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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

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Banco del Sur – ein neuer Hoffnungsträger?Ein Kommentar

Lateinamerika_Banco_del_Sur.jpgNun ist sie also gegründet – die „Bank des Südens“. Lange hat es gewährt. Und noch ist offen, ob es letztlich gut wird. Denn über dem Projekt schwebt von Anfang an ein Anflug von Hybris: IWF und Weltbank paroli bieten, die „Unabhängigkeit unserer Völker entscheidend voranbringen“, Projekte in den Schlüsselbereichen der Wirtschaft beschleunigen und sogar den Weg zu einer gemeinsamen Währung ebnen. Chávez, Correa und Morales überboten sich in ihren Laudatios förmlich bei der Bedeutung der neuen ...

Interview mit Carlos Altamirano
Rechtsanwalt und Generalsekretär der Sozialistischen Partei Chiles

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Interview mit Carlos Altamirano - Flucht vor der Junta

Carlos Altamirano Orrego, geboren am 18. Dezember 1922 in Santiago de Chile, Rechtsanwalt und Professor für Wirtschaftsrecht an der Universidad de Chile, war von 1961 bis 1965 Abgeordneter des chilenischen Unterhauses, von 1965 bis 1973 Senator und zwischen 1971 und 1979 Generalsekretär der Sozialistischen Partei Chiles. Während der Regierung der linken Koalition Unidad Popular unter dem sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stand Altamirano für eine militärische Alternative des revolutionären Übergangs zum Sozialismus und rief für den Fall eines militärischen Angriffs auf die Unidad-Popular-Regierung und ihr sozialistisches Projekt zum bewaffneten Widerstand auf. Nach dem Putsch durch die Generäle um Pinochet wurde auf ihn ein Kopfgeld ausgesetzt und er verwandelte sich in die am meisten gesuchte Person des Landes. Wie in dem Buch „Flucht vor der Junta“ - herausgegeben von Gotthold Schramm und erschienen beim Verlag „Edition Ost“ - beschrieben wird, bereiteten ehemalige Mitarbeiter der DDR-Botschaft in Santiago de Chile seine Flucht vor und retteten ihm das Leben, indem sie ihn außer Landes brachten. Vom Exil in Italien und Kuba aus organisierte Altamirano den Widerstand gegen die Diktatur und rief zur ideologischen Erneuerung der Sozialistischen Partei auf, was ihm den Vorwurf des Revisionismus einbrachte. Die chilenische PS ist heute gespalten in eine sozialistische Minderheit und eine sozialdemokratische, den Neoliberalismus im Lande befördernde Mehrheit. Drei Jahre nach der vollzogenen Demokratisierung kehrte Altamirano im Jahre 1993 nach Chile zurück, wo er sich bis vor kurzem aus der öffentlichen Politik und Debatte zurückzog und nur in wenigen Ausnahmefällen Interviews über seine persönliche Geschichte gewährte.

Das folgende Interview führte Marek Höhn, Politikwissenschaftler und parlamentarischer Berater in Santiago de Chile, am 12. Februar 2007 in Santiago.

Wie haben Sie die letzten Tage, Wochen, Monate vor dem Putsch erlebt? Es ist bekannt, dass sich die bewaffneten Auseinandersetzungen lange vorher angekündigt hatten und, wie verschiedenen Dokumenten zu entnehmen ist, haben Sie vor dem Putsch bereits sowohl die Bevölkerung als auch Soldaten und Unteroffiziere aufgerufen, im Falle von putschistischen Befehlen diese nicht zu befolgen, sondern gegen putschistische Vorhaben Widerstand zu leisten. Können Sie zusammenfassen, wie Sie die letzte Zeit vor dem Putsch erlebt haben?

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass das Tage einer sehr großen Spannung gewesen sind, eine sehr mit Konflikten beladene Zeit. Das war sie insbesondere für mich. Ich war der absoluten Überzeugung, dass ein Militärputsch in Vorbereitung war. Diese Überzeugung beruht unter anderem auf einem Gespräch mit Marineangehörigen, welches mir heue noch von der Rechten vorgeworfen wird, weil behauptet wird, ich hätte politisches Aufrührertum betrieben. Aber unsere Gespräche mit d.....

