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Chile: Konflikt zwischen Mapuche und Staat eskaliert erneut

Redaktion | | Artikel drucken
Lesedauer: 2 Minuten

Chile: Konflikt zwischen Mapuche und Staat eskaliert erneut. Bildquelle: antitezo.Der schon lange andauernde Konflikt zwischen dem chilenischen Staat und seiner indigenen Bevölkerung, den Mapuche, hat mit der Kriegserklärung  der Coordinadora Arauco-Malleco (CAM) an den Staatsappparat eine neue Qualität gewonnen. Die Gruppe, die den radikaleren Mapuche-Organisation zugerechnet wird, erklärte – das allerdings einseitig und ohne sämtliche Mapuche zu repräsentieren – den Abbruch des Dialoges mit der Regierung von Michelle Bachelet. Nach der Verhaftung einiger ihrer Führer gab die CAM außerdem bekannt, die chilenische Nationalität zurückzuweisen und proklamierte eine autonome Mapuche-Nation südlich des Flusses Bío Bío. Der Konflikt war nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Mapuche und Ordnungskräften eskaliert, bei dem letztere, und das nicht zum ersten Mal, zu unverhältnismäßigen Mitteln griffen. Die gewaltsame Verhaftung eines Mapuche, Sohn eines lonko (Anführer), wurde dabei von umstehenden Zeugen auf Video aufgenommen und veröffentlicht. Laut Medienberichten scheint bei den Konflikten auch ein Angehöriger der Indigenen getötet worden zu sein. Dem vorangegangen war der Angriff von Vermummten auf zwei Holztransporter, deren Fahrzeuge in Brand gesteckt wurden. Die Wurzeln des Konfliktes liegen unter anderem in der während der Pinochet-Diktatur erfolgten Privatisierung indigener Territorien durch den Staat und deren Vergabe an transnationale Forstunternehmen, die zudem die natürlichen Waldbestände roden und mit schnell nachwachsenden Bäumen aufforsten, was einem ökologischen Desaster gleichkommt. José Antonio Viera-Gallo, Minister und Beauftragter der staatlichen Indígenapolitik, bemühte sich, angesichts internationaler Besorgnis zu erklären, dass es „keinen Bürgerkrieg in der Araucania gäbe“. Die im nächsten Jahr scheidende Präsidentin Bachelet hat es trotz zahlreicher Landrückgaben an die Mapuche ebenfalls nicht geschafft, den seit Jahrhunderten existierenden Konflikt zwischen dem Staat und der knapp eine Millionen Angehörige zählenden indigenen Minderheit auszuräumen, gegen die auch weiterhin das aus der Zeit der Diktatur stammende Anti-Terror-Gesetz angewendet wird. (Bildquelle: antitezo)

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