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"buen vivir"
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Selbstorganisation der Basis – Das Beispiel Bolivien
Die Neue Linke in Lateinamerika wird – zumindest hierzulande – meist von oben betrachtet. Sie besteht nach dieser Lesart aus Chávez, Correa und Morales, den anti-neoliberalen Präsidenten des Kontinents. Das ist aber nur eine Seite. Das entscheidend Neue an der Neuen Linken ist, dass sie auf der Unterstützung der Basis beruht, einer selbstorganisierten und selbsttätigen Basis, die ihr Schicksal nicht mehr passiv hinnehmen will. Diese Basis bildet sich aus Menschen, die über Jahrzehnte unterdrückt wurden und keine wirkliche Stimme hatten – dies gilt insbesondere für die Indigenen – oder die durch paternalistische Gesten von oben und Klientelismus eingelullt worden sind. Deswegen ist es entscheidend ...
Argentinien : Bücher aus Karton
ARTE Reportage. Mitten in der Krise hat ein alternativer Buchverlag in Buenos Aires Hochkonjunktur: Die Kooperative « Eloisa Cartonera » - ihre Werke sind schon von weitem auf den ersten Blick zu erkennen. Der Einband besteht aus Pappkartons, aus Abfallverpackungen, die sie in den Straßen sammeln und liebevoll neu dekorieren. Stilgerecht für einen alternativen Buchverlag logieren die Frauen und Männer von der « Eloisa Cartonera » seit 2007 in La Boca, einem der berüchtigtsten Viertel von Buenos Aires, in einer alten Pizzeria. „Cartoneros“, Karton- und Altpapier-Sammler, durchstreifen die Straßen der Stadt nach den schönsten weggeworfenen Pappen, die noch als Einband für die Bücher taugen könnten. Eine alte deutsche Druckmaschine spuckt die Seiten aus: Kinderbücher, Gedichtbände, Romane, Theaterstücke – und dann schneiden, bemalen und kleben die Mitarbeiter der Kooperative daraus schöne Bände.
Bulthaupt in Buenos Aires
Ob Buenos Aires immer noch die Metropole der Leidenschaften ist - davon wollte sich Weltenbummler Axel Bulthaupt überzeugen. Er streift durch die verwinkelten Gassen des alten Viertels "La Boca", wo einst der Tango geboren wurde. Sein Streifzug führt ihn aber auch in die neuen glitzernden Einkaufszentren, wo die Portenos, die stolzen Einwohner der Millionenmetropole am Rio de la Plata, ihren Geschäften nachgehen. Der Blick ihrer Bewohner richtete sich jedoch seit jeher nach Europa: Neben Kaffeehäusern im Wiener Stil entstanden Paläste, die an Mailand und Prag erinnern. Bulthaupt besucht das Teatro Colon, das als "Scala Südamerikas" gilt.
Städtetrip Buenos Aires
100% Urlaub. Argentinien ist ein riesiges Land – an seiner Westgrenze entlang der Anden misst es über 5000 Kilometer, an seiner Ostseite etwa 3000 Kilometer. Die Hauptstadt Buenos Aires ist der Dreh- und Angelpunkt. Die Porteños, wie die Einwohner noch heute heißen, unterscheiden sich stark von den übrigen Argentiniern.
Südamerika: US-Militärstützpunkte in Kolumbien und der Streit um Gemeingüter
Das bevorstehende Abkommen zwischen den USA und Kolumbien über die Nutzung von sieben Militärstützpunkten durch das US-Südkommando ist einer der Anlässe für die heftigen Diskussionen, die derzeit in Südamerika über Gemeingüter geführt werden. Zunächst einige aktuelle Informationen: Venezuela ist an die erste Stelle der Länder mit den weltweit größten potentiellen Erdölreserven gerückt, nachdem die staatliche Erdölgesellschaft Petroléos de Venezuela SA (PDVSA) bekannt gab, dass sich im Orinoco-Streifen Reserven von 314 Mrd. Barrel befinden. Laut PDVSA verdrängt Venezuela dadurch Saudi-Arabien, dessen Vorkommen mit 264 Mrd. Barrel angegeben wird, auf Platz zwei der Liste (1). ...
Voyages Voyages - Argentinien
Argentinien, das sind riesige Pferde- und Rinderherden in den unendlichen Weiten der Pampa, das sind reißende Wasserfälle mitten im Dschungel und das ist feuriger Tango in Buenos Aires. Einen ganzen Tag dauert die Fahrt mit der Andenbahn von Salta nach San Antonio im Nordwesten Argentiniens. Bis auf 4.500 Meter Höhe durchquert der Gipfelstürmer eine der trockensten Regionen der Welt: die Puna-Wüste. Bei ihrem Aufstieg ins Gebirge überwindet die Diesellok eine Höhendifferenz von mehr als 3.000 Metern. In der berühmten Pampa trifft "Voyages Voyages" den jungen Gutsverwalter Pablo, der mit seinen Gauchos von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Sattel sitzt - eine Hand am Zügel, in der anderen das Lasso. In Buenos Aires, dem Paris Südamerikas, erinnern Stadtpaläste, großzügig angelegte Gärten und Parks an die Zeit vor hundert Jahren, als Argentinien zu den zehn reichsten Ländern der Welt zählte. Hinübergerettet aus den goldenen Zeiten haben die Hauptstädter eine ihrer sinnlichsten Errungenschaften: den Tango.
