Ecuador: Terror gegen Fischer
Das Szenario ähnelt sich in allen Fällen: Boote werden mit Drohnen oder von Flugzeugen aus angegriffen und die Überlebenden dann von Schiffen aufgebracht. Allein im März wurden innerhalb von weniger als zwei Wochen zwei ecuadorianische Fischerboote angegriffen. Die Fischer berichteten später von einem blauen Boot, das plötzlich aufgetaucht war und sie an Bord nahm. Dort wurden sie von „Gringo“-sprechenden Uniformierten mit Waffen bedroht, gefesselt und man zog ihnen Kapuzen über die Köpfe. Es wird von Verschleppungen ins Ausland und Folterungen berichtet. Die Boote befanden sich in ecuadorianischen Gewässern, die Angreifer kamen offensichtlich aus den USA. Seit September 2025 führen die USA ihre Aktion „Southern Spear“ durch, die angeblich dem Kampf gegen den Drogenhandel dienen soll. Seitdem wurden mehr als 50 Angriffe auf mutmaßliche Drogenhandelsschiffe in der Karibik und im östlichen Pazifik durchgeführt, bei denen nach Angaben der New York Times 185 Menschen starben. Die Fälle versenkter venezolanischer Fischerboote sind bekannt, jetzt trifft es immer wieder Ecuadorianer. Der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa, der politisch Donald Trump nahesteht, hat die Tür für eine stärkere US-Präsenz geöffnet. Unter dem Deckmantel der Drogenbekämpfung holt er das US-amerikanische Militär ins Land und lässt es unbehelligt operieren. Eine demokratische Legitimation hat er dafür nicht; die Ecuadorianer hatten 2025 in einer Volksabstimmung ausländische Militärstützpunkte abgelehnt. Den beiden angegriffenen Boote „Don Maca“ und „Negra Francisca Duarte II“ wurde ebenfalls Drogenhandel vorgeworfen, obwohl sie zuvor vom ecuadorianischen Küstenschutz kontrolliert worden waren und unbehelligt weiterfahren durften. Die Angriffe erfolgen offensichtlich willkürlich, es soll wohl vor allem Panik verbreitet werden. Viele Fischer haben inzwischen Angst, ihren Beruf auszuüben. Ecuadorianische Menschenrechtsgruppen, aber auch die Vereinten Nationen und Amnesty International verurteilen die Angriffe auf die Fischerboote und die Verschleppung der Fischer und fordern eine lückenlose Aufklärung. Doch daran sind bisher weder die USA noch die ecuadorianische Regierung interessiert. (Bild: Quetzal-Redaktion_soleb)