Die erneute Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA am 5. November 2024 signalisiert dem Rest der Welt, dass die Pax Americana in Trümmern liegt und die USA selbst sich im Niedergang befinden. Unter dem Banner des „America first!“ verspricht er, das Land zu alter Größe zurückzuführen. Dass dabei dem Doppelkontinent der Amerikas eine neue Rolle zugedacht ist, wird schon kurz nach Amtsantritt deutlich, als Trump laut darüber nachdenkt, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen und Grönland zu annektieren. Im Februar 2025 zwingt er Panama, die chinesische Belt and Road Initiative (BRI) zu verlassen und fordert die US-amerikanische Kontrolle über den Panamakanal zurück. Auch wenn das Vorgehen der USA gegenüber Lateinamerika von Anfang an durch Interventionen, Staatsstreiche und Embargos gekennzeichnet ist, unterscheidet sich die »Donroe-Doktrin«, wie die New York Post vom 8. Januar 2025 die Trumpsche Variante der Monroe-Doktrin bezeichnet hatte, in mehrfacher Hinsicht von der Hegemonialpolitik seiner Vorgänger.
Trumps Donroe-Doktrin – Was ist neu?
Der erste und wichtigste Unterschied besteht darin, dass sich die USA in einer Phase des Niedergangs befinden und nicht – wie zuvor – auf Expansionskurs sind. Daraus ergibt sich zweitens ein geopolitischer Strategiewechsel, der seinen regierungsamtlichen Niederschlag in der National Security Strategy vom November 2025 (NSS 2025) und der National Defense Strategy vom Januar 2026 (NDS 2026) gefunden hat. Als drittes Merkmal sticht der unverhohlene und brutale Zynismus der Donroe-Doktrin ins Auge. In diesem „ehrlichen Imperialismus“, wie es Renate Dillmann nennt, sehen viele Kommentatoren einen weiteren Unterschied zur Heuchelei der wertebasierten Ordnung, wie sie von Trumps Vorgängern praktiziert wurde. Diese „Ehrlichkeit“ besteht vor allem darin, dass Trump bei der Durchsetzung seiner Ziele auf Stärke setzt, denn „Stärke ist die beste Abschreckung“ (NSS 2025, S. 8). Trumps Offenheit erinnert an die Interventionspolitik des „Big Stick“ eines Teddy Roosevelts und dessen Corollary zur Monroe-Doktrin von 1904. Diese „Hinwendung zur Frühzeit des Imperialismus, mithin zum (als überwunden geglaubten) brachialen Militarismus“ geht einher mit dem „endgültige(n) Abschied von der ‚Welt von gestern‘, der sich in der Digital- und KI-Revolution mit all ihren Auswirkungen und ambivalenten Zukunftsszenarien, einschließlich der finalen Lossagung vom Geist der klassischen Aufklärung, vollzieht“ (Zuckermann). In diesem Sinne widerspiegelt Trump tatsächlich das Neue des jetzigen Weltzustands.
Wie dieses Neue die Welt zerstört, zeigen vor allem die Ereignisse seit Jahresbeginn. Die völkerrechtswidrige Verschleppung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores am 3. Januar sowie der Krieg gegen den Iran, den Trump in Komplizenschaft mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Natanyahu am 28. Februar vom Zaun gebrochen hat, geben einen ersten Vorgeschmack auf die Durchsetzung der Donroe-Doktrin. In der Ukraine geht der Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland in sein fünftes Jahr, während die kubanische Revolution unter dem wachsenden Druck des US-Embargos um ihr Überleben kämpft. Die genannten Konflikte geben Aufschluss darüber, wie es um die geopolitische Umsetzung von „America first!“ bestellt ist und welche Gegenkräfte mit welchem Erfolg dem Trump’schen Imperialismus Widerstand leisten. Will man die Folgen der Donroe-Doktrin für das neue Verhältnis der absteigenden USA zu ihrem bisherigen Hinterhof, der Westlichen Hemisphäre, aufzeigen, dann bieten die Analyse der beiden Strategiepapiere – NSS 2025 und NDS 2026 – und die Einordnung der genannten Ereignisse in die Richtlinien der Donroe-Doktrin gute Voraussetzungen.
