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Der argentinische Autor Martin Kohan
Martin Kohan, geboren 1967, hat mit dem Roman "Zweimal Juni" Aufsehen erregt, weil er darin die Zeit der Militärdiktatur in Argentinien thematisiert hat - akzentuiert durch die provokante Frage: Darf man Kinder foltern? Seine Geschichte spielt zur Zeit des verheerenden Falklandkriegs an einem Elitegymnasium, handelt von blindem Patriotismus, Drill und Spitzelei. Kohan lehrt an der Universität von Buenos Aires, dadurch kennt er die Fragen und Sorgen der jüngeren Generation. Im Herbst wird er seinen dritten Roman, "Sittenlehre", in deutscher Übersetzung vorlegen. In einem Beitrag stellt "Kulturzeit" den argentinischen Schriftsteller Martin Kohan vor.
Viva Freud
Argentinien: Hochburg der Psychoanalyse. Die Theorien Sigmund Freuds, in der Donaumetropole Wien entwickelt, haben nirgendwo eine solche Breitenwirkung wie in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens: Nirgendwo sonst gibt es mehr Psychotherapeuten, nirgendwo sonst ist der "Vater der Psychoanalyse" so präsent. Es ist eine alltägliche Erfahrung, Bemerkungen über das "Über-Ich" und den "Ödipus-Komplex" aus dem Mund eines Taxifahrers, einer Verkäuferin oder eines x-beliebigen Passanten zu hören. Aber nicht nur Freuds Theorien haben das Selbstverständnis der Argentinier geprägt. Die argentinische Hauptstadt wurde innerhalb kurzer Zeit Schmelztiegel vieler unterschiedlicher Strömungen der Psychotherapie. Die Interpretationen der Theorien Freuds durch den Franzosen Jacques Lacan finden beispielsweise ebenfalls große Beachtung. Die Psychoanalyse gilt aber auch weit über die Grenzen der Therapie hinaus als wesentlicher Denkanstoß.
Argentinien: 9 Jahre nach dem Crash
ARTE Reportage. 2001 kollabierte die Wirtschaft in Argentinien - lange vor der internationalen Krise, die ausgehend von den USA die ganze Welt so schwer erschütterte. Doch im Vergleich zur genesenden Wirtschaft der EU haben die Argentinier noch immer schwer unter ihrem Crash zu leiden: In dem einst so reichen Land gilt die Hälfte der Bevölkerung seit 2001 als arm - ohne Aussicht auf Besserung, so scheint es. Trotz aller Sozialprogramme der letzten Jahre hat sich die Situation der Ärmsten kaum gebessert. In Buenos Aires leben mindestens 250.000 Menschen in den „Villas Miserias“, den Elendvierteln. Unsere Reporter fuhren in die „Villa 31“ den größten Slum der Hauptstadt mit 40.000 Einwohnern - eine verbotene Zone für die noch Bessergestellten, denn hier, so heißt es, wird man ausgeraubt bei Gefahr für Leib und Leben.
Der Krise trotzen
Das Feature. Drei argentinische Frauen erzählen. Das bestimmt die Schlagzeilen, wenn es um Argentinien geht: Währungscrash, Zahlungsunfähigkeit, Aufruhr und Chaos. Aber wie leben die Menschen in der Dauerkrise, wie gestalten sie ihren Alltag? Was ist planbar, was muss improvisiert werden? Um in Buenos Aires eine Wohnung zu mieten, braucht man einen Bürgen, der mit seinem Grundeigentum für die Mietzahlungen bürgt, Hypothekenkredite sind rar, die Löhne zu niedrig.
Das Land der Zukunft
Brasilien zu beschreiben sollte eine einfache und dankbare Aufgabe sein. Man kann das Land vermutlich mit drei Wörtern zusammenfassen: Samba, Frauen und Fußball. Oder? Zumindest ist es das, was die meisten über den Riesen Lateinamerikas wissen. Dass die brasilianische Kultur viel mehr zu bieten hat, bleibt jedoch versteckt. Diejenigen, die das Glück haben, die anderen Seiten Brasiliens persönlich kennenzulernen, verlieben sich in seine Gegensätze, Freundlichkeit und Varietät. Brasilien besteht nämlich aus vielen „Ländern“ in einem Land. Mit seinen natürlichen Gegebenheiten und seiner einzigartigen Geschichte ist Brasilien ein Sonderling in Lateinamerika. Über 190 Millionen Menschen, die fast die Hälfte des Kontinents bewohnen und noch oben drauf eine andere Sprache sprechen? Vor denen sollte man sich in Acht nehmen. Aber, Spass bei Seite, die portugiesiche Kolonisation hat eindeutige Unterschiede zu den Spanisch sprechenden Ländern hinterlassen. Nirgendwo sonst findet man eine solche...
