Chile: Ein Land mauert sich ein
Die Regierung von Gabriel Boric habe in diesem Bereich Fortschritte erzielt, aber in einem viel zu geringen Tempo. Jetzt, mit dem neuen, ultrarechten Präsidenten José Antonio Kast, habe diese Passivität ein Ende. Die Rede ist vom Kampf gegen Migration in Chile. Um das Tempo zu erhöhen, lässt Kast Lastwagen und Bagger an der peruanischen Grenze auffahren. Das Ziel: ein souveränes Chile. Für dieses Ziel sollen Gräben von drei Meter Tiefe angelegt und Zäune sowie Sicherheitsmauern von bis zu fünf Metern Höhe errichtet werden. Die erklärten Vorbilder hierfür sind die USA, Ungarn und Israel. Wobei Chile quasi einen geografischen Vorteil hat, denn im Osten, Westen und Süden gibt es natürliche Barrieren. Die Gräben und Mauern im Norden werden zusätzlich flankiert von elektrifizierten Zäunen, Wachtürmen, Wärmebildradar und Drohnen. Die Abwehr „irregulärer Einwanderung“ war neben der Bekämpfung der Kriminalität das Wahlkampfthema von Kast. Er muss also vorlegen, wenn er seine Zustimmung in der Bevölkerung behalten möchte. Deshalb fuhr er nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt mit seinem Innenminister an die nördliche Landesgrenze, um die Umsetzung seines „Plan Escudo Fronterizo“ persönlich zu beaufsichtigen Zur Abwehr der Migranten ist eine Zusammenarbeit von Militär und Polizeikräften geplant. Auf den Baggern an der Grenze, also im Herzen aller Chilenen, wie der Präsident es ausdrückte, saßen Soldaten. Geplant sind weiterhin neue gesetzliche Regelungen, nach denen illegale Migration als Straftat behandelt und Sozialleistungen für Migranten gekürzt werden sollen. Präsident Kast forderte alle Parteien zur Unterstützung seiner Politik auf, „kleinliche Argumente“ hätten keinen Platz mehr. (Bild: Quetzal-Redaktion, mceniza)