Ein Plan für den imperialen Umbau
Das Ziel der Donroe-Doktrin wird klar benannt. In allen relevanten Belangen wollen die USA dominant sein. »America first!« soll für die Streitkräfte, die nukleare Abschreckung, die Wirtschaft und deren industrielle Basis, den Energie- und Finanzsektor sowie – man höre und staune – sogar für die „unvergleichliche ‚soft power‘“ gelten (NSS 2025, S. 3–4). „Das Ziel dieser Strategie besteht darin, all diese weltweit führenden Ressourcen und andere miteinander zu verbinden, um die Macht und Vorrangstellung [engl. preeminence] Amerikas zu stärken und unser Land noch größer zu machen als je zuvor.“ (ebenda, S. 7) Der ausdrückliche Verzicht auf den „Globalismus“ (ebenda, S. 1, 12) zeigt sich in den vier Prioritäten der NDS 2026 (S. 3-6). An erster Stelle steht nunmehr die Verteidigung des Heimatlandes, was die Kontrolle über die Westliche Hemisphäre ausdrücklich einschließt. Die Abschreckung Chinas bildet den zweiten Punkt, der drittens die Forderung an die Verbündeten folgt, mehr „Verantwortung“ – sprich: Lasten – als bisher zu übernehmen. An vierter Stelle wird die Steigerung der Kapazität der eigenen Verteidigungsindustrie genannt. Wie der jüngste Krieg gegen den Iran zeigt, haben sich die Waffenlager schneller geleert, als die Rüstungsindustrie die Lücken füllen kann. Das Wort „Demokratie“ kommt in der NDS 2026 kein einziges Mal vor.
Von zentraler Bedeutung ist die Reaktivierung der Monroe-Doktrin, die als Trump Corollary Eingang in die Nationale Sicherheitsstrategie (NSS 2025, S. 15ff) gefunden hat: „Nach Jahren der Vernachlässigung werden die Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin wieder geltend machen und durchsetzen, um die Vorrangstellung Amerikas in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen und unser Heimatland sowie unseren Zugang zu wichtigen geografischen Gebieten in der gesamten Region zu schützen. Wir werden Wettbewerbern außerhalb der Hemisphäre die Möglichkeit verweigern, Streitkräfte oder andere bedrohliche Kapazitäten in unserer Hemisphäre zu positionieren oder strategisch wichtige Vermögenswerte zu besitzen oder zu kontrollieren. Diese ‚Trump-Ergänzung‘ (engl. Trump Corollary) zur Monroe-Doktrin ist eine vernünftige und wirksame Wiederherstellung der amerikanischen Macht und Prioritäten, die mit den amerikanischen Sicherheitsinteressen im Einklang steht.“
Dies schließt ausdrücklich die „Neuausrichtung unserer globalen Militärpräsenz“ ein, wobei die Fokussierung auf „unsere Hemisphäre“ mit dem Rückzug aus Schauplätzen einhergeht, „deren relative Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA in den letzten Jahrzehnten oder Jahren abgenommen hat“ (ebenda, S. 16). In Asien will Trump „Führung aus einer Position der Stärke“ erlangen, um so „die wirtschaftliche Zukunft zu gewinnen“, gleichzeitig aber „militärische Konfrontationen verhindern“ (ebenda, S. 19). Wie widersprüchlich dieser Anspruch ist, zeigt sich am Beispiel von Taiwan. Während die NSS 2025 die Insel in den Fokus rückt und der „Abschreckung … idealerweise durch die Aufrechterhaltung der militärischen Überlegenheit“ Priorität einräumt (ebenda, S. 23), wird sie in der NDS mit keinem Wort erwähnt.
Über Europa äußert sich die NSS 2025 erst an dritter Stelle (ebenda, S. 25–27). Die „rasche Beendigung der Feindseligkeiten in der Ukraine“ soll dazu dienen, die „strategische Stabilität mit Russland wiederherzustellen“ (ebenda, S. 25). Zugleich wird der Niedergang Europas konstatiert, wobei die EU als „Problem Europas“ bezeichnet wird. Wenn „Europa europäisch bleiben“ wolle, müsse es „seinen derzeitigen Kurs korrigieren“. Der „wachsende Einfluss patriotischer europäischer Parteien“ gebe „Anlass zu großem Optimismus“. Der Erweiterung der NATO wird eine Absage erteilt (ebenda, S. 27).
Die Strategie gegenüber dem Nahen Osten soll künftig auf zwei Prämissen beruhen. Da sich die Energieversorgung stark diversifiziert hat und die USA Nettoenergieexporteur geworden sind, genießt die Region einerseits nicht mehr jene vorrangige Stellung wie in den letzten 50 Jahren; andererseits wird Amerika „immer ein grundlegendes Interesse daran haben, sicherzustellen, dass die Energievorräte am Golf nicht in die Hände eines erklärten Feindes fallen, dass die Straße von Hormus offen bleibt, dass das Rote Meer befahrbar bleibt, dass die Region kein Nährboden oder Exporteur von Terror gegen amerikanische Interessen oder das amerikanische Heimatland wird und dass Israel sicher bleibt. Wir können und müssen dieser Bedrohung ideologisch und militärisch begegnen.“ (ebenda, S. 28) In Afrika verzichtet die Trump-Administration darauf, die „liberale Ideologie zu vermitteln“, und strebt stattdessen „Partnerschaften mit ausgewählten Ländern“ an, um Konflikte zu entschärfen und die reichhalten Naturressourcen und das latente Wirtschaftspotenzial der Region zu nutzen (ebenda, S. 29).
