Suchergebnisse für "buen vivir"

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Der gewaltfreie Rebell

Der Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel weiß, was soziale Ungerechtigkeit bedeutet. 1931 in Buenos Aires als Sohn eines spanischen Immigranten und einer indigenen Mutter geboren, bekam er zu spüren, was Armut heißt. Trotzdem hat er ein Studium an der Kunsthochschule in Buenos Aires abgeschlossen. Esquivel ist Gründungsmitglied und Leiter der gewaltfreien Menschenrechtsorganisation für Frieden und gerechte Justiz SERPAJ, die seit 1974 in ganz Südamerika vertreten ist und für die Rechte unterprivilegierter Jugendlicher, das Selbstbestimmungsrecht der Ur-Völker und den Schutz deren Umwelt eintritt. 1977 wurde Esquivel verhaftet und gefoltert, da er der argentinischen Militärdiktatur (1976 - 1983) öffentlich entgegen trat. Dank internationalem Druck entkam er in letzter Minute dem Tod. 1980 erhielt er den Friedensnobelpreis, weil er im Namen von SERPAJ öffentlich nach dem Verbleib der 30.000 Menschen fragte, die während der Dauer der Militärdiktatur spurlos verschwanden.

Chile: Umfrageergebnisse zu den Präsidentschaftswahlen 2009

Chile: Umfrageergebnisse zu den Präsidentschaftswahlen 2009Nach aktuellen Umfrageergebnissen (Centro des Estudios Públicos) zu den chilenischen Präsidentschaftswahlen im Dezember 2009 sehen die Chancen der Kandidaten wie folgt aus: im ersten Wahlgang würde Sebastián Piñera 39 % der Stimmen erhalten, Eduardo Frei 30 % und Marco Enríquez-Ominami etwa 13 %. Bliebe es im Dezember bei diesem Ergebnis und keiner der Kandidaten könnte im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erzielen, käme es zur Stichwahl zwischen Piñera, dem Kandidaten des Mitte-Rechts-Bündnis Coalición por el Cambio und Eduardo Frei, dem Vertreter des Mitte-Links-Bündnis Concertación Democrática. Nach ihrer Entscheidung für einen zweiten Wahlgang befragt, gaben 41 % der Umfrageteilnehmer an, für Piñera zu stimmen, während 39 % für Frei stimmen wollten. Auf die Frage nach dem erwünschten nächsten Staatsoberhaupt hatte Piñera mit 31 % gegenüber Frei mit 25 % die Nase vorn. Nach der Frage "Was glauben Sie, wer der nächste Präsident Chiles wird?", ohne die persönlichen Präferenzen zu berücksichtigen, entschieden sich 45 % für Piñera und 36 % für Frei.

Venezuela: Vereinigung der Opposition vs. Sozialistische Einheitspartei

Die politische Debatte in Venezuela wurde zu Beginn dieser Woche durch zwei Meldungen bestimmt. Im staatlichen Fernsehkanal VTV gab Aristóbulo Istúriz, Vizepräsident der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) für die Nordost-Region, am Montag bekannt, dass die Anfang 2007 gegründete Partei inzwischen einen Mitgliederstand von 6,7 Millionen erreicht hat. Am selben Tag verkündete Luis Ignacio Planas, Präsident der christdemokratischen Partei (COPEI) den Zusammenschluss der Opposition zur "Mesa de la Unidad Democrática“ (Rundtisch der Demokratischen Einheit). Dem neu geschaffenen Bündnis gehören neben der COPEI die Acción Democrática (Demokratische Aktion), die Alianza Bravo Pueblo (Allianz Mutiges Volk), Un Nuevo Tiempo (Eine Neue Zeit), Primero Justicia (Gerechtigkeit Zuerst), die sozialdemokratische PODEMOS sowie weitere Parteien und Organisationen an. Die meisten Parteien des Oppositionsbündnisses hatten bereits der Coordinadora Democrática (Demokratische Koordination) angehört, die in den Jahren 2002 bis 2004 bei verschiedenen Gelegenheiten (Generalstreik, Lahmlegung der Ölindustrie, Putschversuch gegen Chávez) versucht hatte, den Transformationsprozess in Venezuela zu stoppen und zurückzurollen. Wie Planas erklärte, verstehe sich der neu geschaffene Zusammenschluss keineswegs als Wahlallianz, sondern vielmehr als Plattform, um der neuerlichen Radikalisierung des Regierungskurses mittels überzeugender Gegenvorschläge entgegenzuwirken. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen forderte er auf, sich an diesem politischen Projekt aktiv zu beteiligen. (Bild: Organization of American States)

