Lateinamerika/USA: Fakten zur Migration
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Das Thema „Migration“ beherrscht auch in den USA seit Jahren die öffentliche Debatte. Mit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump gewinnt es zusätzlich an Brisanz. Ein nüchterner Blick auf die diesbezüglichen Zahlen hilft vielleicht, die Debatte zu versachlichen. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass die USA seit ihrer Gründung ein Einwanderungsland sind. Die letzten verfügbaren Daten von 2020 belegen, dass der Anteil der im Ausland geborenen Einwohner bei 14 Prozent liegt, was einer Zahl von 46,7 Millionen entspricht. Insgesamt leben 36 Millionen Menschen mexikanischer Herkunft in den USA. Die in Mexiko geborenen Immigranten (10.680.000 Menschen) stellen nach wie vor die größte Gruppe der Einwanderer dar. In den letzten zwölf Jahren ist der Prozentsatz der Mexikaner, die die US-Staatsbürgerschaft erhalten haben, so weit gestiegen, dass heute fast ein Drittel der in Mexiko geborenen Einwanderer, die Hälfte von ihnen ohne besondere Ausbildung, US-Bürger sind. Die Zahl der illegal in den USA lebenden Migranten ist seit vielen Jahren relativ stabil und liegt zwischen 11 und 12 Millionen. Davon kamen 2022 die meisten – 4,8 Millionen – aus Mexiko, etwa zwei Millionen aus den drei nördlichen Ländern Zentralamerikas (Guatemala, El Salvador und Honduras), 320.000 aus Venezuela, 240.000 aus Kolumbien und 230.000 aus Brasilien. Ähnliche Zahlen wie die südamerikanischen Länder lassen sich für drei asiatischen Staaten nennen: Nach den Angaben der U.S. Homeland Security wanderten von den Philippinen 350.000 illegal ein, aus Indien kamen 220.000 und aus China 210.000; weitere 2,6 Millionen Menschen kamen aus anderen Herkunftsländern. Mit 11 Millionen Migranten bildete die Grenze Mexikos zu den USA 2024 den größten Land-zu-Land-Korridor weltweit, gefolgt vom Syrien-Türkei-Migrationskorridor (3,9 Millionen) und dem Ukraine-Russland-Korridor (3,8 Millionen). Unter der Biden-Administration (Januar 2021-Januar 2025) war die Zahl der Migranten, die illegal in die USA gelangen wollten, nach einem Anstieg auf 301.981 im Dezember 2023 wieder rückläufig. So waren es ein Jahr später (Dezember 2024) nur noch 96.035 und im ersten Monat diesen Jahres sank diese Zahl auf 61.465. Aufgrund der hohen Zahl an Migranten standen die USA 2022 auch bei den Herkunftsländern von Rücküberweisungen mit 79 Milliarden US-Dollar an erster Stelle, gefolgt von Saudi-Arabien (39,35 Milliarden), der Schweiz (31,91 Milliarden) und Deutschland (25,6 Milliarden). (Quellen: Statista; IOM: World Migration Report 2024 – Bild: Quetzal-Redaktion, gc)