Drei Bausteine der Trump´schen Großraumordnung auf dem amerikanischen Doppelkontinent
Der Anspruch der USA auf die Kontrolle der „eigenen Hemisphäre“, die erklärtermaßen von Grönland bis Feuerland reicht, besteht in Gestalt der Monroe-Doktrin zwar seit mehr als 200 Jahren. Nichtdestotrotz stellt die Trump Corollary einen ähnlich tiefen Einschnitt dar, wie die Corollary von 1904, die von Theodore Roosevelt formuliert worden war. Nach dem Empire der Siedler (siehe Teil 1) und der Errichtung der Pax Americana (siehe Teil 2) werden durch die Donroe-Doktrin sowohl das Verhältnis von Zentrum und Peripherie innerhalb der Westlichen Hemisphäre als auch deren Bedeutung für den globalen Machtanspruch der USA – jetzt erstmals unter den Bedingungen ihres Niedergangs – neu bestimmt.
Im Zentrum stehen Schutz, Stärkung und Wiederaufstieg der USA. Um dieses Ziel, das im Trump’schen Motto „America first!“ seinen prägnanten Ausdruck findet, zu erreichen, richtet sich die neue Strategie einerseits auf die wirtschaftliche und moralische Erneuerung der USA, andererseits auf die Abwehr von Gefahren, die das Heimatland (U.S. Homeland) bedrohen. In Hinblick auf den zweiten Aspekt nennt die NDS 2026 sieben Punkte: (1) Schutz der Grenze, (2) Schutz des Luftraums (Golden Dome), (3) Abwehr von Cyberangriffen, (4) Modernisierung der Nuklearstreitkräfte, Bekämpfung (5) des islamistischen Terrorismus und (6) des Drogen-Terrorismus sowie (7) Zugang zu Schlüsselgebieten der Westlichen Hemisphäre, wobei Grönland, die Karibik (im Trump’schen Sprachgebrauch „Gulf of America“) und der Panamakanal explizit genannt werden (NDS 2026, S. 16-17).
Punkt (7) markiert die Pfeiler für ein Greater North America, das zur Festung ausgebaut werden soll. Durch den Einschluss von Grönland und Kanada schlägt Trump drei Fliegen mit einer Klappe. Neben dem Zugriff auf unverzichtbare Ressourcen erlangt er einen breiten Zugriff auf die Arktis, womit sich die USA sowohl sicherheitspolitisch als auch geo-ökonomisch eine bessere Ausgangsposition gegenüber dem russischen Projekt einer „polaren Seidenstraße“ (Nordost-Passage) erhoffen. Als einziger südlicher Nachbar auf dem nordamerikanischen Festland ist Mexiko ebenso wie die Karibik traditioneller Bestandteil jener nationalen Sicherheitszone, die das Kernland vor unerwünschten Interventionen und Einflüssen schützen soll. Auf dem südamerikanischen Festland zählen auch Venezuela und Kolumbien dazu. Zusammen mit dem Panamakanal haben die USA damit die kürzeste Seeverbindung zwischen ihren beiden ozeanischen Küsten unter Kontrolle. Zudem ist es den USA weitgehend gelungen, eine nordamerikanischen Energieautarkie durchzusetzen.
Tabelle 1: Festung Groß-Nordamerika:
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Groß-Nordamerika |
Fläche |
Bevölkerung (2025) |
Status |
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A |
Kernland (Lower 48) |
8.079.461 km² |
335.852.730 |
Zentrum |
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B |
Norden (Kanada-Alaska-Grönland) |
Kanada 9.980.000 km² Grönland 2.170.000 km² Alaska 1.720.000 km² Insg. 13.870.000 km² |
Kan. 39.190.000 Grön. 57.710 Alaska 737.270 Insg. 40.014.980 |
Nördl. Sicherheits-zone; Zugang zur Arktis; Grenze zu Russland |
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C |
Süden (Mexiko-Zentralamerika-Karibik (mit Ven. & Kol.) |
5.230.000 km² |
308.487.982 |
Südl. Sicherheits-zone; Migration & Drogenterrorismus |
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Gesamt (A+B+C) |
27.178.614 km² |
684.355.682 |
Plattform zur Machtprojektion |
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Lateinamerika außerhalb der Festung |
15.313.561 km² |
350.610.000 |
Einflusszone |
Quelle: Eigene Zusammenstellung
Den dritten Baustein der Trump’schen Version von einer „Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte“ (Carl Schmitt) bilden die restlichen Länder Südamerikas. Hier sieht sich Trump einer doppelten Herausforderung gegenüber. Zum einen verfügt dieser Teil Lateinamerikas wegen der größeren Distanz zum US-amerikanischen Kernland über größere Spielräume als jene Gebiete, die zur nordamerikanischen Festung gehören. Zum anderen ist es dem chinesischen Hauptrivalen gelungen, sich in allen südamerikanischen Ländern als wichtigster Handelspartner fest zu etablieren. Zudem ist Brasilien, das größte Land Lateinamerikas, ein Gründungsmitglied der BRICS. Dennoch rechnet Trump fest mit den zahlreichen Ressourcen der Region (Wasser, seltene Erden, Kupfer, Lithium, Biodiversität etc.).
