Kuba: Notfallplan gegen US-Schikanen
Die kubanische Regierung hat am Wochenende einen Notfallplan verabschiedet, um die verheerenden Folgen der Energiekrise zu mildern, die durch die jüngsten Aktionen der US-Regierung drastisch verschärft wurde. Die Trump-Administration setzt alles daran, die Inselrepublik von jeglicher Treibstoffversorgung abzuschneiden. Da Kuba zwei Drittel des benötigten Öls importieren muss, geht es damit um das ökonomische Überleben Kubas. Mit der militärischen Aktion der US-Streitkräfte vom 3. Januar gegen Venezuela, die in der völkerrechtswidrigen Entführung das Präsidenten Nicolas Maduro gipfelte, und durch Drohungen gegen die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum ist es Donald Trump gelungen, die beiden wichtigsten Ölversorger Kubas zur Einstellung ihrer Lieferungen zu zwingen. Um der Notlage zu begegnen, hat die Regierung beschlossen, den knappen Treibstoff vor allem zur Strom- und Wassererzeugung sowie in der Landwirtschaft und im Gesundheitswesen einzusetzen. In der Verwaltung und im Bildungsbereich soll durch Umstellungen der Energiebedarf gesenkt werden. Besonders betroffen ist das Transportwesen. Buslinie werden ausgedünnt, der Personenverkehr per Bahn wird drastisch reduziert und nichtmotorisierte Transportmittel erleben wie in der Sonderperiode der 1990er Jahre eine Renaissance. Der Treibstoff für den privaten Verbrauch soll drastisch eingeschränkt werden. Außerdem werden weitere Anstrengungen unternommen, um die lokale Nahrungsmittelproduktion zu steigern. Priorität genießt der Ausbau der erneuerbaren Energien. Derzeit verfügt Kuba über rund 1.000 Megawatt installierter Photovoltaikleistung. Dadurch können tagsüber 38 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden. In den nächsten Wochen sollen aus China Anlagen für weitere 160 Megawatt hinzukommen. Mexiko plant die humanitäre Hilfe und sucht nach diplomatischen Lösungen, um die Öllieferungen nach Kuba wiederaufnehmen zu können. Russland sicherte zu, seine Öllieferungen fortzusetzen. Der Exekutivrat des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) beschloss gegen das Votum der USA ein Kooperationsprogramm mit Kuba für den Zeitraum 2026-2030. Schwerpunkte sind Energiewende, Ernährungssicherheit, soziale Programme und Katastrophenschutz. (Bild: Quetzal-Redaktion, angieb)