Quetzal Vogel
News Icon
Quetzal

Politik und Kultur in Lateinamerika

Suchergebnisse für "buen vivir"

Wir haben 724 Ergebnisse für Ihre Suchanfrage gefunden.

Las Hermanas Caronni: Santa Plástica

Santa Plástica_Bild_CoverScan

Das Duo Las Hermanas Caronni, welches aus der Cellistin Laura Caronni und der Klarinettistin Gianna Caronni besteht, legte kürzlich das Album Santa Plástica auf. Die Zwillingsschwestern, die in der argentinischen Messi-Stadt Rosario aufwuchsen und sich dort als professionelle Musikerinnen ausbildeten, schlossen sich bereits in frühem Alter ...

José María Arguedas - zum 50. Todestag Yactaypiñan kachkani*

Peru_Arguedas-Denkmal_Santiago  Stucchi_CC

Man möchte in Anlehnung an so manche Biografie über den Autor betonen, dass er gar kein Indigener war. Nein, möchte man nicht! Wofür sollte das wichtig sein? Da schreibt ein „weißer“ Peruaner – ja, in Biografien wird das nicht selten betont – Geschichten über Indigene, über Quechua. Das war nicht unbedingt neu in seiner Heimat Peru, denn der sogenannte ...

Uruguay: Uruguay hat einen neuen Präsidenten

Uruguay_Flagge_Bild_PublicDomainVergangenen Samstag wurde der neu gewählte Präsident Uruguays, Luis Lacalle Pou, bestimmt. Beim ersten Wahlgang am 27. Oktober entfielen auf die Kandidaten des regierenden Parteienbündnisses (Frente Amplio – FA), Daniel Martínez Villamil und Graciela Villar, 39 Prozent der Stimmen, während an die Kandidaten des Bündnisses Compromiso por el País, Luis Lacalle Pou und Beatríz Arguimón, 28,6 Prozent der Stimmen gingen. Aufgrund dieses unentschiedenen Ergebnisses gab es am 24. November einen zweiten Wahlgang. Diesen gewannen Lacalle Pou-Arguimón mit einem Stimmenanteil von 48,8 Prozent knapp vor Martínez Villamil-Villar, auf die 47,3 Prozent entfielen. Neben den Präsidentschaftswahlen fanden auch die Wahlen der Mitglieder von Senat und Abgeordnetenhaus statt. Auch wenn es der Frente Amplio dabei gelang, in beiden Kammern die Mehrheit der Sitze zu behalten, lässt die Unterstützung anderer konservativen Parteien für Lacalle Pou die Bildung einer konservativen Koalition vermuten, um sich gegen das Bündnis Frente Amplio auch in der Legislative durchzusetzen. Nach 15 Jahren eher fortschrittlicher Politik ändert Uruguay somit den Kurs. In welchem Umfang und durch welche Maßnahmen damit zur neuen Welle konservativer Regierungen des Südkegels beigetragen wird, wird im kommenden Lustrum ins Gewicht fallen. (Bild: PublicDomain).

Bolivien von den Anden aus gesehen

Bolivien_Garde_Bild_Quetzal-Redaktion_pg

In Bolivien folgt auf die politische Destabilisierung die wirtschaftliche und es gibt bereits Hinweise auf eine monetäre Destabilisierung. Bolivien, das in den letzten 13 Jahren Stabilität genoss, ist heute eines der instabilsten Länder der Welt. Eine rassistische, faschistische und neokolonialistische Putschregierung ersetzte am 12. November ...