Eine Festung mit drei Vorbauten in der eurasischen Hemisphäre
Nach der Westlichen Hemisphäre nennt die NDS 2026 vier geopolitische Prioritäten, die mit China, Russland und dem Iran drei BRICS-Länder sowie Nordkorea umfassen (ebenda, S. 9-12). Die genannten Länder liegen in jenen „drei Kampfzonen“ (Saxer), in denen der geopolitische Kampf um die künftige Weltordnung ausgetragen wird: Europa, Westasien und Ostasien. Laut NDS 2026 bilden sie jene „Vorbauten“ (Lange), die den „defensive Perimeter“ abstecken, mit dem Eurasien eingedämmt werden soll, wobei den „Verbündeten“ im Zuge einer „fairen Umverteilung der Lasten“ (fair burden-sharing) mehr Verantwortung zukommt (vgl. ebenda, S. 13-14, 19-21). Dass diese Umgruppierung bereits in vollem Gange ist, zeigen die jüngsten Entwicklungen.
Im Ukrainekrieg haben die europäischen „Partner“ bereitwillig die Rolle als wichtigster Geldgeber und Logistiker im Kampf gegen Russland übernommen, während sich die USA im Hintergrund halten und sich ihre Waffenlieferungen teuer bezahlen lassen. Dank des Ukrainekonflikts ist es Washington nicht nur gelungen, die einst enge deutsch-russische Kooperation zu sprengen und die EU in Frontstellung gegen Russland zu bringen. Die europäischen Staaten, insonderheit deren vermeintliches Spitzentrio in Berlin, Paris und London (E-3), sind von Trump zu Vasallen der USA herabgewürdigt worden und haben sich offenbar mit ihrem Schicksal abgefunden. Mehr noch: Mit ihrem Eskalationskurs gegenüber Moskau riskiert die vermeintliche Elite Europas einen Krieg gegen die stärkste Atommacht, den sie nicht gewinnen kann.
Während in Europa Trumps Pläne aufzugehen scheinen, gestaltet sich für ihn die Situation in Westasien wesentlich komplizierter. Angestachelt von Israel und in völliger Fehleinschätzung der Lage hat er am 28. Februar einen Krieg gegen den Iran vom Zaun gebrochen, der sich schon bald als Sackgasse erwiesen hat. In der Hoffnung auf einen schnellen Sieg durch einen Enthauptungsschlag sollte der Weg dafür geebnet werden, dass die USA ihre Präsenz in der Region schrittweise reduzieren und ein Groß-Israel die Rolle eines regionalen Hegemons übernehmen kann (vgl. NDS 2026, S. 20). Inzwischen ist klar, dass die USA in Westasien eine strategische Niederlage erlitten haben. Statt des angestrebten Regimewechsels in Teheran könnte Trumps Iran-Abenteurer zu einem vorzeitigen Ende seiner Präsidentschaft führen. In den Augen seiner Anhänger in der MAGA-Bewegung hat er seinen Nimbus als „Friedenspräsident“ endgültig verloren. Seine zionistischen Geldgeber, die auf Sieg gesetzt hatten, sind nicht nur über sein Versagen wütend, sondern wittern in seinen Verhandlungen mit dem Iran Verrat. Insgesamt keine guten Aussichten für die midterms im November 2026, die über seine restliche Amtszeit entscheiden. Eine nichtintendierte Folge des Irankrieges besteht darin, die die Fokussierung auf die Kampfzone in Ostasien vorerst in den Hintergrund getreten ist.
