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Mexiko: Umweltkolonialismus und Widerstand der Bevölkerung

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Lesedauer: 2 Minuten

In Topolobampo, Sinaloa, wehren sich indigene Mayo-Yorean-Gemeinschaften, Fischer und Umweltorganisationen gegen den Bau einer Ammoniumanlage durch Western Gas and Petrochemicals (GPO), eine Tochtergesellschaft des Proman-Konzerns. Der Konflikt gilt als Beispiel für Umweltkolonialismus: ein von Europa finanziertes Megaprojekt, das ökologische und soziale Belange auf die lokale Bevölkerung abwälzt. Das Projekt wird von der deutschen öffentlichen Bank KfW IPEX-Bank mit 860 Millionen US-Dollar finanziert und verfügt über eine Exportgarantie für Deutschland aus dem Jahr 2023. Obwohl die Bank behauptet, das Projekt erfülle nationale und internationale Umweltauflagen, weisen Kritiker wie Dalile Antúnez darauf hin, dass die Finanzierung ohne freie, vorherige und informierte Zustimmung der betroffenen Gemeinden genehmigt wurde. Die größten Bedenken gelten der Bahía de Ohuira, einem sensiblen Ökosystem im Golf von Kalifornien. Die Bewegung „¡Aquí no!“ (Nein, hier!) befürchtet irreversible Schäden für Umwelt, Fischerei und das Leben der Gemeinschaften. Auch eine interne Projektanalyse hat gravierende Risiken aufgezeigt, darunter Ammoniaklecks mit potenziell tödlichen Folgen. Die deutsche Botschaft hat erklärt, die Projektbewertung liege in der Verantwortung der mexikanischen Behörden. Stimmen wie die von Gerold Schmidt (Fundación Rosa-Luxemburg) und Regine Richter (Urgewald) weisen jedoch darauf hin, dass deutsche öffentliche Institutionen für ein Projekt verantwortlich sind, dessen soziale, ökologische und menschenrechtliche Bedenken bereits vor der Finanzierungszusage bekannt waren. Der Fall offenbart einen Widerspruch: Deutschland präsentiert sich international als umweltbewusst, beteiligt sich aber an einem Projekt, das viele Gemeinden als unvereinbar mit dem Schutz ihrer Gebiete betrachten. Der Widerstand in Topolobampo steht nicht nur für ein Industrieprojekt, sondern auch für ein Entwicklungsmodell, das externe wirtschaftliche Interessen über die Würde, die Gesundheit und die Zukunft indigener Völker stellt. Daher müssen die Gemeinden und die beteiligten Organisationen das Projekt in ihre Verantwortung nehmen, einen direkten Dialog mit den Betroffenen führen und die Verantwortung der beteiligten Banken, Unternehmen und Regierungen überprüfen. Topolobampo erinnert daran, dass Wandel und Entwicklung nicht an der Küste von Gebieten stattfinden können, die andere als entbehrlich betrachten. Setzen Sie sich für Topolobampo ein: Unterzeichnen und teilen Sie die Petition „Detener la planta de ammoniaco GPO en Topolobampo“ auf Change.org, um sicherzustellen, dass die Stimme der Gemeinden gehört und die Bahía de Ohuira geschützt wird, bevor es zu spät ist. (Bild: Quetzal-Redaktion, am)

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