Zentralamerika: El Niño verursacht extreme Dürre
Zentralamerika erlebt derzeit die schwerste Dürre seit Jahrzehnten. In Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica sind mehr als 10 Millionen Menschen betroffen. Hohe Temperaturen bis zu 42 Grad Celsius verursachen schwere Schäden in der Landwirtschaft. Die Ausfälle bei Mais und Bohnen – die beiden tragenden Säulen der Ernährung der Bevölkerung – betreffen vor allem die kleinen Agrarproduzenten, von denen 80 Prozent in Armut leben und damit besonders verwundbar sind. Wie Lena Savelli, die regionale Direktorin des Welternährungsprogramms der UNO, mitteilte, leiden in Lateinamerika mehr als 16 Millionen Menschen unter Mangelernährung. Aber auch andere Teile der Wirtschaft der Region sind betroffen. In Panama musste der Schifftransit im inter-ozeanischen Kanal, für dessen Betrieb große Mengen von Süßwasser erforderlich sind, stark reduziert werde, was den Welthandel, der bereits durch die Blockade der Straße von Hormus durch den und der Meerenge Bab el-Mandab durch die Ansarullah im Jemen schwer beeinträchtigt ist, weiter einschränkt. Die Dürre in Zentralamerika ist Teil des globalen Wetterphänomens El Niño, das sich nach Angaben der Weltwetterbehörde (WMO) in den kommenden Monaten weiter ausprägen wird. Im Dezember soll es seinen Höhepunkt erreichen und bis Februar 2027 ausklingen. Das natürlich auftretenden Wetterphänomen El Niño wird nicht durch den Klimawandel verursacht, kann dessen Folgen aber verschärfen. Es tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert in der Regel neun bis zwölf Monate. Hervorgerufen wird es durch die Erwärmung der Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik in Äquatornähe. Beim El Niño 2026/2027 wird mit besonders starken Wetterextremen gerechnet. Experten prognostizieren unter anderem an der Westküste Südamerikas, am Horn von Afrika und im südlichen Teil der USA starke Regenfälle und Überschwemmungen. Europa ist hingegen kaum betroffen. (Bild: Quetzal-Redaktion, soleb)