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"buen vivir"
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La Noche Triste – Schlüsselmoment der Eroberung Mexikos durch die Spanier

Vor 500 Jahren – in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1520 – flüchtete Hernán Cortés mit seinen Truppen aus der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán. 600 Spanier und mehrere Tausend Tlaxcalteken, die die Nachhut bildeten, wurden in der Noche Triste (dt.: traurige Nacht) von den Mexica, wie sich die Azteken selbst nannten, getötet. Nur 400 Spanier, alle verwundet, entkamen mit knapper ...
Bioy Casares, Adolfo: Morels Erfindung

Genau vor 80 Jahren wurde vom argentinischen Schriftsteller Adolfo Bioy Casares (Buenos Aires 1914) das Buch La invención de Morel (dt.: Morels Erfindung) veröffentlicht. Die Biografie des Autors ist inzwischen bekannt: Der aus gutem Hause stammend Bioy Casares begann zunächst ein Jura und Literaturstudium an der Universität Buenos Aires. Nachdem er es unterbrach, konnte er sich nun ...
Der Okima aus Bilina – Miloslav Stingl und die „Indianer ohne Tomahawks“

Dieser Beitrag erinnert an Miloslav Stingl, einen tschechischen Ethnologen und Archäologen, der vom Stamm der Kikapu, der im US-Bundestaat Oklahoma lebt, zum Häuptling (Okima) gekürt worden war. Stingl, der damals an der Akademie der Wissenschaften arbeitete und die Nachricht über seine neue „Funktion“ am ersten April 1971 erhielt, vermutete dahinter zunächst ...
Uruguay: Unterschiedliche Begriffe von individueller Freiheit in Zeiten des Coronavirus
Nach mehr als zwei Monaten, seit dem der Notstandszustand aufgrund der Covid-19-Pandemie in Uruguay ausgerufen wurde, zählt das südamerikanische Land 730 bestätige Fälle – davon 20 Todesfälle und über 560 Genesene. Diese Zahlen kontrastieren drastisch mit den Statistiken im Nachbarland Brasilien, wo die Zahl an Erkrankten 245.000 und die Todesfälle über 16.000 ist. Im Gegensatz zur Regierung Brasiliens traf Präsident Luis Lacalle Pou (Bündnis Compromiso por el País) frühzeitig die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Sofortmaßnahmen. Dabei wurde betont, dass die Maßnahmen kein Zwang seien, sondern man appellierte vielmehr an Solidarität und Engagement der Bürgerschaft, um die individuelle Freiheit zu gewährleisten. In anderem Zusammenhang brachte Lacalle Pou im vergangenen April den Entwurf für das „Gesetz zur dringlichen Behandlung“ (LUC) ein, der von der Opposition und sozialen Bewegungen als Beschränkung der demokratischen Freiheiten bezeichnet wurde. Das Maßnahmenpaket, das die Modifizierung und Verabschiedung von mehreren Gesetzen umfasst, wurde wegen seiner „Dringlichkeit“ kritisiert – zumal die öffentlichen und parlamentarischen Debatten im Kontext mit dem Notstand stattfinden müssen. Das Dringlichkeitsverfahren zur Verabschiedung des LUC sieht nicht nur die Verkürzung der Debatte vor, sondern stellt fest, dass der Entwurf nach Ablauf der vorgeschriebenen 90 Tage von der Exekutive bewilligt werden kann. Der Gesetzesvorschlag wurde außerdem als „pro-unternehmerisch“ und als ein gesellschaftliches Kontrollinstrument bezeichnet. Unter anderem betreffen die über 500 Paragraphen die Privatisierung öffentlicher Unternehmen, das Verstärkung der Sicherheitskräfte, die Kriminalisierung sozialer Proteste und die Beschränkung der Rolle der staatlichen Hochschulbildung zugunsten des privaten Sektors. (Bildquelle: quetzalredaktion_gc).
