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"buen vivir"
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Argentinien: Ermittlungen wegen des Verdachts betrügerischer Handlungen während der Amtzeit des ehemaligen Präsidenten Macri
Das argentinische Verteidigungsministerium wird voraussichtlich diese Woche die Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlichen, die genaue Informationen über eine umstrittene Operation liefern wird, bei der der Staat im Jahr 2017 französische Kampfflugzeuge erworben hat. Dabei handelt es sich um fünf ausgemusterte Super Etendard, die damals nicht einsatzbereit waren und immer noch nicht eingesetzt werden konnten, da sie Ersatzteile benötigen. Das Kuriose daran ist, dass diese Anschaffung im Zusammenhang mit dem Verteidigungsbedarf im Rahmen des G20-Gipfels erfolgte, der zwischen November und Dezember 2018 in Buenos Aires stattfand. Schließlich wurde jedoch bekannt, dass die Flugzeuge erst sechs Monate nach dem Ende des Gipfels im Lande eintrafen. Darüber hinaus tauchten Informationen auf, die darauf hindeuten, dass die argentinischen Streitkräfte bereits vor dem Kauf wussten, dass die benötigten Ersatzteile nur schwer oder gar nicht zu beschaffen sein würden. Ein Beispiel dafür sind die Schleudersitze, ohne die die Maschinen nicht einsatzfähig sind. Für diese Kampfflugzeuge sind Sitze der britischen Martin-Baker Aircraft Company erforderlich, deren Verkauf an Argentinien abgelehnt wird. Nach der Niederlage Argentiniens im Malvinas/Falkland-Krieg 1982 übte damals die Thatcher-Regierung internationalen Druck aus, um die militärische Macht der Besiegten zu begrenzen, was zur Verhängung eines Embargos führte. Obwohl einige der Verbündeten Großbritanniens im Laufe der Zeit begannen, das Embargo aufzuheben, und somit u.a. Verkäufe von Militärgütern an Argentinien getätigt wurden – wie dies bei Frankreich der Fall war –, unterliegt Argentinien den britischen Ausfuhrkontrollen. In diesem Zusammenhang prangerte der amtierende argentinische Verteidigungsminister den Fall einer argentinischen Korvette an, die zur Reparatur nach England geschickt worden war und trotz der durchgeführten Arbeiten nicht nach Argentinien geliefert werden darf, weil es sich um militärisches Ausrüstungsgut handelt. Zusätlich zu den fraglichen Kampfflugzeugen hat die Regierung des ehemaligen Präsidenten Mauricio Macri im Rahmen der Sicherheitsvorbereitungen für den G20-Gipfel auch schwedische Raketen bestellt, die aufgrund einer Zahlungverzögerung fast vier Jahre nach dem Gipfel geliefert wurden. Nach Bekanntwerden der Ergebnisse der oben genanten Prüfung wird das Verteidigungsministerium Erklärungen abgeben müssen, gefolgt von einer Erklärung der Antikorruptionsbehörde, die eine weitere Untersuchung in dieser Angelegenheit durchführt. Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf Unregelmäßigkeiten, die während der Amtzeit Macris begangen wurden und die in den Kontext von Korruption und politischer Unterordnung unter die Großmächte fallen. (Bildquelle: catalog_archives_PublicDomain)
Arias, Lola: Der Krieg in ihren Köpfen

Der Dokumentarfilm Teatro de guerra/Der Krieg in ihren Köpfen nähert sich der Malvinas/Falklands-Frage aus der Sicht seiner Protagonisten an der Front: Kriegsveteranen beider Länder, die Mitte 1982 in eine Schlacht im Südatlantik gegeneinander geworfen wurden, wurden aufgefordert, ihre Erinnerungen an den Krieg und die Nachkriegszeit zu teilen. Es ist bezeichnend, dass es gut 35 Jahren gedauert hat, um ein solches Projekt ...
Honduras: Xiomara Castros Amtsantritt von institutioneller Krise überschattet

Nachdem Xiomara Castro am 28. November vergangenen Jahres die Präsidentschaftswahlen klar gewonnen hatte, sah sie sich noch vor ihrer Amtseinführung, die in Honduras traditionell am 27. Januar stattfindet, mit einer ernsten politischen Krise konfrontiert. Kurz zuvor, am 21. des Monats, war es auf der ersten Sitzung des neu gewählten Parlaments zum Eklat gekommen. Verursacher der unerwarteten Krise war ...
Patagonia Express Trio: Piazzolla Ruta 100

Anlässlich des 100. Geburtstages des genialen Komponisten und Bandoneonisten Ástor Piazzolla (1921-1992) fanden nicht nur in seinem Geburtstagsland Argentinien, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt Konzerte und Veranstaltungen zu seinen Ehren statt. Und natürlich nutzte auch die Plattenindustrie die Gelegenheit, Alben mit seinen Werken zu verlegen. Dazu gehört auch die Veröffentlichung des Albums ...
Bicentenario 1821-2021 (VI): Die dreifache Unabhängigkeit Santo Domingos

Seitdem Santo Domingo, der spanische Teil der Insel Española, am 27. Februar 1844 seine Unabhängigkeit erlangte, begehen die Einwohner der Dominikanische Republik diesen Tag als ihren Nationalfeiertag. Wenn hier von Bicentenario die Rede ist, dann deshalb, weil sich das karibische Land bereits mehr als 20 Jahre zuvor, am 1. Dezember 1821, von Spanien losgesagt hatte. Allerdings währte diese erste Unabhängigkeit, die independencia efímera, nur drei Monate. Es folgten zunächst der Anschluss an ...
Bicentenario 1821-2021 (V): Panamas Unabhängigkeitsdilemma – Transit als Traum und Trauma

