Quetzal Vogel
News Icon
Quetzal

Politik und Kultur in Lateinamerika

Template: single_noticias
Noticia

Lateinamerika: Neue Turbulenzen im Agrarsektor

Redaktion | | Artikel drucken
Lesedauer: 2 Minuten

Noticias_Lateinamerika_Sojaanbau_Bild_Quetzal-Redaktion_solebDer Krieg in der Ukraine treibt Schockwellen durch die globalisierte Wirtschaft. Für alle sicht- und fühlbare Anzeichen sind die Preisexplosionen im Energie- und Agrarsektor. Lateinamerika ist davon mehrfach betroffen. Während Venezuela, führender Erdölexporteur der Region, als Nutznießer der westlichen Sanktionspolitik gegenüber Russland gilt, leiden besonders Agrarexportländer wie Argentinien und Brasilien unter den Folgen des Krieges. Weil Russland und Belarus, zwei der wichtigsten Düngemittelproduzenten, unter massiven Sanktionsdruck stehen, sehen sich die lateinamerikanischen Agrarproduzenten einer wachsende Knappheit in diesem Bereich gegenüber. Dies wird schwere Auswirkungen auf die Produktion und den Export wichtiger Lebensmittel wie Soja, Mais und Kaffee haben. Besonders bei Soja zeigt sich auf anschauliche Weise, wie brisant die Situation ist. Unter den Ölsaaten, die in den meisten Lebensmitteln enthalten sind, zugleich aber auch einen großen Anteil bei den Futtermitteln haben und zudem als Agrartreibstoffe eingesetzt werden, nimmt die Pflanze weltweit den Spitzenplatz ein. Dies gilt sowohl für die Anbaufläche als auch für die Produktionsmenge der Ölschrote. Nur bei der Pflanzenproduktion liegt der Anteil von Sojabohnen knapp hinter dem von Ölpalmen. Weltweit führender Exporteur von bohnen ist Brasilien mit 83 Mio. Tonnen, was einem Marktanteil von 50 Prozent entspricht, gefolgt von den USA und Argentinien. Infolge der schweren konjunkturellen Einbrüche beim führenden Rapsölexporteur Kanada, dem wichtigsten Palmölproduzenten Indonesien und bei der Ölgewinnung aus Sonnenblumen, die hauptsächlich in Russland und der Ukraine angebaut werden, steigt auch die Nachfrage bei Sojaprodukten rasant. Vom daraus resultierenden Preisanstieg sind in erster Linie China und die EU als führende Importländer betroffen. Damit verstärkt sich der weltweite Trend steigender Agrarpreise weiter, der seit Mitte 2020 zu beobachten ist und durch die Corona-Pandemie ausgelöst worden war. Daneben sorgen langfristige Veränderungen wie Klimawandel und Umweltzerstörung global für zunehmend schwierigere Anbaubedingungen. Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehen weltweit zurück. Immer häufiger kommt es zu erheblich schwächeren Ernten bei immer noch wachsender Weltbevölkerung. In der Summe führen die genannten Faktoren zu einem weltweit sinkenden Angebot an landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Gleichzeitig wächst die bereits aufgeblähte Geldmenge immer weiter, was die Inflation zusätzlich antreibt. Leidtragende steigender Preise und knapper werdender Lebensmittel werden auch diesmal wieder hauptsächlich die Armen sein. Die Spekulanten hingegen wird es freuen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_soleb)

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert