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Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

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Nicaraguas Schicksalsfrage oder: Die vertrackte Geschichte eines (noch) nicht gebauten Kanals

Nicaragua: Armut in Managua - Foto: Quetzal-Redaktion, gt

... Seit 1914 gibt es bereits einen Kanal, der den Atlantischen und den Stillen Ozean miteinander verbindet. Dieser verläuft quer durch Panama, einen Staat, den es ohne diese Wasserstraße aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht geben würde. Weshalb ist dann für Nicaragua ein Kanal, den es dort gar nicht gibt, zu einer Schicksalsfrage geworden? Die Antwort darauf reicht weit in die ...

Argentinien: Börse reagiert panisch

Noticias_Argentinien_Macri_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiKaum hatte die Börse in Buenos Aires gestern ihr Geschäft begonnen, brach der Peso ein. Für einen Dollar musste man gut 60 Pesos zahlen, am Freitag waren es noch weniger als 45. Die argentinische Zentralbank verkaufte mehr als 100 Millionen Dollar aus ihren Rücklagen, um den Abwärtstrend zu stoppen. Der argentinische Aktienindex MERVAL schloss den Montag mit einem Rückgang von 37 Prozent ab, einem der höchsten täglichen Rückgänge in seiner Geschichte. Kommentatoren sprachen dann auch von einem „schwarzen Montag“. Auch an der Wallstreet brachen argentinische Aktien ein, vor allem solche von Energieunternehmen und Banken. Grund für das Beben an den Börsen waren die Vorwahlen im Land. In den PASO genannten Wahlen wurden am Sonntag die Kandidaten für den Präsidenten und Vizepräsidenten sowie die für die Abgeordnetenkammer und den Senat gewählt. Und diese Wahlen haben die Peronisten deutlich gewonnen. In den Prognosen war von einem Kopf-an-Kopf-Rennen die Rede. Dass aber Regierungschef Mauricio Macri 15 Prozent hinter dem peronistischen Präsidentschaftskandidaten Alberto Fernández bleiben wird, hat wohl niemand erwartet. Und auch bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer und zum Senat ließen die Peronisten vom Bündnis „Frente para todos“ Präsident Macris „Juntos por el cambio“ deutlich hinter sich. Während Macri das Gespenst einer Rückkehr des „Kirchnerismus“ an die Wand malte, kündigte Fernández an, nicht zu der Wirtschaftspolitik der letzten Kirchner-Regierung zurückkehren zu wollen. Aber Argentiniens Wirtschaftspolitik müsse grundlegend geändert werden, denn das Land steckt in einer tiefen Krise – die Inflation liegt im mittleren zweistelligen Bereich und ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Ergebnisse der Vorwahlen zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung einen Wandel will (Bild: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).

Uruguay: Erinnerung an Daniel Viglietti (1939-2017)

Viglietti_Canciones_para_el_hombre_nuevo_CoverScanDer uruguayische Komponist, Sänger und Gitarrist Daniel Viglietti wäre heute 80 Jahre alt geworden. Am 24. Juli 1939 in der Hauptstadt Uruguays, Montevideo, geboren, erhielt der Sohn einer Pianistin und eines (verfassungstreuen) Obersten und (vorzüglichen) Gitarristen eine musikalische Ausbildung als Konzertgitarrist – zugleich den Sinn für Gerechtigkeit. In seiner 60 Jahre währenden Laufbahn gelang es dem Musiker, nicht nur 16 Studio- und mehrere Live-Alben vorzulegen und den sogenannten „Canto Popular Uruguayo“ mit zu gründen, sondern auch, mit seiner Musik mehrere Generationen politisch engagierter Menschen auf der ganzen Welt zu prägen. 1972, als die ideologische Verfolgung in Uruguay intensiviert wurde, kam Viglietti ins Gefängnis. Der Putsch 1973 zwang ihn schließlich ins Exil, zuerst nach Buenos Aires und anschließend nach Paris. Während der elf langen Exil-Jahre bereiste er die Welt und engagierte sich für den Widerstand gegen die Diktaturen und für die Rückkehr zur Demokratie, sowohl in seiner Heimat als auch in vielen anderen Ländern. Erst 1984, als sich die Diktatur in seiner Heimat dem Ende näherte, konnte Daniel Viglietti nach Uruguay zurückkehren und dort seine sozialpolitische Tätigkeit fortsetzen. Bis zu seinem überraschenden Tod am 30. Oktober 2017 blieb er ein engagierter Mensch, welcher mit seiner Gitarre in Lateinamerika überall dort zu Gast war, wo es galt, eine gerechte Sache zu unterstützen (Bild: ScanCover).

