Ecuador: Konflikt ums Öl
Seit dem 17. August sind in den beiden Ost-Provinzen Sucumbios und Orellana die Auseinandersetzungen zwischen der ortsansässigen Bevölkerung und den in der Amazonasregion tätigen Erdölmultis eskaliert. Nachdem die von den örtlichen Behörden unterstützen Demonstranten 340 Bohrlöcher besetzt sowie Straßen und Flugplätze lahmgelegt hatten, griff der erst seit April regierende Präsident Palacio mit der Entsendung zusätzlicher Truppen unter dem Befehl des neu eingesetzten Verteidigungsministers Jarrín in den Konflikt ein. Die Armee sicherte mit brutaler Gewalt die Förderanlagen und verhaftete etwa 60 Führer der Protestbewegung.
Inzwischen sitzen Ölgesellschaften, Regierung und Demonstranten am Verhandlungstisch und haben sich vorerst auf einen "Waffenstillstand" geeinigt. Die Forderungen der empörten Bewohner der beiden Ölprovinzen lassen an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: größere fin.....
Die Dezemberwahlen 2005 in Bolivien: Wie tief geht die Zäsur?
Am 18. Dezember 2005 wurde Evo Morales mit fast 54% der abgegebenen Stimmen zum neuen Präsidenten Boliviens gewählt. In einem Land, dessen Bevölkerung zwar zu mindestens 60% aus indígenas besteht, aber in seiner gesamten Geschichte noch nie von einem indianischen Staatsoberhaupt regiert wurde, stellt allein die Wahl eines Aymará und Koka-Bauern eine tiefe Zäsur dar. Sie ist ein unübersehbarer Hinweis dafür, daß sich in dem Andenland tektonische Verschiebungen vollziehen, deren Ausmaß und Auswirkungen derzeit nur schwer abzuschätzen sind. Immerhin läßt sich eines jetzt schon sagen: Anders als die Wahl von Alejandro Toledo, der ebenfalls indianischer Abstammung ist und bereits 2001 im Nachbarland Peru ins Präsidentenamt gewählt worden war, sind die Wahlergebnisse in Bolivien kein Produkt eher zufälliger Konstellationen und Ereignisse, sondern Ausdruck andauernder politischer Proteste gegen den neoliberalen Kurs der herrschenden Elite, die von einer breiten und gut organisierten sozialen Bewegung getragen werden. Analysiert man die begonnenen Veränderungen zunächst auf der Ebene des politischen Systems, dann fallen vier Aspekte ins Auge:
Erstens kann sich Evo Morales auf eine überraschend klare Mehrheit im Parlament stützen. Erstmals seit dem Beginn der Demokratisierung 1982 hat sich mehr als die Hälfte der Wähler für einen Kandidaten entschieden. Bislang lag der Rekord bei etwa 36% (Sanchez de Lozada für den MNR bei den Wahlen 1993). Der Zäsurcharakter des Wahlsieges von Evo Morales wird durch die Verbindung von indianischer Identität und linker Programmatik nachdrücklich unterstrichen In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum die vor dem Wahltermin von der Presse publizierten Umfragen bezüglich seiner Siegesaussichten weit unter den tatsächlichen Ergebnissen lagen.
Zweitens verteilen sich die Stimmen nicht mehr wie bisher fast gleichmäßig auf fünf oder mehr Parteien, sondern konzentrieren sich zu über 80% auf nunmehr zwei Parteien mit gegensätzlicher politischer Ausrichtung. Manche Beobachter sehen bereits ein Zwei-Parteien-System entstehen. Dieser Trend wiegt umso schwerer, wenn man berücksichtigt, daß vom traditionellen Parteiensystem kaum etwas übrig geblieben ist. Sowohl UN als auch PODEMOS stellen Neugründungen dar und selbst der MAS von Evo Morales hat erst 2002 wahlpolitische Relevanz erlangt. Der MNR, die älteste und bis 2002 führende Partei des Landes, ist mit den jüngsten Wahlen sogar an den Rand der Bedeutungslosigkeit gerückt.
