Lateinamerika: Große Finanzierungslücke bei Einsatz für Biodiversität
Die Länder Lateinamerikas und der Karibik geben pro Jahr ca. 17 Milliarden Dollar für die Erhaltung ihrer Biodiversität aus, notwendig wären jedoch 170 Milliarden Dollar. Das geht aus einem Dokument hervor, das auf der 17. Konferenz der Vertragsparteien COP des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt (UNCBD) vorgestellt wurde. Die COP17 findet vom 19. bis 30. Oktober in Jerewan (Armenien) statt. Die Finanzlücke von immerhin 152,9 Milliarden Dollar bedroht die Artenvielfalt in der Region und macht deutlich, dass die Länder noch sehr weit davon entfernt sind, bis 2030 die vor vier Jahren beschlossenen internationalen Ziele zu erreichen, wie z.B. den Schutz von 30 % der weltweiten Landfläche. Doch es wird nicht nur zu wenig investiert, sondern nicht selten auch an den falschen Stellen. In Lateinamerika und der Karibik läge beispielsweise der Anteil der Kosten für die Entwicklung einer Nahrungsmittelproduktion, die nicht die Artenvielfalt zerstört, bei 67 %. Ziel muss es also sein, Subventionen deutlich zu reduzieren, die der Biodiversität schaden. Aber genau in diesem Bereich geschah bisher viel zu wenig, nicht nur in Lateinamerika. Um das zu ändern, wurde am Montag in Jerewan eine von Kolumbien und Finnland angeführte Initiative ins Leben gerufen, die Druck auf Delegierte und Verhandlungsführer auszuüben. Denn die Reduzierung naturschädlicher Subventionen kann den Weg für die Verwirklichung vieler anderer Ziele zum Schutz der Biodiversität ebnen. (Bild: wikipedia.org/wiki/COP_17_(CBD)_2026_Jerewan)