Mit dem Soja kam das Fieber

Mit dem Soja kam das Fieber - Soja Herstellung - ABrVor 13 Jahren wurde in Argentinien Gensoja des US-Konzerns Monsanto zugelassen. Nun wird eine Dengue-Epidemie mit dem Anbau in Verbindung gebracht. Mehrere Länder Südamerikas wurden in den vergangenen Wochen und Monaten von der schlimmsten Dengue-Epidemie der vergangenen Jahre heimgesucht. Betroffen war vor allem der Norden Argentiniens. Bei den Gesundheitsbehörden wurden über 20.000 Infektionen gemeldet, regierungsunabhängige Organisationen gingen aber schon Mitte April von mehr als 30.000 Dengue-Fällen aus. Während die Regierung von Präsidentin Christina Fernández de Kirchner eine Infektionswelle im Nachbarland Bolivien verantwortlich macht, hat ein argentinischer Agrarwissenschaftler...

Buenos Aires

Südamerika wird bei europäischen Touristen immer beliebter. Die schroffen Berge Feuerlands, Pinguinkolonien, Seeelefanten aus nächster Nähe, das ewige Eis und das sagenumwobene Kap Hoorn begeistern die Reisenden. Eine Möglichkeit, sich Südamerika zu nähern, ist eine Kreuzfahrt: Man braucht sich mit Einreisemodalitäten und dergleichen nicht länger als unbedingt notwendig herumzuschlagen, man überbrückt - quasi im Schlaf - die riesigen Entfernungen von einem Naturschauspiel zum nächsten, und schließlich ist auch das Reisen mit einem Kreuzfahrtschiff selbst ein Erlebnis. Viele Südamerika-Kreuzfahrten beginnen oder enden in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Weiter Richtung Süden führt die Südamerika-Kreuzfahrt der "Norwegian Cruise Line". Dieser Veranstalter hat sich dem Freestyle Cruising verschrieben: Es gibt keine Kleiderordnung.

Ein Jahr ohne Liebe

Spielfilm - Argentinien - 2005. Pablo Pérez, 30 Jahre alt, wohnt mit seiner verwirrten Tante in einer kleinen Wohnung in Buenos Aires. Um über die Runden zu kommen, gibt er Französischunterricht für Studenten und vertraut auf die finanzielle Hilfe seines Vaters, da seine Gedichte bei den Verlegern auf Ablehnung stoßen. Neben den üblichen Lebenskosten braucht Pablo das Geld vor allem für seine Medikamente und Arztbesuche, denn Pablo ist HIV-positiv. Über Kontaktanzeigen in Zeitschriften sucht Pablo nach einem starken Lebenspartner und Safer Sex, doch aufgrund seiner Krankheit erhält er kaum positive Rückmeldung. Isoliert und deprimiert beginnt er, sich nach dem Tod zu sehnen. Die zurückhaltenden Zuwendungen seiner Tante, seiner Nachhilfeschülerin oder seines Freundes Nicolas lehnt er ab. Auch verweigert er sich der Behandlung mit dem Aidsmedikament AZT, das die rasche Ausbreitung des Virus im Körper verlangsamen soll.

Menschenrechte der indigenen Völker in den Verfassungen von Brasilien, Peru und Ecuador

Eine Indigene im Hochland von Peru Foto: Quetzal-Redaktion, sscSeit der Unabhängigkeit der südamerikanischen Länder ist das Verhältnis zwischen Staat und indigenen Völkern gespannt. Dieses Verhältnis hat sich aber in den letzten Jahren gewandelt. Das zeigt sich vor allem in den neuen lateinamerikanischen Verfassungen, in denen die Staaten den indigenen Völkern eine stärkere Unterstützung gewähren (z. B. in Ecuador). Allerdings ist auch feststellbar, dass die Umsetzung der Rechte, die die Staaten den indigenen Völkern zuerkennen und die in der Verfassung verankert sind, noch immer schleppend verläuft. Es fehlt an politischen Institutionen, die zusammen mit den indigenen Völkern diesen Prozess initiieren und nachhaltig gestalten.

