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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

Wir haben 723 Ergebnisse für Ihre Suchanfrage gefunden.

Paraguay: Neubesetzung der Militärführung nach Putschgerüchten

Paraguay: Neubesetzung der Militärführung nach Putschgerüchten (Foto: Fernando Lugo APC)Mögliche Putschpläne haben den paraguayischen Präsidenten Fernando Lugo dazu bewegt, die wichtigsten Führungspositionen des Militärs auszutauschen. Bereits am Mittwoch (04.11.09) wurden die Kommandanten des Heeres, der Luftwaffe und der Marine entlassen. Nur zwei Tage später (06.11.09) traf es mit Ciber Benitez ebenfalls den obersten Chef der Armee. Auch wenn dieser zwar jegliche Pläne eines Putsches verneinte, sieht Fernando Lugo im Schatten des Putsch in Honduras eine ähnliche Gefahr durch Teile des Militärs. Mit General Juan Oscar Velazquez übernimmt nun ab sofort ein Vertrauter des Präsidenten die oberste Position innherhalb der Armee. Es ist das dritte Mal seit seinem Amtantritt im August 2008, dass Fernando Lugo Verändungen im militärischen Führungsapparat vornimmt. Eine womöglich größere Gefahr in Bezug auf den Verlust seines Amtes scheint derzeit jedoch auch aus dem Kongress zu kommen, denn dort plant die Opposition ein Amtsenthebungsverfahren. Selbst wenn es nicht dazu kommen sollte, bleibt die Arbeit von Lugo durch die fehlende Mehrheit schwierig. Erst im Juli/August diesen Jahres mußte er durch den Austritt der liberalen PLRA-Partei aus der „Patriotische Allianz für den Wandel" (APC), damals stärkste Kraft in seinem Bündnis, einen Rückschlag in der Umsetzung seiner geplanten Reformenen (vor allem der Agrarreform) hinnehmen. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)

Elector 2009 – Wahlen in Bolivien, Teil 3

Registrierung der Wähler (Foto: Quetzal Redaktion, wd) Biometrische Registrierung, lehrreiches Ergebnis. Viele politische Mühen hat sie gekostet, die Einigung über die biometrische Registrierung. Als es im April dieses Jahres um die Verabschiedung des neuen Wahlgesetzes ging, verließen die Oppositionellen das Parlament und Präsident Morales trat in den Hungerstreik. Obwohl er überzeugende Argumente für eine Beibehaltung des vorherigen Registrierungsverfahrens hatte, gab Morales nach und akzeptierte die Aufnahme des biometrischen Verfahrens in das neue Gesetz. Daraufhin kehrten die Oppositionellen ins Parlament zurück und verabschiedeten das Übergangswahlgesetz. In den darauf folgenden Monaten blieben sowohl Regierungsseite als auch ...

Uruguay vor den Wahlen
Ehemaliger Stadtguerillero gegen neoliberalen Widersacher

Luis Lacalle (Bildquelle: Offizielle Webseite von Lacalle) Am 25. Oktober wird in Uruguay eine neue Regierung gewählt. Es wird knapp für die linke Regierung, die mit Pepe Mujica einen ehemaligen Tupamaro als Präsidentschaftskandidaten ins Rennen schickt. Dabei kann die Regierung eine beachtliche Reihe von Erfolgen aufweisen: wirtschaftliches Wachstum, Lohnerhöhungen, verbesserte soziale Leistungen. Sein neoliberaler Widersacher Luis Alberto Lacalle kritisiert eben die Steuer- und Sozialpolitik und setzt offensiv auf Modelle, die in Lateinamerika kaum mehr Raum zu haben schienen: Liberalisierung, Deregulierung,freie Hand für die Banken. Es findet also ein echter Lagerwahlkampf zwischen links und rechts statt, gewürzt mit den verbalen ...