Claudia Piñeiro im Porträt
Claudia Piñeiro, 1960 geboren, zählt in Argentinien seit ihrem Debüt im Jahr 2003 zu den erfolgreichsten und bekanntesten Schriftstellerinnen. Nach "Elena weiß Bescheid" (2009) und "Ganz die Deine" (2009) erscheint nun der Roman "Die Donnerstagswitwen", der in einer "Gated Community" spielt, in einer geschlossenen Wohnanlage, in der sich diejenigen, die es sich leisten können, von der Wirklichkeit der Großstadt Buenos Aires abschotten können. Dort findet man Schutz vor den sozialen Fragen und vor den Folgen der Staatskrise von 2001.
XXY
Spielfilm - Argentinien - 2007. Alex ist fünfzehn - und hat ein Geheimnis. Aufgrund einer seltenen Laune der Natur ist sie beides: Junge und Mädchen. Die Eltern sind mit ihr aus Buenos Aires nach Uruguay ans Meer gezogen, weg vom Geschwätz der Leute. Bald machen auch an diesem wilden Küstenstreifen Gerüchte die Runde. Und obendrein kommt auf Wunsch der Mutter ein befreundeter Chirurg mit seiner Familie zu Besuch. Könnte, sollte man vielleicht? XXY erhielt im Jahre 2007 beim Festival von Cannes den großen Preis in der Sektion Semaine de la Critique und wurde außerdem 2008 mit dem Filmpreis 'Goya' für den besten spanischsprachigen Film aus Übersee ausgezeichnet. Auch in Athen und Bangkok wurde XXY Preise ausgezeichnet, beim Festival von Edinburgh gab es zudem die Auszeichnung als bester Debütfilm.
Venezuela - Ein Kurzportrait
1498 war es, als Christoph Kolumbus auf seiner dritten Reise die Ostküste Venezuelas erblickte und völlig fasziniert vom riesigen und weit verzweigten Delta des Orinoco in seinem Tagebuch notierte: „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dies ein großer, bisher unbekannter Kontinent ist […], und wenn es wirklich ein Kontinent ist, dann handelt es sich wahrhaftig um etwas Wunderbares, und so werden es alle Verständigen zu schätzen wissen“. Im 21. Jahrhundert ist ein Kontinent auf der bis in den kleinsten Winkel fotografierten Erdkugel kein großes Ereignis mehr, aber Kolumbus’ Aussage behält Gültigkeit insofern, als Venezuela noch immer zu faszinieren vermag, auch wenn oder gerade weil der Betrachter die Küstenlinie verlässt und sich tiefer in das Landesinnere wagt, wo eine schier umwerfende Vielfalt auf Entdecker wartet. Im Westen des Landes erstrecken sich die nördlichen Ausläufer der Anden mit ihren bis zu 5.000 Meter hohen und schneebedeckten Bergen, darunter die höchste Erhebung Venezuelas, der ...
Landlosigkeit und Sojaboom in Paraguay
Auch mehr als 20 Jahre nach dem Sturz des Diktators Alfredo Stroessner ist Landlosigkeit und damit einhergehende Armut in Paraguay weit verbreitet. Extensiver Sojaanbau und Viehzucht in großem Maße prägen das Bild und lassen wenig Raum für Parzellen der KleinbäuerInnen. Und auch der ehemalige Bischof Fernando Lugo, der 2008 als sozialer Hoffnungsträger die Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden konnte, vermochte bislang wenig dagegen auszurichten. Paraguay, das mit Argentinien und Uruguay den Cono Sur bildet, den „südlichen Kegel“ Südamerikas, ist nach Bolivien das ärmste Land des Kontinents. Der industrielle Sektor ist kaum entwickelt, je etwa 40% der Bevölkerung sind im Dienstleistungssektor und der Landwirtschaft beschäftigt. Während ersterer ...