In Ostasien liegen zwei Länder, die auf der Prioritätenliste der NDS 2026 Platz 2 und 5 einnehmen. Als das „zweitmächtigste Land der Welt“ nach den USA, deren Schutz zusammen mit der Westlichen Hemisphäre die oberste Priorität hat, genießt die Volksrepublik China (vgl. ebenda, S. 9-10) die besondere Aufmerksamkeit Washingtons. Neben der direkten geopolitischen Rivalität mit der ostasiatischen Supermacht nennen sowohl die NSS 2025 (vgl. S. 19) als auch die NDS 2026 (vgl. S. 10) die Bedeutung des indo-pazifischen Raums, auf den mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaft entfällt, als weiteren Grund, um „mit einem starken und kontinuierlichen Fokus auf Abschreckung“ (NDS 2026, S. 20) den weiteren Aufstieg Chinas zu verhindern. Nach Russland (Platz 3) und dem Iran (Platz 4) steht Nordkorea auf Platz 5 der geopolitischen Prioritätenliste der NDS 2026 (vgl. ebenda, S. 12-13). Als Nuklearmacht bedrohe das Land nicht nur die US-Verbündeten Südkorea und Japan, sondern auch das eigene Homeland. Japan, Südkorea, Taiwan, die Philippinen und Australien werden aufgefordert, die Rolle des dritten Vorbaus der nordamerikanischen Festung zu übernehmen.
Aus beiden US-amerikanischen Strategiepapieren – der NSS 2025 und der NDS 2026 – wird klar ersichtlich, wo die Fronten im Kampf um die zukünftige Weltordnung verlaufen. Die USA betreiben einen imperialen Umbau, der die Vorherrschaft Washingtons unter veränderten Bedingungen sichern soll. An die Stelle des Globalismus der liberalen Weltordnung des Westens tritt der nackte Imperialismus mit den USA als Kernland, das durch die Festung Groß-Nordamerika geschützt werden soll. Als immer noch mächtigstes Land der Erde wollen sich die Vereinigten Staaten auf diese Weise einerseits die unangefochtene Kontrolle über die gesamte Westliche Hemisphäre sichern, um dann andererseits von dieser Plattform aus die Entwicklung in Eurasien in ihrem Sinne zu steuern. Ihre Machtprojektion ist dabei auf die drei Kampfzonen – Europa, West- und Ostasien – gerichtet, wo ihre jeweiligen Verbündeten als Vorbauten der nordamerikanischen Festung fungieren.
Dem steht die eurasische Achse China-Russland gegenüber, die in enger Kooperation mit dem Iran versucht, den Übergang zu einer multipolaren Weltordnung so zu gestalten, dass die vom Westen provozierte Eskalation der Kriege in der Ukraine und in Westasien nicht in einen dritten Weltkrieg mündet. In Ostasien soll ein offener militärischer Konflikt vermieden werden. Wichtige Bausteine einer künftigen Weltordnung sind die BRICS und die Shanghai Cooperation Organisation (SCO). Sie bieten dem globalen Süden, der sich vom Westen abgewandt hat, Alternativen für eine eigenständige Entwicklung. Das Kräftemessen zwischen den Protagonisten der beiden Weltordnungskonzepte –aggressiver US-Imperialismus versus kooperative Multipolarität – ist derzeit von hoher Dynamik, wechselseitiger Verklammerung und zunehmender Eskalation gekennzeichnet, wobei Trump die Talfahrt der USA, die er stoppen und umkehren wollte, weiter beschleunigt hat.
Was bedeutet die Donroe-Doktrin für Lateinamerika?
Mit seiner Reaktivierung der Monroe-Doktrin rückt vor allem der südliche Teil der Westlichen Hemisphäre in den Fokus des imperialen Umbaus der USA. Anders als im Falle Kanadas und Grönlands, die geopolitisch zum Westen gehören, ist damit jener Teil des globalen Südens betroffen, der dem „Koloss im Norden“ nicht nur geographisch am nächsten liegt, sondern historisch am längsten von Washington kontrolliert wird. Aus US-amerikanischer Perspektive gliedert sich Lateinamerika in vier Gebiete, wobei die beiden unmittelbar an die USA angrenzenden – Mexiko mit Zentralamerika (Landgrenze) sowie die Karibik mit Venezuela und Kolumbien (Seegrenze) – Teil der nordamerikanischen Festung sind, während der außerhalb liegenden Teil Lateinamerikas neben Brasilien sieben spanischsprachige Länder umfasst (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2: Geopolitische Untergliederung Lateinamerikas aus der Sicht der USA
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Region |
Fläche |
Bevölkerung (2025) |
Status |
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Mexiko (Mex.) & Zentralamerika* (ZA) |
Mex: 1.970.000 km² ZA: 523.780 km² insg.: 2.493.780 km² |
Mex.: 131.740.000 ZA: 50.131.960 Insg.: 181.871.960 |
einzige Landgrenze der USA zum globalen Süden; Inter-ozeanischer Kanal |
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Karibik (Antillen mit den Guyanas)**, Kolumbien & Venezuela |
Karibik: 684.317 km² Kol.: 1.140.000 km² Ven.: 912.050 km² Insg.: 2.736.367 km² |
Karibik: 45.016.052 Kol.: 49.840.000 Ven.: 31.760.000 Insg.: 126.616.052 |
„amerikanisches Mittel-meer“; transatlantisches Einfallstor (schwer zu kontrollieren) |
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Brasilien |
8.520.000 km² |
221.360.000 |
größtes Land Latein-amerikas & BRICS-Mitglied |
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Rest Südamerikas*** |
6.793.561 km² |
129.250.000 |
US-Einflusszone; Rechts-regierungen (außer Uruguay) |
Quelle: Eigene Zusammenstellung
* Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Belize
** die Angaben zur Karibik sind zu finden unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Karibik; die Zahl der Einwohner entspricht dem Stand von 2021. Die Guyanas, d.h. Guyana, Surinam und Französisch-Guyana, gelten als Teil der Karibik. Belize, das ebenfalls eine karibische Geschichte hat, wird zu Zentralamerika gezählt.
