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"buen vivir"
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Obamas Geopolitik, Latinolinke und die BRICS Lateinamerikanische Rekonfigurationen im globalen Kontext
Seit die linken, progressiven Regierungen in Argentinien, Venezuela und Brasilien in unterschiedlicher Weise ihrer Macht verlustig gingen, wird verstärkt über die Zukunft Lateinamerikas diskutiert. Dabei fällt auf, dass die damit verbundenen Rekonfigurationen zumindest in der deutschsprachigen Debatte kaum in den globalen Kontext gerückt ...
Argentinien: 30. Todestag von Jorge Luis Borges
Vor 30 Jahren, am 14. Juni 1986, starb der Schriftsteller Jorge (Francisco Isidoro) Luis Borges (Acevedo) in der Schweiz. Geboren 1899 in Buenos Aires, stammte er aus einer wohlhabenden Familie und wusste meisterhaft, diese Gelegenheit zu nutzen. Inspiriert von außergewöhnlichen Figuren wie Macedonio Fernández und Leopoldo Lugones begann er sein aktives Leben als Schriftsteller in den 1920er Jahren. Als wären sein Leben und Werk Teil einer seiner Fiktionen, beeinflusste Borges nicht nur die kommenden Generationen, sondern auch die vorhergehenden Generationen von Schriftstellern und Denkern. Der Autor, der sagte, alle Menschen seien verurteilt, zeitgenössisch zu sein, schrieb universelle und zeitlose Literatur. 30 Jahre lang hoffte er erfolglos auf die Auszeichnung mit dem Nobelpreis. Dazu kam es allerdings nie, angeblich aufgrund seiner konservativen politischen Haltung. Ebenso wie es heißt, Carlos Gardel singe jeden Tag immer besser, kann man auch sagen, dass unmöglich 30 Jahre ohne Jorge Luis Borges vergangen seien. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ceniza)
Peru: Knapper Sieg vom marktliberalen Kuczynski bei den Präsidentschaftswahlen
Die Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag gewann Pedro Pablo Kuczynski (77) mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen seine Konkurrentin Keiko Fujimori (41). Das Mitte-Rechts-Bündnis „Peruaner für den Wandel“ des Wirtschaftsexperten Kuczynski vereint bisher (Stand vom 9. Juni um 19:58 Uhr peruanischer Zeit) 50,122% der Stimmen auf sich, während Fujimoris Koalition „Volkskraft“ auf 49,878% der Stimmen kommt. Mit diesem vorläufigen Vorsprung von nur knapp 42.000 Stimmen kann Fujimori rechnerisch nicht mehr gewinnen, weshalb die nationale Wahlbehörde Kuczynski nach dem Auszählen von 99,8% der Stimmen bereits als offiziellen Wahlsieger bezeichnete. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen schied die Kandidatin Verónika Mendoza vom Linksbündnis „Breite Front“ aus, so dass mit Kuczynski und Fujimori nur noch zwei rechtskonservative KandidatInnen übrig geblieben waren, welche sich beide in ihrer Wahlkampagne auf den Kampf gegen Kriminalität und Korruption fokussiert hatten und eine neoliberale und extraktivistische Wirtschaftspolitik vorantreiben wollen. Am Ende spalteten nicht so sehr die politischen Inhalte der beiden KandidatInnen das Land; vielmehr unterstützten diverse Gruppierungen Kuczynski und machten gegen die in der ersten Wahlrunde weit vorne liegende Fujimori mobil, da sie die Tochter des ehemaligen peruanischen Diktators Alberto Fujimori ist. Dieser hatte Peru von 1990 bis 2000 regiert und sitzt nun wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe ab. Viele PeruanerInnen befürchteten, dass seine Tochter nach einem Wahlsieg einen ähnlich autoritären Regierungsstil übernehmen könnte. Trotz dieser Niederlage kann Fujimori immerhin auf einen Sieg bei den vergangenen Parlamentswahlen vom 10. April blicken, bei denen ihr Bündnis die absolute Mehrheit im Kongress holte und damit in den kommenden Jahren die Politik in Peru substantiell mitbestimmen wird (Bildquelle: Jhopramo).
Sammelrezension zu „Bolivars Erben“ – Wer sind sie? Wo wollen sie hin?
Lateinamerika ist mit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder in den Fokus politischer Debatten, Kämpfe und Umbrüche gerückt. Nach der revolutionären Welle, die sich im „kubanischen Zyklus“ der langen 1960er Jahre (David Mayer in: Mittag/ Ismar 2009:543ff.) manifestierte, steht erneut die historische Rolle eines Kontinents im Lichte der publizistischen Aufmerksamkeit hierzulande, der als Vorreiter gesehen wird. So verweist Dieter Boris zurecht darauf, dass...
Erst Haiti, dann der Rest
Die Dominikanische Republik unter US-Besatzung (1916-1924)
Nachdem die USA am 28. Juli 1915 bereits Haiti besetzt hatten, war im Jahr darauf das Nachbarland, die Dominikanische Republik, an der Reihe. Im Mai 1916 landeten Marines in Santo Domingo und hielten den Ostteil der Insel Hispaniola bis 1924 unter der Besatzung Washingtons. In beiden karibischen Ländern verfolgten...
