Túpac Amaru
In der späten Kolonialzeit sah sich in ganz Hispanoamerika die weitgehend autochthone Landbevölkerung sowohl von Vertretern der Kirche, als auch von Gutsbesitzern, Bergwerksbesitzern und Kaufleuten zunehmend unter Druck gesetzt. Diese waren daran interessiert, die indígenas in die Marktwirtschaft zu integrieren, sie auf diese Weise als Arbeitskräfte zu gewinnen. Die indígenas waren zwar nominell frei, waren aber der Kontrolle der corregidores (Beamte der Kolonialverwaltung) und der curacas (adlige indianische Häuptlinge), sowie verschiedenen Arten der Steuereinziehung, wie Tributleistungen, der mita und der Zahlung des Zehnten unterworfen. Das Resultat dieser Situation waren Gewalttätigkeiten, Unruhen. Beamtenmord und Trunkenheit. Die Aufstandsbewegung des Túpac Amarú war, was die Zusammensetzung der an ihr Beteiligten, ihr Programm, ihre Entwicklung und die Auswirkungen betrifft, außerordentlich komplex. Sie baute sich seit den 70er Jahren des 18. Jh......
Reduktion
Während ihrer Missionsarbeit in Südamerika versuchten die Jesuiten, in den Wäldern lebende Indianerstämme an festen Plätzen anzusiedeln. Diese Ansiedlungen wurden Reduktionen genannt. Insgesamt gab es 30 Reduktionen. Sie befanden sich in den heutigen brasilianischen Bundesstaaten Paraná, Río Grande do Sul, in Paraguay und in Argentinien. Die 30 Reduktionen bildeten bis 1750 einen Bestandteil des spanischen Kolonialreiches. Spanische Verwaltungsbeamte wählten die Pfarrer aus, die die Reduktionen leiten sollen. Die indígenas in den Reduktionen waren Untertanen des spanischen Königs und mußten mit Ausnahme der Kaziken, Küster und Sakristane jährlich einen Silberpeso Kopfsteuer entrichten. Weit über 100.000 indígenas lebten in den Reduktionen. Die Orte zählten zu den Bistümern Buenos Aires und Asunción. Die Bischöfe besaßen die Jurisdiktion über die Pfarrer und kontrollierten deren Amtsführung, und sie beanspruchten den Zehnten von den indígen.....
Karl Julius Platzmann: ein Leipziger und die Indianersprachen
Spätestens seit 1786 William JONES das altindische Sanskrit als mit den meisten europäischen Sprachenverwandt identifiziert hatte, setzte eine fieberhafte Suche nach der menschlichen Ursprache ein und die so genannte historisch-vergleichende Sprachwissenschaft etablierte sich allmählich, vor allem auch in Leipzig. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als ein romantisch verklärter Blick auf die Ferne in Kunst und Geisteswelt seine Blüten trieb, begann es zum guten Ton unter universal Interessierten und Gebildeten zu gehören, sich nach dem Vorbild von Adelung oder Humboldt mit dieser oder jener exotischen Sprache zu befassen.
Karl Julius PLATZMANN, geboren am 31.01.1832 in Leipzig, zog es eigentlich zu Künstlerischem und zur Botanik hin, und nach dem Besuch der Fürstenschule in Grimma studierte er an der Dresdner Kunstakademie. Als Zeichner von wissenschaftlich verwertbaren Pflanzendarstellungen hielt er.....