Uruguay: Der Sohn ist’s, nicht der Vater
Hatte der Vater, Luis Alberto Lacalle Herrera, seine Präsidentenzeit bereits in der erste Hälfte der 1990er Jahre absolviert, ist es nun, seit dem 1. März 2020, der Sohn, Luis Alberto Lacalle Pou, der den entsprechenden Sessel im Torre Ejecutiva in Montevideo besetzt. Nach 20 Jahren als Abgeordneter und Senator hat nun auch er es geschafft: Er ist ganz oben. Er vertritt dabei die Partido Nacional (PN), die sich – konservativ – über 180 Jahre gut gehalten hat. Bekannt geworden ist sie als Partido Blanco. Der Sohn löste zwar im Präsidentenamt Tabaré Vásquez von der Frente Amplio ab, aber eben auch seinen Vater, dies insofern, als jener der letzte Präsident des Landes unter der Fahne der PN war. Zur Inauguration fuhr Lacalle Pou in dem Automobil vor, mit dem auch der Vater schon zu seiner eigenen Präsidentenweihe gefahren war: einem Ford V8 von 1937. Traditionsbewusstsein kennt eben keine Grenzen! Um das Familienbildnis zu vervollständigen: Mit dem älteren Sohn des jetzigen Präsidenten gibt es ein weiteres Familienmitglied, das Luis Alberto Lacalle heißt; der jüngere Sohn trägt den Vornamen des Begründers der PN Manuel Oribe. Des Präsidenten Mutter wiederum verdingte sich einst als Senatorin, und als sie sich zurückzog, nahm dann eben der Sohn, zuvor ihr Stellvertreter, mit 26 Jahren ihren Abgeordnetenplatz ein. Ihr Großvater und sein Urgroßvater mütterlicherseits galt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der caudillos der PN. Der Ford V8 von 1937 war ursprünglich sein Eigentum gewesen. Konnten Sie folgen? Als Lacalle Pou, als Kind auf einer Kiste stehend und wild gestikulierend, diesen seinen Urgroßvater in einer Rede imitierte, begann wohl seine politische Karriere. Anderenfalls wäre er vielleicht eine Art Jacques Costeau, Meeresbiologe und Seefahrer, geworden. Ein Surfer ist er trotzdem noch, na ja und eben Präsident. War die uruguayische Atlantikküste etwa nicht verheißungsvoll genug? Genug der „gelben“ Genealogien und Personalien! Was verheißt denn der 47jährige Surfer der uruguayischen Politik? Die Zeiten von Pepe Mujica und Tabaré Vásquez als Frente Amplio-Präsidenten sind unwiederbringlich vorbei. Die beiden Linken sind inzwischen zu alt (Mujica) oder zu krank (Vásquez), um das Ruder später noch einmal in die Hand zu nehmen. Lacalle Pou hat in der Stichwahl am 28. November 2019, wenn auch nur mit 0,8 Prozent bzw. 30.000 Stimmen mehr, das Linksbündnis Frente Amplio mit deren neuem Kandidaten Daniel Martínez besiegt, der seinerseits keinen Wahlbetrug konstatierte und dem neuen Präsidenten freundlich gratulierte. In der ersten Wahlrunde hatte Martínez noch recht weit vor Lacalle Pou gelegen. Die Frente Amplio ist noch immer stark und hat fast die Hälfte der Bevölkerung hinter sich. Lacalle Pous aus fünf Parteien bestehendes rechtes Bündnis Compromiso por el País (oder auch Coalición Multicolor) ist in sich so heterogen, ja rivalisierend, dass dieser Mühe haben wird, es zusammenzuhalten. Steht Lacalle Pou politisch eher im (rechten) Zentrum, gehört zu seinem Bündnis auch das rechtspopulistische Cabildo Abierto unter Guido Manini, einem Ex-General und früherem Oberbefehlshaber der Armee, auch als „Uruguays Bolsonaro“ benannt oder, schlimmer noch, als politischer Nachfahre der Militärdiktatur der 1970er Jahre. Die argentinische Zeitung Clarín sieht für Uruguay ökonomische Öffnung und eine harte Hand in der Sicherheitspolitik kommen. Außerdem will Lacalle sparen. Und wie wird sich nun die Nachbarschaft zum linksperonistischen Argentinien gestalten? Doch einen Trumpf hat Lacalle Pou ganz sicher in der Hinterhand: Seine Vize ist eine Frau, Beatríz Argimón, eine Feministin. Sie ist Uruguays erste Vizepräsidentin. Immerhin, selbst zu der eher maskulinen Fiesta Gaucha hat sie ihren Chef sogleich begleitet. Doch in die Zukunft gefragt, wie viele Feministinnen (!) mag es in Uruguay wohl geben, die gerade ihretwegen konservativ (!) wählen würden? (Bildquelle: CC_wiki).