In Panama häufen sich im November die Feiertage. Wie jedes Jahr wird auch 2021 gleich viermal an die Unabhängigkeit des kleinen Landes am südlichen Ende des zentralamerikanischen Isthmus erinnert. Zwei davon – der 10. und 28. November – sind 200-Jahres-Jubiläen, an denen die Unabhängigkeit von Spanien gefeiert wird, die anderen beiden – der 3. und 5. November – verweisen ...
Argentinien: León Gieco x 70
Der argentinische Liedermacher Raúl Alberto Antonio Gieco, weltweit bekannt als León Gieco, feierte am vergangenen Samstag seinen 70. Geburtstag. Während Gieco an seinem Geburtstag von zahlreichen Musikern und einem Theater voller Fans in Buenos Aires geehrt wurde, revanchierte sich der Songwritter einen Tag später mit einem kostenlosen Open-Air-Konzert vor großem Publikum, an dem sich VertreterInnen von Menschenrechtsorganisationen, KünstlerInnen und politischen Persönlichkeiten beteiligten. Der 1951 geborene Gieco begann seine musikalische Laufbahn bereits im Alter von acht Jahren, als er mit einer Gitarre, die er ein Jahr zuvor mit bei seiner Arbeit verdientem Geld gekauft hatte, seine ersten Auftritte in den Ortschaften rund um sein Heimatdorf im Herzen der Pampa, Cañada Rosquín, absolvierte. Obwohl Gieco von seinem Debütalbum León Gieco (1973), das von Gustavo Santaolalla (der auch dabei sein Debüt als Produzent gab) produziert wurde, bis zu seinem letzten Album El desembarco (2011) „lediglich“ siebzehn Soloalben veröffentlichte, muss sich jeder, der sein musikalisches Schaffen nachverfolgen will, mit satten 260 Aufnahmen auseinandersetzen. Dieses Material, das neben kollektiven Projekten und der Mitarbeit an Alben von KollegInnen aus aller Welt entstanden ist, beweist nicht nur die Vielseitigkeit des Musikers (von argentinischer Folklore bis hin zu Heavy Metal), sondern auch die Zuneigung und Bewunderung, die Gieco nach wie vor entgegen gebracht wird. Der Liedermacher, der während der letzten argentinischen Diktatur (1976-1983) ins Exil gezwungen wurde, ist nicht nur für das politische Engagement seiner Texte bekannt, sondern auch dafür, dass er sich für zahlreiche Dinge einsetzt, die er für gerecht hält. Wie sein uruguayischer Kollege Daniel Viglietti (1939-2017) ist Gieco fester Bestandteil jeder Initiative, die von Menschenrechtsorganisationen, landlosen Bauern, Ureinwohnern, Arbeitern in stillgelegten Fabriken, Menschen mit Behinderungen und anderen an den Rand gedrängten Menschen organisiert wird. Der bereits verstorbene Historiker Osvaldo Bayer qualifizierte ihn mit dem höchsten Adjektiv, das libertäre Anarchisten vergeben: Sohn des Volkes. Denn León Gieco trägt dazu bei, einige der vielen Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen – er macht diese Welt zu einer besseren Welt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_chinoz).
Binet, Laurent: Eroberung

Atahualpa, jung, schön, von aristokratischer Würde, einen Papagei auf der Schulter, seinen Puma an der Leine, eingerahmt von seinen Frauen, Higuenamota bekleidet mit einem goldbraunen Mantel, ihre Brust entblößt, Coya Asarpay mit angewidertem Gesichtsausdruck, Cusi Rimay und ihre kleine Schwester Quispe Sisa verängstigt von dem Schauspiel der ersten Orientalen ...
Am Rande universitärer Annalen – Lateinamerikaner* an der Leipziger alma mater

Es verwundert sicher wenig, wenn sich jemand wie ich, die mehr als drei Jahrzehnte an der Universität Leipzig tätig und wissenschaftlich mit Lateinamerika beschäftigt war, für die von ihr geehrten, promovierten oder an ihr studierenden Lateinamerikaner interessiert. Einigen von ihnen bin ich persönlich begegnet. Andere „traf“ ich in ihren Publikationen. Bei meiner Recherche stieß ich, neben ...
Bicentenario 1821-2021 (IV): Zentralamerika – Von der Unabhängigkeit in die kleinstaatliche Fragmentierung
Offiziell feiern Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua am selben Tag, dem 15. September, den Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von Spanien. Alle fünf Länder gehörten ebenso wie Chiapas bis 1821 zur Capitanía General de Guatemala. Auch das Gebiet, auf dem sich heute der Staat Belize erstreckt, war formell Teil der Generalkapitanie. Anders als in Mexiko oder Südamerika erlangte das Reino de Guatemala, wie die spanische Kolonie auch genannt wurde, seine Unabhängigkeit im Windschatten äußerer Umbrüche auf friedlichem Wege. Wie in und Mexiko schuf der liberale Aufstand im Januar 1820 in Spanien eine neue Situation. Als Agustín Iturbide am 24. Februar 1821 mit seinem...