellen Defizit gewandelt. Energiespeichersysteme (ESS) werden im Jahr 2026 31 % der Lithiumnachfrage ausmachen, und die KI-Revolution sorgt für eine steigende Nachfrage nach Rechenzentren, die eine Batterie-Notstromversorgung benötigen.

Die Vereinbarung zwischen Codelco und SQM verschaffte Chile Rechtssicherheit bis 2060. Doch Sicherheit ist nicht dasselbe wie Entwicklung. Der Unterschied zwischen einer „lebenswichtigen Energiequelle“ und einem „Projekt mit staatlicher Perspektive“ entscheidet sich in den kommenden Monaten in der Fähigkeit, den Reichtum des Bodens in industrielle, technologische und menschliche Kapazitäten umzusetzen.

Die Regierung Boric hinterlässt institutionelle Strukturen, die theoretisch dazu dienen könnten, industrielle Souveränität aufzubauen. Doch die Regierung Kast wird nichts festlegen: Sie ist angetreten, um die Interessen der Bourgeoisie zu verwalten, die sie ins Amt gebracht hat, und diese Bourgeoisie – kurzsichtig, extraktivistisch, rentenorientiert – hat keinerlei Interesse an einem souveränen Entwicklungsprojekt. Sie zieht unmittelbare Gewinne, die Krümel des „Tröpfeleffekts“ und die Rolle des Juniorpartners der globalen Mächte vor, denn genau dort hat sie sich über Jahrzehnte hinweg bereichert. Die geerbten institutionellen Strukturen werden in ihren Händen ein Instrument sein, um die Abhängigkeit effizienter zu verwalten, nicht um sie zu überwinden.

Die chilenische Bourgeoisie steht theoretisch vor einer Weggabelung: Entweder bleibt sie weiterhin der untergeordnete Partner der Weltmächte oder sie geht das Risiko ein, gemeinsam mit dem Staat ein echtes Entwicklungsprojekt aufzubauen. Die Geschichte zeigt jedoch immer wieder ihre strategische Kurzsichtigkeit. Gewöhnt an sofortige Gewinne und an ein extraktivistisches Modell, das es ihr ermöglicht hat zu wachsen, ohne das Land industrialisieren zu müssen, hat sie konsequent die Rolle des abhängigen Partners bevorzugt, im Vertrauen darauf, dass die Krümel des „Tröpfeleffekts“ – prekäre Arbeitsplätze, schlecht ausgehandelte Lizenzgebühren, lokale Verträge – die Mehrheit letztendlich besänftigen würden. Diese kurzfristige Sichtweise, die die Gewinne der nächsten Bilanz über den Aufbau souveräner Produktionskapazitäten stellt, ist genau das, was Chile in seiner Rolle als Rohstofflieferant gefangen hält – von Salpeter über Kupfer bis hin zu Lithium.

Das Dilemma um das Unterseekabel ist nur der erste Akt eines Stücks, das Chiles Stellung in der neuen Weltordnung bestimmen wird. Und die Entscheidung von Kast – sich Trump anzuschließen und die Beziehungen zu China zu riskieren oder die Autonomie zu wahren und die Kosten einer Konfrontation mit den Vereinigten Staaten auf sich zu nehmen – wird den gesamten Ton seiner Amtszeit bestimmen. Doch diese Entscheidung, die von der Rechten getroffen wird, wird nicht die eines Staatsmannes mit langfristiger Vision sein, sondern die eines Verwalters der Interessen einer Klasse, die es immer vorgezogen hat, nach der Pfeife der Großmächte zu tanzen.

Das „weiße Gold“ von Atacama kann die Grundlage für gemeinsamen Wohlstand sein oder die Bestätigung dafür, dass wir, wie Eduardo Galeano schrieb, „Tänzer im großen Tanz der Stimmlosen“ sind. Oder, um es mit den Worten des kanadischen Premierministers Mark Carney zu sagen: Es ist nicht dasselbe, auf der Speisekarte zu stehen oder am Tisch zu sitzen.

Den Unterschied wird, wie immer, die Politik machen. Und solange die chilenische Bourgeoisie ihre Profite mit dem nationalen Interesse verwechselt, wird Chile weiterhin auf der Speisekarte stehen.

Den Unterschied wird, wie immer, die Politik machen – die Politik, die die Völker gestalten.

 


 

Original-Beitrag aus El Clarín de Chile vom 22. Februar 2026. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift.

Übersetzung aus dem Spanischen: G. Töpferwein

Bildquellen: [1] cc_ BY-NC 4.0_kboo.fm; [2] CC BY-SA 3.0_romanceor_en.wikipedia.org; [3] tomihahndorf_de.wikipedia.org_public_domain

 

[i] Technische Daten: Nova Andino Litio SpA wird im Salar de Atacama tätig sein und bis 2030 eine geplante Produktionskapazität von 300.000 Tonnen Lithiumcarbonat pro Jahr erreichen. Der chilenische Staat erhält zwischen 2025 und 2030 70 Prozent der Betriebsgewinne und von 2031 bis 2060 85 Prozent. Die zugesagte Investition beläuft sich auf über zwei Milliarden Dollar in neue Technologien zur direkten Lithiumgewinnung (DLE), die den Wasserverbrauch senken und die Produktionszeiten von Monaten auf Stunden verkürzen werden.

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