Kolumbien: „Wenn die Erde bebt, bebt auch die Bildung.“
Am 24. Juni erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Venezuela. Sie forderten 6.500 Todesopfer und verursachten schwere Schäden an Wohnhäusern und der Infrastruktur. Am 10. August wurde der Westen Kolumbiens von einem Erdbeben der Stärke 7,2 getroffen. Mehr als 300 Menschen kamen dabei ums Leben, 4.437 wurden verletzt und 262 gelten weiterhin als vermisst. Über 30 Wohnhäuser wurden vollständig zerstört, weitere 136.946 beschädigt. Die Auswirkungen des Erdbebens in Kolumbien bestimmten die anschließenden Notfallmaßnahmen und machten zugleich die Anfälligkeit der öffentlichen Versorgungssysteme deutlich – insbesondere des Bildungssystems in ländlichen Gebieten. Zu den am stärksten betroffenen Städten zählen Cali, Pereira, Buenaventura, Quibdó und Manizales. Der kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella rief den wirtschaftlichen Notstand aus, um die Folgen des Erdbebens zu bewältigen. Nach Angaben der Regierung soll die Maßnahme den finanziellen Handlungsspielraum für die Krisenbewältigung erweitern, da sich die öffentlichen Finanzen in einer angespannten Lage befinden. Die Regierung will daher die Ausgaben für bestehende Programme überprüfen und gegebenenfalls kürzen, sofern diese nicht als vorrangig eingestuft werden. Gleichzeitig sollen zusätzliche Finanzierungsquellen erschlossen werden. Zu den schwerwiegendsten Folgen des Erdbebens gehört die Beschädigung von mehr als 3.400 Bildungseinrichtungen, insbesondere in ländlichen Gebieten. Ein Großteil der ländlichen Bildungseinrichtungen wurde ohne Einhaltung der geltenden erdbebensicheren Bauvorschriften und ohne fachkundige technische Aufsicht geplant und errichtet. Nach Angaben der Behörden ist der Schulbesuch von mehr als 400.000 Schülerinnen und Schülern beeinträchtigt. Zehntausende von ihnen wissen weiterhin nicht, wann sie in den Präsenzunterricht zurückkehren können. Für viele ist auch der virtuelle Unterricht aufgrund fehlender technischer Ausstattung keine praktikable Alternative. Wer einen Beitrag zu den Wiederaufbaumaßnahmen leisten möchte, kann sich über die Spendenaktionen von „Ärzte ohne Grenzen“, dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und dem Kolumbianischen Roten Kreuz informieren. Die Organisationen unterstützen Initiativen in den Bereichen Infrastruktur, Gesundheit und Ernährung. (Bild: Quetzal-Redaktion, angieb)