Interview mit Ernesto Lamas
Mitbegründer des argentinischen Community-Senders "La Tribu"
Ernesto Lamas ist Dozent für Kommunikationswissenschaften
an der Universität von Buenos Aires. Er war AMARC-Koordinator für die Regionen Lateinamerika und die Karibik (2003-2011). Im ersten Teil der deutschen Übersetzung des bei Quetzal im Mai 2015 erschienen Interviews spricht er über den Zusammenhang zwischen Demokratisierung und Beteiligung der Bürger an den Medien. Das Interview ...
Entrevista a Ana María Caro
Cuentera de Colombia
Ana María Caro es cuentera: redacta cuentos cortos para presentarlos entre una audiencia que se queda fascinada con los imágenes que la nativa colombiana consigue crear mediante las palabras. Es nacida en Bogotá, tiene 51 años, y lleva 15 años viviendo en Madrid, donde tiene una consulta como médica especializada en sexología. De aquí en adelante, Quetzal va a publicar tres cuentos de ella. Sigue una entrevista con la cuentera en la que describe cuál rol juegan los ...
Lateinamerikanische Biergeschichte(n) in drei Teilen
Teil3: Zentralamerikas Bieroligarchen unter Globalisierungsdruck
Auch in Zentralamerika stehen sich die beiden globalen Brauerei-Giganten gegenüber. Die dortigen Bieroligarchen, die bis 2000 auf den kleinen nationalen Biermärkten des Isthmus ein Mono- oder Duopol innehatten, sehen sich nun unter starkem Globalisierungsdruck, der sie zur Entscheidung zwingt. Zwar steht mit Heineken ein dritter Partner (oder Gegner) zur Auswahl, was die Lage aber nur bedingt ...
Argentinien: Bald eine neue Hauptstadt in Patagonien?
Eine alte Idee von Argentiniens Ex-Präsidenten Raúl Alfonsín scheint in dem Land am Río de la Plata wieder an Zuspruch zu gewinnen. Alfonsín hatte zu Beginn der 1980er Jahre den Vorschlag unterbreitet, die argentinische Hauptstadt von Buenos Aires nach Patagonien zu verlegen. Dazu sollte nach brasilianischem Vorbild eine völlig neue Stadt am Reisbrett so zusagen aus dem Boden gestampft werden. Die Wahl fiel dabei auf die bereits existierende Kleinstadt Carmen de Patagones am Río Negro. Die 18 000 – Einwohnerstadt liegt knapp 1000 Kilometer von südlich von Buenos Aires. In der vergangen Wochen griff nun ein Kongressabgeordneter von Carmen de Patagones (Bild: Bahnhof der Stadt), Juan García, diese Idee wieder auf. Er gründete zur Beförderung dieser Idee eine Initiativgruppe, die in der kommenden Woche in Buenos Aires vorstellig werden möchte. Gegner werfen dem Politiker vor, er mache den Vorschlag nur, um nicht mehr zu den Zusammenkünften des Kongresses in Buenos Aires fahren zu müssen, das der sehr sittenstrenge Abgeordnete wegen seiner kulturellen und religiösen Toleranz ablehnt. García ging mit seiner Initiative sogar so weit, die Unabhängigkeit Argentiniens vom sündigen Buenos Aires zu verlangen. Die chilenische Regierung äußerte sich kritisch den Plänen gegenüber. Man unterstellt Argentinien jetzt, seinen Einfluss in Patagonien intensivieren zu wollen und für die chilenische Bevölkerung unzugänglich zu machen. Auch innerhalb der argentinischen Bevölkerung findet der Vorschlag keine ungeteilte Zustimmung: Ein Passant in Buenos Aires erklärte erregt gegenüber einer lokalen Tageszeitung, er fände diese Idee bescheuert. Wörtlich sagte er: „Ich habe keine Lust, für alle wichtigen Angelegenheit nun Tausende von Kilometern in den Norden zu fahren.“ (Bildquelle: Gustavo9089)
Argentinien: 40. Jahrestag des Militärputsches
In der letzten Woche gedachte Argentinien zum 40. Mal des letzten Putsches des Militärs. Trotz der Versuche der politischen Klasse, von der Bedeutung eines der wichtigsten Gedenktage Argentiniens zu profitieren, ist jeder 24. März einer der wenigen Tage, an denen eine große Zahl der Bevölkerung unabhängig von politischen Parteien auf die Straße geht. Dieser 40. Jahrestag ist von besonderer Bedeutung aufgrund der politischen Umstände, die Argentinien seit gut drei Monaten unter der konservativen Regierung von Mauricio Macri durchlebt. Außerdem wurde die Teilnahme von Barack Obama im Rahmen des offiziellen Gedankentages stark kritisiert, denn die USA spielten eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der lateinamerikanischen Diktaturen. Mit dem Besuch des US-Präsidenten versuchte die argentinische Regierung jedoch, eine Botschaft zur Rückkehr Argentiniens zur internationalen Agenda zu vermitteln, was an die „enge Beziehungen“ der 90-er Jahre erinnert. Die offizielle Teilnahme an diesem Gedenktag wurde in den letzten Jahren aufgrund seiner symbolischen Wirkung zu einer Voraussetzung der politischen Agenda. Obwohl Präsident Macri acht Jahre lang Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires war, besuchte er in diesem Jahr zum ersten Mal bedeutende Erinnerungsstätten an die Verbrechen der Militärdiktaturen in der Hauptstadt wie die ESMA (Technikschule der Marine) und das Monument für die Opfer der Diktatur im Gedächtnis-Park. Das geschah anlässlich des Staatsbesuchs des französischen Premiers François Hollande im vergangenen Monat und auf Bitten des US-Präsidenten Barack Obama. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)