*** Ecuador, Peru, Bolivien, Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay
Ecuador, Bolivien, Chile, Argentinien und Paraguay werden von rechten Präsidenten regiert. In Peru liegt die rechtsextreme Keiko Fujimo bei der Auszählung der Stichwahlen vom 7. Juni, die voraussichtlich bis Mitte Juli dauern wird, mit 43.000 Stimmen knapp vor dem Linkskandidaten Roberto Sánchez. Ob Brasilien, das gegenwärtig von Luiz Ignacio da Silva (Lula) regiert wird, ebenfalls zu dieser Gruppe gehören wird, werden die „Schicksalswahlen“ am 4. Oktober zeigen, in denen Lula gegen den extremen Flavio Bolsonaro antritt. In Kolumbien konnte sich der rechtsextreme Kandidat Abelardo de la Espriella am 21. Juni 2026 im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen mit 49,7 zu 48,7 Prozent gegen Iván Cepeda durchsetzen. Das entspricht einem Vorsprung von rund 250.000 Stimmen bei etwas mehr als 26 Millionen Wählern. Damit bleibt die Regierung von Gustavo Petro vom Linksbündnis „Pacto Histórico“, der die Wahlen von 2022 gewonnen hatte, eine Ausnahme. El Salvador, Honduras, Costa Rica, Panama und die Dominikanische Republik haben ebenfalls rechte Regierungen. Der Handlungsspielraum der Regierung von Claudia Sheinbaum in Mexiko ist aufgrund der hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA sowie der 3.145 km langen Grenze zum nördlichen Nachbarn stark eingeschränkt. Die andauernde Demütigung Venezuelas durch Washington und der wachsende Druck auf Kuba zeigen den Ländern Lateinamerikas, was sie von der Donroe-Doktrin zu erwarten haben: Entweder unterwerfen sie sich dem Diktat aus Washington oder der Imperator im Weißen Haus statuiert an den Widerspenstigen ein Exempel seiner Macht.
Kuba ist nicht Venezuela
Nach der gelungenen Unterwerfung Venezuelas bekommt das revolutionäre Kuba den „big stick“ Trumps verstärkt zu spüren. Die brutale Verschärfung des US-Embargos hat die Wirtschaft des Landes lahmgelegt und es von der lebenswichtigen Zufuhr fossiler Energieträger abgeschnitten. Die Folge sind Stromausfälle von durchschnittlich 20 Stunden am Tag. Die gewaltsame Unterbrechung der engen venezolanisch-kubanischen Beziehungen nach der Entführung von Nicolás Maduro hat die Inselbevölkerung ihrer wichtigsten Außenverbindung beraubt und die US-Sanktionsdrohungen gegen alle Schiffe, die Handel mit Kuba treiben, haben die Schlinge noch enger gezogen. Dass die Kubaner diesem extremen Druck bislang standgehalten haben, grenzt an ein Wunder. Die Partei- und Staatsführung versucht mit einer Doppelstrategie auf die Erdrosselungsstrategie Washingtons zu reagieren. Einerseits bereitet sich das Land auf die Abwehr einer jederzeit möglichen US-Intervention vor, während andererseits Alternativen gesucht werden, um die revolutionären Errungenschaften trotz der extremen Verschlechterung der Lage unter aktiver Beteiligung der zu bewahren. Das Zentralkomitee (ZK) der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) diskutierte auf einer außerordentlichen Plenarsitzung, die am 17. und 18. Juni stattfand, ein Maßnahmepaket mit 176 Punkten, das dem Parlament vorgelegt und von ihm beschlossen wurde. „Es umfasst die Neuausrichtung des Wirtschaftsmanagement-modells, die Stärkung kommunaler Autonomie, tiefgreifende Subventionsreformen und die Veränderung des kubanischen Bankensystems. … Genehmigungen für Privatunternehmen werden erweitert. Kubaner im In- und Ausland dürfen in den Tourismus investieren. Private Betriebe sollen Waren ohne die bisherige staatliche Vermittlung importieren und exportieren.“ (Terstegen, 20./21. Juni 2026)
Die mexikanische Regierung erarbeitet derzeit einen Handelsmechanismus zur Wiederaufnahme des Ölhandels mit Kuba, wobei sie die in Kuba verabschiedeten neuen Reformen nutzen will. Wie die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum am 22. Juni 2026 bekannt gab, würde dies über private Unternehmen erfolgen. Sie stellte auf einer Pressekonferenz klar, dass dieses Modell nicht als humanitäre Hilfe, sondern als Handelsaustausch gedacht ist. Zugleich betonte die mexikanische Regierungschefin, dass humanitäre Hilfe für die Karibikinsel fortgesetzt wird, um die durch die US-Blockade verursachte Krise zu mildern. So habe vor kurzem ein Schiff 1.700 Tonnen Lebensmittel und Hilfsgütern aus Mexiko und Belize geliefert. Mexiko hatte im Lauf des Jahres bereits mehrere ähnliche Lieferungen entsandt. Präsidentin Sheinbaum bezeichnete die Hilfe für Kuba als einen „Akt der historischen Solidarität des mexikanischen Volkes“ mit der Inselrepublik, die einer verschärften Wirtschafts-, Handels-, Finanz- und Energieblockade durch die Trump-Administration ausgesetzt ist (vgl. teleSur). Ein Beispiel, dem andere Länder folgen könnten.