Argentinien: Holocaust Museum in Buenos Aires wiedereröffnet
Vergangene Woche öffnete das Museo del Holocausto Buenos Aires, das als eines der besten seiner Art gilt, wieder seine Pforten. Das kürzlich sanierte Museum, welches 2000 eingeweiht worden war, beherbergt auf drei Etagen nicht nur zahlreiche Exponate und Berichte von Überlebenden, die im argentinischen Exil ihr Leben neu beginnen durften, sondern auch eine spezialisierte Bibliothek und ein Archiv. Die neue Dauerausstellung zeigt in einer modernen Präsentation die Judenverfolgung während der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs in Europa sowie ihre Auswirkungen in Argentinien. Das südamerikanische Land war einerseits einer der wichtigsten Exilorte für verfolgte Juden, nicht nur nach Hitlers Machtergreifung, sondern bereits während der Pogrome im zaristischen Russland. Andererseits nahm Argentinien – Ironie des Schicksals und nicht zuletzt der doppeldeutigen politischen Handlung des damaligen Präsident Juan Domingo Perón – auch mehrere Kriegsverbrecher auf, die nach der Zerschlagung Nazideutschlands flüchteten, u.a. Josef Mengele, Erich Priebke und Adolf Eichmann. Buenos Aires berief sich in den 1930er Jahren darauf, den wichtigsten NSDAP-Sitz außerhalb des Dritten Reiches zu haben. Auch damit bestärkte Argentinien schon damals seine ausgeprägte Leidenschaft für Superlative. Es ist zu hoffen, dass das Land seinem Stil in diesem Sinne nicht ganz treu blieb. (Bild: CC_wiki_Ginés90).
Dialogando – Drei Erzählungen

Había sólo dos sitios en el mundo donde te podían ayudar: En una clínica de cirugía plástica o en el quiosco de restauraciones de don Lucho Avellano, ex maestro mayor de construcciones civiles (preferiblemente de casas de tres pisos sin terraza - porque le marean las alturas-) y miembro fundador de la "Hermandad de la Plomada y el Bailejo". En esos momentos Don Lucho estaba al alcance de tu mano ...
Bolivien: Acht Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen registriert
Der Präsident der Obersten Wahlbehörde Boliviens (TSE), Salvador Romero, gab auf einer Pressekonferenz am Montag die Namen der Spitzenkandidaten für anstehenden Wahlen bekannt. Im ersten Wahlgang, der für den 3. Mai anberaumt ist werden acht Bündnisse bzw. Parteien antreten. Für den MAS (Movimiento al Socialismo) wird der frühere Wirtschaftsminister Luis Arce als Kandidat für das höchste Staatsamt antreten. Carlos Mesa, der von 2003 bis 2005 das Land regierte, und Jorge Quiroga, der 2001 bis 2002 das Präsidentenamt innehatte, werden für die Bürgervereinigung (Comunidad Ciudadana) bzw. Libre 21 ins Rennen gehen. Mit Jeanine Áñez, die sich nach dem Putsch gegen Evo Morales selbst zur Interimspräsidentin ernannt hatte, sowie Luis Fernando Camacho, der als Chef des Bürgerkomitees von Santa Cruz die Aktionen der Putschisten koordiniert hatte, kandidieren auch zwei Vertreter der extremen Rechten. Die drei anderen Kandidaten sind Chi Hyun Chung, der für den Frente para la Victoria antritt, Feliciano Mamani, ein Bergarbeiterführer, der an der Spitze von Pan-Bol steht, sowie der rechte Militär Ismael Schabib, der für die Acción Democrática Nacionalista (ADN), die Partei des ehemaligen Diktators Hugo Banzer, kandidiert. Am Wochenende zuvor war der Versuch gescheitert, eine Einheitsfront gegen den MAS von Evo Morales zu bilden. Dieser wird am 3. Mai für den Sitz eines Senator für das Departamento Cochabamba kandidieren. Bei der jüngsten Umfrage, deren Ergebnisse letzte Woche präsentiert wurden, lag Arce (MAS) mit 26 Prozent vorn, gefolgt von Mesa und Camacho mit je 17 Prozent. Áñez erhielt 12 Prozent, während Chi und Quiroga mit sechs bzw. drei Prozent hinten lagen. Der wahrscheinlich notwendige zweite Wahlgang soll am 14. Juni stattfinden. Zuvor, am 3. April, wollen sich die Gegner von Evo Morales treffen, um erneut über die Bildung einer Einheitsfront zu beraten. Massive Kritik an der amtierenden Regierung rief das Vorgehen der bolivianischen Sicherheitskräfte gegen zwei MAS-Politiker am vergangenen Samstag hervor. César Navarro, ehemaliger Bergbauminister, und Pedro Damián Dorado, ehemaliger Vizelandwirtschaftsminister, waren im Beisein der Botschafter der EU und Mexikos verhaftet worden, obwohl ihnen freies Geleit für ihren Flug ins Exil nach Mexiko zugesagt worden war. Erst nach internationalen Protesten kamen die Inhaftierten wieder frei. Der Vorfall zeigt, welche Anstrengungen die Gegner von Evo Morales unternehmen, um dessen Anhänger unter Druck zu setzen und zu behindern. (Bild: Quetzalredaktion_pg).