Buenos Aires 1977

Spielfilm - Argentinien - 2006. Crónica de una Fuga. Argentinien, zur Zeit der Videla-Diktatur. Der angesehene Fußballprofi Claudio wird eines Tages völlig überraschend von der Militärpolizei verhaftet. Man beschuldigt ihn - zu Unrecht - Mitglied einer oppositionellen Guerilla-Gruppe zu sein. Obwohl Claudio fortwährend seine Unschuld beteuert, verschleppt man ihn in ein Geheimgefängnis am Rande von Buenos Aires. Hier ist er über einen Zeitraum von 120 Tagen sadistischen Folterungen ausgesetzt - bis er mit einer Gruppe von Mithäftlingen einen Ausbruchsversuch wagt. Auf packende Weise setzt das preisgekrönte, auf realen Ereignissen basierende Drama "Buenos Aires 1977" sich mit der grausamen Zeit der argentinischen Militärdiktatur auseinander. In der Hauptrolle ist der Nachwuchsstar Rodrigo de la Serna zu sehen. Buenos Aires, 1977. Das Land leidet bitter unter der seit 1976 herrschenden Militärdiktatur des Generals Jorge Rafael Videla. Die Menschen leben in ständiger Angst. Tausende Bürger wurden bereits von der Junta verschleppt, gefoltert und ermordet. Eines Tages gerät auch der Fußballprofi Claudio (Rodrigo de la Serna) durch die Denunziation eines verzweifelten Folteropfers (Martin Urruty) ins Visier der Militärpolizei. Man verhaftet ihn als vermeintliches Mitglied einer oppositionellen Gruppe und will ihn zwingen, seine angeblichen Kompagnons zu verraten.

Uruguay nimmt Abschied von seinem „ganz normalen Dichter“

Uruguay: Dichter Mario Benedetti (Bildquelle: Public Domain)Am 17. Mai 2009 starb Mario Benedetti, der erfolgreichste und meistgelesene Schriftsteller und Poet Uruguays. Die Uruguayer verabschiedeten sich von ihm wie von einem Staatsmann. In folgendem Beitrag erinnert der Journalist Alberico Lecchini an seinen berühmten Landsmann. Benedetti betonte immer, er sei ein Schriftsteller für die „ganz normalen Leute“. Sein Optimismus und seine Heiterkeit sowie sein Scheitern und seine Erfolge, die er in seinen Texten zum Ausdruck bringt, spiegeln diesen „normalen Menschen“ wider, als den er auch sich selbst bezeichnete. Sein zugleich komplexer und schlichter Stil, die unerwarteten Wendungen in seinen Erzählungen, seine lyrischen Gedichte und seine feinsinnigen ...

La Negra - Ein Nachruf auf Mercedes Sosa

Mercedes Sosa, 1972 (Bild: Public Domain).Es gibt Menschen, von denen man glaubt, sie lebten ewig. Bei ihr war das jedenfalls so. Sie war irgendwie schon immer da, ihre Stimme immer gegenwärtig. Als ich begann, lateinamerikanische Musik zu hören, - Gott wie lang ist das jetzt her? - war sie bereits ein Star, bekannt selbst in Europa. Ihre Stimme blieb im Ohr, von Anfang an - dunkel, kämpferisch, zärtlich. Sie sang Lieder, die ich irgendwie verstand, zunächst auch ohne den Text zu verstehen.  Sie schrieb diese Lieder nicht selbst, sie coverte Titel von Kollegen aus ganz Lateinamerika. Eine ganze Reihe dieser Lieder sind ihre Lieder geworden, bei denen man, schon wenn man nur den Titel hört, ihre Stimme im Ohr hat: Cuando tenga la tierra, Canción con todos, Todo cambia, Será posible el sur. Ja selbst León Giecos berühmtes ...