Vor dem Hintergrund des Ausgangs der Perestroika unter Michael Gorbatschow, die in der Auflösung der Sowjetunion und dem chaotischen Übergang zum Kapitalismus endete, und angesichts der Vorgänge in und um Venezuela stellt sich die Frage, welche Folgen diese erzwungene Öffnung für die Zukunft Kubas haben wird. Während die USA ebenso wie die EU auf einen Regime Change und die Abkehr vom Sozialismus hoffen, versucht die revolutionäre Führung die Souveränität des Landes zu erhalten und so viele Errungenschaften wie möglich zu bewahren (vgl. Hermsdorf vom 20./21. Juni 2026). Bei der Abwägung möglicher Szenarien dieses Balanceaktes muss man folgende Faktoren im Blick behalten:
Erstens: Kuba hat bereits in den 1990er Jahren seine Fähigkeit bewiesen, den Kurswechsel Gorbatschows und den folgenden Untergang der Sowjetunion nicht nur zu überleben, sondern auch am Sozialismus festzuhalten. Auch im Vergleich zu Venezuela verfügt Kuba über eine größere Widerstandsfähigkeit (neudeutsch: Resilienz). Sie ergibt sich sowohl aus den vielfältigeren und längeren Erfahrungen, die Kuba auf seinem bisherigen Weg gesammelt hat, als auch aus der größeren Festigkeit der inneren Verhältnisse. Anders als Venezuela, das unter Hugo Chávez (1999-2013) vielleicht eine halbe Revolution vollbracht hat, handelt es sich im kubanischen Fall um eine vollwertige soziale Revolution. Das revolutionäre Kuba konnte damit – bildlich gesprochen – gegenüber den permanenten Anfeindungen Washingtons ein besseres Immunsystem entwickeln.
Zweitens: Die geopolitische Lage Kubas ist aus der Perspektive des Überlebens der Revolution der gewichtigste negative Faktor. Als Inselstaat mit einer Fläche von ca. 110.000 km² unmittelbar vor der Haustür des mächtigsten imperialistischen Landes und mit einer 200jährigen Geschichte der Abhängigkeit von diesem sind die Chancen für eine sozialistische Revolution denkbar schlecht. Aber wieso konnte die Revolution trotzdem siegen und dann auch noch einen sozialistischen Weg einschlagen? Dieses Paradox, das an anderer Stelle ausführlich analysiert worden ist (vgl. QUETZAL), erklärt sich vor allem aus dem Zusammenwirken von drei Faktoren: a) dem antiimperialistischen Charakter des kubanischen Nationalismus; b) den subjektiven Qualitäten und Fähigkeiten der Revolutionsführung, besonders Fidel Castros; c) dem äußeren Faktor Sowjetunion. Wie bereits erwähnt konnte Kuba auch nach dem Zusammenbruch der UdSSR überleben, wobei auch hier der äußere Faktor in Gestalt des chavistischen Venezuela und der „rosa Welle“ der Linksregierungen ab 2003.