Guatemala: Wahlen im Schatten des „Paktes der Korrupten“

Guatemala_UNE_Partei-Logo

In Guatemala fanden am 16. Juni 2019 allgemeine Wahlen statt, aus denen die Unidad Nacional de la Esperanza (UNE) als stärkste Kraft hervorgegangen ist. Sandra Torres, die Spitzenkandidatin der UNE, lag bei der Entscheidung über das Amt des Staatspräsidenten mit 25,54 Prozent der Stimmen klar vor Alejandro Giammattei von VAMOS, der lediglich ...

Lateinamerikanisten im Porträt (1)

Lateinamerika; Sowjetunion: Josif Romual‘dovič Grigulevič 1913 – 1988 - Foto: Open Source Lateinamerikanisten, das heißt Wissenschaftler, die sich, in der Regel von ihrem jeweiligen Fach aus, mit Lateinamerika beschäftigen, werden selten vorgestellt. Wenn man Glück hat, findet sich eine Kurzbiographie auf dem Buchcover. Doch das Leben mancher von ihnen ist – auch jenseits der Wissenschaft – ungewöhnlich, hochspannend, ja abenteuerlich. Quetzal bringt eine lose Folge solcher...

Argentinien: Fünfter Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik Mauricio Macris

Argentinien_Generalstreik_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiAm 29. Mai fand ein weiterer Generalstreik des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes-CGT (Confederación General del Trabajo) in Argentinien statt, dem sich zwei der wichtigsten Gewerkschaften des Landes, CTA (Central de Trabajadores de la Argentina) und FSMN (Frente Sindical para el Modelo Nacional), anschlossen. Somit wurde zum fünften Mal seit der Amtseinführung Präsident Mauricio Macris 2015 das ganze Land lahmgelegt – öffentliche Verkehrsmittel fuhren nicht, Müll wurde nicht geräumt, in Schulen, Gymnasien und Universitäten fand kein Unterricht statt, Geschäfte und Läden blieben geschlossen, in Krankenhäusern beschränkte sich die Fürsorge auf Notfälle. Der Generalstreik zeigt die fehlende Übereinstimmung der größten gewerkschaftlichen Organisationen mit der offiziellen Wirtschaftspolitik und spiegelt die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerungsmehrheit wider. Bereits am 30. April war vom FSMN ein Streik ausgerufen worden, welcher auf nationaler Ebene eine große Beteiligung hatte. Während das Sicherheitsministerium den Generalstreik etwa als „Maßnahme gegen die freie Bewegung der Bürger“ disqualifizierte, wurde dieser vom Präsidenten Macri an diesem Tag nicht einmal erwähnt. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen gehen derzeit täglich 50 kleine und mittlere Unternehmen, die Hauptbeschäftigungsquelle Argentiniens, in Konkurs. Des Weiteren ist sich der Generalstreik in einem komplexen Kontext zu sehen, in welchem bereits versucht wird, angesichts der Präsidentschaftswahlen im kommenden Oktober politische Bündnisse zu schließen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_solebiasatti).

Te partirá al virar la esquina

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¿Has sentido alguna vez que se te quiebra una vela o se te daña la brújula? ¿O que debes salir aún a sabiendas, a sintiendas, que un rayo te partirá al virar la esquina? Sí, alguna vez debes haberlo sentido. No se sabe a qué santo uno debe encomendarse, el vaso de agua no te recompone el pulso, y la ducha sólo te entumece. Luego piensas en que te aguardan dos alternativas: o sigues, ...

