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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

Wir haben 726 Ergebnisse für Ihre Suchanfrage gefunden.

Brasilien in der Krise – Einzelfall oder globales Menetekel?

Brasilien: Der Parque Olímpico in Barra da Tijuca - Foto: Catalytic CommunitiesAm 5. August 2016 wird nicht die gewählte Präsidentin des Gastgeberlandes Brasilien, Dilma Rousseff, die Olympischen Spiele feierlich eröffnen, sondern ihr Vize Michel Temer. Dieser scheinbar nebensächliche Rollentausch symbolisiert eine tiefe Krise des größten lateinamerikanischen Landes. Gegen Dilma Rousseff läuft derzeit ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment), das inzwischen das ganze Land spaltet. Es geht dabei aber nicht nur um die Präsidentin und ihre Partei, den PT, denen ...

Argentinien: Horacio Salgán wurde 100 Jahre alt

Argentinien_Horacio Salgán_Foto_Quetzalredaktion_Mauro CenizaIn einer Welt, in der man sich daran gewöhnt hat, bestenfalls der Todestage von Berühmtheiten zu gedenken, ist es eher ungewöhnlich, den 100. Geburtstag eines so ungewöhnlichen Menschen wie Horacio Salgán zu feiern. Salgán – Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent – wurde am 16. Juni 1916 in Buenos Aires geboren. Aufgrund der prekären finanziellen Lage seiner Familie begleitete er bereits als 14-Jähriger als Pianist die Vorführungen von Stummfilmen im Kino seines Stadtviertels. Der Musiker gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der Avantgarde des Tangos. Er folgte von Anfang an seinen eigenen Vorstellungen vom Tango und schrieb eigene Arrangements, die er zudem ausschließlich selbst spielte. Er wollte den anderen seine eigenen Probleme nicht überlassen, war seine Begründung dafür. Kein Wunder, dass er in den 1940er Jahren mehrere Jobs verlor, denn sowohl seine Tango-Arrangements als auch die eigenen Stücke, die von Ravel, Debussy, Bartók sowie vom Jazz und traditioneller argentinischer und brasilianischer Musik beeinflusst waren, klangen für seine Zeitgenossen komisch. Horacio Salgán, der stets seiner Inspiration freien Lauf ließ, war seiner Zeit voraus. Erst 2010, bereits 84-jährig, ging der Musiker in den Ruhestand. Ende Juli wird Salgán von Daniel Barenboim und seinem West-Eastern Divan Orchestra im Teatro Colón von Buenos Aires geehrt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Mauro Ceniza)

Lateinamerika: Lateinamerikanische Städte wachsen am schnellsten

Lateinamerika: Grad der Verstädterung im internationalen Vergleich - Grafik: Rotterdamus123483 Prozent der Südamerikaner leben in Städten. Damit ist Südamerika die Region in der Welt mit dem höchsten Urbanisierungsgrad. In Lateinamerika und der Karibik insgesamt lebt nur noch gut ein Fünftel im ländlichen Raum, wobei dieser Anteil in den karibischen und mittelamerikanischen Ländern teils deutlich höher liegt. Der Urbanisierungsgrad Lateinamerikas hat sich seit 1990 um zehn Prozent erhöht, was den Subkontinent zu den großen Urbanisierungsregionen macht. Diese rasante Entwicklung bringt allerdings auch zahlreiche Probleme mit sich, wie UNO-Habitat feststellte. Ein Fünftel der Städter in Lateinamerika lebt in marginalisierten Vierteln, die Spanne reicht hier allerdings von einem Zehntel (Mexiko) bis zu einem Drittel (Peru). In den Elendsvierteln ist häufig die Basisversorgung nicht gesichert, es fehlt an sauberem Wasser und angemessenen hygienischen Bedingungen. Auch wenn die UNO Lateinamerika bescheinigt, eine der Regionen in der Welt zu sein, deren Umwelt am wenigsten belastet ist, so trifft diese Einschätzung auf die Großstädte nicht zu, schon gar nicht auf die Megacities Mexiko-Stadt, Buenos Aires, São Paulo und Rio de Janeiro. Der öffentliche Verkehr gehört daher in den Ländern des Subkontinents zu den dringlichsten Aufgaben, um in den weiter wachsenden Städten ein System der öffentlichen Verkehrsmittel zu entwickeln, das für alle zugänglich und bezahlbar ist sowie eine größere Sicherheit und Sauberkeit in den Städten gewährleistet. (Bildquelle: Rotterdamus1234_)

Obamas Geopolitik, Latinolinke und die BRICS Lateinamerikanische Rekonfigurationen im globalen Kontext

Macri_Argentinien_Foto Quetzal Redaktion-Soledad BiasattiSeit die linken, progressiven Regierungen in Argentinien, Venezuela und Brasilien in unterschiedlicher Weise ihrer Macht verlustig gingen, wird verstärkt über die Zukunft Lateinamerikas diskutiert. Dabei fällt auf, dass die damit verbundenen Rekonfigurationen zumindest in der deutschsprachigen Debatte kaum in den globalen Kontext gerückt ...