Tier-Paradies in Argentinien
Weltreisen.Plaza Latina. Hunderte Glattwale schwimmen in der Bucht, Orkas greifen sich Seelöwen-Babies am Strand, Pinguine brüten im Lehm. Zwischen Buenos Aires und der Antarktis liegt im Südatlantik die Halbinsel Valdes - ein Naturparadies. Die wenigen Menschen leben vom Tierschutz und vom Tourismus: Ein Unternehmer, der mit seinen Schiffen patroulliert und Wale beobachtet, zeigt dem Besucher dabei, dass sich Umweltschutz lohnt. Ein staatlicher Tierschützer und Meeresbiologe, der eine persönliche Beziehung zu seinen Orkas aufgebaut hat und ein Pinguin-Farmer. Sie alle verdienen ihr Geld mit dem Schutz der Tiere unter Einhaltung strenger Auflagen der Provinz-Regierung. Das Erstaunliche in dem arg gebeutelten Land, das wegen seiner anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise immer mehr von ausländischen Besuchern abhängt: Öko-Tourismus funktioniert in Argentinien.
Chile: Stichwahl-Entscheidung über den zukünftigen Präsidenten
Am Sonntag entscheidet sich in Chile, wer zukünftig das Land regieren wird. In der Stichwahl am 17. Januar 2010 treten die beiden stärksten Kandidaten des ersten Wahlganges im Dezember 2009 an, in dem keiner der Bewerber die notwendige absolute Mehrheit erreichen konnte. Zur Wahl stehen Eduardo Frei, Christdemokrat und Kandidat des regierenden Mitte-Links-Bündnisses Concertación de Partidos por la Democracía, sowie Sebastián Piñera, Mitglied der rechtsliberalen Partei Renovación Nacional und Kandidat des Mitte-Rechts-Bündnisses Coalición por el Cambio. Die aktuellen Umfragen sehen den Unternehmer Piñera zwischen zwei und fünf Prozentpunkten vor Ex-Präsident Frei. Zünglein an der Waage könnte der im ersten Wahlgang unterlegene unabhängige Kandidat Enríquez-Ominami werden. Der bis 2009 der sozialistischen Partei angehörende Enríquez-Ominami empfahl seinen Anhängern, ohne den Namen von Frei direkt zu nennen, für den Kandidaten der Concertación zu stimmen. Auch die amtierende Präsidentin Michelle Bachelet gab eine indirekte Wahlempfehlung für Frei ab ("Es ist nicht egal, wer regiert."), was von der Opposition als unzulässige Einmischung und Wahlbeeinflussung kritisiert wurde. Sollte Piñera die Wahl für sich entscheiden, so würde die seit dem Ende der Pinochet-Diktatur regierende Mitte-Links-Koalition aus Sozialisten, Sozial- und Christdemokraten sowie kleineren Parteien nach 20 Jahren an der Macht abgelöst werden. Damit kämen nach 1958 wieder Mitte-Rechts-Parteien über Wahlen an die Macht, die allerdings nur eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus nicht aber im Senat hätten. Für den Fall eines Sieges von Frei und der Fortsetzung einer Regierung der Concertación prophezeien Analysten eine tiefgehende Umstrukturierung des Bündnisses. Eine solche Erneuerung wird sich aber so oder so nicht vermeiden lassen.
Mexiko: Eskalation der (Staats)Gewalt in Chihuahua - Teil 2
In Ciudad Juárez wurden, nach Angabe von MenschenrechtsbeobachterInnen, 2008 mehr als 1.800 Personen getötet, viele hingerichtet auf offener Straße durch bewaffnete Kommandos. 2009 waren es über 2.500 Menschen. Die Mordwelle 2008 begann u. a. mit der angekündigten und systematischen Ermordung von PolizistInnen, und machte auch vor Polizeichefs, Professoren und Geistlichen nicht halt. Zu Tausenden verliessen besonders PolizistInnen, ÄrztInnen und BeamtInnen nach Drohungen und Angriffen auf die Institutionen, in denen sie arbeiteten, die Stadt. Laut amnesty international werden seit 2007 Gewaltverbrechen in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in Mexiko immer häufiger. Medienberichten zufolge sind zwischen Januar 2008 und Juli 2009 landesweit mehr als 14.000 Menschen bei gewalttätigen Zwischenfällen, die mit Drogenkartellen in Verbindung gebracht werden, getötet worden. Die Regierung unter Staatspräsident Calderón versuche, die Drogenkartelle zu zerschlagen, indem sie in den am stärksten betroffenen Gebieten - insbesondere in Ciudad Juárez - Tausende BundespolizistInnen und mehr als 50.000 SoldatInnen einsetzt. Ein Rückgang der Kriminalität sei jedoch nicht zu verzeichnen. Statt dessen häufen sich laut der staatlichen Menschenrechtskommission Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch das Militär. In einzelnen Bundesstaaten soll es auch bereits Bündnisse zwischen Mitgliedern politischer Parteien, Sicherheitskräften, Drogenbanden und parastaatlichen bewaffneten Gruppen geben. (Bildquelle: Presidencia de la República de Mexico)
Radhuber, Isabella: Die Macht des Landes. Der Agrardiskurs in Bolivien
Die aktuelle Entwicklung in Bolivien, die sehr stark durch neue soziale Bewegungen vor allem in den ländlichen Räumen geprägt ist, bildete für den QUETZAL den Anlass, sich auf die Suche nach Hintergrundinformationen zu begeben. Isabella Radhubers Publikation „Die Macht des Landes. Der Agrardiskurs in Bolivien“ verhieß, viel zu diesem Anliegen beitragen zu können, zumal sich die erste Überraschung bereits im Inhaltsverzeichnis fand: Denn die Landwirtschaft in Bolivien sollte methodologisch nicht vorrangig nach ökonomischen, sozialen oder ökologischen Gesichtspunkten analysiert werden, sondern mit einer Diskursanalyse à la Foucault ....