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Paraguay: Deutschland in der Fußball-WM ausgeschieden? Aber doch nicht gegen irgendjemanden!

Redaktion | | Artikel drucken
Lesedauer: 3 Minuten

Fußballdeutschland ist in Schockstarre: Seine Mannschaft hat bei der Fußball-WM 2026 gegen Paraguay verloren und ist nach dem Sechzehntel-Finale ausgeschieden. Um Gottes willen, noch nie ist Deutschland in einem Sechzehntel-Finale ausgeschieden!!! Es gab bislang auch noch gar kein Sechzehntel-Finale? Egal, völlig zweitrangig. „Zu träge, zu schlaff, zu eindimensional“, klagt das ZDF. Und es lag „ganz eindeutig“ an Neuer, Nagelsmann, Tah oder am DFB oder an wem auch immer! Nein!!! Nichts dergleichen!! Jegliche Heulkrämpfe, depressive Einbrüche und Wutanfälle angesichts der Niederlage sind völlig fehl am Platze! Im Gegenteil: Die Niederlage gegen einen Giganten ist ehrenvoller als der Sieg gegen einen Zwerg! Paraguay und ein Gigant??? Wie das??? Ja, Gigant, denn immerhin hat Paraguay für seinen Sieg – im Unterschied zu Deutschland – fast vier Jahrhunderte trainiert. O.k., das ist wohl – aber natürlich nur leicht – übertrieben. Jedoch: Paraguay (und nicht England) ist der Erfinder des Fußballs. Die Engländer haben das Spiel 1863 von den paraguayischen indígenas, den Guaraní, übernommen, während die Paraguayos in ihrer vormaligen Gobernación den Ball mindestens seit 1639 (aus diesem Jahr stammt das erste dazu erhaltene und in Madrid gedruckte Dokument) mit dem Fuß kickten. Die Europäer warfen ihn da noch mit der Hand. Die Guaraní nannten ihr Spiel damals: manga ñembosarái, übersetzt: Ballspiel mit den Füßen. Manga’a ist die Frucht des Baumes Mangay (Hancornia speciosa) und Mangaysy – das Harz dieses Baumes und eine Art milchiges Latex, aus dem man Bälle formen konnte. Spanische Jesuiten beschrieben das elegante Spiel der Guaraní als „Tanz mit dem Ball“. Wichtig war darin allein, dass der Ball nie zu springen aufhörte. Bei den Guaraní trugen übrigens beide Mannschaften gleiche Trikots: Schwarz-weiß waren sie. Das war auch die Kleidung bei der kirchlichen Messe, an der sie zuvor teilgenommen hatten. Ähnliche Spiele mit dem Ball pflegten auch die Mayas und die Azteken sowie brasilianische indígenas, nur dass erstere den Ball mit der Hüfte und letztere mit dem Kopf spielten – mit den Füßen aber konnten es nur die Guaraní in Paraguay. Die Zeugnisse darüber befinden sich in den Archiven des Vatikans, den Jesuiten sei Dank, insbesondere denen in der nunmehr über 400 Jahre alten Mission San Ignacio de Iguazú im Süden Paraguays. Das heißt in der Schlussfolgerung: Hätte sich nur die deutsche WM-Mannschaft auf genau diese Tradition der Guaraní eingelassen, hätte sie bei der WM vielleicht doch gesiegt: Das paraguayische Fußballspiel unter den Guaraní kannte nämlich keine Tore – es verlor die Mannschaft, die zuerst ermüdete! Später, Anfang des 20. Jahrhunderts, haben die Paraguayos dann doch noch „ein bisschen“ von den Europäern gelernt, mithin als der Holländer William Paats dort den ersten Fußballclub gründete, nachdem er den „richtigen“ Ball aus Europa mitgebracht hatte. Spielte die paraguayische Fußball-Nationalmannschaft seitdem, ganz im Sinne der Guaraní, vor allem defensiv, hatten sie vor der WM zu allem Unglück (für die Deutschen!) auch noch gelernt, Tore zu schießen. Nun ja, vielleicht wird man das WM-Spiel der Deutschen in 400 Jahren auch einmal „folkloristisch“ beurteilen, in etwa so: Da waren doch einmal seltsame Lebewesen, auch Deutsche genannt, die auf einem fernen Planeten, und zwar ganz ohne jeglichen Joystick, Laser oder Teleportation und seltsam verlangsamt, eine unförmige Kunststoffkugel vor sich herschoben und das fremde Tor, dieses bizarre kulturelle Artefakt, tunlichst übersahen. Mehr noch, deren „Tanz mit dem Ball“, war nicht einmal, wie noch der vor 800 Jahren bei den Guarani, elegant, sondern ein recht plumper „Schiebetanz“. Und die Torschüsse der Lebewesen aus diesem Erdenfleckchen namens Deutschland? Die waren in der Langzeitretrospektive nicht mehr als ein Intermezzo! (Bild: Quetzal-Redaktion, mzilli)

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