Interview mit Carlos AltamiranoRechtsanwalt und Generalsekretär der Sozialistischen Partei Chiles

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Interview mit Carlos Altamirano - Flucht vor der Junta

Carlos Altamirano Orrego, geboren am 18. Dezember 1922 in Santiago de Chile, Rechtsanwalt und Professor für Wirtschaftsrecht an der Universidad de Chile, war von 1961 bis 1965 Abgeordneter des chilenischen Unterhauses, von 1965 bis 1973 Senator und zwischen 1971 und 1979 Generalsekretär der Sozialistischen Partei Chiles. Während der Regierung der linken Koalition Unidad Popular unter dem sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stand Altamirano für eine militärische Alternative des revolutionären Übergangs zum Sozialismus und rief für den Fall eines militärischen Angriffs auf die Unidad-Popular-Regierung und ihr sozialistisches Projekt zum bewaffneten Widerstand auf. Nach dem Putsch durch die Generäle um Pinochet wurde auf ihn ein Kopfgeld ausgesetzt und er verwandelte sich in die am meisten gesuchte Person des Landes. Wie in dem Buch „Flucht vor der Junta“ - herausgegeben von Gotthold Schramm und erschienen beim Verlag „Edition Ost“ - beschrieben wird, bereiteten ehemalige Mitarbeiter der DDR-Botschaft in Santiago de Chile seine Flucht vor und retteten ihm das Leben, indem sie ihn außer Landes brachten. Vom Exil in Italien und Kuba aus organisierte Altamirano den Widerstand gegen die Diktatur und rief zur ideologischen Erneuerung der Sozialistischen Partei auf, was ihm den Vorwurf des Revisionismus einbrachte. Die chilenische PS ist heute gespalten in eine sozialistische Minderheit und eine sozialdemokratische, den Neoliberalismus im Lande befördernde Mehrheit. Drei Jahre nach der vollzogenen Demokratisierung kehrte Altamirano im Jahre 1993 nach Chile zurück, wo er sich bis vor kurzem aus der öffentlichen Politik und Debatte zurückzog und nur in wenigen Ausnahmefällen Interviews über seine persönliche Geschichte gewährte.

Das folgende Interview führte Marek Höhn, Politikwissenschaftler und parlamentarischer Berater in Santiago de Chile, am 12. Februar 2007 in Santiago.

Wie haben Sie die letzten Tage, Wochen, Monate vor dem Putsch erlebt? Es ist bekannt, dass sich die bewaffneten Auseinandersetzungen lange vorher angekündigt hatten und, wie verschiedenen Dokumenten zu entnehmen ist, haben Sie vor dem Putsch bereits sowohl die Bevölkerung als auch Soldaten und Unteroffiziere aufgerufen, im Falle von putschistischen Befehlen diese nicht zu befolgen, sondern gegen putschistische Vorhaben Widerstand zu leisten. Können Sie zusammenfassen, wie Sie die letzte Zeit vor dem Putsch erlebt haben?

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass das Tage einer sehr großen Spannung gewesen sind, eine sehr mit Konflikten beladene Zeit. Das war sie insbesondere für mich. Ich war der absoluten Überzeugung, dass ein Militärputsch in Vorbereitung war. Diese Überzeugung beruht unter anderem auf einem Gespräch mit Marineangehörigen, welches mir heue noch von der Rechten vorgeworfen wird, weil behauptet wird, ich hätte politisches Aufrührertum betrieben. Aber unsere Gespräche mit d.....

Recht auf Selbstbestimmung für Indigene Völker*

 

UN-Deklaration nach 20-jährigen Verhandlungen

Die Vereinten Nationen (UN) haben nach mehr als 20 Jahre andauernden Verhandlungen eine Erklärung zu den Rechten indigener Völker verabschiedet. Darin wird das Recht von Ureinwohnern auf Selbstbestimmung und Verfügungsgewalt über ihr Land und dort liegende Bodenschätze bekräftigt. Die Deklaration wurde auf der 61. Sitzung der UN-Vollversammlung am 13. September 2007 mit den Stimmen von 143 der 192 UNO-Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, angenommen; elf Mitglieder enthielten sich der Stimme, nur vier stimmten dagegen (1).

 

„Der 13. September wird erinnert werden als ein Tag der Internationalen Menschenrechte für die indigenen Völker der Welt“, sagte Vicky Tauli-Corpuz, Vorsitzende des Ständigen Forums der UN für den Schutz und die Rechte indigener Völker (2). Der Präsident Boliviens,.....

Lateinamerikanische Filme im Rahmen des Leipziger Dok- & Animationsfilmfestivals 2007

Wie jedes Jahr im Herbst fand auch 2007 wieder das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm statt. Doch in diesem Jahr war es ein ganz besonderes, da das Festival bereits die fünfzigste Auflage feierte. Das Festival wurde 1955 als „Gesamtdeutsche Leipziger Woche für Kultur- und Dokumentarfilm“ durch den Club der Filmschaffenden der DDR ins Leben gerufen.

Seit den 1970er Jahren rückten auch verstärkt Dokumentarfilme aus Lateinamerika in den Fokus des Festivals, so z.B. Filme im Freiheitskampf der Völker: 1972 mit dem Thema Lateinamerika und 1983 Chile. Im Jahr 1974 stand der kubanische Dokumentarfilm im Mittelpunkt des Festivals. Auch das diesjährige Festival hatte im Rahmen der Programmreihe Retrospektive wieder einige Filmraritäten und Perlen des lateinamerikanischen Dok-Films zu bieten. Darunter Filme des „Cine de la base“ und „Cine militante“, darunter Werke die sowohl zu den Anfängen als auch den H.....