Argentinien: 30. Todestag von Jorge Luis Borges

Argentinien_Borges_Foto_Quetzalredaktion_cenizaVor 30 Jahren, am 14. Juni 1986, starb der Schriftsteller Jorge (Francisco Isidoro) Luis Borges (Acevedo) in der Schweiz. Geboren 1899 in Buenos Aires, stammte er aus einer wohlhabenden Familie und wusste meisterhaft, diese Gelegenheit zu nutzen. Inspiriert von außergewöhnlichen Figuren wie Macedonio Fernández und Leopoldo Lugones begann er sein aktives Leben als Schriftsteller in den 1920er Jahren. Als wären sein Leben und Werk Teil einer seiner Fiktionen, beeinflusste Borges nicht nur die kommenden Generationen, sondern auch die vorhergehenden Generationen von Schriftstellern und Denkern. Der Autor, der sagte, alle Menschen seien verurteilt, zeitgenössisch zu sein, schrieb universelle und zeitlose Literatur. 30 Jahre lang hoffte er erfolglos auf die Auszeichnung mit dem Nobelpreis. Dazu kam es allerdings nie, angeblich aufgrund seiner konservativen politischen Haltung. Ebenso wie es heißt, Carlos Gardel singe jeden Tag immer besser, kann man auch sagen, dass unmöglich 30 Jahre ohne Jorge Luis Borges vergangen seien. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ceniza)

Peru: Knapper Sieg vom marktliberalen Kuczynski bei den Präsidentschaftswahlen

Peru: Pedro Pablo Kuczynski - Foto: JhopramoDie Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag gewann Pedro Pablo Kuczynski (77) mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen seine Konkurrentin Keiko Fujimori (41). Das Mitte-Rechts-Bündnis „Peruaner für den Wandel“ des Wirtschaftsexperten Kuczynski vereint bisher (Stand vom 9. Juni um 19:58 Uhr peruanischer Zeit) 50,122% der Stimmen auf sich, während Fujimoris Koalition „Volkskraft“ auf 49,878% der Stimmen kommt. Mit diesem vorläufigen Vorsprung von nur knapp 42.000 Stimmen kann Fujimori rechnerisch nicht mehr gewinnen, weshalb die nationale Wahlbehörde Kuczynski nach dem Auszählen von 99,8% der Stimmen bereits als offiziellen Wahlsieger bezeichnete. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen schied die Kandidatin Verónika Mendoza vom Linksbündnis „Breite Front“ aus, so dass mit Kuczynski und Fujimori nur noch zwei rechtskonservative KandidatInnen übrig geblieben waren, welche sich beide in ihrer Wahlkampagne auf den Kampf gegen Kriminalität und Korruption fokussiert hatten und eine neoliberale und extraktivistische Wirtschaftspolitik vorantreiben wollen. Am Ende spalteten nicht so sehr die politischen Inhalte der beiden KandidatInnen das Land; vielmehr unterstützten diverse Gruppierungen Kuczynski und machten gegen die in der ersten Wahlrunde weit vorne liegende Fujimori mobil, da sie die Tochter des ehemaligen peruanischen Diktators Alberto Fujimori ist. Dieser hatte Peru von 1990 bis 2000 regiert und sitzt nun wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe ab. Viele PeruanerInnen befürchteten, dass seine Tochter nach einem Wahlsieg einen ähnlich autoritären Regierungsstil übernehmen könnte. Trotz dieser Niederlage kann Fujimori immerhin auf einen Sieg bei den vergangenen Parlamentswahlen vom 10. April blicken, bei denen ihr Bündnis die absolute Mehrheit im Kongress holte und damit in den kommenden Jahren die Politik in Peru substantiell mitbestimmen wird (Bildquelle: Jhopramo).

Sammelrezension zu „Bolivars Erben“ – Wer sind sie? Wo wollen sie hin?

Dieter Boris: Bolivars Erben - Foto: Buch-CoverLateinamerika ist mit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder in den Fokus politischer Debatten, Kämpfe und Umbrüche gerückt. Nach der revolutionären Welle, die sich im „kubanischen Zyklus“ der langen 1960er Jahre (David Mayer in: Mittag/ Ismar 2009:543ff.) manifestierte, steht erneut die historische Rolle eines Kontinents im Lichte der publizistischen Aufmerksamkeit hierzulande, der als Vorreiter gesehen wird. So verweist Dieter Boris zurecht darauf, dass...

Erst Haiti, dann der Rest
Die Dominikanische Republik unter US-Besatzung (1916-1924)

Dominikanischen Republik: USS-Memphis, 1916 - Foto: Public Domain Nachdem die USA am 28. Juli 1915 bereits Haiti besetzt hatten, war im Jahr darauf das Nachbarland, die Dominikanische Republik, an der Reihe. Im Mai 1916 landeten Marines in Santo Domingo und hielten den Ostteil der Insel Hispaniola bis 1924 unter der Besatzung Washingtons. In beiden karibischen Ländern verfolgten...

Interview mit Ernesto Lamas
Mitbegründer des argentinischen Community-Senders "La Tribu"

Ernesto Lamas ist Dozent für Kommunikationswissenschaften Argentinien: Plakat des Senders "FM La Tribu" - Bild: El Fantasma de Herediaan der Universität von Buenos Aires. Er war AMARC-Koordinator für die Regionen Lateinamerika und die Karibik (2003-2011). Im ersten Teil der deutschen Übersetzung des bei Quetzal im Mai 2015 erschienen Interviews spricht er über den Zusammenhang zwischen Demokratisierung und Beteiligung der Bürger an den Medien. Das Interview ...

Entrevista a Ana María Caro
Cuentera de Colombia

Kolumbien_CuentosyCuenteros_AnaMariaCaro_Foto_Luis_Teodoro_SanzAna María Caro es cuentera: redacta cuentos cortos para presentarlos entre una audiencia que se queda fascinada con los imágenes que la nativa colombiana consigue crear mediante las palabras. Es nacida en Bogotá, tiene 51 años, y lleva 15 años viviendo en Madrid, donde tiene una consulta como médica especializada en sexología. De aquí en adelante, Quetzal va a publicar tres cuentos de ella. Sigue una entrevista con la cuentera en la que describe cuál rol juegan los ...