Als hauptsächliche Probleme der Menschenrechte für die indigenen Völker werden folgende Punkte betrachtet: das originäre Recht auf Territorium oder Land, das generelle Recht auf Boden, die Erziehung und Kultur, die Sprache, der Multikulturalismus, die soziale Organisation, das Gewohnheitsrecht, die politische Repräsentation, die Selbstbestimmung, das Lebensniveau und die nachhaltige Entwicklung.

Nachfolgend werden ausgehend von diesen Kriterien die Menschenrechte der indigenen Völker in drei Staaten Südamerikas untersucht, weil diese in ihren Verfassungen den indigenen Völkern einen besondere Behandlung zugestehen[1].

Brasilien

Brasilien mit einer Fläche von 8.514.215 km2 hat eine indigene Bevölkerung von 734.000 Personen[2]. Das entspricht 4% der gesamten brasilianischen Bevölkerung. Von den 734.000 Indigenen wohnen 383.298 Personen in áreas urbanas (urbanen Zentren). Die anderen Ureinwohner finden sich hauptsächlich in indigenen Territorien. Das heißt, sie kontrollieren 12,74% des brasilianischen Staatsgebietes[3]. 96,61% dieser Flächen befinden sich im Gebiet des Amazonas.

Es wird geschätzt, dass in den brasilianischen Urwaldgebieten des Amazonas über 200.000 Indigene aus 208 Ethnien leben. Einige zahlenmäßig große Völker sind die Guaraní (26.000), die Kaingang (18.000), die Yanomami (16.000), die Terêna (15.000), die Kaiwá (12.000-14.000), die Ticuna (12.000) und die Guajajára (10.000)[4].

Brasilien ist jedoch heute ein Staat mit einer relativ geringen indigenen Bevölkerung. Schätzungen gehen davon aus, dass die indigenen Völker vor der portugiesischen Eroberung – am Anfang des 16. Jahrhunderts – eine Gesamtbevölkerung von fünf Millionen Einwohnern hatten[5].

Der derzeit zentrale Streitpunkt zwischen dem brasilianischen Staat und den indigenen Völkern dreht sich um die Nutzungrechte an den Rohstoffen des Amazonas-Gebietes. 70 Prozent der Fläche Brasiliens werden vom Amazonas-Urwald bedeckt, der bis ins 20. Jahrhundert hinein weitgehend ungenutzt blieb. Aber die Region ist reich an Gold-, Erdöl-, Kohle-, und Uranvorkommen. Auch birgt sie riesige Energie- und Forstressourcen. Große Landwirtschaftsbetriebe wollen zudem weitläufige Flächen .....

Rechte der Natur oder Recht auf soziale Teilhabe?

Ecuador - Exportstruktur der Wirtschaft_Ausgearbeitet von ssc nach Daten der UNCTADViele Länder Lateinamerikas sind seit Jahrhunderten Lieferanten von Primärgütern. Die Ausbeutung der Rohstoffe hat eine lange Tradition. So bauten die spanischen Kolonisatoren seit dem 16. Jahrhundert Silber in der Mine von Potosi in Bolivien ab und entzogen dem Land unter hohen menschlichen Opfern immense Reichtümer. Andere begehrte Rohstoffe waren Holz und Kautschuk, das zur Gummi-Gewinnung gebraucht wurde. Schwerpunkt war hier im 19. Jahrhundert das Amazonas-Gebiet um die brasilianische Stadt Manaus. In der Neuzeit hat sich ...