Leipziger MittwochsATTACke diskutiert über den Putsch in Bolivien

Laut Verfassung seines Landes hätte Evo Morales sein Amt als Präsident Boliviens bis zum 22. Januar 2020 ausüben sollen. Warum und unter welchen Umständen er dieses Mandat vorzeitig aufgeben musste, wurde am selben Tag in Leipzig diskutiert. Wie jeden letzten Mittwoch im Monat fand in der Schaubühne Lindenfels ...
Bolivien: Neuer Wahltermin steht fest
Der Vorsitzende der Obersten Wahlbehörde Boliviens (TSE), Salvador Romero, hat am Wochenende den 3. Mai 2020 als neuen Termin für die allgemeinen Wahlen bekannt gegeben. Falls bei den Präsidentschaftswahlen eine zweite Runde erforderlich sein sollte, dann wird dies nicht vor dem 15. Juni der Fall sein. Laut einer Umfrage von Unitel, deren ergebnisse am 2. Januar veröffentlicht worden sind, liegt der MAS, die Partei von Evo Morales, mit 20,7 Prozent vorn, gefolgt von Jeanine Áñez, die als Interimspräsidentin fungiert, mit 15,6 Prozent. Auf dem dritten Platz liegt Carlos Mesa mit 13,8 Prozent. Luis Fernando Camacho und Marco Pumari, die auf der Liste des MNR (Movimiento Nacionalista Revolucionario) für das Amt der Präsidenten bzw. Vizepräsidenten kandidieren werden, können auf eine Zustimmung von 6,9 bzw. 8,2 Prozent verweisen. Chi Hyun Chung, der bei den Wahlen im Oktober 2019 für den PDC (Partido Demócrata Cristiano) angetreten war, erhielt 8,1 Prozent. Der MAS wird seine Kandidaten am 19. Januar auf einer Pressekonferenz in Buenos Aires vorstellen. Neben Diego Pary, der seit 2018 das Amt des bolivianischen Außenministers innehatte und nun nach Bolivien zurückkehren will, gelten David Choquehuanca, Luis Arce und Andrónico Rodríguez als die aussichtsreichsten Anwärter. Die beiden Erstgenannten waren unter Evo Morales ebenfalls als Minister tätig – Choquehuanca als Außenmister (2006-2017) und Arce als Wirtschaftsminister (2006-2017; erneut 2019). Der 30jährige Rodríguez ist Politikwissenschaftler (Abschluss 2012) und übt derzeit die Funktion des Vizepräsidenten der Coordinadora de las Seis Federaciones de Cocaleros del Trópico de Cochabamba aus. Laut bolivianischer Verfassung müsste am 22. Januar 2020 eine neue Regierung unter Führung der Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs, María Cristina Díaz, die Amtsgeschäfte übernehmen, was Jeanine Áñez, die sich am 12. November 2019 selbst zur Präsidentin des Landes ernannt hatte, jedoch ablehnt. Bislang steht auch die formelle Annahme des Rücktritts von Evo Morales durch die Plurinationale Legislative Versammlung noch aus. Nach Meinung von Eugenio Raúl Zaffaroni, ehemaliger Vorsitzender des Obersten Gerichtshofes Argentiniens und Richter am Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, sei dieser deshalb noch bis zum 22. Januar 2020 rechtmäßiger Präsident Boliviens. (Bild: Quetzalredaktion_gc).