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Brasilien: Krawalle auf der Copacabana nach Tod eines jungen Tänzers

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Lesedauer: 2 Minuten

Brasilien: Favela Dona Marta. Foto: Quetzal Redaktion, hlrDie genauen Umstände sind noch ungeklärt. Der 26-Jährige Rafael da Silva Pereira war am Dienstagmittag nach Angaben seiner Mutter auf dem Weg zu seiner Tochter, als er zu Tode kam. Polizisten sollen ihn nach Angaben der Anwohner geprügelt und dann erschossen haben. Die Polizei weist die Beschuldigungen zurück und wartet nun auf das Ergebnis der Untersuchungen. Noch am selben Abend versetzten hunderte Menschen mit brennenden Barrikaden und selbstgebauten Sprengkörpern das weltbekannte Viertel Copacabana in Ausnahmezustand. Sie protestierten gegen die vehemente Polizeigewalt in den favelas. Die bewaffnete Polizei rückte daraufhin mit Wasserwerfern und Helikoptern an, wobei wiederum ein Mann durch einen Kopfschuss getötet und ein 12-Jähriger Junge angeschossen wurde. Strukturelle Gewalt von Polizisten gegen Bewohner der Armenviertel, oftmals, wie auch in diesem Fall, dunkler Hautfarbe, sind leider immer noch eher Regel als Ausnahme. Von jährlich bis zu 1000 durch Polizisten getöteten Menschen geht Amnesty International allein in Rio de Janeiro aus. Der Tod des jungen Mannes zeugt jedoch von besonderer Tragik. Erst im vergangenen Jahr spielte er als Protagonist in dem Kurzfilm Made in Brazil mit. Der sechsminütige Film erzählt mit kritischem Blick auf die bevorstehende WM die Geschichte eines jungen Mannes, der vom Fußballspiel mit Freunden an der Copacabana zurück in die favela Pavão Pavãozinho kehrt. Dabei wird er von zwei Polizisten ohne Grund beleidigt und erschossen. Jetzt ist Rafael dieser immer widerkehrenden Geschichte wohl selbst zum Opfer gefallen, in genau derselben favela. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, hlr)

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