Lateinamerikanische Filme im Rahmen des Leipziger Dok- & Animationsfilmfestivals 2007

Wie jedes Jahr im Herbst fand auch 2007 wieder das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm statt. Doch in diesem Jahr war es ein ganz besonderes, da das Festival bereits die fünfzigste Auflage feierte. Das Festival wurde 1955 als „Gesamtdeutsche Leipziger Woche für Kultur- und Dokumentarfilm“ durch den Club der Filmschaffenden der DDR ins Leben gerufen.

Seit den 1970er Jahren rückten auch verstärkt Dokumentarfilme aus Lateinamerika in den Fokus des Festivals, so z.B. Filme im Freiheitskampf der Völker: 1972 mit dem Thema Lateinamerika und 1983 Chile. Im Jahr 1974 stand der kubanische Dokumentarfilm im Mittelpunkt des Festivals. Auch das diesjährige Festival hatte im Rahmen der Programmreihe Retrospektive wieder einige Filmraritäten und Perlen des lateinamerikanischen Dok-Films zu bieten. Darunter Filme des „Cine de la base“ und „Cine militante“, darunter Werke die sowohl zu den Anfängen als auch den H.....

Der Panamakanal im verflixten 7. Jahr - Teil 3: Kritik am Ausbau des Panamakanals

Der Fokus in diesem Teil liegt in der kritischen Auseinandersetzung mit den Argumenten der Befürworter des Projektes. Es soll untersucht werden, ob der Kanal tatsächlich zu wirtschaftlicher Prosperität führen und zur Steigerung des Wohlstandes in der Bevölkerung beitragen kann. Auch umweltpolitische Aspekte sollen nicht außer Acht gelassen werden.

Dal Masetto, Antonio: Unten sind ein paar Typen

Fußballweltmeisterschaft: Die Nationalmannschaft spielt sich von Sieg zu Sieg und das Land versinkt zunehmend in Euphorie. Vom Sieg der eigenen Kicker ist inzwischen jeder überzeugt. Auch die Frauen, die sich überraschend begeistert zeigen und sogar als Fußballexperten entpuppen. Zur Überraschung der Händler findet selbst die Landesflagge reißenden Absatz, plötz¬lich wollen sich alle damit schmücken. Die Medien konstatieren ein neues Nationalgefühl unter der Bevölkerung.

Nein, nein, nicht was Sie jetzt denken. Die Rede ist von Argentinien und der Weltmeisterschaft des Jahres 1978. Die argentinische Mannschaft um Kempes und Co. wird von einer Woge der Begeiste¬rung getragen, die so niemand erwartet hat. Pablo, der Protagonist dieses Romans von Antonio Dal Massetto, registriert die Stimmung im Lande eher als dass er sie mitträgt. Er verfolgt die Spiele, aber er scheint etwas unbeteiligt zu sein, wenig euphoris.....

Bergbau in Guatemala: Ein Land wird umgegraben

Guatemala im Jahr 2015: Es werden Goldadern in den Bergen von Mixco gefunden. Die Regierung gibt grünes Licht zum Erzabbau in der Zone – allerdings unter der Bedingung, dass die begünstigte Firma die Bevölkerung umsiedelt und ihnen neue Behausungen anbietet. Der Vertrag wird unterzeichnet: Das Stück, das die Bergbaufirma vom Kuchen abbekommt, ist so groß, dass sie es sich erlauben kann, aus dem Nichts eine Stadt zu errichten, die tausenden Familien eine Behausung bieten kann. Viele wehren sich gegen den Exodus (einige auf gewaltsame Weise). Sie führen Unannehmlichkeiten im Bezug auf die Entfernung und auf das Klima an. Klar, es macht schon einen Unterschied, ob man in einer Berggegend umgeben von Feuchtwäldern, 15 Minuten von der Hauptstadt entfernt wohnt oder in einer heißen Ebene, in der Nähe von El Rancho, mehr als eine Stunde von Guatemala-Stadt entfernt. Eine simple Spekulation? Vielleicht, aber deshalb trotzdem nicht wirr und noch weniger unwahrscheinlich, wenn man.....

Argentinien - Winter

Argentinien - Winter (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mcm)Nach über 89 Jahren gibt es in einem der kältesten Winter Lateinamerikas erneut Schneefall in Buenos Aires. Für einen Moment hielt das Leben der Stadt an, die Menschen versuchten, die Schneeflocken zu fangen. So schön der Schneefall für die Menschen war, so schlecht war er für den Verkehr, welcher teilweise zum erliegen kam. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mcm)