Argentinien: Neuer Präsident Alberto Fernández wurde gewählt

Argentinien_Präsidentschaftswahlen 2019_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiAm vergangenen Sonntag wählte Argentinien sein neues Staatsoberhaupt. Dabei setzte sich der Kandidat der Partei Frente de Todos (FT), Alberto Fernández, gegen den aktuellen Präsident Mauricio Macri (Juntos para el Cambio – JC) durch. Während die Kandidaten der FT, Alberto Fernández und die ehemalige Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, 48,1% der Stimmen erhielten, gingen an den Kandidaten des Bündnisses JC, Mauricio Macri und Miguel A. Pichetto, 40,4% der Stimmen. Auch wenn der aktuelle Präsident Macri auf einen höheren Stimmenanteil als bei den Präsidentschaftsvorwahlen vergangenen August kam, reichte dieser nicht aus, um zum zweiten Wahlgang zu gehen. Die Wahlergebnisse in den einzelnen Bundesstaaten zeigen die Ablehnung von Macris Regierungsprogramm – wobei die Mehrheit der Stimmen in 17 der insgesammt 23 Wahlbezirken an Fernández-Fernández ging. Die aktuelle Regierung hinterlässt ein düsteres Szenario. Das ist wohl ein Verdienst der bislang umgesetzten rechtskonservativen Maßnahmen – zugleich kennzeichnend für den Machtwechel in Argentinien, der nahezu einer „Politik der verbrannten Erde“ ähnelt. Nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse versicherte der gewählte Präsident Alberto Fernández, dass die Regierung wieder vom argentinischen Volk übernommen wurde. Der zwischen 2003 und 2008 als Kabinettsleiter tätige Jurist äußerte seinen Wunsch nach einem solidarischeren, gerechterem Land. Ob dies durch die Umsetzung von entsprechenden Regierungsmaßahmen in den nächsten vier Jahren geschieht, wird sich zeigen. (Bild: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).

Freiheit von Hunger und Armut – eine Utopie? Sechs Bemerkungen aus aktuellem Anlass

Ernährungssouveranität_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasatti

Per Beschluss der Vereinten Nationen werden wir jedes Jahr im Oktober daran erinnert, dass zwei grundlegende Menschenrechte – die Freiheit von Hunger und Armut – immer noch nicht verwirklicht worden sind. Am Welternährungstag, der auf den 16. Oktober fällt, wird der Gründung der FAO ...

Ecuador/UNASUR: Lenín lässt Néstor einpacken

UNASUR, Quito - Bild: José Gutiérrez KettererDie im Mai 2008 gegründete Internationale Organisation UNASUR, der einmal 12 südamerikanische Staaten angehörten, ist 2018, im Kontext der Konflikte um Venezuela, faktisch zerbrochen. Seit Anfang 2017 hat das Bündnis schon keinen Generalsekretär mehr. Nur Venezuela, Uruguay, Bolivien, Guayana und Suriname sind noch Mitglieder. UNASUR, die ihren Sitz in der Mitad del Mundo unmittelbar am Äquator im Nordwesten von Quito, der Hauptstadt von Ecuador, hat, ist ökonomisch zu schwach ist, diesen zu erhalten. Durch den Austritt von sieben Staaten hat sie 86,54 % ihres Finanzvolumens verloren. Daher hat sie das entsprechende, von Diego Guayasamin entworfene futuristische Gebäude dem Staat Ecuador zurückgegeben. Am 17. September 2019 beschloss nun das Parlament von Ecuador, dem Wunsch des Präsidenten Lenín Moreno nachzukommen und die Mitgliedschaft des Landes in UNASUR aufzukündigen. Laut Artikel 24 des Tratado Constitutivo de UNASUR kann aber der ecuadorianische Präsident das Dekret über den Austritt seines Landes erst in einem halben Jahr verhängen. Dieser ist kein Freund der Idee des „Sozialismus‘ des 21. Jahrhunderts“ und beklagt, dass UNASUR zu sehr von dieser vereinnahmt gewesen sei. Das Gebäude sei ohnehin eine „Ode an die Verschwendung“. Schon werden die Möbel, Bilder, Archive und Bücher der García Márquez-Bibliothek, die das UNASUR-Gebäude zierten, eingepackt, um sie an die Donatoren zurückzugeben. Dabei erfüllt das Gebäude zurzeit sogar noch seine Funktion als UNASUR-Sitz. Es soll laut Präsident Moreno eine indígena-Universität werden, doch die Präfektur Pichincha reklamiert den Grund und Boden für sich. Das neben dem Gebäude aufgestellte 2,28 Meter hohe und 600 Kilogramm schwere Denkmal Nestor Kirchners mit erhobenem Arm und im Winde wehender Krawatte, ein Geschenk Argentiniens an UNASUR, als der argentinischen Regierung noch Kirchners Frau Cristina vorstand, ist bereits in einen schwarzen Plastiksack verpackt worden und soll an Argentinien zurückgegeben werden. Vielleicht kehren ja auch Argentinien und Nestor Kirchner – als Denkmal – wieder zu UNASUR zurück, wenn, wie zu vermuten, Cristina Kirchner die nächsten Wahlen gewinnt, wo auch immer dann der Sitz von UNASUR sein mag und falls er dann überhaupt noch nötig sein wird… (Bildquelle: CC_jg-ketterer).