Drittens: Im Vergleich der genannten drei Faktoren bildet der äußere Faktor für das weitere Überleben der Revolution die kritische Variable. Infolge des Ausfalls von Venezuela und der gesteigerten Aggressivität der Donroe-Doktrin hat sich das Kräfteverhältnis im letzten Halbjahr extrem zu Ungunsten Kubas verschlechtert. Es stellt sich die Frage, durch welche Akteure es wieder soweit verbessert werden kann, dass die Revolution die gegenwärtige Existenzkrise überlebt. Auch hier kommen – ihrer Bedeutung nach – vier Faktoren infrage: a) als geopolitische Schwergewichte sind Russland und China derzeit die einzigen Länder, die dem aggressiven Kurs von Trump Paroli bieten können; b) in Ergänzung dazu müssen die Völker Lateinamerikas den Kampf um die Rückgewinnung ihrer Souveränität verstärken; c) dies erfordert das Engagement jener Länder des globalen Südens, die sich in einer besseren Position befinden (BRICS, SCO etc.); d) die Linken in aller Welt stehen in der Pflicht, die kubanische Revolution, die sie in besseren Zeit bewundert und gefeiert haben, in dieser kritischen Situation mit allen Kräften zu verteidigen.
Alles hängt mit allem zusammen
Angesichts der Heftigkeit der Kämpfe und Kriege, die in der eurasisch-afrikanischen Hemisphäre toben, mag es scheinen, dass die Verteidigung Kubas zwar wichtig ist, aber wegen der großen geographischen Entfernung von den drei Kampfzonen und der relativen Ruhe im lateinamerikanischen Hinterhof geringere Priorität besitzt. Gegen eine solche Sichtweise lässt sich folgender Einwand erheben: Im Kampf gegen die Donroe-Doktrin ist Kuba ein unverzichtbarer Trumpf. Für die USA besitzt der Auf- und Ausbau der nordamerikanischen Festung oberste Priorität. Da Kuba den wohl wichtigsten karibischen Baustein innerhalb der südlichen Sicherheitszone bildet, ist die Kontrolle über Kuba für die Umsetzung des imperialen Umbaus in der Westlichen Hemisphäre unverzichtbar. Dies heißt im Umkehrschluss, dass alle, die dem Trump’schen Amoklauf Paroli bieten wollen, daran interessiert sein müssen, dass Kuba nicht fällt. Hier sind im eigenen Interesse insonderheit Russland und China gefordert.
Dies gilt sowohl für die globale als auch für die lateinamerikanische Ebene. Kuba ist sowohl aus historischen als auch aus geopolitischen Gründen derzeit der wichtigste Schlüssel zur Verschiebung des Kräfteverhältnisses in der Region. Mit dem Schicksal der kubanischen Revolution entscheidet sich zugleich das Schicksal Lateinamerikas. Solange sie standhält, besteht Hoffnung, dass „Unser Amerika“, wie der kubanische Nationalheld José Martí den südlichen Teil des Doppelkontinents als Konterpart zum US-Imperialismus genannt hat, seine Souveränität zurückgewinnt. Das weiß auch die US-Elite. Man kann deshalb davon ausgehen, dass Kuba, obwohl es weder in der NSS 2025 noch in der NDS 2026 namentlich genannt wird, bei der „Verteidigung“ von Homeland und (Western) Hemisphere, dem Herzstück der Donroe-Doktrin, oberste Priorität hat. In diesem Sinne war die Unterwerfung von Venezuela für Trump zugleich ein entscheidender Meilenstein zur Unterwerfung Kubas und der gesamten Region.
Zugleich hat die strategische Niederlage Trumps im Krieg gegen den Iran Kuba Zeit und Luft verschafft. Der US-Präsident steckt so tief im selbstverschuldeten Sumpf, dass er sich eine weitere Kampfzone, noch dazu vor der eigenen Haustür, nicht leisten kann. Mag er nach seinem leichten Sieg in Venezuela noch an eine Wiederholung in Kuba geglaubt haben, dürfte sich bei ihm nunmehr etwas mehr Ernüchterung eingestellt haben. Aber da man bei Trump und seinem Außenminister Marco Rubio, einem obsessiven Hasser der kubanischen Revolution, nie wissen kann, welche Schandtat sie als nächste begehen werden, bleibt die Inselrepublik in Gefahr.
Literatur:
Damm, Kurt: 2026 – Wahljahr in Brasilien, KoBra 25. März 2026, unter: https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/2026-wahljahr-in-brasilien-so-wird-gewaehlt
Dillmann, Renate: Der Überfall auf Venezuela und Trumps ehrlicher Imperialismus in: NachDenkSeiten, 6. Januar 2026
Hermsdorf, Volker: Die Revolution bewahren, in: junge Welt vom 20./21. Juni 2026, S. 3, unter: https://www.jungewelt.de/artikel/524578.die-revolution-bewahren.html
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Rapp, Werner/ Réthi-Jensen, Iris: Kampf um die Arktis. FERI Cognitive Finance Institute, Bad Homburg 2025, unter: www.feri.de/newsroom/kampf-um-die-arktis-globaler-wettlauf-um-rohstoffe-macht-und-strategische-dominanz
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