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Politik und Kultur in Lateinamerika

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Lateinamerika: Aktiver Teil der globalen Protestbewegung

Redaktion | | Artikel drucken
Lesedauer: 2 Minuten

Protestbewegung Lateinamerika (Foto: Patricio Valenzuela)

Am vergangenen Sonnabend haben weltweit mehrere Millionen Menschen gegen die Finanzgewalt der Banken protestiert. Die Medien berichten von Demonstrationen in 82 Ländern. Nach Zahl und Intensität bildete Spanien mit mehr als einer Million „Empörter“ das Zentrum der globalen Proteste. Die Tageszeitung „El Pais“ spricht in diesem Zusammenhang bereits von der „Bewegung des 15. Oktober“. In Deutschland nahmen etwa 40.000 Menschen an dem weltweiten Aktionstag teil. Auch in Lateinamerika sind zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Im Internet wird von Aktionen in Argentinien, Chile, Brasilien und Mexiko berichtet, die bislang aber nicht die Dimension der Vorbilder in den USA („Occupy Wallstreet!“) und Westeuropa erreicht haben. Zieht man den Blickwinkel aber etwas weiter, dann zeigt sich die Globalität des 15. Oktober nicht allein in der Gleichzeitigkeit der Proteste. Hervorzuheben ist vielmehr die Verzahnung mit bereits agierenden Bewegungen vor Ort und das globale Voneinander-Lernen der zumeist jungen Akteure. So verbinden sich die Studenten- und Schülerbewegung in Chile, die bereits seit längerem für ein neues Bildungssystem kämpft, mit Forderungen nach der Umgestaltung des Finanz- und des politischen Systems. Allein an der selbstorganisierten Volksbefragung letzte Woche haben 1,5 Millionen Chilenen teilgenommen und mit mehr als 90 Prozent für die Hauptforderungen der Schüler und Studenten gestimmt. Es ist auch kein Geheimnis, dass bei „Occupy Wallstreet!“ kreative Aktionsformen zur Anwendung kommen, die ihren Ursprung in den neuen sozialen Bewegungen Lateinamerikas haben, wobei besonders auf die Rebellion der Argentinier von 2001/ 2002 gegen die damalige Finanzkrise zu verweisen ist. Zu den wichtigsten Ähnlichkeiten zählt die Erfahrung, dass sich das Zusammengehen von empörten Mittelschichten und rebellierenden „Unterschichten“ zu jener Kraft entwickeln kann, die nötig ist, um das bestehende System zu ändern. Die Zukunft wird zeigen, ob die „Bewegung des 15. Oktober“ dieses Potential besitzt und auch umsetzen kann. (Bildquelle: Patricio Valenzuela)

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