Argentinien: Stadt Magdalena beendet Prozess gegen Shell

Die Stadt Magdalena (120 km von Buenos Aires entfernt) war am Sonntag (17. Mai 2009) in einem Bürgerentscheid aufgerufen, wählen zu gehen. Die BürgerInnen sollten sich entscheiden, ob die Stadt wegen eines der bisher größten Umweltschäden in Argentinien eine Ausgleichszahlung vom Mineralölkonzern Shell bekommen sollte oder ob die Stadt ihren gerichtlichen Prozess gegen die Firma weiterhin fortsetzen soll. Im Januar 1999 war ein Tanker von Shell mit einem deutschen Schiff vor der Mündung des Rio de la Plata kollidiert. 5,3 Millionen Liter Öl liefen ins Meer aus. Seitdem kämpft die Stadt Magdalena gegen das Unternehmen. 25% der 12.000 Wahlberechtigten haben nun an dem Bürgerentscheid teilgenommen und mit 77% der abgegebenen Stimmen für eine außergerichtliche Einigung votiert, wodurch Shell US$ 9,5 Millionen zahlen wird. Das Geld soll den Tourismus in der Region fördern sowie für den Bau eines Industrieparks genutzt werden. Trotz des Kompromisses kämpfen die einzelnen Bürger von Magdalena in insgesamt 500 Klagen weiter gegen Shell, das seine Schuld am Unfall nicht anerkennt und dadurch auch jene Einwohner ignoriert, die noch an den schweren Folgen des Unfalls leiden.

Honoratioren, Militärs, Populisten
Volatilität als Konstante im politischen System Perus (Teil 2)

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3. Parteienkrise und die Ära der politischen Bewegungen

Partido Comunista del Perú (Sendero Luminoso) - Bild: Public DomainDie wirtschaftliche Krise, in die die Politik der Militärs führte, brachte 1980 die Rückkehr zur Demokratie. Aber mehr als zehn Jahre Parteienverbot hatten ihre Spuren hinterlassen. Sämtliche politischen Parteien befanden sich in einer tiefgreifenden Krise. Ihr Apparat musste wieder aufgebaut, Wählervertrauen zurückgewonnen werden. Lediglich die Parteien der (Neuen) Linken blieben intakt, da sie ohnehin meist außerhalb der Legalität wirkten und ihre Organisation in den armen Stadtvierteln oder Universitäten am Leben erhielten. Dies fand besonders seinen Ausdruck in den beginnenden (außerparlamentarischen, terroristischen) Aktivitäten der neuen Abspaltung Partido Comunista del Perú (Sendero Luminoso, PCP-SL).

In den Wahlen konnte sich erneut die Acción Popular mit ihrem Präsidenten Fernando Belaunde Terry durchsetzen, so als hätten die zwölf Jahre der Militärregierung nicht existiert. Doch der Erfolg basierte nicht auf einer breiten, allgemeinen Zustimmung der Massen. Die Gesellschaft war auf der Suche nach neuen Alternativen. Im gleichen Jahr gewann in Lima beispielsweise mit Alfonso Barrantes der Kandidat der Izquierda Unida, der Vereinigten Marxistischen Parteien, die Bürgermeisterwahlen.

In der ersten Hälfte der 1980er Jahre hatten sich das erste Mal Anfänge für ein relativ stabiles Parteiensystem etabliert. Die Izquierda Unida repräsentierte darin die Linken, die APRA mitte-links, AP mitte-rechts und die Partido Popular Cristiano (PPC) den konservativen Flügel des Bürgertums.

1985 gelang es der APRA mit Alan García an der Spitze, erstmals das Präsidentenamt zu erringen, ohne dass das Militär daraufhin einen Putsch durchführte. 1986 folgte der Triumph bei den Bürgermeisterwahlen von Lima. In beiden Wahlen hieß der direkte Verlierer Izquierda Unida, die sich daraufhin in mehrere Splitterparteien auflöste und dermaßen geschwächt wurde, dass sie sich (und mit ihr die gesamte Linke) bis heute nicht davon erholen sollte.

Für die APRA begann der Niedergang ausgerechnet an ihrem bisherigen politischen Höhepunkt. In ihrer fünfjährigen Regierungszeit erlebte Peru nie Dagewesenes: die zunehmenden Aktivitäten des Sendero Luminoso, die Massaker in den Gefängnissen El Frotón und Lurigancho, Ämterpatronage sowie eine florierende Korruption im politischen Apparat, den Bruch mit dem IWF – und den völligen Ruin der Wirtschaft. Anstelle der Umsetzung einer besseren Politik konstatierte das Wahlvolk seine Ohnmacht gegenüber einer inkompetenten Partei, die schließlich zu einer weit um sich greifenden Frustration führte.

Seit Ende der 1980er Jahren befanden sich die politischen Parteien Perus damit erneu.....