Bolívar oder Monroe? Die geopolitischen Dimensionen der venezolanischen Krise

US-Flagge_Bild-Quetzal-Redaktion_gc

Der Kampf um Venezuela ist in vollem Gange. Er polarisiert nicht nur die venezolanische Gesellschaft, sondern auch Lateinamerika und die internationale Öffentlichkeit. Am 23. Januar 2019 hatte sich Juan Guaidó zum Interimspräsidenten erklärt. Die antichavistische Opposition weckte damit die Erwartung, dass der lang gehegte Traum vom Regime change nun endlich Wirklichkeit wird. Der innenpolitische Machtkampf ...

Lateinamerika: Die Neue Seidenstraße ist in Lateinamerika „angekommen“

Noticias_Lateinamerika_Bild Quetzal-Redaktion_pabloarocaVom 25. bis zum 27. April 2019 fand in Bejing das II. Forum der Initiative zur Neuen Seidenstraße (engl.: Belt and Road Initiative – BRI) statt. Ihr hauptsächliches Ziel ist es, in der Welt große – physische, aber auch digitale – Infrastrukturprojekte zu schaffen, die den Handel mit China erleichtern. Das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase, umgesetzt werden soll es ab 2021. Weltweit unterstützen gegenwärtig 126 Staaten die BRI. Ursprünglich als ein allein eurasisches Projekt gedacht, sollte die Neue Seidenstraße dann China mit Europa, später auch mit dem Mittleren Osten und Afrika verbinden. Nun ist sie auch in Lateinamerika und der Karibik „angekommen“. Panama war dort 2017 das erste Land, das sich dem Projekt anschloss. Inzwischen sind es 18 Länder Lateinamerikas und der Karibik, die zur BRI dazugehören wollen, etwa die Hälfte der dortigen Staaten. Mit Sebastian Pin᷉era sandte Chile von allen Ländern der Region den ranghöchsten Vertreter zum Forum, seinen Präsidenten. Brasilien schickte nur seinen Botschafter. Ob die Neue Seidenstraße nun eine „Quelle der Hoffnung für die Entwicklungsländer“ ist, wie es der kongolesische Telekommunikationsminister Juste Ibombo ausdrückte, oder am Ende nur zur weiteren Verschuldung Lateinamerikas führt und für eine „debt trap diplomacy“ steht, wie nicht nur US-Medien warnen, wird sich zeigen. In Venezuela ist Bejing schon jetzt der größte Gläubiger: 53% der von China an Lateinamerika gewährten Darlehen gehen an dieses Land. Ob das Land diese Schulden je zurückzahlen kann, ist zweifelhaft. Dabei ist die Neue Seidenstraße nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein geopolitisches Projekt, das US-Hegemonie weltweit und auch in Lateinamerika infrage stellen soll. An ihr sind neben den Vertretern des inzwischen schwächelnden alternativen Regionalprojekts ALBA auch solche treuen Verbündeten der USA beteiligt wie etwa Chile oder Peru. Auch Mexico, Argentinien und Kolumbien sollen Interesse bekundet haben. Paraguay bleibt wohl auch hier isoliert. Manche von den lateinamerikanischen Konservativen „wünschen“ sich sehnlich das Dilemma USA vs. China „weg“, indem sie hoffen, dass sich auch der ihnen geopolitisch „nähere“ Bündnispartner, die USA, an der BRI beteiligen möge. Vor allem aber wollen auch sie, trotz aller geopolitischen Bedenken, die alternative wirtschaftliche Zukunftsperspektive nicht verpassen. Brasilien – für dieses Land ist China schon heute der zweitwichtigste Handelspartner –, Chile, Ecuador und Peru beteiligen sich aber parallel zur vordergründig wirtschaftlichen BRI an dem politischen proamerikanischen Bündnis PROSUR, das sich wenige Tage vor dem II. BRI-Forum anstelle von UNASUR gegründet hatte und Venezuela ausdrücklich ausschließt. Insgesamt, wirtschaftlich und geopolitisch, setzen Lateinamerika als Region, aber auch manche seiner Staaten auf beide „Pferde“: USA und China. Ist man mit beiden zugleich verbunden, kann man gut „pokern“ und auf den jeweils anderen Druck ausüben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pabloaroca).