Argentinien: Erinnerung an León Rozitchner (1924-2011)

Noticias_Argentinien_Rozitchner_Bild_BuchCoverDer argentinische Philosoph León Rozitchner wäre gerstern 95 Jahre alt geworden. Am 24. September 1924 in Chivilcoy, einer kleiner Stadt in der argentinischer Pampa, geboren, zog er einige Jahre später zusammen mit seinen jüdischen Eltern nach Buenos Aires. Nach dem Schulabschluss ging er nach Paris, um in der Sorbonne zu studieren. 1952 schloss er Studium in Literatur ab und promovierte 1960 in Philosophie unter der Betreuung Jean Wahls. Rozitchner beteiligte sich in den 1950er Jahren an der Redaktion der legendären, von den Geschwistern Ismael und David Viñas geleiteten argentinischen Kultur-Zeitschrift Contorno. Nach dem Sieg der kubanischen Revolution fuhr er nach Kuba, um von 1961 bis 1962 an der Universidad de La Habana zu unterrichten. Der Putsch 1976 in Argentinien zwang ihn ins Exil nach Venezuela, wo er bis 1985 an der Universidad Central de Venezuela unterrichtete und das Institut für Praxisphilosophie leitete. Aufgrund seines scharfen, kritischen Geistes in Bezug auf intellektuelle Trends, die argentinische Hochschulpolitik, den Katholizismus, den Peronismus und die Politik des Staates Israel wurde sein Werk eher ignoriert – kennzeichnend dafür ist, dass sein Name in der fast 1.500 Seiten umfassenden Historia de la Filosofía en Argentina 1600-2000 nicht erscheint. Kurz nach seinem Tod im Jahr 2011 unternahm die Nationalbibliothek Argentiniens die Veröffentlichung seines Gesamtwerkes, welches neben der Neuauflage der bereits publizierten 13 Bücher auch mehrere bislang unveröffentlichte Schriften umfasst. Das unvollständige Projekt wurde nach dem Regierungswechsel 2015 abgebrochen und die bisher veröffentlichten 18 Bände eingestellt. Auch wenn Rozitchner aus der Universität Buenos Aires ausgeschlossen blieb, war er doch ein ständiger und gern gesehener Gast in alternativen Lehrbereichen und politischen Diskussionsforen. León Rozitchner war ein leidenschaftlicher Redner und Zuhörer, ein großherziger Mensch, jedoch ungehorsam gegenüber allen Formen der Macht und des Kolonialismus (Bild: BuchCover).

Der russische Bär in der lateinamerikanischen Selva – oder warum außenpolitische Dyaden Weltpolitik gestalten können

Fidel Castro und Vladimir Putin - Bild: Presidential Press and Information Office

Als ich, befragt nach meinen Wochenendplänen, einem Freund erzählte, ich würde einen Artikel über die russländisch-lateinamerikanischen Beziehungen schreiben, lachte der auf und meinte sarkastisch: “Das wird ja ein Kracher!” Das traf mich, und ich suchte nach einer Alternative: „Und wie würdest du eine Geschichte über den russischen Bären ...