Drittens schlägt die innere Zweiteilung des Landes nun auch wahlpolitisch deutlich durch. Während Morales im indianisch geprägten Andenhochland seine Hochburgen hat, war sein Hauptkonkurrent Jorge Quiroga ("Tuto") von PODEMOS im östlichen Tiefland, das mehrheitlich von mestizischen und "weißen" Bolivianern besiedelt ist, Wahlsieger. Dies verschafft PODEMOS die Möglichkeit, im Senat mit dem MAS gleichzuziehen (beide Parteien stellen je 13 der insgesamt 27 Senatoren) und im Abgeordnetenhaus, in dem der MAS die Hälfte der 130 Parlamentarier stellt, mit einer starken Fraktion (45 Sitze) die Oppositionsführerschaft zu übernehmen. Damit besteht zwischen dem Wahlsieger MAS und den übrigen Parteien ein Patt, das Morales dazu zwingen wird, Koalitionen und Kompromisse einzu.....
El amor de los amantes
(poeta de Nicaragua, miembro del taller „10 poetas del sesenta“)
[El amante]
Pensar que piensas que pienso en ti como pienso
que piensas en mí en ese pensar que pensamos siempre
que pensamos porque el pensar es lo posible en el tiempo.
Pensar que piensas en mí y pienso en ti es un pensamiento grato,
es agradable pensarlo, tenerlo presente, no olvidarlo.
Pienso, entonces discurro, considero, imagino, medito en ti.
Piensas, bien, discurres, consideras, imaginas, meditas en mí.
Pensamos que pensamos. Convergen nuestros pensamientos.
Tú y yo estamos en nuestros pensamientos. Conversamos.
Nos damos besos pensados en los pensamientos pensados.
Pensamos que pensamos. Nos amamos en los pensamientos.
Nos reímos pensando y nos unidos en los pensamientos.
Pienso en ti, pienso. Idealizo tu imagen, soy su dueño.
Piensas en mí, pienso. Idealizas mi imagen, eres su dueña.
Dispongo de tus palabras. Penetro en los sitios de tu soledad.
Soy el creador de tu silencio. .....
Historias Mínimas - Filme aus Argentinien
Es ist vollkommen egal, ob Marlon Brando oder irgend ein Typ von der Straße in einem Film mitspielt, genauso wenig ist die Arbeitsmethode entscheidend; worum es geht, ist diesen winzigen Moment von Authentizität einzufangen. Und, ehrlich gesagt, glaube ich, dieses Mal ist mir das gelungen.“ Dass es Carlos Sorin und seinen Laiendarstellern gelungen ist, beweist Historias Mínimas (Argentinien/Spanien 2002), ein tragikomischer Roadmovie, der letzten Sommer in den deutschen Kinos zu sehen war und eine bemerkenswerte Öffentlichkeit erzielte.
Tausende Meilen südlich von Buenos Aires sind drei Menschen auf den einsamen Landstraßen Patagoniens unterwegs. Im Laufe ihrer Rei.....
Junta - Filme aus Argentinien
Buenos Aires während der Militärdiktatur: Die Studentin María (Antonella Costa Felix) wird von der Geheimpolizei in eine stillgelegte Autowerkstatt verschleppt. Hier verbirgt sich eines der unsichtbaren Gefängnisse des Junta-Regimes, in dem María – wie viele andere „Subversive“ – verhört und gefoltert wird. Sie trifft auf Felix (Carlos Echeverría), ihren schüchternen und in sie verliebten Mitbewohner: er ist der „Verhör“-Spezialist. Krankhaft und macht-besessen, zwischen Pflichterfüllung und Zuneigung „kümmert“ er sich um María, die in ihm ihre einzige Überlebenschance sieht. Felix weiß, dass María nur innerhalb des Lagers ihm gehört. Während sich zwischen beiden eine groteske Beziehung entwickelt, versucht Marias Mutter, eine Französin, mit allen Mitteln, ihre Tochter ausfindig zu machen. Sie verkauft ihr Haus, um damit einen Geheimdienstler bestechen zu können, der sie anschließend beiläufig liquidiert. Marías Spur end.....