Argentinien: Sängerin Mercedes Sosa im Alter von 74 Jahren gestorben

Argentinien: Sängerin Mercedes Sosa im Alter von 74 Jahren gestorbenHaydée Mercedes Sosa, auch bekannt als "La Negra", ist am 4. Oktober 2009 in Buenos Aires nach knapp sechswöchigem Krankenhausaufenthalt infolge organischer Probleme gestorben. Die Sängerin, die am 9. Juli 1935 in San Miguel de Tucumán das Licht der Welt erblickte, konnte auf eine fast 60-jährige Karriere zurückblicken, in der sie etliche Länder bereiste, mit bedeutenden internationalen Künstlern auf der Bühne stand und unzählige Platten aufnahm. Sie gilt als eine der größten Künstlerinnen der populären Musik Lateinamerikas und war Teil der Bewegung des Neuen Liedes (Nueva Canción). Angefangen hatte sie als Folkloresängerin, später interpretierte sie die Lieder verschiedener Künstler, wie etwa von Victor Jara oder Violetta Parra. Die Adaption von Parras "Gracias a la vida" ist weltweit bekannt. Sosa war eine der berühmtesten Sängerinnen Argentiniens und trat gegen die Militärdiktatur des Landes ein (1976-1983), weshalb sie mit einem Auftrittsverbot belegt wurde, in dessen Folge sie 1980 für zwei Jahre nach Spanien exilierte. Mercedes Sosa erhielt für ihr musikalisches aber auch politisches Wirken verschiedene Preise, u.a. 1995 den Großen Preis CAMU-UNESCO oder 2005 den Sarmiento-Preis. Später wurde sie zur UNICEF-Botschafterin für Lateinamerika und die Karibik ernannt. Ihr letztes Album mit dem Namen "Cantora" veröffentlichte sie 2009, auf dem sie neben anderen mit Joan Manuel Serrat, Luis Alberto Spinetta, Caetano Veloso, Shakira, Gustavo Cerati, Charly García, Calle 13 und Joaquín Sabina zu hören ist (Bildquelle: Public Domain).

Koka, Terror und der Inka Aufstand -
Marcel Kolvenbach über seinen Film - Teil 2

Kokapflanze mit Blüte. Foto/Copyright: Marcel Kolvenbach.Die größte Kritik, die ich meinem Film vorhalten würde ist, dass er auf der Ebene der Rhetorik von beiden Seiten bleibt. Mein Film versucht beiden Seiten und ihren Argumenten Glauben zu schenken: Die Rhetorik von Elsa und Diana, dass das die Identität ihrer indigenen Wurzeln an die Existenz dieses heiligen Blattes geknüpft sei. Rhetorik, weil es in Wahrheit viel komplizierter ist. Diana hat zwar indigene Wurzeln, wuchs aber - wie so viele - in der Stadt auf, weit weg von den indigenen Gemeinschaften, auch, weil in deren Territorien ein dauernder Krieg herrscht. Die Großstädte Lateinamerikas sind voll mit Menschen, die vor Krieg im eigenen Land geflüchtet sind ...

Schätzchenjagd in Brasilien

Brasilien ist reich an schönen Mädchen. 10.000 Models gibt es in diesem Land, 100 gelingt eine internationale Karriere, Topmodel Gisele Bündchen ist das bekannteste davon. Aus diesem Reichtum will Hansjörg Bruderer schöpfen. Der Schweizer Unternehmer führt in São Paulo eine Modelagentur mit einem eigenen Modelhaus: Dort schart er Nachwuchstalente im Alter zwischen 14 und 18 Jahren um sich. Gegenwärtig sind im Modelhaus 22 Mädchen untergebracht. Dort wird ihre Eignung für das Modelgeschäft geprüft, dort wird wöchentlich ihre Körpermasse vermessen. Und monatlich gibt es kollektiv genau einen Geburtstagskuchen, weil zu viel Zuckerzeug Figur und Geschäft verdirbt. Wer das und die Einsamkeit, oft Hunderte von Kilometern vom Elternhaus entfernt, durchhält, schafft es vielleicht einmal auf die internationalen Laufstege von New York, Rom oder Paris. Die Gewinnaussichten, auch für Bruderer, sind jedenfalls verführerisch.

Zanon gehört der Bevölkerung: FASINPAT gewinnt Enteignungsverfahren

Friedliche Proteste im Kampf um Zanon (Bildquelle: Indymedia Argentina, Sebastian Hacher)Die Arbeiter in Argentiniens besetzter Keramik-Fabrik FASINPAT haben diese Woche einen großen Sieg errungen: Die Fabrik gehört nun auch nach bürgerlichem Recht der Bevölkerung. Die Provinzregierung hat einer Enteignung der Fabrik zugestimmt und es der Arbeiterkooperative zum legalen und zeitlich unbegrenzten Verwalten übergeben. Seit 2001 haben die ArbeiterInnen von Zanon für eine legale Anerkennung der ArbeiterInnenkontrolle in Lateinamerikas größter Keramik-Fabrik gekämpft. Seit dem haben sie Jobs geschaffen, unterstützen Community-Projekte und soziale Bewegungen weltweit und zeigten der Welt, dass ArbeiterInnen keine Bosse brauchen. "Das ist unglaublich, wir sind glücklich. Die Enteignung ist ein Akt von Gerechtigkeit" ...