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Argentinien, Deutschland: Buchmesse, Besucher und Osvaldo Bayer

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Lesedauer: 2 Minuten

Der argentinische Menschenrechtler und Schriftsteller Osvaldo Bayer - Foto: Argentina IndymediaAm gestrigen Sonntag ging die Frankfurter Buchmesse zu Ende. Vom 06. bis zum 10. Oktober 2010 richtete sich das Interesse der Leser vor allem auf das Gastland Argentinien. Mit etwa 280.000 Besuchern fanden jedoch knapp 11.000 Interessierte weniger als im Vorjahr den Weg zur Messe. Trotzdem war es vor allem für argentinische Schriftsteller ein großer Erfolg. Dank der großzügigen Förderung von Übersetzungen durch die Regierung von Cristina Fernández de Kirchner konnten mehr als 100 Romane und Erzählungen ins Deutsche übertragen und auf der Messe präsentiert werden. Erfreulich auch, dass kritische und einst von der Militärdiktatur verfolgte Autoren wie Rodolfo Walsh und Osvaldo Bayer eine Bühne für ihre Werke erhielten. Argentinien scheint sich langsam der (literarischen) Vergangenheitsbewältigung zu öffnen. Das gelingt aber offenbar besser bei der Aufarbeitung der Gräueltaten der Militärdiktaturen des 20. Jahrhunderts (z.B. Walsh: Das Massaker von San Martin) als im historischen Kontext bei der Thematisierung der Ausrottung ganzer indigener Völker. Denn Osvaldo Bayer, Professor für Menschenrechte an der Universität Buenos Aires und bekannt für sein vierbändiges Werk La Patagonia Rebelde, bedurfte des Eingreifens höchster Regierungsstellen, um sein Filmprojekt Awka Liwen gegen den Widerstand der argentinischen Verbandsfunktionäre vorführen zu können. Er thematisiert darin die Ausrottung der Ureinwohner im heutigen Argentinien und die Etablierung von Großgrundbesitz durch eine politisch-militärische Oligarchie. Im positiven Sinne überschattet wurde die Rolle des Gastlandes Argentinien auf der Messe von der Verleihung des Nobelpreises an den Peruaner Mario Vargas Llosa. (Bildquelle: Argentina Indymedia)

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